Holz vs. Carbon beim Langbogen

Fragen zu Pfeilen zum Bogenschiessen. Keine Fragen zum Pfeilbau.
M Tiefenberg
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Holz vs. Carbon beim Langbogen

Beitrag von M Tiefenberg » 26.04.2017, 21:18

Hallo Leute

Ich bin gerade dabei mich aufs schiessen mit dem Langbogen umzustellen. Schiesse jetzt einen Falco Triumph 68" 40#.
Vorher schoss ich nen Samick SHT Fieldbow. 60" 40#

Mit dem Recurve habe ich auf 20 und 30 metern fein gesammelt und lag meistens auf ner Fita Scheibe im gelbem.
Mit dem Recurve schoss ich ausschliesslich Carbonis mit 500 Spine und 125g. Fieldtip. Das Trefferbild past.

Nun wirds für mich als Langbogenneuling interressant.

Ich habe für meinen Falco Carbonis und diverse Holzpfeile.

Carbonis mit 600 Spine und 100g Fieldtip ergeben ungefär das gleiche trefferbild wie ich mit Carbonis und dem Recurve erreiche.
AAaaber... Carbonis mit dem Langbogen? Dat geht echt nicht. Vorallem nicht wenn ich bei Turnieren mitmachen will.

Also musten Holzpfeile her.

Rose City Port Orford Cedar 5/16 Spine 40-45 mit 125g spitze und ich liege vertikal gesehen genau mittig auf der scheibe. Spine passt also. Nur... Die Pfeile sind asig schwer. Wo ich mit den Carbonis bei 30 metern genau draufalte muss ich mit den Holzpfeilen ein gutes stück über dem Rahmen der Fitascheibe halten. Vergleichbar etwa mit nem Carboni schuss auf 45-50m grob geschätzt. Nun die Anfängerfrage schlechthin... Ist das normal? :-[

Der Spinewert stimmt mit meiner Bracehight überein, da ich absolut mittig liege. Nur geht den Holzpfeilen unterwegs die puste aus. Was kann ich da machen? Würds was bringen auf 11/32 umzusteigen?

Ich würde schon gerne in der Langbogenklasse antreten, und da ist maksimalabstand 40m. Da müsste ich bei den pfeilen eeeecht hochhalten. Da ist dann weder von gapshooting noch von instinktiv die rede... Das wäre lotto.

Fals es normal ist, ... ja denn... muss ich halt echt üben... aber finds halt krass das der unterschied zu den Carbonis so deutlich ist. Und zwar nimmer marginal sondern welten...

Würde mich über tipps freuen.

L.g.

Marcus

M Tiefenberg
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Re: Holz vs. Carbon beim Langbogen

Beitrag von M Tiefenberg » 26.04.2017, 21:32

Achso... bei 15-20 metern sieht es mit den Holzpfeilen schon sehr gut aus. Ist erst bei 30 metern das die pfeile förmlich abstürtzen. Die 10 meter unterschied finde ich als neuling schon sehr markant. Vorallem da die Carbonis sich für mich gefühlt normal benehmen.

Marcus

Achja... oh mann. Bissel mehr infos zu den Pfeilen.

Carbonis 4" Parabol Natrfedern 3 stk. gerade

Holz 4" Parabol Natur federn 3stk. Mit Helical twist.
Zuletzt geändert von M Tiefenberg am 26.04.2017, 21:41, insgesamt 1-mal geändert.

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Rotzeklotz
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Re: Holz vs. Carbon beim Langbogen

Beitrag von Rotzeklotz » 26.04.2017, 21:36

Naja...du hast die Frage doch schon quasi selbst beantwortet. Liegt wahrscheinlich in erster Linie am Gewicht.Wie du selbst schreibst, sind deine Holzpfeile viel schwerer als die Carbonis. Ergo brauchst du leichtere Holzpfeile.
PS: Willkommen ;)

M Tiefenberg
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Re: Holz vs. Carbon beim Langbogen

Beitrag von M Tiefenberg » 26.04.2017, 21:43

Danke danke :)

Also mal 11/32 ausprobieren? Mit was für spitzen schiesst ihr so auf Fita scheiben?

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Re: Holz vs. Carbon beim Langbogen

Beitrag von Rotzeklotz » 26.04.2017, 21:51

Ähh...ne. 5/16, 11/32 usw. sind die Angaben für den Durchmesser des Schaftes. 11/32 ist dicker als 5/16 - was nicht heißt, dass ein 11/32er bei gleichem Spine automatisch schwerer is als ein 5/16er. Kommt auch auf die Dichte des Holzes an.
Wieg deine Carbonis und kauf dir Pfeile mit gleichem oder ähnlichem Gewicht. Oder bastel sie dir selber welche, da kommste wahrscheinlich eher auf dein Wunschgewicht.

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Re: Holz vs. Carbon beim Langbogen

Beitrag von fatz » 26.04.2017, 21:57

Wo ankerst du?
Ich schiess ausschliesslich Selfbows. Da hast du das Problem noch viel mehr. Anfangs hab ich mit dem Mittelfinger am Mundwinkel geankert. Irgendwann hab ich dann auf Zeigefinger umgestellt. Dadurch ist der Abschusswinkel weiter nach oben, ohne dass das was du siehst sich aendert. Hilft ein bischen. Mehr Power hilft auch. Mein neuer 72# Ulmenlangbogen hat den Nullpunkt so irgendwo bei 35-40m. Das interessiert mich aber nur insofern, als mir ab da die Pfeilspitze die direkte Sicht auf's Ziel verdeckt. Ich schiess eh intuitiv.
Was du noch probieren kannst sind Bambusschaefte. Sind stabiler und ein wenig leichter als Holz. Wobei stabil mit dem entsprechenden Zuggewicht auch relativ ist.
Haben ist besser als brauchen.

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Re: Holz vs. Carbon beim Langbogen

Beitrag von killerkarpfen » 26.04.2017, 22:00

M Tiefenberg hat geschrieben:Fals es normal ist, ... ja denn... muss ich halt echt üben...


Das ist nun mal so ;D
und es werden wohl noch ein paar Überraschungen mehr werden mit Deinen neuen Pfeilen. :)

Ja und willkommen im Klub

Holz ist halt eben doppelt oder noch schwerer als Stricknadeln. Das aber macht eben den "Langbogen" aus, oder was glaubst du wie die deutlich niedrigeren Pinktzahlen an Turnieren zustande kommen?
Weil die alle nicht schiessen können ;D

Wiege Deine Pfeile einmal und vergleiche sie...

Du könntest auch leichtere Schäfte als Zeder verwenden wie Norten Pine oder Sitka Fichte. 100Gr Spitzen statt 125 mit einer etwas kleineren vor allem gerader Befiederung. edit: Dem Auszug entsprechend abgelängt,
Da kannst Du etwas, vor allem bei leichteren Bögen herausholen.

Und üben, üben, üben, mit dem Reiz eben nun intuitiv zu schiessen.
Eppur si muove

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Re: Holz vs. Carbon beim Langbogen

Beitrag von fatz » 26.04.2017, 22:07

Ich glaub, er versteht unter Langbogen einen modernen laminierten, keinen hoelzernen, der deswegen lang heisst, weil er laenger als der Schuetze ist. ;)
Haben ist besser als brauchen.

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Re: Holz vs. Carbon beim Langbogen

Beitrag von killerkarpfen » 26.04.2017, 22:11

Schiesse jetzt einen Falco Triumph 68" 40#.


jepp
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Re: Holz vs. Carbon beim Langbogen

Beitrag von locksley » 26.04.2017, 22:41

fatz hat geschrieben:Ich glaub, er versteht unter Langbogen einen modernen laminierten, keinen hoelzernen, der deswegen lang heisst, weil er laenger als der Schuetze ist. ;)


Das ändert nix an der Tatsache, dass sich schon seit Jahrzehnten die Ergebnisse Langbogen/Recurve bei Turnieren deutlich auseinander liegen, zu Ungunsten der Langbögen. Holzpfeile sind eben deutlich schwerer als Carbon oder Alu und es ist übungintensiver damit zu treffen, vor allem auf den langen Distanzen. Noch dazu kommt, dass es eben deutlich mehr Aufwand bedeutet einen passenden Satz Holzpfeile zu bauen. Wenn dann sind es eher die guten Holzbogenschützen, die nahe an die traditionellen Recurves drankommen. Viele moderne Langbogenschützen wechseln dann eher zu Recurve als sich die Arbeit zu machen. (Rein subjektive Wahrnehmung meinerseits in den letzen 15 Jahren.) >:)

@ M Tiefenberg

zu dem höheren Gewicht kommt auch noch die Tatsache dass, Du die Holzpfeile helical befiedert hast und die Stricknadeln gerade. Das bremst den Pfeil zusätzlich ergo, weniger Reichweite. Pfeilbau und Abstimmung ist eine Wissenschaft für sich. :) Man lernt aber hier im Forum viel darüber und vor allem durch Erfahrung.
Ein grosser Mann wird weder vor dem Kaiser kriechen, noch einen Wurm zertreten (Benjamin Franklin)

Wenn das Atmen schwieriger waere, haetten wir weniger Zeit um Unsinn zu reden.

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd (Sprichwort)

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Re: Holz vs. Carbon beim Langbogen

Beitrag von M Tiefenberg » 26.04.2017, 22:54

Ja ist ein Flatbow... Aber voll anerkant und dominierend in der langbogenklasse zumindest hier beim dänischem hauptverband.

Zur frage wo ich ankere... Mittelfinger I'm mundwinkel, daumen liegt unterm kieferknochen.

Zum thema gewicht des schaftes... Leider ist die auswahl die ich bisher an holzschäften bzw. Holzpfeilen hier in Dänemark bisher gefunden habe wirklich gering. Port orford cedar ist marktdominierend. Findet man mal Fichte oder anderes material, sinds meistens komplettpfeile die qualitativ doch sehr an einsteigerpfeile erinnern. Also komme ich wohl kaum ums selber basteln herum. War eh mein plan, da ich schon dabei bin mir nen crester zu bauen. Muss ich nur noch I'm ausland an ordendliche schäfte rankommen. Hoffen das die in geringen stückzahlen zu bestellen sind bis ich "den pfeil" gefunden hab. Ist schon ne wissenschaft. Aber das soll auch so sein. Find ich ja auch toll. Und liebe es mich in solche sachen zu vertiefen. Das darf auch gerne zeit kosten. Das gefühl das ich mit dem Langbogen/Flatbow habe, ist einfach so viel schöner als das was ich mit recurves habe. Also wechsen auf Recurve? Nee... Da komm ich ja grad her. Dann muss ich halt üben, feilen und basteln... Und inspiration giebts hier tatsächlich en masse ;D

Danke für die tipps und hinweise :)

L.g.

Marcus

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Grombard
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Re: Holz vs. Carbon beim Langbogen

Beitrag von Grombard » 26.04.2017, 23:39

Berichtigt mich, wenn ich was überlesen habe....
Aber was hat jetzt Langbogenklasse mit Holzpfeilen zu tun?
Habt ihr in Dänemark andere Klassen?
"Muss" man nicht lediglich in der Primitivbogenklasse mit Holz/Bambus schießen?
Da ist dein Bogen eh raus.

Holzpfeile werden bei gleichem Spine in der Regel immer schwerer sein, als ein Carbonpfeil.
Da kannst suchen und drehen wie du willst.
Bambus (zählt als Holzpfeil) käme evtl. in die Nähe...
Wenn du da fein gewogene und fein gespinte bestellst sind die meiner Erfahrung nach sehr homogen.

Aber nochmal die Frage... Warum Holzpfeile auf einem glasbelegtem Langbogen???
irgendwas is ja immer

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Re: Holz vs. Carbon beim Langbogen

Beitrag von M Tiefenberg » 27.04.2017, 00:22

Grombard hat geschrieben:Berichtigt mich, wenn ich was überlesen habe....
Aber was hat jetzt Langbogenklasse mit Holzpfeilen zu tun?

Aber nochmal die Frage... Warum Holzpfeile auf einem glasbelegtem Langbogen???


Das steht zwar alles auf Dänisch, ist jedoch ein regelauszug zur bogenklasse auf der homepage vom Dänischem bogenschützen hauptverband.
http://bueskydningdanmark.dk/ny/buetyper/#langbue

Kurtz gebündelt steht dort, das in der Langbogenklasse auch laminierte bzw. Glasfaser überzogene bögen benutzt werden dürfen, und das in der klasse ausschließlich holzpfeile erlaubt sind. Warum weis ich nicht. Aber mein hauptverband stellt die regeln, also folge ich. Ich möchte schon gerne in der langbogen und nicht in der barebow klasse antreten, da in der klasse zwar carbonis erlaubt sind, jedoch auch recurves jeder art, solange keine zielanordnung verbaut ist, die sind meiner meinung trozdem in einem deutlichen vorteil gegenüber langbögen. Laminiert oder nicht. Das ist jedoch tatsächlich ne andere diskussion für ein anderes forum.
Meine pointe ist halt. Ich muß und möchte holzpfeile benutzen, und muß umdenken und neu dazulernen. Passenden pfeil finden/basteln und dann üben üben üben... Super ... Hab ich ne entschuldigung noch mehr zeit für mein hobby zu verwenden ;D

L.g.

Marcus

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Re: Holz vs. Carbon beim Langbogen

Beitrag von M Tiefenberg » 27.04.2017, 00:43

Ich hab dank eurer antworten auf jeden fall ein paar anhaltspunkte, damit ich weiterkomme und loslegen kann.

Vielen dank nochmal.

Mag euch unsinnig vorkommen, aber in meinem verein bin ich der einzige ausser meiner freundin, die auch langbogen/Flatbow schützin ist. Der dominierende teil schießt compound... Und da hat keiner ne ahnung von holzpfeile... Die olympischen recurveschützen können mir auch nicht helfen. Die restlichen traditionellen schießen barebow und haben keine wirkliche erfahrung mit holzpfeilen, die zumindest in meinem verein ziemlich exotisch sind. Ich bin auch nicht auf Facebook. Deshalb frag ich lieber hier. Erfarung hab ich auch keine, aber hier sicher so manch andere. Bin noch ganz neu mit dem Langbogen. Aber absolut alleine schon ins gefühl verliebt. Das der langbogen herausfordernd ist, finde ich faszinierend und nehme eben die herausforderung gerne an. Wenns leicht wär, wärs langweilig. Außerdem sind holzpfeile eh schicker... O0 meiner meinung nach.

Marcus

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Eberesche
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Re: Holz vs. Carbon beim Langbogen

Beitrag von Eberesche » 27.04.2017, 06:49

Hallo,
Gerade Befiederung bremst nicht so stark wie gewundene, und bei den Holzschäften gibt es je nach Holz leichtere und schwerere. Achte unbedingt darauf, dass innerhalb eines Satzes alle Pfeile dasselbe Gewicht haben, sonst hast du eine zusätzliche Fehlerquelle. Also direkt ausgewogene Schäfte kaufen oder sehr viele, z.B. 100 Stück, und selber aussuchen. Für Turniere habe ich Pfeilsätze mit einer Gewichtsstreuung von +-1gn gebaut. Das ist viel Arbeit und so genau schießt man meist sowieso nicht, dass man die Streuung durch die Pfeile bemerken würde. Aber 100gn Differenz in einem Pfeilsatz (bei einem Bekannten gesehen) sind meiner Meinung nach viel zu viel. Holzpfeile brechen bei Fehlschüssen etwas leichter als Carbon und es ist sehr schwer, zu einem vorhandenen Satz genau passende nachzukaufen. Das heißt, investiere lieber in einen größeren einheitlichen Satz, damit du ihn lange nutzen kannst. Auch die Reparatur von Holzpfeilen ist noch ein interessantes Thema, das auf dich zukommt. Viel Erfolg!
Gruß
Anna

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