Vergleich Reiterbogen Plaste/Komposit

Bogenschiessen in der Praxis, mediterran, Daumentechnik u.a.
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Nacanina
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Vergleich Reiterbogen Plaste/Komposit

Beitrag von Nacanina » 17.11.2022, 20:32

Verehrte KollegInnen,

nach ein paar Monaten Daumering Schießen mit Plastik Koreanern, habe ich noch einige Probleme mit der Präzision.

Das kann an mangelnder Technik liegen, an mangelnder Kondition (ich habe ein paar Jahre nicht schießen können), oder
an dem sehr geringen Gewicht der Bögen im Vergleich zu einem normalen Holzbogen.
Nach meiner Erinnerung fiel es mir leichter, meinen Osage im Schuß ruhig zu halten.

Wie sind die Erfahrungen von euch nach Umstieg auf einen echten Kompositbogen, der ja vermutlich etwas schwerer (Gewicht, nicht Zuggewicht) sein sollte. Gibt es Verbesserungen oder vielleicht auch Verschlechterungen durch andere Effekte?

Ich habe eine Zeit lang Sehnenbelegte Bögen geschossen. Da hatte ich das Gefühl, im Sommer im ggs. zum Winter etwas differierende Zuggewichte zu haben. Habt ihr bei den Kompositbögen das auch beobachten können oder sind die in dem Bereich immun?

Viele Grüße

Nacanina

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Hieronymus
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Re: Vergleich Reiterbogen Plaste/Komposit

Beitrag von Hieronymus » 17.11.2022, 21:54

Also ich schieße zur Zeit nur Hornkomposit Bögen, daher fehlt mir der Vergleich. Allerdings schwanken Hornkomposit je nach Luftfeuchtigkeit und Temperatur +-10# in der Zugstärke. Das kann sogar noch mehr sein, aber ist völlig normal. Gerade im Winter werden die härter.
Was für ein Bogen willst du dir denn kaufen und was versprichst du dir davon? Schildere doch dein Problem etwas genauer. Was für Pfeile schießt du und welche Daten hat dein Bogen und welche dein Pfeil?Welche Technik nutzt du beim Daumenschießen?

LG Markus
«Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, daß das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.»
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Nacanina
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Re: Vergleich Reiterbogen Plaste/Komposit

Beitrag von Nacanina » 17.11.2022, 22:15

Danke schon mal.
Z. Zt schieße ich einen Whitefaether Wingz Carbon 50" in 30#@31".
Ich ziehe ihn aber nur auf 30" weil mein bestellter Bogen (Navalny) da sein Limit hat.
Leider muß ich auf den noch ein paar Monate warten.
Geschossen wird der mit Carbonis mit 800er Spine. Ich habe auch noch 600er, die aber deutlich zu hart sind.
Das kann ich zwar kompensieren, macht aber keinen Spass.
Bei der Technik bin ich noch nicht festgelegt. Ich experimentiere tw. noch. Die Schießergebnisse sind zwar schon recht konsistent, aber der Streukreis ist eben noch zu groß.
ich habe früher mal ganz gut geschossen, deshalb denke ich das beurteilen zu können.
Nach ein paar Monaten Daumenschießen werde ich natürlich keinen Kompositbogen kaufen. Aber man kann ja mal weiter denken.

Grüße

Nacanina

Ralph
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Re: Vergleich Reiterbogen Plaste/Komposit

Beitrag von Ralph » 18.11.2022, 20:38

Ich hab mittlerweile alles geschossen:

Holz-Glasfiberbogen; Carbon-Plast-Bogen (Kaya); "normal laminierte" Glasbogen; Kompositbogen.

Allerdings mit Schwerpunkt Koreaner (Kaya sowie Holz-Glasfiber-Kombi) und Mandschuh.

Was Du beschreibts, liegt nicht am, Bogen, sondern an der mangelnden Technik, die sich insbesondere bei kleinen, leichten und zuggewichtsärmeren Bogen zeigt. Insbesondere fällt es Dir wohl schwer, das Wuchten, welches oft bei schwereren Bogen in Richtung Grobmotorik abdriftete, hier nun durch Filigranität und Sauberkeit zu ersetzen.

Das ändert weder ein Komposit-, noch ein Plastebogen.

Das etwas weichere Auszugsverhalten von Kompostiobogen bei Baugleichheit mit einem Kunstmaterialbogen ist zwar ein Fakt - ebenso aber, dass bei dem einen 50lbs eben genauso 50 lbs sind, wie bei dem anderen und beides letztlich dieselbe Haltearbeit und auch Technik fordert. Sie sind unanfälliger gegen mechanische Beeinflussungen als z. B. Glasbogen: Runterfallen, Schrammen etc. können sie ab. sind sie mal asymmetrisch, kann man sie richten. Verdrehungen verzeihen sie aber ebensowenig, wie andere Bogen auch.

Bei meinem Komposit habe ich im Vergleich zum Normalbereich bei sehr hohen oder tiefen Temperaturen nur Abweichungen von 2-2,5 lbs feststellen können. Also fast nix. .

Komposits sind an die Historie angelehnte Liebhaberstücke und somit eh nichts für Anfänger. Eher was für Enthusiasten oder Leute, die sammelwütig sind und ohne Ahnung vom Gebrauch der Objekte haben müssen, nicht aufs Geld gucken müssen.

Für den ambitionierten Durchschnittsschützen braucht es das nicht.

Keine Frage - früher hatte man nur so was. Aber früher hatte man kein Carbon, Glasfiber etc. . Hätte man das gehabt, was denkst Du, wie man verfahren wäre ?
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Re: Vergleich Reiterbogen Plaste/Komposit

Beitrag von Nacanina » 18.11.2022, 21:10

Ok. Danke für deine Einschätzungen bezüglich der Bögen und der Technik.
Das hatte ich mir ja schon gedacht.
Als Anfänger würde ich mich aber weder als Schütze, noch als Bogenbauer bezeichnen.
Reiterbogen habe ich auch schon früher geschossen. Allerdings mit Med: Ablass.
Hier ein altes Dia von 2004 mit einem Grozer 55lbs.

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Re: Vergleich Reiterbogen Plaste/Komposit

Beitrag von benzi » 23.11.2022, 18:24

Wenn Du es anhand der erzielten Punkte vergleichst, dann wirst Du an der Daumentechnik nicht viel Freude haben... auch nach mehreren Jahren lagen meine Ergebnisse in 3D Turnieren im Schnitt 50 Punkte unter denen die ich mir dem Vögele Osage geschossen haben... (ca 370 gegenüber 420)
Zum anderen Vergleich könnte man einen Roman schreiben...
@Ralph.... Du lebst noch und immer noch die gleiche spitze Zunge... 😊
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Re: Vergleich Reiterbogen Plaste/Komposit

Beitrag von Nacanina » 23.11.2022, 18:50

Hi Benzi,

vielen Dank für deine Einschätzung.
Die Quote 370-420 Daumentechnik-Osage kann ich mir bei mir auch gut vorstellen.
Vielleicht kann ich die 370 noch steigern, weil ich jetzt schwächere Zuggewichte schieße, und Karbonis.

Deine Meinung bzgl. Plaste / echter Komposit würde mich natürlich schon sehr interessieren.
Trotz der vielen spitzen Zungen hier im Forum.

Viele Grüße

Nacanina

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Re: Vergleich Reiterbogen Plaste/Komposit

Beitrag von benzi » 23.11.2022, 19:03

Da weiß ich echt nicht wo ich anfangen soll... Vllt ein paar Beispiele... Ich habe einen leichten Komposit Bogen von Andre Brennecke mit nur zwei Schüssen völlig aus der Form gebracht, für einen Schiesstil mit Vorwärts Kathra, also viel Druck auf dem obereren WA, war er einfach nicht konzipiert... Mein eigener Hunne schießt super, wurde aber auch von einem mediterranen Schützen gebaut und ist für meinen weiten Auszug mit Daumentechnik nicht konzipiert..
Die Grozer Komposit die ich in der Hand hatte waren echt zu lahm und ich bin kein Geschwindigkeits Fetischist...
Was besseres um Daumentechnik zu lernen als die Carbon Koreaner gibt es eigentlich nicht...
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Re: Vergleich Reiterbogen Plaste/Komposit

Beitrag von Nacanina » 23.11.2022, 19:14

benzi hat geschrieben:
23.11.2022, 19:03
...
Mein eigener Hunne schießt super, wurde aber auch von einem mediterranen Schützen gebaut und ist für meinen weiten Auszug mit Daumentechnik nicht konzipiert..
...
Aber was ist das Problem, wenn du ihn mit weitem Auszug schießen kannst?

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Re: Vergleich Reiterbogen Plaste/Komposit

Beitrag von benzi » 23.11.2022, 19:35

Was ich eigentlich zum Ausdruck bringen wollte ist, dass Hornkomposit Bogen wirklich gut auf deinen Auszug UND deinen Schiesstil angepasst gebaut werden sollten, gerade dann wenn sie keine 60#+ haben
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