reflex dämpfen

Themen zum Bogenbau
Antworten
henry archer
Newbie
Newbie
Beiträge: 1
Registriert: 05.06.2004, 13:20

reflex dämpfen

Beitrag von henry archer »

möchte einen Flachbogen aus Ulme mit leichtem Reflex bauen.Habe es mit dämpfen nach der Anleitung von Dean Torges versucht(rohling noch relativ stark,ca.1,5 h dämpfen,in kunststoffrohr 80mm, hitzequelle herdplatte).Leider ist nach dem Erkalten in der Biegeform kaum Reflex geblieben.
Wer hat mit dämpfen Erfahrung und kann mir Tips geben?
Taran
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 4395
Registriert: 06.08.2003, 23:46
Hat gedankt: 5 Mal
Hat Dank erhalten: 2 Mal

Kunststoffrohr?

Beitrag von Taran »

Wenn das kunststoffrohr nicht geschmolzen ist, besteht Grund zu der Annahme, dass der Dampf nicht heiß genug war. Hast du den ganzen Apparat isoliert und darauf geachtet, dass Kondenswasser abfließen kann (also alles so gemacht wie in Torges Buch "Osagebogen")?
Vielleicht ist das Holz auch noch viel zu dick.
Ein letzter Trick (von Marc ST Louis): Wenn das Holz in der Form erkaltet ist, noch mal mit dem Heißluftfön langsam und gleichmäßig erhitzen, bis sich die erste leichte Verfärbung einstellt. Dann, nach dem "Toasten des Bogenbauchs" soll das Holz die Biegung besser halten.
Taran von Caer Dallben

[size=2] [color=blue][b]... και δόξα τω Θεώ ![/b][/color][/size]
Benutzeravatar
Ravenheart
Forengott
Forengott
Beiträge: 22839
Registriert: 06.08.2003, 23:46
Hat gedankt: 14 Mal
Hat Dank erhalten: 250 Mal

hmmmmm....

Beitrag von Ravenheart »

sorry, Taran, da muss ich 3 Punkten widersprechen!

1. gibt es natürlich Kunststoffrohre ("HT-Rohre"), die Kochwasserfest sind!

2. wenn das Holz sich in die gewünschte Form biegen ließ, ohne zu reißen, war es auch nicht zu dick.

3. ist eine Bräunung immer die Folge einer Zersetzung der Cellulose (die Braunfärbung kommt von der Freisetzung des enthaltenen Kohlenstoffs!), und damit eine beginnende Zerstörung. Da hätte ich massive Bedenken! Ich biege zwar auch gerne mit der Heißluftpistole, aber bei auch nur einem Anflug von Bräunung höre ich sofort auf, da zu befürchten ist, dass der Bereich spröde wird!

Das Problem von Henry ist vielmehr, dass Ulme einfach die Tendenz hat, in die Ausgangsform zurück zu kriechen!

Nach meiner Erfahrung helfen dagegen 4 Dinge (hier: für Reflex und Recurves!):

a) Die Biegung deutlich stärker ausführen, als das Ergebnis sein soll,

b) der Biegevorgang mehrmals wiederholen (ACHTUNG: nur bei Ulme! Bei Esche und Ahorn nicht!)

c) Das Werkstück in einer Form biegen, nicht über's Knie, und bis zum Trocknen (=einige Tage) in der Form belassen,

d) Den Biegebereich nicht dynamisch belasten, soll heißen, er darf an der Krümmung beim Auszug nicht teilhaben, also "statische" Recurves bauen!

Rabe
Archiv
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 8908
Registriert: 16.04.2007, 22:36

Also ich...

Beitrag von Archiv »

...benutze zum Dämpfen ja auch ein HT Rohr
aber ich habe es in keinster Weise isoliert.
Das einzige was ich mache, ich stopfe dort wo der Bogen aus dem Rohr schaut ein Handtuch rein
damit der Dampf im Rohr bleibt. Dazu kommt immer noch ein Thermometer damit ich die Temperatur im Auge habe, dieses sitzt immer an der weitesten entfernung vom Topf weg also am äußeren Ende des Rohrs.Ich erreiche dort teilweise Temperaturen von 104-110 °C.Dies hällt aber auch das HT Rohr nicht mehr so wirklich aus, das ist schon ganz schön verformt.

Zum Biegevorgang muß ich Rabe zustimmen es hat bei mir auch ne ganze weile gedauert bis ich dahinter gekommen bin, ich habe dan den rhling 4-6 tage in der Form belassen und im Heizungskeller gelagert.
Benutzeravatar
Nacanina
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 1367
Registriert: 19.10.2003, 21:34

Beitrag von Nacanina »

Ergänzung zu Rabe Pt. 3
Du hast sicher recht mit der Annahme, dass Zellulose abgebaut wird. Was bleibt ist Lignin.
Und das ist braun.
Es ist sinnlos, von den G?ttern zu fordern, was man selber zu leisten vermag. Epikur
Uli
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 632
Registriert: 06.08.2003, 23:46

Beitrag von Uli »

An meinen Eschenbogen habe ich auch leichte Recurves angebogen. Leider hält das bei Esche nicht besonders. Das heißt, nach ein paar mal schießen waren sie wieder weg. Ich habe dann einfach die Wurfarmenden etwas dünner gemacht, und nach dem Biegen ein Stück dünne Eichenleiste (war gerade vorhanden) auch gebogen und gegengeleimt. Das ganze habe ich noch mit einer Leinenwicklung gesichert.

Uli
Memento mori!
Gaudeamus igitur, iuvenes dum sumus!
Antworten

Zurück zu „Bogenbau“