Goldtip Hunter

Fragen zu Pfeilen zum Bogenschiessen. Keine Fragen zum Pfeilbau.
Antworten
beckpage
Newbie
Newbie
Beiträge: 2
Registriert: 26.08.2020, 10:44

Goldtip Hunter

Beitrag von beckpage » 19.10.2020, 11:00

Hallo zusammen,
habe eine Frage an die Goldtipp Hunter Fans....
Mittlerweile gibt es ja viele Variationen dieses Schaftes. Weiss irgend jemand die Unterschiede der einzelnen Variationen.
Also technisch gesehen... das der traditional anders aussieht ist schon klar ;-)
Es gibt den
Hunter
den traditional
den traditional Hunter
Traditional XT

also mittlerweile blick ich da nicht mehr durch. Hab bisher auch nichts dazu gefunden.
Ich habe die trad. Hunter die mir sehr stabil vorkommen
mein Sohn benutzt die normalen Hunter die mir nicht so stabil zu sein scheinen
Wir haben bei gleichem Bogen und Zuggewicht deutlich unterschiedliche Verluste (Kann natürlich auch Pech sein).
Für alle die jetzt schmunzeln ich meine natürlich Verluste in Form von Schaftbruch.

Viell. kann ja jemand was dazu sagen

Benutzeravatar
Heidjer
Global Moderator
Global Moderator
Beiträge: 6779
Registriert: 16.08.2006, 22:00

Re: Goldtip Hunter

Beitrag von Heidjer » 19.10.2020, 20:17

Die Unterschiede der Schäfte sind nur technischer Art, das Bruchverhalten liegt an der Physik.

Der klassische Hunter ist der einfachste Schaft, er ist der leichteste und hat eine Gradheit von .006"
Der Hunter XT wiegt das gleiche ist aber präziser gefertigt und hat eine Gradheit von .003"
beim Traditional ist es das gleiche, er wiegt wegen der Tapete deutlich mehr und es gibt ihn auch in zwei Qualitäten die sich in der Gradheit unterscheiden.

Zum Verständnis der Physik, die Energie eines Pfeiles setzt sich aus dem Produkt der Geschwindigkeit zum Quadrat und dem Gewicht zusammen. Wichtig ist hier, das die Geschwindigkeit zum Quadrat wirkt, sie hat einen großen Anteil an der vorhandenen Energie. Ein Bogen gibt einen Pfeil eine bestimmte Menge an Energie mit, da das Pfeilgewicht fixiert ist, kann sich nur die Pfeilgeschwindigkeit je nach Pfeilgewicht ändern. Steckt viel von der Energie in der Geschwindigkeit, dann wird sie auch bei einen harten Stopp schnell frei bzw umgewandelt.

Ein leichter Pfeil kommt schneller aus den Bogen, er hat bei üblichen Distanzen bis 50m eine flachere Flugparabel ist aber empfindlicher was Ablenkungen (Zweige in der Flugbahn) angeht und absorbiert die Energie bei harten Treffern auf kurzer Distanz schlechter bzw er bricht leichter.
Der schwere Pfeil fliegt langsamer bzw ballistischer dafür mit größerer Eigenstabilität, er lässt sich dadurch schwerer ablenken und durch seine Masse schluckt er auch harte Treffer etwas besser weg.

Die Gradheit wird bei Carbon- und Aluschäften in tausendstel von einen Zoll angegeben üblich sind .001" ; ,003" und .006" das bedeutet ein Schaft mit der Angabe .001" ist höchstens um einen tausendstel Zoll krumm. Solche Schäfte braucht nur ein Olympiaschütze. Schäfte mit einer Gradheit von .003" sind in der Halle üblich, wenn äußerliche Einflüsse (Wind, Regen) ausgeschlossen werden können, dann können die ~2mm mehr an Präzision auf 18m schon mal entscheidend sein. Die Schäfte mit .006" sind vergleichbar mit guten Holzschäften, sie sind für den Outdoor-Einsatz gedacht und "eiern" auf 50m auch kaum mehr als ~1cm.

Ich hoffe das Hilft weiter.
Gruß Dirk
Ein Pfeil, den Schaft gemacht aus der Pflanzen hölzern Teil, versehen mit eines Vogels Federn und einer Spitze, aus der Erde Mineral, wird von der Natur gern zurückgenommen.

Sebulba
Newbie
Newbie
Beiträge: 8
Registriert: 18.11.2021, 14:26

Re: Goldtip Hunter

Beitrag von Sebulba » 18.11.2021, 21:51

Hallo Dirk,

Zu Deiner Physik habe ich heute auch auf dem FITA meine Erfahrungen gemacht. Diese waren mir zwar schon klar, aber selbst auf die 30m macht sich das Gewicht von gesamt 420 grain bemerkbar. Da sind leichte Pfeile besser. Ich schieße 30- 38 lbs und eigentlich mehr auf 3d. Da möchte ich absolut nicht mehr auf den GT Traditional verzichten. Ich baue die Pfeile selbst mit verschiedenen Gewicht für Distanzen. Also Tiere, die weiter weg sind. Dazu nehme ich verschiedene Inserts und Spitzen. Für den FOC wirkt sich dann die Befiederung aus bei schweren Spitze/ Insert. Mein leichtesten GT Traditional mit 85 grain Spitze und dem Original Insert und hinten 3“ Shield Truthahn!

Für FITA zum Technik üben habe ich den Bandit von Bearpaw. Wiegt aber auch über 300 grain gesamt. Den baue ich auch noch mal mit 3“ Shield und leichte Spitze. Oder den normalen Warrior.
Aber da kommt jetzt meine nächste Frage: welcher wird stabiler sein? Der Bandit Schaft ist ja fast 2 Euro günstiger.

Der GT Traditional ist für mich der Pfeil für 3d! Meine Bandit, sitzen die mal im Holz drin ( ein 3 d Kaninchen im Stall ) wie meiner in Stall und beim Versuch den vorsichtig raus zu drehen Schaft gebrochen!

Ralph
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 1098
Registriert: 18.10.2009, 19:52

Re: Goldtip Hunter

Beitrag von Ralph » 20.11.2021, 09:36

Heidjer hat geschrieben:
19.10.2020, 20:17
Die Unterschiede der Schäfte sind nur technischer Art, das Bruchverhalten liegt an der Physik.

....
Die Gradheit wird bei Carbon- und Aluschäften in tausendstel von einen Zoll angegeben üblich sind .001" ; ,003" und .006" das bedeutet ein Schaft mit der Angabe .001" ist höchstens um einen tausendstel Zoll krumm. Solche Schäfte braucht nur ein Olympiaschütze. Schäfte mit einer Gradheit von .003" sind in der Halle üblich, wenn äußerliche Einflüsse (Wind, Regen) ausgeschlossen werden können, dann können die ~2mm mehr an Präzision auf 18m schon mal entscheidend sein. Die Schäfte mit .006" sind vergleichbar mit guten Holzschäften, sie sind für den Outdoor-Einsatz gedacht und "eiern" auf 50m auch kaum mehr als ~1cm.
Dem kann man nur zustimmen und danke für die ausführlichen Erläuterungen.

Dietmar Vorderegger hat in einem seiner letzten 3D-Hefte mal die Qualitäten diverser Carbonschäfte von superbillig bis superteuer mit einer Schießmaschine, also gleichsam unter Laborbedingungen, getestet und kam auch zu dem Ergebnis, dass der Durchschnittsschütze mit den billigtsten Pfeilen immer noch besser bedient ist, als mit Holz und dass die Billigen auch im Hinblick auf die Carbonschäfte selber mittlerweile eine gute Qualität haben.

Wer allerdings an einem Schaft, der irgendwo tief eingeschlagen steckt, herumwürgt, dem bricht der meist ab, ganz gleich, ob das ein superteurer oder superbilliger ist. Also entweder schnitzen oder treffen...
"Timur spricht:
Was ? Ihr missbilliget den kräftigen Sturm
Des Übermuts, verlogne Pfaffen!
Hätt' Allah mich bestimmt zum Wurm,
So hätt' er mich als Wurm geschaffen." - Goethe, West-östlicher Diwan, Buch Timur

Sebulba
Newbie
Newbie
Beiträge: 8
Registriert: 18.11.2021, 14:26

Re: Goldtip Hunter

Beitrag von Sebulba » 20.11.2021, 13:14

Hallo Ralph,

Danke Dir für Deine Antwort. Du hast recht mit der Aussage. In meinem Fall hätte nur treffen genutzt! An das Holz kam ich wegen Kaninchen Draht nicht dran mit Werkzeug oder Messer.
Warum sage ich Dir Danke? Weil ich den GT zwar sehr mag, aber der Bandit am Ende doch etwas ausmacht! Dazu ist er leicht für FITA! Auch der Songan von Nijora und GT Warrior.

Antworten