Technik für ungarischen Reflexbogen

Technik und praktische Umsetzung
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Alsira
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Technik für ungarischen Reflexbogen

Beitrag von Alsira » 28.04.2014, 21:06

Ich grüsse euch edle Forenleser *verneig*
Ich hätte mal eine Frage bezüglich dem Schussablauf bei einem ungarischen Reflexbogen.

Wahrscheinlich wurde das schon irgendwo im Thread "Daumentechnik Fortschritte etc." oder " Daumentechnik - Verschiedene Stile" diskutiert oder erklärt. Da diese Threads aber eeeeewiiiiigs lang sind und die Suchfunktion leider nicht gefruchtet hat, eröffne ich nun trotzdem einen neuen Beitrag.

Der Ungarische Bogen besitzt ja im Gegensatz zu den Osmanen oder Koreanern ein eher eckiges Griffstück (ich spreche nun speziell von den Grozer-Bögen). Ich besitze nun keinen, aber mich würde interessieren, wie man den Schuss ausführt. Die Bogendrehung stelle ich mir etwas schwierig vor, genauso wie die Kipp-Dreh-Bewegung. Gibt es eine spezielle Technik, wie man ihn schiessen könnte, damit der Pfeil trotzdem nicht am Bogen anschlägt?

Gibt es eigentlich historisch betrachtet überhaupt einen typisch ungarischen Reflexbogen? (Ich denke mal an ein Zeitfenster von so um 1000 n.Chr. rum) Oder verwendeten die Ungaren andere Bögen z.B. von hunnischen Völkern?

Ich danke euch schon mal für erleuchtende Vorschläge/Tipps/Lösungen

Es grüsst euch
Kathrin

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benzi
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Re: Technik für ungarischen Reflexbogen

Beitrag von benzi » 28.04.2014, 21:50

Hallo Kathrin,

zum Bogen: das was wir heute "ungarisch" nennen, ist einer der "Urtypen" des Reflexbogen! zur Zeit Dschingis Khans sahen die aller meisten Bogen so aus, sie wurden im Laufe der Zeit verändert.... in Ungarn haben sie sich erhalten... mal verkürzt dargestellt...

Grundsätzlich geht jede Technik mit einem Reflexbogen des "ungarischen" Typs.

Bei der Kipp-Drehtechnik gibts ein Limit in der Bogenlänge: wenn der untere Wurfarm nicht, bei ausgestrecktem Bogenarm, unter der Axelhöhle vorbei kommt, wirds schwierig... meine absolut neue Theorie in diesem Zusammenhang ist die, dass das der eigentlich Grund für die Enstehung asymmetrischer Bogen sein könnte. Enstanden ist diese Theorie beim letzten gemeinsamen Training mit Martina bei Testschüssen mit einen hunnischen Modell und Kipp-Dreh-Technik.

Sicher hilft ein dünner Griff und es gibt Bogen des "ungarischen" Typs bei denen der Griff deutlich dünner ist als bei den Grozer Modellen...

Grüße benzi
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Sateless
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Re: Technik für ungarischen Reflexbogen

Beitrag von Sateless » 28.04.2014, 22:11

Alsira, frag doch mal Grumpf und Faenwulf, wie die das machen, die beiden schießen glaube ich etwas ungarischeres.

Ich würde einfach die "kippdreh" Bewegung mit der Handgelenkstellung wie bei einem ELB probieren, ohne den Bogen zu kippen. Keine Ahnung ob das funktioniert oder so, ist bloß ne schnelle Idee.

Gruß,
Simon

PS: Benzi, ich bin bei deiner 'absolut neuen Theorie' total anderer Meinung, tut aber nichts zur Sache.
Ich schreibe ohne Autokorrektur lesenswerter. Du etwa auch?
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Re: Technik für ungarischen Reflexbogen

Beitrag von grumpf » 29.04.2014, 20:48

Hallo Alsira,

ich habe zwei Ungarn zu Hause einen 36# Biocomposit von Grozer und einen 40# Vegh-Ungarn (von Elitebogen). Der Grozer Bogen hat einen eckigen Griff, der Vegh ein elliptisches deutlich schmaleres Griffprofil. Bei meinem Körperbau kann ich die Bögen nur Drehen, für Kipp-Dreh sind meine Arme und Finger zu kurz (Wurfarm kuschelt mit dem Körper und Finger kommen nicht um den Griff).
Mit dem Vegh-Bogen kann man mit der Drehtechnik gut schießen. Da kannst Du auch mal bei cyrano65 nachfragen, der schießt auch den Vegh-Ungarn. Wegen dem eckigen Griff habe ich beim Grozer noch nicht die richtige Technik gefunden. Bei dem fällt mir das Drehen ohne, dass die Pfeile anschlagen deutlich schwerer. Ob das am eckigen Griff oder den (verwindungs-)steiferen Biokompositwurfarmen oder meiner Unfähigkeit liegt, weiß ich nicht. Den eckigen Griff kann man aber nicht mit "Verdreht" greifen, da die Kante an in die Hand schneidet.
Wenn Du zu einem Daumentreffen kommst, kann ich die Bögen gerne mitbringen.

Viele Grüße

Jens (grumpf)
Beim Bogenschießen sollte auf geeignete Kleidung geachtet werden. ;)

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Re: Technik für ungarischen Reflexbogen

Beitrag von benzi » 29.04.2014, 22:25

Sateless hat geschrieben:PS: Benzi, ich bin bei deiner 'absolut neuen Theorie' total anderer Meinung, ....


Simon, was kann ich tun um diese Deine, bestimmt sehr interessante, Meinung zu erfahren?

liebe Grüße benzi
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Re: Technik für ungarischen Reflexbogen

Beitrag von Janitschar » 29.04.2014, 23:02

Der springende Punkt liegt nicht in Simons Meinung, sondern in deiner Theorie.... Schätzelein

Hätte da zuerst eine Frage:
Bei der Kipp-Drehtechnik gibts ein Limit in der Bogenlänge: wenn der untere Wurfarm nicht, bei ausgestrecktem Bogenarm, unter der Axelhöhle vorbei kommt, wirds schwierig... meine absolut neue Theorie in diesem Zusammenhang ist die, dass das der eigentlich Grund für die Enstehung asymmetrischer Bogen sein könnte. Enstanden ist diese Theorie beim letzten gemeinsamen Training mit Martina bei Testschüssen mit einen hunnischen Modell und Kipp-Dreh-Technik.


Zu fett-markiertem:
Hä??? unter der Achselhöhle vorbei kommen... versteh ich nicht...
Hab die Kipp-Dreh Bewegung schon problemos mit einem Manchu-Bogen getestet..... no problems....

Gruß
Stephan
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Re: Technik für ungarischen Reflexbogen

Beitrag von Faenwulf » 30.04.2014, 01:02

Sateless hat geschrieben: Faenwulf, wie die das machen, die beiden schießen glaube ich etwas ungarischeres.


Tue ich. Einen mit 32# von Arcus und jetzt neu einen 31# von Vegh/Elite-Bogen (also eine schwächere Variante von dem, den Grumpf auch hat).
Ganz ehrlich. Mein Bogen bleibt ziemlich steif da stehen wo ich ihn halte. Ich komme weder mit einer Dreh noch mit einer Kipp-Drehbewegung klar. Letzteres teilweise einfach, weil der Bogen so lange ist. Da kommt man gerne mal ins Gehege mit sich selbst. ^^
Das gilt vor allem mit dem Arcus. Da ist der Griff zwar sehr ähnlich zum Vegh, wie ich finde, aber doch etwas größer glaube ich.
Den Vegh konnte ich erst ein Mal intensiv schießen, daher kann ich da wenig zu sagen.

Was ich statt dessen mache ist, die Sehne beim Auszug leicht einzudrehen. Finde das genügt schon. Manchmal schlägt der Pfeil denke ich trotzdem an, aber was solls. Ich habe Spaß und keine Turnierbestrebungen.

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Re: Technik für ungarischen Reflexbogen

Beitrag von Arquerine » 30.04.2014, 10:07

Benzi meint damit, dass ich mit dem Ungarn manchmal beim Ausführen der Kipp-Drehbewegung mit dem unteren Wurfarm leicht gegen meinen Brustkorb stieß oder auch mal in der Jacke hängen blieb (aber erst wenn der Pfeil eh schon weg war). Vielleicht war das Kippen ja etwas zu heftig von mir ausgeführt...

Grüße
Martina

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Re: Technik für ungarischen Reflexbogen

Beitrag von Cyrano65 » 30.04.2014, 10:22

grumpf hat geschrieben:Mit dem Vegh-Bogen kann man mit der Drehtechnik gut schießen. Da kannst Du auch mal bei cyrano65 nachfragen, der schießt auch den Vegh-Ungarn.

Hallo ja das stimmt ich schieße auch einen Vegh-Ungarn (von Elitebogen). ;D
Mein Bogen hat 29# bei 28“ was dann bei meinem Auszug von 32“ ca. 40# sind, was ich aber noch nicht nachgemessen habe (also steinigt mich nicht gleich wieder, ihr wisst das mir sowas schnurz ist). 8)
Mir liegen die Form des Bogens und die Form des Griffs sehr gut in der Hand. Ich muss aber auch sagen dass ich am Anfang etwas Probleme hatte mit der Drehbewegung. Ich musste immer sehr viel Druck in die linke Hand bringen um den Bogen festhalten zu können beim drehen, da mir der Griff einfach zu glatt war und durch die Hand rutschte. Ich habe nun eine Art durchsichtiges Silikonflachband um den Griff gewickelt und habe nun optimalen Gripp. :)
Wenn ich nun dem Bogen mit meiner Hand beim Auszug eine Vorspannung gebe dreht sich der Bogen sauber beim lösen zur Seite weg. Viel wichtiger war bei mir zu Anfang aber das Aufpassen darauf, dass ich nicht mit der rechten Hand zu viel Druck auf das Pfeilende ausübte und so den Pfeil am Bogen schon in eine Richtung gebogen habe. Das verursachte das größere wedeln der Pfeile.
Zur Dreh-Kipp Bewegung des Bogens kann ich nichts beitragen. Das hat einen einfachen Grund. Ich finde das die Dreh-Kipp Bewegung, ich versuche es mal mit den sensiblen und einfühlsamen Worten für die ich hier bekannt bin, einfach schieße aussieht und daher mache ich sie nicht. >:) ;D
Alles in allem ist es ein Super Bogen und ich würde ihn mir sofort wieder kaufen.
Cyrano
Es gibt Tage da stehe ich irgendwie neben mir…
und so schieße ich dann auch…
irgendwie daneben :o)

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Re: Technik für ungarischen Reflexbogen

Beitrag von Alsira » 30.04.2014, 19:37

Holla, vielen Dank für eure Erfahrungen :D

grumpf hat geschrieben:
ich habe zwei Ungarn zu Hause einen 36# Biocomposit von Grozer und einen 40# Vegh-Ungarn (von Elitebogen).


Den Ungaren von Elitebogen konnte ich leider noch nicht ausprobieren, aber der vom Grozer durfte ich freundlicherweise bei uns im Club schon testen. Vom Schussverhalten her fand ich ihn super (was ich vom Hunnen leider absolut nicht behaupten kann), allerdings habe ich ihn damals nur mediterran getestet, was natürlich nicht wirklich dasselbe ist. Aber er hat wirklich ein ziemlich eckiges Griffstück.

Wegen dem eckigen Griff habe ich beim Grozer noch nicht die richtige Technik gefunden. Bei dem fällt mir das Drehen ohne, dass die Pfeile anschlagen deutlich schwerer. Ob das am eckigen Griff oder den (verwindungs-)steiferen Biokompositwurfarmen oder meiner Unfähigkeit liegt, weiß ich nicht. Den eckigen Griff kann man aber nicht mit "Verdreht" greifen, da die Kante an in die Hand schneidet.


Was meinst du genau mit "verdreht" greifen? Ich kann mir das jetzt grad nicht so recht vorstellen.

Wenn Du zu einem Daumentreffen kommst, kann ich die Bögen gerne mitbringen.


Ich hab mich fürs Daumentreffen auf Burg Wahrberg angemeldet, allerdings bin ich zurzeit noch auf der Warteliste, da leider schon voll. Würd mich aber enormst freuen, wenn du die Bögen mitbringen könntest ;D

(Faenwulf)
Ganz ehrlich. Mein Bogen bleibt ziemlich steif da stehen wo ich ihn halte. Ich komme weder mit einer Dreh noch mit einer Kipp-Drehbewegung klar. Letzteres teilweise einfach, weil der Bogen so lange ist. Da kommt man gerne mal ins Gehege mit sich selbst. ^^
Das gilt vor allem mit dem Arcus. Da ist der Griff zwar sehr ähnlich zum Vegh, wie ich finde, aber doch etwas größer glaube ich.
Den Vegh konnte ich erst ein Mal intensiv schießen, daher kann ich da wenig zu sagen.

Was ich statt dessen mache ist, die Sehne beim Auszug leicht einzudrehen.


Ich hoff, ich mein jetzt dasselbe wie du mit dem Eindrehen. Ich mach das auch, aber eher aus Angst, dass mir der Pfeil von der Hand rutscht ::)

Würde es was helfen, beim Grozer das Griffstück etwas aufzupolstern, damit der nicht mehr ganz so eckig ist, oder würd der dann zu dick? (Kleine Hände und so ::) )

Sunnigi Grüess
Kathrin

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Re: Technik für ungarischen Reflexbogen

Beitrag von grumpf » 30.04.2014, 20:21

Aufpolstern ist schlecht, der Griff ist schon dick, eher Abschleifen, Abrunden und mit Leder etwas umwinckeln ist für kleine Hände besser. ;D

VG

grumpf
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Re: Technik für ungarischen Reflexbogen

Beitrag von benzi » 30.04.2014, 21:43

Alsira hat geschrieben:
Ich hab mich fürs Daumentreffen auf Burg Wahrberg angemeldet, allerdings bin ich zurzeit noch auf der Warteliste, da leider schon voll.

Sunnigi Grüess
Kathrin


Hallo Kathrin,

vllt klappt es bei Dir ja zum Treffen auf Burg Ludwigstein?!

MFG aus Süddeutschland sollten zu organisieren gehen.....

liebe Grüße und schönen 1.Mai
benzi
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Re: Technik für ungarischen Reflexbogen

Beitrag von Alsira » 30.04.2014, 22:19

Wär toll, allerdings ist mir das fast zu weit weg. Schon Wahrberg ist enorm weit. Zumal ich noch das Problem hab, dass ich eigenltich kein Auto habe. Aber das ist ein anderes Thema, das ist selber lösen muss :D

Wünsche auch schon mal einen schönen 1. Mai

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Re: Technik für ungarischen Reflexbogen

Beitrag von Faenwulf » 01.05.2014, 13:11

Cyrano65 hat geschrieben:
grumpf hat geschrieben:Mein Bogen hat 29# bei 28“ was dann bei meinem Auszug von 32“ ca. 40# sind, was ich aber noch nicht nachgemessen habe (also steinigt mich nicht gleich wieder, ihr wisst das mir sowas schnurz ist). 8)


Dann müsste ich mit meinem Vegh-Ungarn mit 31# bei 28" ja aktuell ca. 42# auf den Fingern haben. Das bezweifle ich dann doch stark. :D
Müsste man mal Laszlo fragen ob er da vielleicht ne Auszugskurve hat. Würde mich ja doch interessieren ob der Bogen wirklich so stark anzieht.

Ansonsten zum Sehen eindrehen:
Ja, das runterfallen verhindert das auch etwas, ist aber eher ein positiver Nebeneffekt.
Primärer Vorteil ist wirklich, dass die Pfeile nicht so stark anschlagen. Zumindest vor einiger Zeit haben das hier im Forum auch viele der anderen Daumenschützen mit ihren verschiedensten Bogentypen so gehandhabt.
Worauf man da so achten muss, kann sicher wer anders besser erklären wie ich.

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Re: Technik für ungarischen Reflexbogen

Beitrag von Janitschar » 02.05.2014, 07:07

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