Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

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Ravenheart
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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

Beitrag von Ravenheart »

Das sind 26" bei NtN 1,62???
Is da i'wo ein Mess- oder Denkfehler?
Die Biegung sieht links brutal grenzwertig aus...

Rabe
Chirurg
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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

Beitrag von Chirurg »

Hallo!
Der Bogen hat zu lange Fadeouts, unbedingt verkleinern und verkürzen (rote Linien) und dann fadeoutnahe die Wurfarme mitbiegen lassen (gelbe Linie). Kurze Bögen müssen fadeoutnahe Biegen, sonst ist der Sehnenwinkel schnell über 90 Grad, die äußeren 10 Zentimeter der Wurfarm steif lassen. LG Stephan
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Windkanter
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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

Beitrag von Windkanter »

Hallo,
ich antworte mal der Reihe nach:

@ kra: ja, wir sind klar. :)

@ Bogenbas:
Ein Problem gibt’s jetzt mit dem Sehnenwinkel (bei meinem Vollauszug 29" auf dem Foto) noch nicht, aber ist auch nicht gut. Ich wollte die Biegung bei den nicht sehr langen WA´s auf die gesamten WA´s verteilen. Das fadeout kann ich ein wenig kürzen und dann die letzten 10cm steif zu lassen. Plan B wäre kurze Siyahs aufzuspleissen, geht immer noch.

@ Hieronymus: Enden geflippt, d.h. Bambus u. die 12,5mm dicke O.O.-Latte am äussersten Ende heiss biegen bei der begrenzten fixen O.O.-Lattenlänge, ist mir ganz klar zu abenteuerlich, hatte nur diese 2 O.O.-Latten. (Für meine früheren Bögen hatte ich mehrfach 16mm dicke kammergetrocknete Ahornleisten dampfgebogen, aber mit einiger Längenzugabe, Reserveleisten und 1 Vorversuch). Wenn man schon Erfahrung mit O.O.-Biegen hat und Reservematerial hat ist das eine Sache, aber wenn man noch keine Erfahrung mit O.O. hat und keine Reserveleisten ist das eine ganz andere Sache und lässt besser die Finger davon weg. Am Biege-Ende müsste ich die Latte bei dieser Dicke ja kräftig fassen und das gibt manchmal Marken. Also ich kürze die fadeouts etwas , gleiche Biegungen aus, lasse die Enden steifer und schaue mir die Sache dann mal an. Plan B: Siyahs, V-Spleiss von aussen her, am Spleiss-Anfang und -Ende leinengarnverstärkt (epoxidgetränkt).

@ Rabe: Also, es sind 29 Zoll Auszug auf dem Foto, aber gemessen habe ich 50# bei 26". Die Messung bei 26" ist aufbaubedingt, lässt sich hier bei mir schwer anders realisieren bei dieser Zugkraft. Ja, die Biegung links ist schon heftig. Der Bogen wird jetzt noch bearbeitet.

@ Chirurg: ja ist mir von den osman. Kompositbögen her bekannt. Aber auch bei Holzbögen ? Ok. Nur hatte ich O.O.-Leisten mit Fixmaßen und ein paar kleine O.O.-Reste, damit musste ich auskommen, also ein etwas zusammengeflicktes fadeout. Üblicherweise arbeite ich mit mehr Klebefläche am Griffspleiss (hier in der Höhe gesehen) und die fadeouts wären kürzer. Ich denke, ein wenig fadeout-Verkürzung ginge noch.

Danke für die Tips.

Grüße
Windkanter
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Hieronymus
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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

Beitrag von Hieronymus »

Ravenheart hat geschrieben: 27.02.2026, 21:19 Das sind 26" bei NtN 1,62???
Is da i'wo ein Mess- oder Denkfehler?
Rabe
Nein 28'' sind bei der Länge bei Osage völlig normal und auch sinnig.
Windkanter hat geschrieben: 27.02.2026, 23:07 Enden geflippt, d.h. Bambus u. die 12,5mm dicke O.O.-Latte am äussersten Ende heiss biegen bei der begrenzten fixen O.O.-Lattenlänge, ist mir ganz klar zu abenteuerlich,
Ich biege die Latten in die Deflex Reflex Form mit dem Heißluftföhn. Das kann Osage und der Vorteil mit dem Heißluftföhn, du röstet direkt das Osage, was einen sehr viel schnelleren Bogen gibt. Das heißt man biegt die Latten extra , sowie das Bambus separat und klebt dann erst zusammen. Ich flippe immer leicht die Enden, bei jedem Bogen.
Nun ist das Kind in den Brunnen gefallen, aber Mann da alles noch rausholen, da hast du ja ein paar Vorgehensweise bekommen ... Siehe oben.

LG Markus
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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

Beitrag von Windkanter »

@ Hieronymus
Ich schätze Deine Ratschläge durchaus sehr, da ich mit dieser Bogenform incl. flippen keine Erfahrung habe. Aber: nie im Leben würde ich persönlich mit den einzigen 2 Latten die ich habe, Heißbiegen mit dem Fön probieren, ohne Vorerfahrung. Bin ohnehin eher ein Dampfbieger. Andere mögen das so machen, die Methode ist mit etwas Erfahrung sicher gut.

Das Kind steht erst auf dem Brunnenrand, gemach. Bin gerade am Abändern des Bogens, wie ich oben beschrieben habe, aufgrund Eurer Tips. Schaun wir mal wohin das Kind kippt.....

Grüße
Windkanter
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Bogenbas
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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

Beitrag von Bogenbas »

Jetzt hört doch mal auf Kinder zu ertränken 😂
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fatz
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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

Beitrag von fatz »

Wenn's hilft...
Haben ist besser als brauchen.
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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

Beitrag von Windkanter »

Hallo,

Bin am Abändern:
WA´s dünner machen bis auf die äusseren ca. 20cm, fadeout-Ende um ca. 3,5cm Richtung Griff versetzen, WA´s neben eingespleisstem Griff dünner machen, letzte 4cm des eingespleissten Griffs auf WA-Niveau runterarbeiten, Fase an Bambus direkt vor und über fadeout breiter machen, Bogenbreite von Spleiss aus auf ca. 30cm länge um ca. 4mm verringern, Tillern und ggf. WA´s nochmal dünner machen.
Am Griffspleiss ist mit der Bearbeitung dann fast Ende der Fahnenstange und ich mache später eine Garnwicklung drum. Wenn der Sehnenwinkel jetzt nicht größer wird als er schon ist, kann ich damit leben, Nockkerbe wird gegen Rausrutschen der Sehne angepasst.

Grüße
Windkanter
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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

Beitrag von Indie12 »

Parallel zum Backing in 4mm Abstand einsägen und geflippt verleimen ist ne Option, wenn man verleimtes nachträglich biegen will/muss
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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

Beitrag von Windkanter »

Hallo,

Folgendes wurde gemacht:

Mit eine Ursache für die geringe Biegung in Mittennähe ist, daß die O.O.-Leisten auf das Griffstück etwas reflex aufgespleisst wurden. Der linke, untere WA kommt minimal reflexer aus dem Griff, nicht korrigierbarer Fehler.

--fadeout-Ende pro WA um ca. 3,5cm zum Griff hin verlegt, arbeitende WA-Länge jetzt von 65,5cm vergrößert auf 69cm. Dabei eingespleisstes Griffspleiss-Ende auf WA-Höhe runtergearbeitet. Bis ca. 10cm nach fadeout WA´s dünner gemacht.
--seitlich neben Spleiss O.O.-dünner gemacht, zum Griff hin ansteigend (minimal mehr Biegung bei Erhalt der ursprünglichen Klebefläche)
--O.O. im Spleissbereich bis ca. 15cm in den WA hinein etwas dünner gemacht (mehr Biegung)
--Bogen von Griff bis ca. 1/3 WA-Länge schmäler gemacht.
--Bambuskante im Spleissbereich bis ca. 20cm in den WA hinein noch schräger angefast (mehr Biegung)
--Bei beiden WA´s durch Abschaben von O.O. und teilweise auch an Bambusfase die Biegung angeglichen, äussere 20cm der WA´s nicht bearbeitet. Problematisch dabei die leicht welligen (quer und längs) harten und weicheren Schichten, die flach angeschnitten werden.
--Den lange unterschiedlichen Set der beiden WA´s (schwächer beim rechten oberen WA) habe ich mit einer Vorrichtung und kurzzeitigem O.O.-Erwärmen, aufgespannt bei ca. 14cm Standhöhe, ausgeglichen.

Der Bogen hat jetzt bei 28“ 43#, ohne stacking. Ziel war 40-max.45# Sehnenwinkel nicht optimal, stört aber nicht.

Geplant ist jetzt kein weiteres Tillern trotz einiger Ungleichheiten. Es kommt die Endbearbeitung (minimal Kanten, dann Nocks, Griff) und nochmal Prüfung am Tillerstock, ggf. Nacharbeit. Nach etwas Einschießen nochmal Check, dann Ölen und Präsentation.

Set reindrücken:
kpl Set in oberen WA einbiegen bei 11 Bearbeitg.JPG
Momentanstand, ohne Endbeareitung (Griff, Nocks, Kanten leicht runden), Foto bei meinem persönlichen Auszug von 29", unterer WA links:
Kpl nach 16 Bearbtg AZ ca 29 Zoll Ob WA re B FC.JPG
Grüße
Windkanter
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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

Beitrag von Bogenbas »

Windkanter hat geschrieben: 03.03.2026, 19:54 Set reindrücken:
Mir blutet das Herz :-[
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Bogenbas
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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

Beitrag von Bogenbas »

Ich weiß, am Tiller willst du nichts mehr ändern, aber meine Einschätzung geb ich dir trotzdem, einfach als Hilfestellung für die Zukunft.
Kpl nach 16 Bearbtg AZ ca 29 Zoll Ob WA re B FC.JPG
Die roten Stellen biegen zu viel und die grünen dürften mehr biegen.
Bei deinem Bogen dominiert die Biegung im rechten Wurfarm sehr mittig und links ist ne kleine Schwachstelle.
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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

Beitrag von Windkanter »

Hallo Bogenbas,

weiss ich , ist sehr einfach zu sehen. Beim rechten WA halte ich die mittige Biegung (rot) für zu gering, nicht für zu stark.

Set reindrücken in den einen WA halte ich schon für richtig, da in den anderen WA auch ungewollt irgendwie, ev. bei Aufspannen Set reinkam, der vorher nicht da war. Schön ist das nicht, aber mit ungleichem Set gleich am Anfang zu tillern halte ich für nicht richtig.

Habe ca. 30mal geändert/getillert, Du must die Startbedingungen mit bedenken: die WA´s leider mit minimal unterschiedlichem Winkel auf den Griff gespleisst, trotz geführter Klebung. Nachflicken an der Spleissstelle. Dann der frühe Set des einen WA´s, was weiss ich warum. Beide O.O.-Latten haben bauchseitig eine sehr ungleiche wellige und bei Bearbeitung schnell wechselnde Schichtstruktur an der Oberfläche mit angeschnittenen festen und weichen Schichten.
Das ist für mich der mit Abstand schwierigste Bogen bisher und ich meine ziemlich viel herausgeholt zu haben.

Natürlich könnte ich am Tiller so lange noch was ändern, bis optisch äusserlich alles gut aussieht, irgendwann bin ich deutlich unter 40#, Brennholz. Z.B. die inzwischen wieder zu steif gewordene Stelle mittig am rechten WA habe ich seit Anbeginn versucht auszugleichen, man muss dann halt den linken WA auch immer schwächer machen, usw.. Eine völlig exakte äusserliche GEometrie bei im Innern sehr ungleichen Wurfarmen und sehr dünn auslaufenden festen Schichten neben weichen Schichten mit kommendem ungleichen Set, die wahrscheinlich auch ungleich werfen, bedingt nicht in jedem Fall einen exakt schießenden Bogen. Dann noch Thematik ungleiche Masse der WA´s bei einseitigem Tillern.

Diese Bogenherstellung hatte einen guten Lerneffekt, für mich als Anfänger bei diesem Bambus-O.O.-Bogentyp. Meist lernt man aus Fehlern oder Problemen mehr, als bei Sachen die glatt laufen. Jetzt schaun wir mal, wie er schießt, momentan sehe ich ihn als mäßig gelungen aber (noch) nicht misslungen an und sehe das Ganze recht locker.

Grüße
Windkanter
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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

Beitrag von Bogenbas »

Windkanter hat geschrieben: 04.03.2026, 00:46 Beim rechten WA halte ich die mittige Biegung (rot) für zu gering, nicht für zu stark.
Willst du vielleicht noch erläutern warum du das denkst?
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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

Beitrag von Windkanter »

@Bogenbas:

Ja, Du hast recht, der rechte WA ist tatsächlich mittig zu stark gebogen. Hab in MS-Word mal Oval-Formen drübergelegt (sollte man öfters machen) und war schon sehr irritiert. Ich mache den linken WA jetzt minimal mittig stärker biegend, als Angleich, das könnte sich mit der Ziel-Zugkraft noch ausgehen.

Die WA´s bilden reflex einen Winkel von ca. 170 -173°, der linke kommt leider etwas schräger als der rechte aus dem Griff. Wenn sich beide WA´s biegen, stehen sie bei Winkel 180° schon unter etwas Biegung. An Spleisstelle u. fadeout noch was dünner zu machen, lasse ich mal.

Weiter vom fadeout weg noch was wegzunehmen, entscheide ich, wenn mir mit o.g. Biegeausgleich die Zugkraft nicht zu sehr wegläuft.

Grüße
Windkanter
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