acker hat geschrieben:
Ja aber genau das meine ich ja!
Sie hat trotz relativen 12cm set : keine Stauchrisse und gute Wurfeigenschaften
Nun andersrum gedacht:
Baue einen selfbow aus trockener Ulme der 12 cm set bekommt...gleiches Zuggewicht wie Perrybogen.
Wie sehr muß dieses arme Holz dann gequält werden...bzw wird es wohl dann absolut von Stauchrissen verseucht sein und selbst wenn nicht würden die Wurfeigenschaften wohl deutlich unter dem Niveau liegen.
Vermutlich ähnlich wie es unter dem Bambus leiden musste.
12cm müssen nicht gleich Stauchrisse bringen. Wenn der Set sich schön über die ganze Länge verteilt braucht es da keine kleinen Radien. Vergleichbar wäre vielleicht von 8cm natürlichem Reflex auf 4cm Deflex. Die Wurfeigenschaften leiden klarerweise, aber daß der Reflex rausgeht ist nicht ungewöhnlich, oder?
Die Frage ist, ob bei normalem Tillern überhaupt gleich viel Set wie unter Perryreflex auftritt. Der Hartriegel aus dem Saplingbogenturnier hatte glaub ich so 10cm natürlichen Reflex, fertig dann 0cm. Die Ulme mit Bambusbacking hatte 8cm Vorspannung, die auch auf 0 zurückgegangen ist. Es zeigten sich dann aber 12cm Set. Es wäre jetzt interessant zu wissen, wieviel Set der Hartriegelbogen zeigen würde, wenn der Rücken weggehobelt wird, aber das werd ich nicht machen. Nicht bei dem. Sonst hab ich leider keinen Bogen mit ordentlichem natürlichem Reflex.
Ich hatte übrigens mal Kirsche unter Hickory mit ~3cm Perry Reflex und 8cm durch starre Recurves. Ein Wurfarm war leicht stärker als der andere. Ich hatte den als unteren im Sinn, bis er plötzlich und ohne Vorwarnung an einer Stelle geknickt ist. Es war ein einzelner sauberer Stauchriss, der bis zum Hickory durchging. Ich hatte den Bogen davor abgespannt um zu schaben. Der Wurfarm zeigte keine Formauffälligkeit. Im Warmziehen dann der Knacks. Dabei war ich vielleicht bei 12" Auszug. Sowas kann natürlich passieren, aber ich meine eben, daß ein höherer Perryreflex sich nicht positiv ausgewirkt hätte, sondern im Gegenteil das ganze schon viel früher gekracht hätte.
Ich denke, wir sollten zwei Bellyleisten hobeln und mit Bambus verleimen. Einmal gerade, einmal mit Perryreflex. Ein Ende kommt in den Schraubstock, auf das andere kommt eine Schraubzwinge oder sowas um Siyahs zu simulieren. Dann werden beide "Wurfarme" über denselben Radius gebogen. Das muss nicht so extrem sein, wie es im Artikel von Micha Wolf im Reflexbogenbuch mit einem Kompositwurfarm gezeigt wird (ich hab das übrigens live gesehen, das ist echt unglaublich, was Sehne/Holz/Horn aushalten kann), aber die Belastung sollte doch entsprechend sein. Danach wird man sehen, welches Holz mehr gelitten haben wird.
Um nochmal auf die ursprünglichen Frage zu kommen: Wenn es denn unbedingt ohne Horn sein soll (Squid hat recht, mehr als 50€ kostet das Material nicht. Ein paar Hochlandrinderhörner habe ich z.B. für 25€ fertig ausgelöst bekommen), dann wäre ein angulares Design ein guter Start. Sowas wie der hier:
http://www.grozerarchery.com/htm/assir/assir.htm
Gruß,
Daniel