Bogenbruch eines Samick Devastator Mittelstücks

Fragen zu Boegen zum Bogenschiessen. Keine Fragen zum Bogenbau.
Sunbro
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Bogenbruch eines Samick Devastator Mittelstücks

Beitrag von Sunbro » 13.05.2015, 15:18

Hallo erstmal,
Edit: Es wurde eine kulante Lösung gefunden, Fall gelöst :) siehe Seite 3
ich bin neu im Forum und habe ein kleines Problem mit meinem Devastator. Wie der Überschrift zu entnehmen ist, ist mir mein Devastator Mittelstück gebrochen. 50# Wurfarme bei einem normalen 29" Auszug.
Gekauft hatte ich den gesamten Bogen, Anfang 2014, ursprünglich bei Bogenlöwe, allerdings mit 35# Wurfarmen. Nach einem halben Jahr wollte ich stärkere Wurfarme und habe mir dann bei Aixbow in Aachen 50# Wurfarme gekauft. Diese waren Anfangs zu stark, habe mich daran aber gewöhnt und war zufrieden. Februar 2015 ist mir dann das Griffstück gerissen, fand ich schade und habe dann Bogenlöwe kontaktiert. Diese waren sehr verständnisvoll im ersten Moment und haben das Mittelstück zurückgenommen und ersetzt.
3 Wochen nach dem Umtausch hatte ich einen potentiellen Käufer gefunden, ihm den Bogen geliehen damit er sich mal einschießen kann und nach den ersten 30 Schüssen ist ihm das Griffstück um die Ohren geflogen. Er war glücklicher Weise unverletzt und ist nun natürlich nicht mehr bereit über den Bogen nachzudenken. Verständlich.
Ich habe also wieder Bogenlöwe kontaktiert und ein Bild des Mittelstücks geschickt, welches scheinbar an der selben Stelle den Ursprungsriss hatte wie mein altes Mittelstück.
20150502131922_1 low.jpg
Hier ist das Mittelstück

Nachdem Herr Rinninsland der Firma Bogenlöwe das Bild gesehen hatte und ich ihm dämlicher Weise gesagt hatte, dass ich den Bogen mit 50# Wurfarmen geschossen hatte war seine erste Reaktion, dass das wohl an einer Torsion der Wurfarme liegen müsse und das Mittelstück intakt war. Ich solle ihm doch bitte beides zusenden damit das überprüft werden kann.
Ich frage mich nun ob man das überhaupt feststellen kann, dass die Wurfarme vor dem Bogenbruch beschädigt waren, was den Bruch verursacht hat und ob eine Wurfarmtorsion den Bruch eines Mittelstücks überhaupt verursachen kann. Alle von mir befragten Leute haben gesagt, dass so etwas nur passiert wenn das Mittelstück einen Fertigungsfehler hatte.
Eine weitere Theorie meinerseits wäre die Möglichkeit, dass man einfach versucht hat den Riss im ersten Mittelstück zu reparieren um kosten zu sparen und den Verzug durch Samick umgehen kann.

Bitte teilt eure Erfahrungen über Bogenbrüche mit mir und sagt mir was ihr davon haltet!
Ich werde erstmal gar nichts zurück schicken um zu gucken ob es Sachbearbeiter gibt die nachweisen können was mit dem Mittelstück alles passiert ist und was der Grund für den Bruch sein könnte. Außerdem will ich meinen Wurfarme nicht von der angeklagten Partei untersuchen lassen und wäre deshalb sehr an jemandem interessiert, der mir da weiterhilft in punkto Beurteilung.

Das Problem wurde vom oben genannten Händler zur Zufriedenheit des TE gelöst. Hier ein Zitat von Sunbro zum Thema:" Ich bin mit der Lösung auf die man sich geeinigt hat sehr zufrieden und hoffe dass bei allen Leuten eine solche Handhabung an den Tag gelegt wird. "Locksley

Vielen Danke,
Sunbro out!

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killerkarpfen
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Re: Bogenbruch eines Samick Devastator Mittelstücks

Beitrag von killerkarpfen » 13.05.2015, 15:41

Das kommt schon hin was der nette Herr dir da gesagt hat. Auch finde ich, dass 50# für ein solches Mittelstück eher an der oberen Grenze der Belastbarkeit ankommt.
Mir ist kürzlich ein hölzernes Griffstück beim aufspannen gebrochen als ich 30# Wurfarme statt der alten 25# Arme montiert habe. Erstaunt mich also nicht.

Verdrehte Wurfarme gibt es schon und das lässt sich nach wie vor feststellen. Das heisst die liegen nicht sauber im Griffstück und die Sehne verläuft dann nicht genau mittig. Auch das ist keine Seltenheit.

Für mich auch als dritte Möglichkeit kann das Verschulden deines Intressenten sein. Nein Nicht mit Absicht natürlich, sondern dass er mit der Hand den Griff zu fest umklammert hat. Dann braucht es nur einen leichten Verdreher und mit der Zugkraft von 50# ergeben sich dann unheimliche Hebelkräfte auf die schwächste Stelle im Mittelstück.

Solltest Du da Garantieleistungen bekommen würde mich das wundern, oder die Firma kommt Dir mit extremer Kulanz entgegen.
Geh auf sie zu, aber ich finde sei nicht enttäuscht wenn sie eine Garantie ablehnen.
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Re: Bogenbruch eines Samick Devastator Mittelstücks

Beitrag von mbf » 13.05.2015, 17:02

Mal trocken gesagt, wenn der Hersteller keine Zuggewichtsbeschränkung angibt, kann man draufschrauben, was vom gleichen Hersteller an Wurfarmen angeboten wird... der Devastor wird bis 60 lbs angeboten, also: so what. Und solange die Wurfarme auch nur halbwegs gerade sind, muss das System das abkönnen. Mal im Ernst, so knapp kann kein Bogen auf Kante gebaut sein. Das ist zwar ärgerlich für den Händler, aber wenn Samick Mist gebaut hat, dann ist das so.

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Re: Bogenbruch eines Samick Devastator Mittelstücks

Beitrag von Wilfrid » 13.05.2015, 17:21

Ich habe schon viele Brüche gesehen, so was noch nie. Ein Stück wie mit nem Messer abgeschnitten und der Rest ein veritabler Gewaltbruch.
Als ob man am Schußfenster 2 Stücke stumpf zusammengesetzt hätte, Sowas hält auf Dauer noch nicht mal 20#.

Nur, nachweisen läßt sichs nicht.

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Re: Bogenbruch eines Samick Devastator Mittelstücks

Beitrag von Sateless » 13.05.2015, 17:30

Samick >40# halt.
Ich schreibe ohne Autokorrektur lesenswerter. Du etwa auch?
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Re: Bogenbruch eines Samick Devastator Mittelstücks

Beitrag von Arntus » 13.05.2015, 17:38

Moin,

hast Du noch ein Bild von der ersten Beschädigung vor dem Bruch?
Ich hab mir direkt mal meinen Devastator angeschaut, das ist die dünnste Stelle wo der durch ist. Von den Laminatstreifen sinds gerade mal 3 die vollständig den Bereich passieren (Übergang Griff, Shelf/Schiessfenster).
Ich zieh den auf ca. 55 lbs aber bei meinem sieht man nix an der Stelle. Nur an der Aussenseite des Bogenfensters hats einen Riss im Lack, das Holz sieht aber gut aus.

Gruß vom Arntus

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Re: Bogenbruch eines Samick Devastator Mittelstücks

Beitrag von Arntus » 13.05.2015, 17:39

Nochwas: Du hast auf dem Bild die Stücke gegeneinander verdreht, könntest Du den Bruch mal von mehreren Seiten und wie er zusammenpasst ablichten?

Uund nochwas: Ich habe nach dem Kauf meiner Wurfarme die Bohrungen für die Fixierbolzen (nicht die Schrauben sondern die Metallpins in der Wurfarmaufnahme) versetzt, weil die Wurfarme sonst leicht zur Seite gedreht waren und der Sehenverlauf nicht entlang der Bogenachse verlief. Das konnte man damals schon an den Übergängen Wurfamseite und Griffstück sehen, dass das nicht gerade war.

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Re: Bogenbruch eines Samick Devastator Mittelstücks

Beitrag von Sunbro » 13.05.2015, 18:22

Danke für die vielen Rückmeldungen!

Ich werde gleich mehr Fotos machen und diese dann zeitnah hochladen.
Der Beitrag von Killerkarpfen ist für mich einerseits einleuchtend, dennoch weit her geholt. Es werden bis zu 60# Wurfarme von Samick zu diesem Bogen vertrieben, also hat dieser Bogen das auszuhalten!
Die Torsion der Wurfarme ist minimal,wenn überhaupt, vorhanden und die Sehne verlief mittig am Bogen(Ich weiß das deshalb, da kleine Einkerbungen in den Wurfarmen sind,in die die Sehne regelrecht reinflitscht).
Was den Fehler des Anwenders angeht: Ich habe die zwei Einzelteile noch Zusammengebaut bekommen, die saßen fest und gerade auf den Resten des Mittelstücks. Auch da eher keine Fehlerquelle.

Man kann das alles zwar nie ausschließen, aber bei der Nachweisbarkeit würde mich viel mehr interessieren ob man feststellen kann ob die Wurfarme vorher schon beschädigt waren oder erst durch den "Unfall"/die "Fehlproduktion" einen Schaden bekommen haben.
Im ersten Moment hört sich die Ausrede: "Die Wurfarme des Zweithändlers haben mein perfektes Mittelstück zerstört und er muss für den Schaden aufkommen"

Fotos von dem ersten Mittelstück habe ich nicht, aber der Devastator hat vorne oben eine Art Abrundung. Wenn man sich das Griffstück nun aufrecht im Profil anguckt ging der Riss von der Mitte der Rundung runter bis zur Pfeilauflage und war in etwa 1-1,5cm breit. Sollte diese Beschreibung sehr unverständlich sein, dann versuche ich das mit einem Bearbeiteten Bild zu verdeutlichen, das müsste ich aber noch anfertigen.

Aufgrund dieses Sachverhaltes und der Tatsache, dass eben dieser messergerade Bruch, an dem der Riss vorher war, vorliegt lässt bei mir das Gefühl los, dass eine unsachgemäße Reparatur vorgenommen wurde. Vor allem weil die "devastating" Wurfarme mit 50# vorher 300-500 Schüsse gebraucht haben um ein Mittelstück zum Reißen zu bringen und nun in unter 30 Schüssen zum vollständigen Bruch führen.
Ich bezweifele dass man ein Mittelstück das wirklich in Ordnung ist so einfach mit 30 Schuss zerstören kann.
Aber das war auch mein erster(letzter) Take-Down, es gibt da sicher Leute mit mehr Erfahrung.

Vielen Dank,
Sunbro out!

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Re: Bogenbruch eines Samick Devastator Mittelstücks

Beitrag von Squid » 13.05.2015, 18:37

Da is doch was nicht koscher!
Wieso ist die Bruchstelle am Schussfenster so glatt wie gesägt??

Selbst die blödeste... ähhhh... sprödeste Hasel bricht zwar gelegentlich extrem kurzfaserig. Aber doch nicht SO!!
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.

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Re: Bogenbruch eines Samick Devastator Mittelstücks

Beitrag von Sateless » 13.05.2015, 18:46

Squid hat geschrieben:Wieso ist die Bruchstelle am Schussfenster so glatt wie gesägt??


Da am shelf, wo das Holz wie gespalten aussieht?
Ich schreibe ohne Autokorrektur lesenswerter. Du etwa auch?
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Re: Bogenbruch eines Samick Devastator Mittelstücks

Beitrag von Sunbro » 13.05.2015, 19:01

Hier sind neue Bilder vom Griffstück, vielleicht gibt das mehr Einsicht.
P5136439_hf.jpg
Da erkennt man die von mir beschriebene Stelle des ersten Risses sehr gut

P5136440_hf.jpg
Nochmal die andere Seite

P5136441_hf.jpg
Nahaufnahme der Burchstelle

P5136442_hf.jpg
Nahaufnahme des Gegenstücks

P5136445_hf.jpg
Und Nr.5 weils so schön war


Ich hoffe keiner träumt schlecht deswegen.

Sunbro out!

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Re: Bogenbruch eines Samick Devastator Mittelstücks

Beitrag von Arntus » 13.05.2015, 19:40

Theorie:
Die Belastung des Griffstückes entspricht der eines Wurfarms: vorne Zug, mittig neutral und hinten Druck. Vorne an der Rundung scheint er entlang der Laminierung auseinander gegangen zu sein. Das ist sowie ich mir das vorstelle eine auf Zug belastete Stelle. Weil er da auseinander gerissen ist hats den hinteren Teil unterhalb des Shelfs, der eigentlich auf Druck belastet wird, auseinandergerissen. Weil sich die Zugbelastung beim im Verlauf des Versagens in Richtung Schütze bewegt hat. Quasi wie wenn Du ein Blatt Papier an einer Seite zerreist, wandert der Riß durch das Blatt.

Wenn ich richtig liege heißt das, die Fehlerstelle befindet sich an der vordersten Stelle, so wie es ausssieht an der Laminierung zwischen dem Rosewood und dem Hickory vorne. Der Riss an Deinem ersten Griffstück befand sich "auf dem Buckel" wenn man seitlich aufs Grifffstück schaut. Die Stelle scheint hier aber ok zu sein, bzw scheint de rBruch nicht von da ausgegangen zu sein.

Denkfehler??

Abendbrotzeit,
Arntus

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Re: Bogenbruch eines Samick Devastator Mittelstücks

Beitrag von Sunbro » 13.05.2015, 21:16

Gute Idee Arntus
Es ist kein direkter Denkfehler, eher ein Ausdrucksfehler meinerseits.

Ich bezog mich bei dem Riss auf genau diese Grenze! Diese nahezu gesägte Kante war beim ersten Griffstück genau so gerissen. Ich meine nicht dir Wölbung(den Buckel) sondern bezog mich auf den Teil darüber(die Kurve).
Was deine Theorie über den Vorgang des Risses angeht bin ich komplett auf deiner Seite!

Die Frage ist: warum? Ich sehe den Grund dafür in der Verleimung liegen. Oder könnte der Grund woanders liegen?
Vor allem nachdem Torsion, Gebrauch und Zugkraft(zumindest rechtlich) ausgeschlossen werden können. Gibt es eine Möglichkeit derer ich mir noch nicht bewusst bin?

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Re: Bogenbruch eines Samick Devastator Mittelstücks

Beitrag von max2 » 14.05.2015, 07:16

Ungünstiger Faserverlauf, zuwenig Holz, zuviel Kraft.

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sner
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Re: Bogenbruch eines Samick Devastator Mittelstücks

Beitrag von sner » 14.05.2015, 08:06

mbf hat geschrieben:Mal trocken gesagt, wenn der Hersteller keine Zuggewichtsbeschränkung angibt, kann man draufschrauben, was vom gleichen Hersteller an Wurfarmen angeboten wird... der Devastor wird bis 60 lbs angeboten, also: so what. Und solange die Wurfarme auch nur halbwegs gerade sind, muss das System das abkönnen. Mal im Ernst, so knapp kann kein Bogen auf Kante gebaut sein. Das ist zwar ärgerlich für den Händler, aber wenn Samick Mist gebaut hat, dann ist das so.


Seh ich auch so, wozu gibt es Spezifikationen...
Martin [•_•]

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