Klemmnocken: Wie fest ist noch tolerabel ?

Fragen zu Boegen zum Bogenschiessen. Keine Fragen zum Bogenbau.
Matthias Herp
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Re: Klemmnocken: Wie fest ist noch tolerabel ?

Beitrag von Matthias Herp » 23.12.2008, 07:56

Hallo Leute,

denkt bitte daran, dass die Bogensehne igendwann ausgewechselt wird. Wenn ihr jetzt alle Pfeilnocken an die bestehende Sehne anpasst, dann sollten die nächsten Sehnen den gleichen Durchmesser haben, sonst passt es wieder nicht.
Ok, wenn die Pfeile schneller verschleißen als die Sehne, dann ist das nicht so wichtig. ;-)

Die Plastiknocken gibt es in verschiedenen Größen. Geht doch mal zum nächsten Händler und probiert diese durch, bis ihr eine passende findet. Passende Nocken müsst ihr nicht bearbeiten und sie können leicht ersetzt werden.

Beim Bearbeiten der Nocken bitte vorsichtig sein, nicht zu sehr schwächen! Ich habe schon einen Pfeil, dessen Nocke beim Lösen gebrochen ist, im 45° Winkel vom Bogen fliegen sehen....

Liebe Grüße,
Matthias

shortRec
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Re: Klemmnocken: Wie fest ist noch tolerabel ?

Beitrag von shortRec » 23.12.2008, 12:16

Matthias Herp hat geschrieben:Hallo Leute,

denkt bitte daran, dass die Bogensehne igendwann ausgewechselt wird. Wenn ihr jetzt alle Pfeilnocken an die bestehende Sehne anpasst, dann sollten die nächsten Sehnen den gleichen Durchmesser haben, sonst passt es wieder nicht.
Ok, wenn die Pfeile schneller verschleißen als die Sehne, dann ist das nicht so wichtig. ;-)

Die Plastiknocken gibt es in verschiedenen Größen. Geht doch mal zum nächsten Händler und probiert diese durch, bis ihr eine passende findet. Passende Nocken müsst ihr nicht bearbeiten und sie können leicht ersetzt werden.

Beim Bearbeiten der Nocken bitte vorsichtig sein, nicht zu sehr schwächen! Ich habe schon einen Pfeil, dessen Nocke beim Lösen gebrochen ist, im 45° Winkel vom Bogen fliegen sehen....

Liebe Grüße,
Matthias






Biete 90°  ;D

Nee, mal ernsthaft. Ich hab schon Pfeile nach einem Nockbruch parallel zur Schießlinie fliegen sehen. Das muss echt nicht sein.
Man kann statt die Nocke aufzufeilen auch Nocken mit entsprechenden Durchmessern wählen oder ein anderes Model, dass nicht so stark klemmt (weicheres Material).
Desweiteren kann man die Mittelwicklung anpassen. Das Garn gibt es ebenfalls in verschiedenen Durchmessern, so dass jeder sein Klemmwiderstand finden sollte, ohne an der Nocke zufeilen. Und mal ehrlich: eine Mittelwicklung ist schneller gewechselt, als bei einem Satz Pfeile die Nocken aufgefeilt.

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Squid
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Re: Klemmnocken: Wie fest ist noch tolerabel ?

Beitrag von Squid » 23.12.2008, 12:42

Leerschüsse wegen weggebrochener Nocken sind auch immer eine echte Freude - gerade bei stärkeren Bögen...  ::)
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.

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kra
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Re: Klemmnocken: Wie fest ist noch tolerabel ?

Beitrag von kra » 24.12.2008, 12:18

Mit dem Abschleifen wäre ich noch aus einem anderen Grund Vorsichtig. Die Innenseite der Nocke wird dadurch rauh und die Mittenwicklung verschleißt deutlich schneller.
das ist auch bei unsauber geschliffenen Selfnocks ein problem, weshalb ich doch häufiger die Mittenwicklung ersetzen muß ::) - trotz nichtklemnmender Selfnocks
“Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.”
– George Bernard Shaw

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Re: Klemmnocken: Wie fest ist noch tolerabel ?

Beitrag von RubenAryala » 24.12.2008, 12:40

Och menno nee................ habe ich doch erst frisch hergestellt, das Ganze. Aber ich werde doch die Mittenwicklung erneuern, ihr habt mich überzeugt.

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Re: Klemmnocken: Wie fest ist noch tolerabel ?

Beitrag von Indiaman » 24.12.2008, 14:17

Mittenwicklung ist doch nun auch wirklich schnell gemacht...

AZraEL
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Re: Klemmnocken: Wie fest ist noch tolerabel ?

Beitrag von AZraEL » 24.12.2008, 15:24

plastiknocken kann man viel einfacher mit einem stahlbohrer in der gewünschten größe und einem fön größer machen. nocke mit dem fön heiss machen und mit dem stahlbohrer einfach aufbiegen. habe ich eine ganze zeitlang so gemacht, weil die plastiknocken alle viel zu stramm auf meiner 16 strang dacron sehne mit mittenwicklung saßen.
...jedenfalls werfen sie keine sachen mehr nach mir, vielleicht, weil ich einen bogen mit mir rumtrage?

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Re: Klemmnocken: Wie fest ist noch tolerabel ?

Beitrag von Squid » 24.12.2008, 16:00

Na jut, 16 Strang plus Wicklung ist auch ne Menge. Ich muss meine 10-Strang Sehnen immer mit 2-4 Strängen unter der Wicklung aufpolstern...
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
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Re: Klemmnocken: Wie fest ist noch tolerabel ?

Beitrag von Ravenheart » 02.01.2009, 15:09

Detritus hat geschrieben:Meiner Erfahrung nach ist es recht sinnlos, die Plastiknocken aufzubiegen, weil sie sich mit der Zeit wieder zurückbiegen.


??  :o  ??

Bei mir hat sich noch keine zurückgebogen...
(Der Trick: Ich weite sie, indem ich sie erwärme, einen je nach benötigter Weite passenden Rundstab hinein drücke, und sie SO ERKALTEN lasse!)

Zur Frage "wie fest":

Beim traditionellen Schießen mit mediterranem Griff (2 Finger berühren den Pfeil) müssten (sollten) die Nocken GAR NICHT klemmen - es ist schlicht unnötig und kostet nur Schussweite!

Klemmende Nocken BRAUCHT man beim Schießen mit Untergriff. (Pfeil liegt auf der / oder zwischen 2 Klemmnockpunkt(en), alle 3 Finger sind unter dem (unteren) Nockpunkt). Da MUSS die Nocke klemmen, damit der Pfeil beim Ausziehen mitgeführt wird.

Das richtige Maß ist dann: So fest, DASS er sicher mitgeführt wird, so locker wie darüber hinaus möglich.

Der "Aufhäng-und-klopf-Test" ergibt ein ÜBLICHES Maß, wobei eigentlich ein LEICHTES Drauftippen gemeint ist, etwa die Stärke, die man verwenden würde, um eine Blattlaus auf der Schreibtischplatte platt zu machen.
Dennoch KANN es individuell, (z.B. bei etwas ruppigem Auszug) sinnvoll sein, sie etwas stärker klemmen zu lassen. Da muss jede(r) den pers. richtigen Kompromiss finden....

Rabe
Zuletzt geändert von Ravenheart am 02.01.2009, 15:16, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Klemmnocken: Wie fest ist noch tolerabel ?

Beitrag von RubenAryala » 03.01.2009, 15:03

Dann werde ich mich künftig wohl auf überhaupt nicht klemmende Nocken einstellen, das macht das Leben einfacher. Ich habe den Zeigefinger über dem Pfeil.

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Re: Klemmnocken: Wie fest ist noch tolerabel ?

Beitrag von Squid » 03.01.2009, 16:21

Hmmm, ja-neee, das seh ich anders.
Ein leichtes Klemmen ist auch beim mediterranen Griff von Vorteil, zumindest, wenn man in der wilden Natur - will sagen Roven, 3D Turniere mit anspruchsvolleren Zielen, etc. - schiessen will.
Man stellt damit sicher, dass der Pfeil nicht versehentlich neben der Sehne liegt. Leerschüsse sind einfach Mist... sch**** auf +10 m Reichweite.
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Re: Klemmnocken: Wie fest ist noch tolerabel ?

Beitrag von Trinitatis » 03.01.2009, 17:08

Bei Nocken die auf einen Konus aufgeklebt werden, wie z.B Bohning oder Bearpawnocks haben unterschiedliche Klemmdurchmesser. 5/16 Nochen von Bearpaw klemmen fester als 5/16 Nocken von Bohning. 11/32 Nocken von Bearpwaw klemmen fester als 11/32 Nochen von Bohning...

Wie stark ist denn dein Bogen? Ich schieße auf meinem 64# Bogen eine 16 Strang Sehne. und hab das 0,22 MiWi Garn drauf, meine Bohningnocken 11/32 klemmen darauf nicht ok ist auch FF aber wenn dein Bogen nicht gerade 80# hat kannst du da auch weniger Stränge nehmen...

Ich teste den Sitz der Nocke immer zuerst an einem kurzen Stück MiWi, wenn zu eng dann mach ich das kurze Stück wieder auf und nehm ein dünneres Miwi Garn. Wenn die Sehne mal zu dün sein sollte und man schon das dickste MiWi Garn drauf hat, einfach die Stelle an der die MiWi drauf soll noch mit zusätzlichen Sehnensträngen unterlegen bis es passt.

Ich mag es am liebsten wenn die Nocke überhaupt nicht klemmt. Aber ich kenne es auch mit dem Richtwert, wenn der Pfeil mit der Spitze nach unten hängt, ein schnelles leichtes klopfen auf die Sehne und der Pfeil sollte abgehen. Steht auch so im Traditionell Tunen drin, und bei Masters of the Barebow ist das auch zu sehen...

LG Dani
LG Dani

Wer ein Ziel verfehlt,
der trifft oft ein anderes...

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Re: Klemmnocken: Wie fest ist noch tolerabel ?

Beitrag von RubenAryala » 04.01.2009, 13:08

Der Bogen hat 35#, womit klar ist, daß die Sehne eigentlich überdimensioniert ist, ich glaube 10 bis 12 Stränge würden da eigentlich gereicht haben.

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Re: Klemmnocken: Wie fest ist noch tolerabel ?

Beitrag von Granjow » 04.01.2009, 17:31

Ich habe 8 Stränge Dacron bei meinem 50#-Bogen. Auch das reicht bei weitem.

Tim Baker war es glaub ich, der in einem TBB-Band geschrieben hat, dass es reicht, wenn man die Zugkraft bei 15" nimmt und dann das Vierfache davon (Sicherheitsreserve) verwendet.

Die beiden Enden werden wahrscheinlich am stärksten belastet, da kann man einfach noch ein paar Fäden zusätzlich einflechten.

Simon

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Re: Klemmnocken: Wie fest ist noch tolerabel ?

Beitrag von kra » 04.01.2009, 17:42

@Sqiud, Klemmnocken sind, zumindest wie ich schieße, absolout entbehrlich.
Die Leerschüsse der letzten Jahre, in denen ich mit nichtklemmenden Selfnocks schieße, lassen sich an einer Hand abzählen, hinzu kommen evtl noch 3-4 Schüsse, bei denen die Nocken gebrochen sind ("halbe" Leerschüsse) - und so weit ich mich erinnern kann, keiner auf einem Turnier oder beim Roven.

Allerdings schieße ich mit einem selbstgemachetn Tab, bei dem die Pfeilöffnung ziemlich eng ist
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