chinesisches Bogenschiessen

Bogenschiessen in der Praxis, mediterran, Daumentechnik u.a.
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benzi
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chinesisches Bogenschiessen

Beitrag von benzi » 17.07.2011, 22:29

Hallo zusammen,

der Übersichts halber, ein eigener thread zu China und Manchu Bogenschiessen.

hier die Bilder von Peter Dekker, vielen Dank dafür!

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eine historische Abbildung ca 1900

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einen Ring zum Testen hab ich mir in China bestellt:

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Jade, Innendurchmesser 2,3cm Länge 2,5cm

Grüße benzi
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Re: chinesisches Bogenschiessen

Beitrag von Murphys Law » 18.07.2011, 00:38

Ich find das Thema Daumenrelease sehr interessant! Schön dass es dazu soviele Threads gibt inzwischen.

Aber mal ehrlich, ich kann mir gerade kaum vorstellen wie man diesen Ring NICHT verlieren soll beim Lösen des Schusses?

Gruß,
Karl.

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benzi
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Re: chinesisches Bogenschiessen

Beitrag von benzi » 18.07.2011, 01:03

Murphys Law hat geschrieben:Aber mal ehrlich, ich kann mir gerade kaum vorstellen wie man diesen Ring NICHT verlieren soll beim Lösen des Schusses?

Gruß,
Karl.


auf eine Antwort von mir wirst Du warten müssen bis mein Ring aus China da ist..... Eberesche hat es bei unserem workshop erfolgreich getestet, der Pfeil war im Ziel, der Ring auf dem Finger........... oder wars doch andersrum? ;D

Grüße benzi
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Re: chinesisches Bogenschiessen

Beitrag von Eberesche » 18.07.2011, 01:45

Hallo,
ich habe es getestet, der Ring ist nirgendwo hin geflogen. Er lässt sich gerade so - mit etwas Gewalt - übers Daumengelenk schieben. Auf dieser Position (auf, nicht hinter dem Gelenk!) wird er durch Reibung gehalten, durch Pressen des Daumens gegen den Mittelfinger wird die Kraft vermutlich verteilt. Beim Ablass rutscht die Sehne von der schmalen hinteren Kante des Rings. Dabei bekommt er nur wenig Impuls nach vorne und ist daher auch nicht weg gesprungen.
Mein Testobjekt war ein Schmuckring aus Hartplastik, 13mm breit. Mit einem geeigneteren Ring kann man das sicher besser nachvollziehen.

Gruß
Anna

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Re: chinesisches Bogenschiessen

Beitrag von Netzwanze » 18.07.2011, 08:16

Ich muss das auch mal ausprobieren; denn ich kann mir nicht vorstellen, dass der Ring wirklich so gut am Daumen hält.
Mal sehen, ob es einen passenden Ring für meine dicken Daumen überhaupt gibt. Chinesen sind ja meist zierlicher gebaut.

Der Ring (bzw das Daumenloch) ist kreisformig und nicht oval, oder?

Btw: Hat jemand eine Ahnung, wie gut sich Jade (nach-)bearbeiten lässt?
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Re: chinesisches Bogenschiessen

Beitrag von benzi » 18.07.2011, 09:45

ich hab mit Steinmann über die Bearbeitung gesprochen und dannach beschlossen, dass ich keinen Ring komplett aus einem Halbedelstein selber bauen möchte, mit Werkzeug aus einem Steinmetzbestrieb bestimmt kein Problem.....

Der Händler auf ebay.com gibt die Innendurchmesser in cm und in inch an, die meisten haben 2 oder 2,2 oder 2,3 cm Innendurchmesser. Nach Messen meines Daumens mit einer Schieblehre hab ich mich für 2,3 cm entschieden. 2,2 würde evtl mit viel Druck auch noch drüber gehen....

Die konkave und konvexe Seite scheint nicht besonders ausgeprägt bearbeitet zu sein, evtl werde ich versuchen das nachzuarbeiten........ aber erstmal muss er da sein.

Grüße benzi
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Re: chinesisches Bogenschiessen

Beitrag von Ron archery » 18.07.2011, 09:55

Interessant, interessant! Der Pfeil oben ist klasse. Sieht mir nach Pfauenfedern aus. Darf ich fragen, woraus die Wicklung zur Nock hin ist? Oder ob es überhaupt eine Wicklung ist? Sieht man ja ständig bei japanischen Pfeilen oder dergleichen...
LG Ron

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Re: chinesisches Bogenschiessen

Beitrag von benzi » 18.07.2011, 10:02

bei japanischen Pfeilen ist das ein Seidenfaden der mehrfach lackiert wird, aber dazu können die Kyudoka hier im Forum mehr sagen

Infos zu den Bildern gibt Peter Dekker bestimmt gerne selber:

http://www.mandarinmansion.com/manchuarchery/

und hier:

http://atarn.net/phpBB2/viewtopic.php?t=1858&postdays=0&postorder=asc&start=0

Grüße benzi
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Re: chinesisches Bogenschiessen

Beitrag von shokunin » 18.07.2011, 10:06

@Ron
sieht mir auch nach Pfau aus... oder Truthahn gefärbt - sieht etwas "borstig" aus für Pfau
Die Wicklung hier denke ich lackierter Seidenfaden vielleicht...
Wenn man den nicht mit Ponal oder Acryl grundiert wirde er "glasig"

@beniz/netzwanze
Jade lässt sich super bearbeiten - ist gut schleif- und poierbar und neigt wenig zum Bruch. Härte ist je nach Typ so zwischen 6 und 7 (ähnlich Quarz) und die Struktur ist mikrokristallin - d.H. sehr viele verzahnte Mikrokristalle - was das Material sehr viel zäher nacht als z.B. Quarz der meist in grossen Einzelkristallen auskristallisiert.

Man braucht allerdings entweder Diamant oder mindestens SC Werkzeuge und die Möglichkeit nass zu schleifen wenn man Minerale mit Härte 6 oder 7 bearbeiten will.
Man kann Schleifwerkzeuge zwar leicht selber herstellen aber das Schleifen ist immer eine langwierige Geschichte wenn man es von Hand oder mit Drehmel etc machen muss.

Nur nebenher...
"Jade" ist ein recht breites Spektrum an Mineralen.
Die eigentliche edle Jade ist Jadeit, dann gibt es noch Nephrit. Nephrit ist ein wenig (unwesentlich) weicher aber wesentlich günstiger - kommt fast nur in moosig grün mit dunklen Flecken - gelegentlich auch in milchig weiss.
Jadeit gibt es in vielen Farben die leuchtend grüne Variante ist am begehrtesten.
Viel was als "Jade" verkauft wird ist weder Jadeit noch Nephrit, sondern Crysopras, Achat, Carneol, Onyx,...
Viel was leuchtend farbig "geadert" aussieht ist "enhanced" - sprich eingefärbt.

Was die Brauchbarkeit und Bearbeitung angeht ist es aber wohl wurst.
Haben alle eine ähnliche mikrokristalline Struktur und Härte zwischwen 6-7.
Ich wollte es nur erwähnt haben...
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Re: chinesisches Bogenschiessen

Beitrag von Netzwanze » 18.07.2011, 10:20

shokunin hat geschrieben:@Ron
@beniz/netzwanze
Jade lässt sich super bearbeiten - ist gut schleif- und poierbar und neigt wenig zum Bruch. Härte ist je nach Typ so zwischen 6 und 7 (ähnlich Quarz) und die Struktur ist mikrokristallin - d.H. sehr viele verzahnte Mikrokristalle - was das Material sehr viel zäher nacht als z.B. Quarz der meist in grossen Einzelkristallen auskristallisiert.

Ich werde mal meinen Daumen messen und dann Benzis Berichte abwarten.
Es geht mir dabei auch nicht um das selber machen, sondern um das Nachschleifen, falls der Ring zu klein ist.
D.h. eher den kleineren besorgen und passend machen, als einen zu großen, der wegrutscht.
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Re: chinesisches Bogenschiessen

Beitrag von shokunin » 18.07.2011, 10:36

@netzwanze
ich hatte Dich da schon verstanden...
Ich meinte nur man braucht keine sonderlich aufwändigen Geräte. Ein Dremel o.Ä. reicht - man muss halt aufpassen (Wasser+Strom= :'( ) da man das Werkstück ja feucht halten muss, aber Schleifer kann man zur Not selber machen (aus SC Pulver und Schellack z.B.) hab ich früher auch und zum Feinschleifen nehme ich die z.T. heute immer noch lieber her als gesinterte.

Was einfacher wäre als einen kleinen Ring grösser zu schleifen ist den Ring etwas zu gross kaufen und ggF ausfüttern - sieht man an historischen Stücken auch. Das kann jeder Hobby-Goldschmied machen - mit einen Metallband ausfüttern.

Gruss,
Mark
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Ron archery

Re: chinesisches Bogenschiessen

Beitrag von Ron archery » 18.07.2011, 10:44

@shokunin: für Truthahn sieht es mir zu fein aus... Der Federkiel ist im übrigen dunkelbraun, spricht also für Pfau. Habe so gefärbte Truthahnfedern noch nie gesehen...bin mir also ziemlich sicher, dass es Pfau ist.
LG Ron

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Re: chinesisches Bogenschiessen

Beitrag von shokunin » 18.07.2011, 11:01

@Ron
wie gesagt... wahrscheinlich schon Pfau...

Truthahn in der Farbe gibt es z.B. in Ungarn...

http://cgi.ebay.com/12x-Full-Length-Tur ... 500wt_1006

Gruss,
Mark
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Ron archery

Re: chinesisches Bogenschiessen

Beitrag von Ron archery » 18.07.2011, 11:19

@shokunin: Danke Dir für den Link. Scheint ja eine wirklich ähnliche Farbe zu sein. Aber ich denke, das eindeutige Merkmal ist der dunkle Kiel. Schließlich wird sich niemand die Mühe machen und diesen auch noch färben ^^
LG Ron

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Re: chinesisches Bogenschiessen

Beitrag von benzi » 18.07.2011, 12:13

@shokunin

danke für Deine Ausführungen zu Jade, das erklärt die doch recht großen Unterschiede bei den Preisen der Ringe aus China. Ich hab mal noch einen mit 2,2cm Innendurchmesser bestellt.

Wer Lust hat bei Peter Dekker ein Kurs zu machen, er ist im September in Deutschland:

http://www.chinese-warriors.com/worksho ... hland.html

grüße benzi
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