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Re: Das perfekte Gleichgewicht
Verfasst: 02.07.2011, 14:37
von Holzfäller
danke für die vielen antworten!
ABER:@walta
man dachte schon vor zweihundert jahren man hätte Pi fertigberechnet und das thema wäre abgeschlossen!
eddison wurde für bescheuert erklärt,als er Licht ohne feuer machen wollte!
galileo wurde ketzer genannt,als er behauptete,die erde drehe sich um die sonne
überzeugt,dass es auch noch was anderes gibt als das alte,konservative???
Ich fass mal zusammen:
Man kann eigentlich alle zahlen beim Bogenbau vergessen
Ich komm jetzt mal auf den punkt,an dem ich schon seit Tagen rumrechne/träume
ich will einen extrem überdimensionierten bogen aus (sagt ja nichts

) Birke bauen
jetzt springen mir bald alle erfahrenen Bogenbauer in den nacken
ich bin ein selbstgekrönter alternativ-Bogenbauer
ich habe seit einiger zeit mit birke herumexperimentiert(s. how-to-bereich) und bin jetzt drauf und drann
einen neuen zu bauen
da aber garantiert alles glatt gehen soll,hab ich hier mal nachgefragt,wass alles möglich ist,um zwar ein gutes zuggewicht zu erreichen,aber auch eine schöne elastizität zu erreichen
Meine überlegung:
1.der Bogen wird extrem lang(über 2m)
2.Er wird min. 5cm breit
3.Ich zeig unseren weisen(nicht weißen) bogenbauern im Forum immer mal wieder den fortschritt und hoffe auf hilfreiche kritik
das Holz dazu liegt schon parat
ein 2,3m langer Birkenstamm mit 15cm Durchmesser und wenig ästen,dazu noch schnurgerade und ein jahr lang im heizungskeller getrocknet,aber(komischerweise) ohne Trocknungsrisse
Jetzt isses raus
LG
Holzer
Re: Das perfekte Gleichgewicht
Verfasst: 02.07.2011, 14:40
von Mandos
da aber garantiert alles glatt gehen soll
Zu garantieren ist gar nichts!
Re: Das perfekte Gleichgewicht
Verfasst: 02.07.2011, 14:45
von Holzfäller
zu sagen,dass gar nichts garantiert werden kann,kann auch nicht garantiert werden
Re: Das perfekte Gleichgewicht
Verfasst: 02.07.2011, 14:48
von kra
aber ich rede hier von keiner formel,bei der ich sagen kann:
"mein bogen wird 1,80m lang,4cm breit und 45lbs. stark"
ich will eher sagen können:
"mein Bogen hat derzeit ein zu hohes zuggewicht!Wenn ich noch 2mm abtrage,verliere ich noch soundso viel zuggewicht"
Die dazu nötigen "Formeln" findest du in meinem ersten Post hier.
Wenn du einen optimalen Bogen willst mach das nicht:
Ich will einen extrem überdimensionierten bogen aus (sagt ja nichts

) Birke bauen
Und wenn du experimentieren willst um Erfahrung zu gewinnen, mach das:
Ich will einen extrem überdimensionierten bogen aus (sagt ja nichts

) Birke bauen
Das allerdings kann dir niemand garantieren:
da aber garantiert alles glatt gehen soll
Wir können dir aber garantieren, das nicht alles glatt gehen wird...

Re: Das perfekte Gleichgewicht
Verfasst: 02.07.2011, 14:59
von Holzfäller
Hier kann ich noch was lernen
inwiefern ist ein überdimensionierter bogen schlecht?
Re: Das perfekte Gleichgewicht
Verfasst: 02.07.2011, 15:03
von walta
süsse Vergleiche.
Die Zahl pi ist von den Griechen entdeckt worden - oder? Wenn die damals bereist Computer hätten dann wären sie bereits damals klüger geworden (zum Bogen könnte man sagen vielleicht gibt es mal ein Messgerät welches das Holz optimal ausmessen kann).
Edison war damals der einzige der sich mit dem Thema beschäftigt hat (im Gegensatz zum Bogenbau) und hat Jahre gebraucht um zu einem Ergebniss zu kommen (und war auch nicht alleine bei seinen Vorschungen) - wenn wir uns jetzt alle zusammensetzten würden und das nächste Jahr nur diese eine Formel suchen vielleicht finden wir was brauchbares.
Galileo hat etwas erforscht was damals nicht erklärbar und greifbar war. Einen Bogen verstehen und begreifen wir inzwischen.
Du redest von Forscher die nur diese eine Sache erforscht haben. Die sich Jahrelang nur mit dieser einen Frage beschäftigt haben.
Es kann schon sein das es eine perfekte Formel gibt. Die Frage ist:
Gibt es bereits die notwendigen Messinstrumente um zu den notwendigen Daten zu kommen?
Kann man so eine Formel auf die schnelle aus dem Ärmel zaubern?
es wäre wünschenswert - derzeit schaut es aber leider nicht danach aus.
walta
Re: Das perfekte Gleichgewicht
Verfasst: 02.07.2011, 15:04
von walta
Ein überdimensionierter Bogen ist nicht schlecht. Es ist aber auch nicht optimal. Das sagt ja schon der Name "über"dimensioniert.
walta
Re: Das perfekte Gleichgewicht
Verfasst: 02.07.2011, 15:32
von Holzfäller
das ist jetzt ein bisschen zu wenig
was wäre denn dann optimal?
ich verstehe unter überdimensioniert:Ein Bogen,dessen maximale Zuglänge weit über der benötigten liegt
(so hat es übrigens auch paul comstock beschrieben)
und zu galileo:was man versteht,kann man auch berechnen oder in eine verhaltensweise einordnen
es gibt keinen gegenstand auf dieser welt,die quaks(das derzeit kleinste teilchen des universums) ausgenommen,
der nicht irgendeiner gesetzmäßigkeit folgt
interessante debatte
gruß
Holzer
Re: Das perfekte Gleichgewicht
Verfasst: 02.07.2011, 16:07
von pollux
Überdimensioniert kann auch heissen, viel länger als benötigt. Oder breiter.
DEN optimalen Bogen gibt es eben nicht, erst wenn du für dich definiert hast, was dein wichtigstes Kriterium für nen Bogen ist, aber das wurde ja oben schon erwähnt.
Wenn du hier nen Bogen aus Birke anstrebst, springt dir bestimmt keiner in den Nacken. Probier dich aus, das ist das Beste, was ein Bogenbauer machen kann.
Hier findet man immer wieder Sachen von Leuten, die nie jemand für möglich gehalten hätte. Haselwarbows, ein Bogen aus Efeu, auch Birkenbögen wurden hier schon gezeigt. Kannst ja mal in der SuFu danach Ausschau halten.
Was dein Anliegen zu DER EINEN FORMEL FÜR ALLE BÖGEN angeht, wenns so einfach wär, gäbe es viel weniger Bogenbauer, denn die Unberechbarkeit des Holzes, all die kleinen Fehler, Makel, Schwierigkeiten mit dem das zu verbauende Holz aufwartet, macht den Reiz ja aus. Man lernt von jedem Stück Holz etwas anderes und kaum hat man vermeintlich schon sehr viel gelernt kommt wieder was, mit dem man nicht gerechnet hätte.
liebe Grüsse
polly
Re: Das perfekte Gleichgewicht
Verfasst: 02.07.2011, 17:40
von Mike W.
Überdimensioniert= zu viel nutzlose Masse= wirft wie 'ne nasse Nudel!
Ich versuche ( außer im Griffbereich) soviel Masse wie nur geht vom Bogen zu nehmen!
Und wo soll das Birkenproblem sein? Bei mir wartet auch Eine auf eine mechanische Diät, ich komme nur nicht dazu, weil mir momentan andere Versuche wichtiger sind.
Wenn ich da weiterbaue wird der Bogen aber nicht länger als 1,8m.
lieber klebe ich notfalls ein Facing( Holunder oder Mirabelle oder.............)
Ach so, viel lang bedeutet auch viel dick, sonst fehlt die Kraft( sind wir wieder bei der Masse

)
Gruß Mike
(Tipp: Bau nicht zu lang, aber breit und flach.)
Re: Das perfekte Gleichgewicht
Verfasst: 02.07.2011, 19:12
von Holzfäller
das mit dem facing iss ne gute idee
aber ist eine größere dicke nicht gut für höheres zuggewicht?
das facing verstärk es nochmal
kannst du mir eine art anleitung schreiben(oder nen Link)
Ich hab nämlich noch nie facing angebracht
LG
holzer
Re: Das perfekte Gleichgewicht
Verfasst: 02.07.2011, 20:05
von laurin
wenn Du Deinen Bogen berechnen willst, mach einen Biegetest mit dem Holz. Wenn ich richtig gelesen hab, hast Du 2,3 mtr mit 15cm Durchmesser. Schneid die 30 cm ab, und spalte sie in gleichmässige rechtwinklige Leisten. Am besten mit unterschiedlichen Stärken. Die Leisten biegst Du dann mit einer Zuggewichtswaage und beobachtest und notierst Dir genau was wann passiert. Ab welchem Radius bei welcher Kraft bildet sich Set und ab wann bricht eine Leiste.
Scheu Dich nicht davor auch Leisten aus dem Kern zu verwenden -> stehende Jahresringe biegen.
Wenn Du ermittelt hast bei welcher Stärke die Birke versagt, kannst Du anhand Deines Auszuges errechnen wie lang Dein Bogen sein muss. Wenn Du sehr dünn bauen musst, musst Du halt den Bogen breiter bauen um auf Dein Zuggewicht zu kommen.
Ist er dann zu stark, tillerst Du ausschliesslich über die breite.
Den Stamm würde ich in drei Teile sägen oder spalten, dann hast Du mindestens 4 Versuche für Deinen optimalen Birkenbogen.
viel Erfolg
Re: Das perfekte Gleichgewicht
Verfasst: 02.07.2011, 20:07
von Mike W.
In deinem Fall bietet sich das an, weil die langfaserige Birke meist ordentliche Zugwerte bringt.
Bei einer Gesamtlänge von 1,8m würde ich den Griffbereich samt Fadeout ausmessen und markieren.
Dann die Wurfarme bauchseitig von 4mm an den Enden auf 6mm an den Fadeouts Tapern, mit sanft geschwungenem Übergang bis zum Griff.
Das Ganze möglichst völlig eben!( außer Fadeouts natürlich) Danach brauchst du ein druckstarkes Holz zum dahinterkleistern. Hier wäre ( einheimisch) Holunder meine erste Wahl und Obsthölzer( Zwetschke, Mirabelle, Apfel) die Zweite.
Davon benötigst du 2 Leisten von ( geschätzt) 6-7mm. Diese biegst du, im Fadeoutbereich, mit Hilfe von Wärme vor und zwar so, das du die beidseitig erhitzten Leisten mit Zwingen anpasst. Dabei ein Brettchen oder ähnliches zum Schutz des Rückens verwenden. mehrmals erwärmen und unterlegen eines 3-4mm dicken Holzstückes am oberem Fadeoutende ist sicher von Vorteil,
Weil das Holz ein Stück weit wieder nachgibt. Dann kleisterst du das zusammen.
Nu kannste erstmal die Breite runtertillern bis dir gefällt und dann über die Dicke.
Wegen der Materialstärke warte noch andere Meinungen ab. das war aus'm Bauch raus, wie ichs machen würde.
mfG Mike
gerade gesehen:
Ist er dann zu stark, tillerst Du ausschliesslich über die breite.
Ist normal richtig! Nur bei der eher schlechten Druckverträglichkeit von Birke würde ich es, beim Birkenselfbow, nicht riskieren.
Re: Das perfekte Gleichgewicht
Verfasst: 03.07.2011, 10:29
von Archive
Blödsinn. Mit Hartholzfacing ist es kein Birkenbogen mehr.
Re: Das perfekte Gleichgewicht
Verfasst: 03.07.2011, 11:46
von tscho
So,hallo
Nu muss ich meinen Senf auch mal dazugeben.
1. Ich bin FROH dass man im Bogenbau nix berechen kann !
2. Vergesst die Berechnerei
Zu 1.
warum ? weil das so ziemlich das einzigste ist was heute nicht zerrechnet und Industriell aufgeschlüsselt und zerdröselt und verformelt werden kann und echte Erfahrung voraussetzt.Wenn jemand von sich sagen kann,ich bin Bogenbauer,ist das was das Respekt verlangt.Denn dieser jenige hat sichs durch Höhen und Tiefen über jahre angeeignet.Und - kein Student kann seine Formelsammlung aufschlagen Holz kaufen und sich nen Bogen bauen.(nen guten)
Jahrtausendelang war die Menschheit begleitet vom Bogen,das Wissen zum Bogenbau wurde von Generation zu Generation
mündlich weitergegen ich finde dies verlangt Ehrfurcht und Respekt es dabei zu lassen.Ansonsten wird auch dieses irgendwann industriell ausgeleiert und verkommt zu Massenware.
Zu2.
Warum ?
Es muss nicht jedes Geheimniss gelüftet werden.Wenns Tabellen,Formeln und Listen gäbe existierte dieses Forum nicht.
Der Reiz des Bogenbaus wär verloren.
Und im Übrigen........es wird eh nicht möglich sein ne Formel zu erstellen
Gruß
tscho