Erster Reiterbogen? Was ist zu beachten?

Technik und praktische Umsetzung
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Roman061184
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Erster Reiterbogen? Was ist zu beachten?

Beitrag von Roman061184 » 30.09.2013, 00:44

Hey. Schieße bis dato einen Falco Trophy mit 40lbs (in meinem Auszug)

Nun möchte ich mir gerne einen Reiterbogen zulegen, aber weis leider absolut nicht worauf ich Dort achten muss, da bei mir im Verein und Freundeskreis niemand so ein teil schießt.

Ist es richtig das ich 5 bis 10 lbs mehr nehmen kann, da diese Art von Bogen so leicht zu ziehen sein soll wie ich mehrfach gelesen hab?

Wäre super, wenn mir ein erfahrener Reiterschütze ein paar gute Tips und vieleicht sogar eine gute Bezugsquelle für einen Reiterbogen und Daumenring nennen kann.

Mfg Roman und schon mal vorab danke für eure Hilfe
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Squid
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Re: Erster Reiterbogen? Was ist zu beachten?

Beitrag von Squid » 30.09.2013, 00:56

Hihi, lustig.
Sorry! Nichts für ungut!! Ich bin keine Reiterbogenspezialist, aber deine Frage klingt schon recht naiv.

1. 40 Pfund sind immer 40 Pfund. Egal wie der Bogen aussieht.
2. Ja, unterschiedliche Bogentypen haben eine etwas unterschiedliche Auszugskurve. Aber sicher nie einen Unterschied von 10 Pfund.
3. Unsere Reiterbogenprofis - die das Ding auch wirklich zu Gaul benutzen - schießen eher leichte Zuggewichte. Das hängt auch damit zusammen, dass man die ganze Prozedur natürlich auch noch freihändig auf dem Pferd managen muss.
4. Ein Zu-Fuß-Reiterbogenschütze muss sich diese Gedanken nicht machen, allerdings bleiben für ihn 40 Pfund auch immer 40 Pfund.
5. Es gibt technische Unterschiede. Die Reiterbogenjungs ziehen mit dem Daumen aus und damit etwa 10 cm weiter, als die mediterranen Drei-Finger-Schützen. Ergebnis: Die Vergleichbarkeit hinkt...

Ergebnis: Ausprobieren. Es gibt diverse Geschäfte, die Bögen von Flagela Dei, Julius.hu (ALDI-Segment), Kassai, Grozer (beide: Standardsegement) und sogar noch 'ne Stufe besser anbieten.

Nur ein Beispiel: Grozer-Bögen werden gelegentlich mal als "schwabbelig" bezeichnet, wenn man sie nicht mit dem langen Auszug per Daumen bedient.

Auf dem Userpic habe ich übrigens einen Bogen von Julius.Hu (ebay) aus Glas, Osage und Esche in der Mache und bin trotz mediterranem Auszugs recht zufrieden.
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.

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Eberesche
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Re: Erster Reiterbogen? Was ist zu beachten?

Beitrag von Eberesche » 30.09.2013, 08:50

Hallo, wenn Du mit Daumen schießen willst, solltest Du mit dem Zuggewicht nicht hoch, sondern runter gehen. Wegen dem weiteren Auszug s.o. und um in Ruhe den anfangs ungewohnten Bewegungsablauf zu lernen. Bögen: ich bin mit denen von KAYA (Windfighter / KTB) sehr zufrieden, ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis und kaum kaputt zu kriegen. Daumenring lohnt nur, wenn die eigene Technik feststeht - es gibt viele Typen - und er muss exakt passen. Am Anfang ist Ledertab / Handschuh praktischer. Gruß Anna

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Re: Erster Reiterbogen? Was ist zu beachten?

Beitrag von benzi » 30.09.2013, 13:53

Hallo Roman,

willkommen bei FC!!!

So ganz ohne Anhaltspunkt ist es schwer Dir einen Reiterbogen zu empfehlen.....

Es gibt so viele Modelle, die sich in so vielen Punkten unterscheiden.....

Was willst Du ca ausgeben?
Schwebt Dir ein bestimmtes Design vor?
Hast Du eine Vorliebe für irgendein historisches Vorbild?
Wie weit ziehst Du bisher mediteran aus?

Das sind nur ein paar Fragen um die Auswahl etwas einzugrenzen.

Grüße benzi

PS wäre ja irgendwie auch ein bischen langweilig wenn nun alle einen KTB schiessen würden..... >:)
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Re: Erster Reiterbogen? Was ist zu beachten?

Beitrag von Roman061184 » 30.09.2013, 19:15

Danke schon mal für eure Antworten. Also benzi.

Mein Auszug liegt bei 29,5 Zoll.
Nunja Preislich denke ich möchte ich mich so um ca. 200 Euro bewegen.
Und wenn es in dieser Preisklasse möglich ist, sollte der Bogen so gebaut sein das ich später auf 3D Turnieren in der Primitivklasse antreten darf und nicht auf Grund von Glas oder Carbon in die recurve Klasse muss.

Was das Model angeht kann ich mich nicht ganz zwischen einem Mongolen und dem Ungarn entscheiden, wobei meine Tendenz doch eher zum Ungarn geht, weil mir die sehr großen Wurfarmenden sehr gut gefallen.

Vieleicht hilft das ja ein wenig um einen "passenden" Bogen für den Reitereinstieg zu finden.
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Re: Erster Reiterbogen? Was ist zu beachten?

Beitrag von YeomanArcher » 30.09.2013, 19:24

Wenn du weder Carbon noch Glas im Wurfarm haben willst, bleibt nur noch ein Sehne/Holz/Horn Composit
oder Rattan...
Primitivbogen MUSS doch aus einem Stück Holz sein, oder? (Bin nicht so fit in den Regeln der Verbände...)
Dann bliebe nurnoch Rattan, wobei es da mM keine schönen von der Stange gibt...
Bliebe wiederum nurnoch Selbstbau oder anfertigen lassen...

Gruß, yeoman
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Re: Erster Reiterbogen? Was ist zu beachten?

Beitrag von Squid » 30.09.2013, 20:27

Ähm, Sekunde: Wenn es ein Bögen ohne Carbon und Glas sein soll, dann lachen wir alle mal gemeinsam über alles unter 1200 Euronen...
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Re: Erster Reiterbogen? Was ist zu beachten?

Beitrag von MarcelH. » 30.09.2013, 20:34

;-)

Hab ich mir auch noch gedacht ^^


Achja, ich mach das zwar erst seit ein paar Wochen, ich würde dir nach meinen bescheidenen Erfahrungen auch zu einem Bogen von Kaya raten.

Ich hab zu Beginn einen KTB 35# (steht zumindest drauf, ich glaub eher, der ist schwächer) und einen Kyudo-Übungshandschuh von Mizuno. Noch ein paar Pfeile und es kann losgehen!


Achja, ich glaub auch, dass du das mit der Stärke verwechselt hast. Du ziehst den Bogen ja (wenn du mit Daumen schiesst) meist etwas weiter... DANN hat er evtl. auch die Stärke, die du jetzt ziehst...

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Re: Erster Reiterbogen? Was ist zu beachten?

Beitrag von benzi » 30.09.2013, 21:28

Hallo Roman,

na das grenzt es doch schon gut ein. Allerdings sind 200 euro für einen guten ungarischen Reiterbogen etwas knapp...

Es sollte ein laminierter Bogen sein, die bringen einfach mehr Leistung (von wenigen teuren Ausnahmen abgesehen)

in Frage kämen aus meiner Sicht:

laminierter Ungar von Peter Nemeth http://nature-longbow.com/index.php?menu=6&lang=ge
(Reiterbogen nicht auf seiner HP!)
" von Elitebogen http://elite-bogen.com/webShop/view/4
" von Arcus Bogen http://www.arcus.webzona.hu/de_Laminatbogen.htm
die laminierten ungarischen Modelle von Kassai: Falke, Windhund und Rabe (Achtung! hier wird das nominale Zuggewicht bei 30" gemessen) http://www.kassai.at/boegen/laminierte.htm

Die Reihenfolge hat nichts mit Preis oder Qualität zu tun!

Wenn Du einen dieser Bogen nicht im Internet findest oder sonst wie Hilfe brauchst, melde Dich wieder!

Grüße benzi
Zuletzt geändert von benzi am 30.09.2013, 21:40, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Erster Reiterbogen? Was ist zu beachten?

Beitrag von grumpf » 30.09.2013, 21:35

Äh Marcel,
die 35# könnten sich beim Kaya auf 30" Auszug beziehen. Leichte Abweichungen gibt es dazu aber noch.

@yeoman
Primitivbögen dürfen auch aus einer Kombination von Horn, Holz und Sehne bestehen (inkl. modernen Kleber zur Sicherheit).

@Roman061184
mit einem Kaya KTB ggf in XL machst Du am Anfang wenig falsch. Der liegt auch deutlich unter 200 Euro und hat das beste Preis-/Leistungsverhältnis. Vernüftige Mongolen und Ungarn, also keine Leder umwickelten Glasfiberflitschen liegen über 200 Euro. Es sind dann laminierte Holz-/Fiberglas-/(Carbon)bögen. Beispiele hierfür sind die laminierten von Grozer und Kassai, Arcusbogen, Vegh-Bögen (elitebogen.com). Die etwas teureren Biokomposits von Grozer enthalten trotz Horn/Holz/Sehne auch Glas und sind damit keine Primitivbögen.
Ein wesentlicher Aspekt beim Daumenschießen ist das Herausdrehen des Bogens aus der Pfeilflugbahn. Das geht mit runden Bogengriffen wie beim Kaya KTB deutlich besser, als mit ovalen (Ungar von elitebogen - drehen geht noch) oder eckigen (Biokomposit Ungar von Grozer). Bei den Mongolen musst Du mit etwas mehr Handschock/Wackeln durch das Anschlagen der Sehne rechnen. Und achte darauf, dass der Griff nicht zu gross für Deine Hände ist, damit Du mit den unteren 3 Fingern gut herumgreifen kannst.

Zum Thema 3D Turniere:
Wenn Du Glück hast, gibt eine Reiterbogenklasse oder eine Faktorwertung (Lippekfaktor). Bei offiziellen Verbandsturnieren kommst Du mit einem Reiterbogen zu den Jagdbögen und darfst dort im Gegensatz zu den Primitivbögen mit einem ledernen Daumenring schießen (primitiv offiziell nur mediteran). Ansonsten wirst Du je nach Verständnis der Ausrichter bei den Primitivbögen (schießt ja über den Handrücken und hast Holzpfeile), den Langbögen oder halt den Jagdrecurves eingeteilt. Kannst dann dort aber auch alle Pfeilmaterialien schiessen.

VG

Jens

Edit: Da war der benzi schneller und aus eigener Erfahrung empfehle ich Probe schießen bzw. greifen.
Beim Bogenschießen sollte auf geeignete Kleidung geachtet werden. ;)

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Re: Erster Reiterbogen? Was ist zu beachten?

Beitrag von YeomanArcher » 30.09.2013, 21:48

@grumpf

Danke für die Aufklärung :)

Gruß, yeoman
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Re: Erster Reiterbogen? Was ist zu beachten?

Beitrag von Eberesche » 30.09.2013, 22:18

Beim DBSV ist der Primitivbogen ausdrücklich 'aus einem Stück Holz'. Also nix Komposit. Ansonsten stimme ich grumpf zu. In der Jagdbogenklasse ist man mit einem RB natürlich benachteiligt aber aussichtslos ist es mit einem leistungsfähigen nicht. Ein fester Ring und eventuell eine weniger unfaire Klassenzuteilung ist Verhandlungssache und bei Allem außer Meisterschaften möglich. Wir brauchen mehr Leute die zeigen, dass RB nicht nur schick aussehen, sondern durchaus zum Benutzen taugen! :) Gruß, Anna

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Re: Erster Reiterbogen? Was ist zu beachten?

Beitrag von Roman061184 » 30.09.2013, 23:10

Danke für die vielen aufschlußreichen Antworten. Man lernt halt nie aus. Fest steht, ich will mir einen Reiter zulegen.
Ich werde einfach mal berichten, wenn ich ihn habe und eine weile ausprobiert habe wozu er mit meinem Anfängerkönnen so fähig ist. Danke euch für die Hilfe =)
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Re: Erster Reiterbogen? Was ist zu beachten?

Beitrag von grumpf » 01.10.2013, 10:45

@Roman061184
Wo wohnst Du ? Ggf. könntest Du ja bei jemanden einen Bogen testen.

@eberesche
Anna lies mal weiter die Definition beim DBSV:
Der Primitivbogen ist ein Bogen beliebiger Form, der aus einem Stück Holz (kein laminiertes oder verklebtes Holz ) und Naturmaterialien wie Horn, Tiersehnen, Leder und Pflanzenfasern gearbeitet ist. Zusätzlich sind Verstärkungen aus Horn oder Hartholz an den Wurfarmenden erlaubt. Der Primitivbogen darf weder Glas- noch Carbon- oder Faserkunststoffe enthalten. Die Form der Wurfarme unterliegt keinen Einschränkungen.
Er darf über kein Bogenfenster verfügen.
Pfeilauflagen am Bogen sind nicht zulässig. Als Auflage für den Pfeil darf ausschließlich der Handrücken dienen.
Der Griff (nur handbreit) darf mit Leder umwickelt sein. (Eine aus dem Leder geformte Pfeilauflage ist nicht zulässig).
Auszugskontrollen am Bogen oder an den Pfeilen sind nicht zulässig.
Gewichte, Stabilisatoren oder Schwingungsdämpfer am Bogen sind nicht zulässig.
Geräuschdämpfer auf der Sehne sind zulässig, sofern sie nicht im Sichtbereich des Schützen liegen.
Beim Schießen muss die Sehne mit mediterranem Griff ausgezogen werden.
Der Ankerpunkt muss beim Schießen immer gleich sein. Facewalking ist nicht gestattet.
Weder Visier noch Markierungen, die als Zielhilfe genutzt werden können, sind zulässig.
Der Bogen muss blank sein, d.h. er muss frei sein
- von Herausstehendem,
- Markierungen oder
- Flecken, die als Zielhilfe dienen können.
Schriftzüge und Typenbezeichnungen sind am oberen Wurfarm nicht zulässig.
Sind Markierungen etc. erkennbar, müssen diese abgeklebt oder entfernt werden.
Ein Bogenköcher ist nicht zulässig.

Nach der Definition gilt meiner Meinung nach auch der Komposit als Primitivbogen. ;D
Aber man muss ihn mediterran Schießen. :(
Fazit hilft uns Daumenschützen auch nichts auf einer offiziellen Meisterschaft mit einem Primitivbogen anzutreten, da mediterraner Auszug dort explizit gefordert ist.
Beim Bogenschießen sollte auf geeignete Kleidung geachtet werden. ;)

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Re: Erster Reiterbogen? Was ist zu beachten?

Beitrag von Janitschar » 01.10.2013, 11:43

Der Primitivbogen ist ein Bogen beliebiger Form, der aus einem Stück Holz (kein laminiertes oder verklebtes Holz ) und Naturmaterialien wie Horn, Tiersehnen, Leder und Pflanzenfasern gearbeitet ist. Zusätzlich sind Verstärkungen aus Horn oder Hartholz an den Wurfarmenden erlaubt. Der Primitivbogen darf weder Glas- noch Carbon- oder Faserkunststoffe enthalten. Die Form der Wurfarme unterliegt keinen Einschränkungen.


Jens.... Anna hat schon recht

Gruß
Stephan
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