Reiterbogen für "Anfänger"?

Fragen zu Boegen zum Bogenschiessen. Keine Fragen zum Bogenbau.
tecumtha2008
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Re: Reiterbogen für "Anfänger"?

Beitrag von tecumtha2008 » 30.07.2010, 16:31

Was heisst denn korrekt?
Um mit einem Bogen zu treffen?
Das ist so nicht ganz richtig. Mit einem Langbogen kann man mit viel mehr Fehlern davonkommen. Diese allerdings spaeter wieder auszumaerzen, wenn man einen kurzen Reflexbogen schiesst ist nicht ganz einfach.
Ich halte diese Art von Boegen fuer Anfaenger sogar fuer sehr geeignet, denn es wird damit automatisch eine gute Form trainiert und wenn man es von Anfang an lernt ueber die Hand zu schiessen,dann wird das Gehirn auch richtig programmiert.
Die Standhoehe ist eigentlich irrelevant bei richtiger Handhaltung. Sprich:lockere und keine feste Haltung, dann verdreht der Bogen nicht und man trifft dann auch.
Bei Leuten, die einen anderen Bogen schon geschossen haben, ist die verdrehfreie Haltung schwieriger zu vermitteln als einem Anfaenger....
Der Griff ist auch leicht zu tunen....

@szuku76: Ich hoffe Du bietest deinen Kunden nicht solch professionell gefertigte Boegen an......auch mit Leder verdeckter Murks bleibt Murks.....

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benzi
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Re: Reiterbogen für "Anfänger"?

Beitrag von benzi » 30.07.2010, 16:43

@ tecumtha2008

Du meinst das ist ein lockerer Griff?:

Bild

benzi
"Du hast den Verstand verloren, weißt Du das?" "Dafür hab ich ein Leben lang üben müssen"
(Peaceful Warrior, Film)

tecumtha2008
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Re: Reiterbogen für "Anfänger"?

Beitrag von tecumtha2008 » 30.07.2010, 17:13

@ benzi: der Griff ist locker, auch wenn er nicht so aussieht. Bei einem festen Griff wuerde der Bogen verdrehen und ungenau werfen. Eine Verdrehung des Bogens kann man direkt hoeren, denn dann hat der Boegn ein Abschussgeraeusch. Bei unverdrehter Handhaltung ist der Bogen selbst ohne Daempfer kaum zu vernehmen. Aber diese Art des Griffes ist primaer fuer die koreanische Distanz von 159 yards mit Daumenrelease gemacht.
Fuer das direkte Schiessen auf naehere Ziele mit mediterranem Griff waere die Hand hier ueberhoeht.(Pfeil auf dem Zeigefinger).
Ich muss meinen Griff jetzt auch tunen und werde mal ein paar Fotos machen, wie ich meinen Griff aufbaue etc.
Schau mer mal...

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Snake-Jo
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Re: Reiterbogen für "Anfänger"?

Beitrag von Snake-Jo » 30.07.2010, 22:39

tecumtha2008 hat geschrieben:
Das ist so nicht ganz richtig. Mit einem Langbogen kann man mit viel mehr Fehlern davonkommen. Diese allerdings spaeter wieder auszumaerzen, wenn man einen kurzen Reflexbogen schiesst ist nicht ganz einfach.
Nein, das ist zu pauschal. Es gibt ja viele Arten von Langbogen, die auch sehr unterschiedlich zu schießen sind.

Ich halte diese Art von Boegen fuer Anfaenger sogar fuer sehr geeignet, denn es wird damit automatisch eine gute Form trainiert und wenn man es von Anfang an lernt ueber die Hand zu schiessen,dann wird das Gehirn auch richtig programmiert.
Nein, richtig oder falsch programmiertes Gehirn? Was ist das? Automatisch eine gute Form? Automatisch? Läßt mich leicht zweifeln.... ;D

Die Standhoehe ist eigentlich irrelevant bei richtiger Handhaltung.
Nein!

Sprich:lockere und keine feste Haltung, dann verdreht der Bogen nicht und man trifft dann auch.
Nein. Es gibt Bögen, die mit festem Griff gut schießen und  "man" trifft dann auch bzw. derjenige, der damit umgehen kann.

Bei Leuten, die einen anderen Bogen schon geschossen haben, ist die verdrehfreie Haltung schwieriger zu vermitteln als einem Anfaenger....
Kommt auf den Anfänger an...

Der Griff ist auch leicht zu tunen....
Welcher Griff? Was willst du tunen und wozu?


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Re: Reiterbogen für "Anfänger"?

Beitrag von Snake-Jo » 31.07.2010, 11:18

benzi hat geschrieben:
ach Du meinst bis dahin hat das "Schnäppchen" keiner gekauft  ;D ;D ;D



Noch zu den Preisen: Wenn ich einen "Custom-made" Recurvebogen kaufen will, muss ich dafür 600-800 Euro hinlegen, zumal, wenn es Einzelstücke sind.
Ein "Custom-made"-Reiterbogen sollte mindestens das Gleiche kosten, denn die Herstellung der Siyahs ist wesentlich aufwändiger als einen Recurve in die Form zu pressen.
Der Windfighter kommt aus einem "Niedrig-Lohn-Land" und ist zudem ein Bogen von der Stange. Solche Bögen gab und gibt es auch bei den Langbogen. Sie kosten dann auch in etwa soviel (120-150 Euro). Auch wenn der Windfighter ein gelungenes Model ist und sehr ansprechende Werte aufweist, ist und bleibt er ein industriell hergestelltes Massererzeugnis.
8)  :o

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Re: Reiterbogen für "Anfänger"?

Beitrag von szuku76 » 31.07.2010, 12:32

tecumtha@: natürlich nicht....

benzi und tecumtha@: habt ihr mal probiert den Bogen mit Kyudo technik zu schießen, also nur die untere 3 Finger halten den Bogen und wird der Pfeile aus Rechts geschossen (daumenrelease) und den Bogen drehst du leicht nach Links wie beim Kyudo... Ich habe es letzte mal probiert, nicht einfach beim kürzeren Auszug, aber funzt... Man hat noch mehr Dynamik darauf...

Snake-Jo@: Dieser Nemere-Bogen vom Farla gibt es mit einfacheren Laminierung auch schon für 199,00 Euro, aber so einen Bogen, mit einer hervorragenden Arbeit muss man halt bezahlen, es ist wirklich nicht allzu Tage in Umlauf, vielleicht gibt es auch nicht mehr, da verschiedene Hölzer einfach nicht mehr so in einer guten Quali vorhanden sind.
De sagittis hungarorum libera nos Domine!

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Re: Reiterbogen für "Anfänger"?

Beitrag von elBohu » 31.07.2010, 13:24

Janitschar hat geschrieben:Spalter!

Da muss ich dir doch noch richtig ordentlich die Ohren lang ziehen Ivo...
Du Fähnchen im Winde  ;D



Ach was soll ich mich rausreden!
Ich wollte nur helfen...
Was Tecumtha sagt, hat was: Fehler zu überspielen bringt auf Dauer nichts.
Also einen Bogen ausschießen und gut ist es!

Dann zieh mal... ;)
Vorsicht: Meine Beiträge enthalten eventuell nicht gekennzeichnete Ironie oder Sarkasmus

Bögen:
Latrodectus 46#@28"

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Re: Reiterbogen für "Anfänger"?

Beitrag von Eberesche » 31.07.2010, 14:04

Hallo allerseits!
Ohne euren interessanten Streit stören zu wollen mal ein kleiner Bericht von gestern:

Es gibt ihn tatsächlich, den Leipziger Bogenladen. Sehr klein und niedlich - und chaotisch, denn zum 16.8. ziehen sie in andere Räumlichkeiten, die, wie man mir versprach, größer und besser auffindbar seien. Mit Blick auf die noch immer unzureichend verheilten Folgen meines Besuchs in Dresden letzte Woche habe ich mir einen Schießhandschuh gekauft.

Das Gesicht des guten Mannes war lustig, als ich das Wort "Reiterbogen" sagte. Er hat mir den Samick gezeigt und den noch etwas billigeren "Rexbow". Der sieht ganz niedlich aus, wirkt aber irgendwie sehr filigran und empfindlich. Dazu war dieses Exemplar nur 20# und hat sich fast nicht gewehrt beim ausziehen. Beim Testen hatte ich gefühlsmäßig Angst ihm wehzutun auch wenn er eigentlich bis 29" ausgezogen werden darf. Gerne hätte ich mir auch mal den Windfighter aus der Nähe angeschaut, aber er hatte gerade keinen da.

Außerdem habe ich mir angucken dürfen, wie ein gebrochener Wurfarm aussieht (ist es Zeichen von Schwäche, eine Spannschnur zu benutzen?) und noch ein paar unterhaltsame Geschichten gehört. Alles in allem ein lehrreicher Ausflug.

LG
Der Klügere sollte nur nachgeben, wenn er es verantworten kann. (Gerlinde Nyncke)

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Re: Reiterbogen für "Anfänger"?

Beitrag von Archive » 01.08.2010, 04:41

Eberesche hat geschrieben:ist es Zeichen von Schwäche, eine Spannschnur zu benutzen?


Das kommt auf den Bogen an. Ich spanne meinen Türken lieber so wie hier http://www.grozerarchery.com/index_m.htm unter "uzage" gezeigt.
Aber es gibt Bögen bei denen nur Schwächlinge ein Spannschnur benutzen, Schwächlinge, aber kluge Schwächlinge.

Gruß Mütze

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Re: Reiterbogen für "Anfänger"?

Beitrag von Snake-Jo » 01.08.2010, 10:05

Schwäche? Was ist Schwäche?  ???
Ich kenne, genau wie Mütze, nur Dummheit, einen guten Bogen beim Aufspannen zu zerstören.  ;D

Merksatz: HIER ist Schwäche gleich Vorsicht!

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Re: Reiterbogen für "Anfänger"?

Beitrag von tecumtha2008 » 01.08.2010, 18:12

Ob eine Spannschnur notwendig ist haengt von einigen Faktoren ab.
Beim Koreaner halte ich diese fuer schlecht,ja sogar fuer falsch, genauso wie bei vielen anderen Reflexboegen.
Bei einem normalen Recurve ist sie meist notwendig und zu empfehlen.
Die gebrochenen Wurfarme kommen aber meist von einem anderen Problem:
1.Wenn die Durchsteigemethode angewendet wird, dann nicht richtig.
2. Nach dem Aufspannen werden die Wurfrme nicht auf Verdrehung ueberprueft und gerichtet.
Wenn man die Wurfarme nach dem Aufspannen verdreht laesst und den Bogen schiesst, dann kann die Verdrehung dauerhaft eingepraegt werden und sogar dazu fuehren, dass die Sehne seitlich abruscht.
3. Bei Boegen unter 45# ist dies ein groesseres Problem, weil die Wurfarme sehr weit und flach sind und deshalb noch weniger torsionsresistent.
Bei Langboegen haengt es von der Bogenlange/Koerperlange und vom Reflex ab, aber eine Spannschnur ist auch hier nicht verkehrt.

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Re: Reiterbogen für "Anfänger"?

Beitrag von Squid » 01.08.2010, 18:19

Das ist nicht nachvollziehbar.
Denn gerade um die hinlänglich bekannten Fehler der Durchsteigmethode zu vermeiden, ist eine Spannschnur ideal.
Was sollte einen Koreaner dahingehend besonders machen, dass man diese sichere und gleichmäßig die Kraft verteilende Methode nicht anwenden sollte?
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.

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Re: Reiterbogen für "Anfänger"?

Beitrag von Eberesche » 01.08.2010, 18:30

Ich habe hier auch gerade ein Verständisproblem.
Welche Nachteile / Risiken birgt die Nutzung der Spannschnur?
Vermutlich ist es, so man die Methode richtig beherrscht, ohne einfacher /schneller. Aber auch besser für den Bogen? Wenn ja, warum?
Lass mich nicht dumm sterben!

LG
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Re: Reiterbogen für "Anfänger"?

Beitrag von tecumtha2008 » 01.08.2010, 18:33

Weil man mit einer Spannschnur beim Koreaner keine Kontrolle uber die Verdrehung der Sehnenohren hat, weil man sie nicht sieht. Der komplette Bogen ist so gekruemmt, dass man,wenn man nicht 100prozentig gerade zieht, eine Torsionskraft ueber die komplette Wurfarmlange aufbringt. Das ist mit Verlaub gesagt absolut sch....e.
Bei dieser Methode koennen diese zwei Probleme nicht auftauchen:
http://www.hornbow.com/hktbstring.html
Wurfarm liegt in voller Breite am Oberschenel an: keine Torsion
Daumen fixiert die unverdrehte Sehne oben auf dem Sehnenschemel(schwarzes,rundes Gummiteil)
Man sieht das untere Sehnenohr und kann Probleme(Verdrehungen im Ohr) direkt korrigieren
Die Koreaner spannen Ihre Boegen so und wenn man einen Koreaner schiesst,dann macht es wenig Sinn eine schlechtere Spannmethode zu verwenden.
Zuletzt geändert von tecumtha2008 am 01.08.2010, 18:35, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Reiterbogen für "Anfänger"?

Beitrag von Snake-Jo » 01.08.2010, 18:39

Ja, tecumtha hat recht. Viele Reiterbögen mit sehr starkem Reflex lassen sich nicht mittels Spannschnur aufspannen oder nur unter besonderen Vorkehrungen, die aber alles wieder sehr kompliziert machen.
Also hier ist aus meiner Sicht die Durchsteigemethode zu empfehlen oder aber eine Aufspannhilfe, wie sie von Micha Wolf im Reflexbogenbuch vorgestellt wurde: Eine Bohle mit Griffhalterung und Dübellöchern in Höhe der Siyahknicks und dann sukzessives Aufspannen der Wurfarme einzeln, Fixieren mittels Holzstifften in den Dübellöchern und am Schluss Einhängen der Sehne.

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