Selfnock wie tief ist gut und anderes zum Thema

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locksley
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Selfnock wie tief ist gut und anderes zum Thema

Beitrag von locksley » 30.12.2017, 14:58

Da das Thema in einem anderen Thema ja bereits angeschnitten wurde, mach ich hier mal einen eigenen Thread dazu auf.

Killerkarpfen sagte ja dass die Nocks zu tief sind, und dass diese bei ihm gerne brechen wenn zu tief und hat dazu ein Bild gepostet.

Bei dem Bild fiel mir mal wieder auf, dass die Nocks nicht nur tief sind sondern sagen wir mal auch rustikal gearbeitet. Da frage ich mich mal wieder warum viele Schützen so wenig wert auf die saubere Ausarbeitung der Selfnock legen, dabei ist das in meinen Augen das wichtigste am ganzen Pfeil, was nützt mir der perfekt passende Schaft, wenn die wichtigste Schnittstelle im Verbund Pfeil und Bogen ausschaut wie lieblos reingebissen.

Ich verwende die meiste Mühe beim Pfeilbau auf das saubere verschleifen der Selfnock, vor allem auf ein abrunden des Nockbodens, auch von der Seite her, dass ich hier eine saubere Auflage für die Sehne habe. Auch säge ich die Nocks nicht tiefer als 5mm. Das reicht für alle Sehnenstärken.

Zum einen ist mir schon seit Jahren keine Nock mehr gebrochen und zum Anderen finde ich, dass die der Ablass besser wird, je sorgfältiger die Nocke gearbeitet ist.

Zum besseren Verständnis hier zwei Bilder, zum einen die Beispielpfeiele von KK und einer von meinen Standardpfeilen.

Nocks KK.JPG
Nocks von KK


Sorry Killerkarpfen, will Dir damit nicht zu nahe treten, bei deinem Bild fiel mir das nur mal wieder auf. Ich kenne das auch von mir, ich war da auch mal eher nachlässig.
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Nock1.jpg
Nock Locksley
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Re: Selfnock wie tief ist gut und anderes zum Thema

Beitrag von Zoffti » 30.12.2017, 15:20

Locksley,
schleifst du die nocks komplett oder sägst du vor?
Und vor allem: Mit welchem Werkzeug!?

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Re: Selfnock wie tief ist gut und anderes zum Thema

Beitrag von killerkarpfen » 30.12.2017, 16:06

Ein interessantes Thema, und nein Du trittst mir auch nicht zu nahe. Eher im Gegenteil, bin ich doch sogar stolz wenn Du meine Nocken und Bilder als Beispiel brauchen kannst.

Gut zum Vorwurf lieblos gehe ich sobald mein Akku der Kamera wieder geladen ist in der Werkstatt schnell ein weiteres Bildchen machen ;) Meine Nocken sind nicht gesägt sondern recht präzise auf einem Kreuztisch gefräst.

Ich bzw wir schiessen seit mehreren Jahren nur noch mit Selfnocks. Auch verbrauchen wir, oder mache ich im Jahr zwischen 50 und 150 Pfeile da kommt schon etwas zusammen. Heimverschleiss und auch Auftragsarbeiten für Freunde und Bekannte. Da bin ich halt schon der Meinung, soviel Aufwand wie nötig aber so rationell wie möglich. Dabei steht zugegeben die Ästhetik für Gebrauchspfeile an 2. Stelle.
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Re: Selfnock wie tief ist gut und anderes zum Thema

Beitrag von vEngel » 30.12.2017, 18:04

locksley hat geschrieben:Ich verwende die meiste Mühe beim Pfeilbau auf das saubere verschleifen der Selfnock, vor allem auf ein abrunden des Nockbodens, auch von der Seite her, dass ich hier eine saubere Auflage für die Sehne habe.


Hat das schräge, unsymmetrische Auslaufen des Nockbodens (hier im Bild nach unten) einen speziellen Grund, oder ist das nur Zufall?

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Re: Selfnock wie tief ist gut und anderes zum Thema

Beitrag von kra » 30.12.2017, 18:07

Ich gebe Locksley da recht, 5mm Nocktiefe ist gut ausreichend. Ich weiß aber auch aus eigener Erfahrung, das dazu einiges an Gewöhnung und Vertrauen in die eigene Schießtechnik gehört. Bis dahin überwiegt die Angst, das der Pfeil von der Sehne rutschen kann und man macht die Sehnenkerbe gerne etwas "in Richtung Sicherheit". Was mir aber aufgefallen ist, den Nockboden versuche ich nur leicht gerundet in Sehnenrichtung zu machen, zu spitz hat mit nicht behagt.

Klemmende Selfnocks habe ich nie verläßlich hinbekommen und möchte es gar nicht. Wichtiger ist mir aber, das der Pfeil möglichst locker auf der Sehne sitzt und von der Sehne möglichst wenig seitliche Bewegung abbekommen kann, wenn der Pfeil die Sehne verläßt. Ich mache die Nocke deshalb immer etwas V-förmig, damit der Pfeil die Sehne ohne weitere Berührung verlassen kann.

PS. das schräge Auslaufen ist eher der Perspektive auf dem Photo geschuldet.
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Re: Selfnock wie tief ist gut und anderes zum Thema

Beitrag von locksley » 30.12.2017, 18:21

Das hat weniger mit Ästhetik zu tun, als mit Funktionalität. Pfeile sind auch bei mir nur Munition. Der Aufwand lohnt sich.

Herstellung ist kein Geheimnis. Ich verwende eine normale Metallbügelsäge in die ich drei Metallsägeblätter nebeneinander gespannt habe, damit habe ich genau die Breite die ich brauche und der Schnitt verläuft auch frei Hand nicht so wie mit der Fliesensäge. Wie gesagt ich Säge immer auf die Hälfte des Sägeblattes, dann habe ich ziemlich genau 5mm. Wenns schnell gehen soll dann nehme ich eine Bügelsäge mit Fliesensäge und runde damit den Nockboden und dann noch im ca.45° Winkel mit wenig Druck von der Seite, rechts und links um den Nockboden leicht anzuschrägen und eine leichte Kerbe am Schaft zu haben, dann kann sich die Sehne ganz bequem mit kleiner Auflagefläche an die Nock schmiegen. :-)

Dann je nach Holzart mit 150 oder 200 Schmiergelpapier nachschleifen. Am besten hat sich bewährt das Papier leicht zu rollen und dann mit dieser Röhre einmal rundum alle Kanten brechen. Mit etwas Übung geht das ziemlich zügig und wirkt meditativ.

So alles in allem brauche ich für 50 Schäfte, die ich in der Regel alle zusammen vorbereite, ca. eine Stunde. Ich mache die Schäfte immer gleich auf Vorrat fertig, dann brauche ich nur noch Befiedern wenn ich Nachschub brauche.
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Re: Selfnock wie tief ist gut und anderes zum Thema

Beitrag von locksley » 30.12.2017, 18:35

Mit der Angst hatte ich nie zu kämpfen, da es mir immer ein Rätsel war wohin der Pfeil den fallen soll, wenn oben und unten je ein Finger ist und hinten die Sehne.

Die Asymmetrie ist hier dem eher schlechten Bild geschuldet, ich achte da schon drauf. Klar schaut nicht jede Nock genau gleich aus, da ich immer frei Hand arbeite, geht aber schneller als mit allen Lehren, die ich schon in Gebrauch hatte. Den Winkel des V im Nockboden mache ich rein nach Gefühl ist aber nicht so spitz wie es vieleicht auf dem Foto ausschaut. Bei Sonnenschein mache ich mal draußen Bilder dann sollte es besser werden.
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Re: Selfnock wie tief ist gut und anderes zum Thema

Beitrag von doralf.vom.wald » 30.12.2017, 18:57

Ich kann das gesagte nur bestätigen. Ich mach meine Selfnocks auch nur 2 mm tiefer als die Sehnenstärke. Den Nockboden abgerundet, zusätzlich klebe ich noch ein 1mm dickes Lederstreifchen rein und wickel das mit einer Nockwicklung fest. Solche Nocks sind mir bisher nur dann kaputt gegangen, wenn ich draufgeschossen hab ::) . Ansonsten bin ich auch der Meinung: "quick and dirty" reicht, solange Nutzen und Aufwand in Relation stehen. Ist eben nur Munition!
Auch ich verwende drei Bügelsägenblätter nebeneinander und feile dann mit einer Nadelfeile die Seitenwandstärke bis zum Klemmen auf der Sehne aus. Das funzt prima und die Nocks klemmen sehr gut. Und denn der Ablass hakelt, dann ist flux die Feile im Einsatz bis es stimmt.

Selfnocks machen ist kein großer Aufwand und lohnt sich. Gibt einfach ein stimmigeres Bild. Abgesehen davon schieße ich auf dem Glasbgelegten ohne schlechtes Gewissen Plastik!!!

Grüßle und einen guten Rutsch (nicht nur für das Nock...)
Doralf

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Re: Selfnock wie tief ist gut und anderes zum Thema

Beitrag von Neumi » 30.12.2017, 19:43

Tach, ich benutze für meine selfnocks gerne eine kleine Holzraspel, die die Nocks genau auf die richtige Breite schneidet und noch dazu scharf genug ist um das Horn gut zu schneiden. Die Tiefe 6-7 mm funktioniert wunderbar.

20171230_192905.jpg

Ansonsten runde ich den Nockboden.
20171230_193204.jpg
20171230_193226.jpg

Grüsse - Neumi
...Versuch und Fehler bevor die Sarg-Nägel eingeschlagen werden...

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Re: Selfnock wie tief ist gut und anderes zum Thema

Beitrag von killerkarpfen » 30.12.2017, 20:05

So der Genauigkeit schulde auch ich einiges. Die Nocke wird eingefräst mit diesem doch sehr teuren Fräser. Danach im Klemmstock 180°gedreht und noch einmal gleich tief einfräsen, so habe ich den Nockschlitz genau in der Mitte.
36.JPG

Mit feinem Glaspapier die Kanten brechen. Der Nockboden bleibt gerade. Ich glaube nicht dadurch mehr Verschleiss der Mittenwicklung zu provozieren. Dafür bleibt der Nockboden schön rechtwinklig.
38.JPG

die fertige Nocke.
31.JPG

in der Sehne
34.JPG

Ich denke nicht, dass wie Kra es auch sagt, ein stark gefaster Nockboden Vorteile bringt. Weiteres brechen der Kanten oder nachbehandeln dient der Ästetik. Das mache ich nicht sonderlich für Gebrauchspfeile. Was etwas bringt nach meiner Meinung ist das auspinseln der Innenflächen mit irgend einem Lack. Ich denke das verhärtet die Innenseite und die Flanken nutzenn sich weniger schnell ab.
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Re: Selfnock wie tief ist gut und anderes zum Thema

Beitrag von killerkarpfen » 30.12.2017, 20:17

Zoffti hat geschrieben:Locksley,
schleifst du die nocks komplett oder sägst du vor?
Und vor allem: Mit welchem Werkzeug!?

(Bin selber derzeit bei Zwergenbandsäge und Schlüsselfeile (ovaler Querschnitt gelandet))


Lena für den Hausgebrauch empfielt sich auch eine Fliesensäge. Die ist nicht teuer und hält im Holz ewig. dazu kann man in alle Richtungen korrigieren und der Nockschlitz wird von Anfang an recht breit um mit Glaspapier und Blechle die Seitenwände schön gerade zu schleifen.
https://www.hornbach.de/shop/Fliesensaege-265-mm/8538065/artikel.html
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Re: Selfnock wie tief ist gut und anderes zum Thema

Beitrag von fatz » 30.12.2017, 20:32

Ich hab bis dato keine Fliesensaege mit weniger als 3mm gefunden. Das ist mir deutlich zu breit. Ich schneid Nocken z.Z. immer mit dem Dremel und einer kleinen Trennscheibe. Die Breite check ich dabei mit dem Hinterteil eines zur Sehne passenden Bohrers (idR. 2.5mm). Geht recht flott und genau. Tiefe meistens so 2-3 Sehnenstaerken
Zuletzt geändert von fatz am 30.12.2017, 20:48, insgesamt 1-mal geändert.
Haben ist besser als brauchen.

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Re: Selfnock wie tief ist gut und anderes zum Thema

Beitrag von killerkarpfen » 30.12.2017, 20:35

Was zum Bild am Anfang noch zu sagen ist. Das sind Pfeile die bei mir schon seit einigen Jahren im Köcher stecken. Je nach Turnier oder Meisterschaft mussten da pflichtmässig Ringe dran. So verziere ich meine Pfeile eigentlich ungern. Deshalb auch am Vorabend einer Meisterschaft so lieblos draufgemalt. Die Farben entsprechen den Gewichtsgruppen. Ja so büschen Tuning muss auch sein.
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Re: Selfnock wie tief ist gut und anderes zum Thema

Beitrag von Zoffti » 30.12.2017, 21:58

Is wie Fatz sagt:
Find hier auch keine Fliesensäge die mir fein genug wäre für meine teils eher dünnen Sappfeil-Enden... Schiesse eben nur noch mit selbstgeerntetem Gestrüpp. ::)

Hab bereits (aus Frust weil mir die Schlüsselfeilchen immer verstopfen)- Laubsägenblätter "verzwirnt" - ging schön flott - aber is mir zu unregelmässig und rupfig - also auch nicht wirklich der Bringer...

Als nächstes werd ich mal "dremeln" und meine maxxon entsprechend aufrüsten.
Mal sehen...
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Re: Selfnock wie tief ist gut und anderes zum Thema

Beitrag von fatz » 30.12.2017, 22:18

Zoffti hat geschrieben:Mal sehen...

Zuerst mal eher riechen. Die Trennscheibe auf Holz raeuchert ein bissl. ;)
Haben ist besser als brauchen.

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