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Re: Englische Pfeile gegen Eisenplatte
Verfasst: 08.07.2010, 18:04
von Grachus
Erstmal @ Falkenstadl WO ibt es Schaftmaterial?
So, nun zur Weiterführung:
Habe heute einen Bodkin allá Hermanski kombiniert mit einer 1cm Buchendübelstange auf 1,5mm dickes Bleck geschossen. Erneut brach die Spitze nach 3 Schüssen ab, und der Pfeil ging NICHT durch.
Ich werde morgen nach Holland fahren, und mir dort eigene an meiner Esse schmieden, und die mit 12mm Buchendübeln kombinieren.
Die Pfeile fliegen gut, aber selbst die Buche gab schnell den Geist auf.
Mfg
Grachus
P.S. JA ich habe beim kauf auf Aststellen, innenliegende Jahresringe etc geachtet.
Re: Englische Pfeile gegen Eisenplatte
Verfasst: 08.07.2010, 20:40
von loxley
Wie weit weg warst du und wie hast du die spitze geschossen,rund oder gefeilt-ist der einschlag tiefer?
Re: Englische Pfeile gegen Eisenplatte
Verfasst: 08.07.2010, 22:13
von Grachus
Entfernung etwa 10 Meter mit einen 80 Lbs Bogen, die Spitzen waren Eckig gfeilt, so wie eu es mir geraten hattest Loxley.
Der Einschlag war etwas tiefer als bei komplett Rund, ja, aber trotzdem brach nach 3 Schuss die Spitze weg, was mich herbe enttäuschte.
Mfg
Grachus
Re: Englische Pfeile gegen Eisenplatte
Verfasst: 08.07.2010, 22:31
von RobertGraf
... jetzt nochmal ohne Flachsen - ist 1,5mm nicht einwenig zu heftig? Wenn man duch eine Ritterrüstung schießen möchte (und ich nehme an, diesen Sinn haben eure Versuche), hat man doch dünneres Material, oder? Wie dick waren die denn so im Schnitt??? Hat da jemand verlässliche Messwerte?
Schöne Grüße...
Robert
Re: Englische Pfeile gegen Eisenplatte
Verfasst: 08.07.2010, 22:47
von Heidjer
1,5 mm halte ich schon für realistisch, im Bereich der Brustpanzerung sogar für zu dünn. Der Bereich sollte einen Lanzenstoss aushalten.

Ich habe mir im Osnabrücker Museum mal die Brustpanzer aus dem 30jährigen Krieg angeschaut, die kamen auf 6 mm Stärke und haben dennoch Löcher! Wenn auch von Musketen oder Geschützen mit Schrotladung.
Gruß Dirk
Re: Englische Pfeile gegen Eisenplatte
Verfasst: 08.07.2010, 22:51
von Grachus
Also ich habe hier ein Rüstungmacher Buch (habe früher selber Plattenrüstungen hergestellt).
Der Autor sagt (seines Zeichens selber Rüstungsschmied) das die dicke der Brustplatte bei 1.0 mm liegt was 20 Englichen Gauges entspricht, und auch zum umfalten von Schilden genutzt wird.
Jetzt sollte man meinen 0,5mm machen den Braten nicht fett! Aber bei Metall ist es ja genau ander herum, gerade DIE 0,5mm machen den Braten fett.
Ich werde dann also los gehen, und mir eine 1mm Stahlplatte besorgen, nachdem ich neue Spitzen habe.
Dirk hat es mir nun ein bisschen erklärt, er sagte mir man bräuchte eine scharfe Klinge um den Stahl zu durchdringen, da die normalen Bodkins durch den Keil zu viel Kraft verteilen, und den Stahl höchstens verbeulen.
mir kommt es dann aber irgendwie komisch vor, das Loxley mit seinen Pfeilen (selbe Bauart) Pfannen mit relativ dicken Boden durchschiessen kann.
Mfg
Grachus
(dazu muss erwähnt werden das der Buchautor 1 mm empfiehlt, da Brustpanzer oft sehr stark gebogen werden, und das mit 1mm besser umsetzbar ist).
Re: Englische Pfeile gegen Eisenplatte
Verfasst: 08.07.2010, 22:56
von Heidjer
Der liebe loxley soll mal einen Magneten an seine Bratpfanne halten!
Nicht das er auf eine Alupfanne schießt.
Gruß Dirk
Re: Englische Pfeile gegen Eisenplatte
Verfasst: 08.07.2010, 23:01
von loxley
Ich bin nun auch etwas verwundert. Also ich gehe davon aus das dein bogen zwar die kraft aber vielleicht nicht die nötige geschwindigkeit zur penetration aufbringt. Sprich das der bogen eventuell in den tipps nicht die nötige wurfkraft auf den pfeil umsetzt. Das wäre für mich mal eine erklärung. Dann die art der penetration. Ich habe schon versucht,sowohl aus 15 und auch aus 20mgrade auf die pfanne zu halten. Als drittes wäre für mich die art des versuches wichtig. Meine spitze war unbeschädigt und der schaft hatte keinerlei bruch -oder sonst-stellen. Einzig durch das barrelnist die eindringtiefe beschränkt gewesen und da war ein druckring um den schaft.
Re: Englische Pfeile gegen Eisenplatte
Verfasst: 08.07.2010, 23:08
von RobertGraf
... also ich stelle mir gerade eine Brustpanzerung mit Teflon-Beschichtung vor...

6mm sind natürlich gewaltig

.
Könnte es nicht sein, dass Pfeile und Bogen nicht gut zusammen passen, und die Pfeile dadurch etwas schief auf die Platte prallen? Wenn sie nicht ganz gerade ankommen,
MUSS die Spitze wegbrechen, denke ich jedenfalls.
Schöne Grüße...
Robert
Re: Englische Pfeile gegen Eisenplatte
Verfasst: 08.07.2010, 23:10
von Grachus
Sonst halte doch mal einen Magneten an die Pfanne @ Loxley, wenn magnetisch dann Eisen, wenn nicht, dann Alu.
Mfg
Grachus
Re: Englische Pfeile gegen Eisenplatte
Verfasst: 08.07.2010, 23:11
von loxley
@dirk.....du das war das erste was ich gemacht habe. Werd aber morgen sofort den versuch wiederholen,mit ner platte und so,den versuchsaufbau filmen und das resultat reinstellen. Hoffe ich bekomm das zeitlich hin...
Re: Englische Pfeile gegen Eisenplatte
Verfasst: 08.07.2010, 23:34
von Grachus
@ RobertGraf
Keine Ahnung, also die Spuren wiesen darauf hin, das die Pfeile sehr gerade aufkamen.
Schnell fliegen tun sie auch, ich habe kaum losgelassen und höre dann schon PENG!
Wenn ich nicht gerade mit meiner 80er Robinie schiesse, schiesse ich meinen 90er Nymad Bogen, also beide Gewichte sind ausreichend für MEtallpenetration.
Mfg
Grachus
Re: Englische Pfeile gegen Eisenplatte
Verfasst: 09.07.2010, 01:48
von loxley
So.-hab mir dann noch mal einen zusammengezaubert. Länge über alles 33 zoll.spitze hermanski bogenschop,gefeilt. Federn volle länge,8 zoll abgelängt. Gewikelt. Spitze nicht augeleimt,nur aufgesetzt. Gebarrelt. Gewicht ist 68 gramm. Bild kommt.bauzeit 17 min.
Re: Englische Pfeile gegen Eisenplatte
Verfasst: 09.07.2010, 03:11
von eddytwobows
Ähhmm...räusper...
Wollte nur mal kurz anmerken, auch auf die Gefahr hin, verhauen zu werden

, daß die normalen, spitzen Bodkins "eigentlich" hauptsächlich gegen leicht und mittlere gepanzerte Infantrie eingesetzt, bzw. gedacht war, sprich gegen Kettenhemden u.ä. ... die können von diesen Dingern nämlich hervorragend förmlich "aufgesprengt" werden...
Klar, daß so ein Teil bei entsprechend dichter Entfernung, hoher Geschw. und Zuggewicht natürlich auch einen Plattenpanzer zu durchschlagen vermag, aber ich denke mal, daß das dann doch wohl eher, mehr oder weniger "aus Versehen" passiert ist, als das es denn die Regel war...
Für eine mittelschwere Plattenpanzerung denke ich auch mal, daß da eine Spitze mit Klinge wesentlich effektiver wirken dürfte, was Dirks Versuche mit dem Türblatt ja auch durchaus nachvollziehbar erahnen lassen... obwohl, bei einem 6mm Brustpanzer dürfte da der Lärm beim Aufprall wohl der unangenehmste Effekt gewesen sein...
Grüße
etb
Re: Englische Pfeile gegen Eisenplatte
Verfasst: 09.07.2010, 07:18
von Faltenhemd rigoros
Grachus hat geschrieben:
Sonst halte doch mal einen Magneten an die Pfanne @ Loxley, wenn magnetisch dann Eisen, wenn nicht, dann Alu.
Mfg
Grachus
Bei nichtmagnetisch kann's aber auch Edelstahl sein. Am Gewicht sollte Loxley das aber unterscheiden können.
Gruss, Falti