Dieses Wochenende wars soweit, endlich gehts weiter mit dem Teil und was soll ich sagen, es war ein ganz besonderes Erlebnis mit dem Teil zu kämpfen, nix für schwache Nerven ein Osage Stave mit derartig perversem Reflex
Wie oben schon beschrieben hab ich die Kontur des Bogens vorsichtig rausgearbeitet und die Dicke auf tillerbares Maß reduziert.

- was für ein Kipferl

- und noch aus einer anderen Perspektive
Das war das Ergebnis dieser Maßnahme
Na dann rauf auf die Tillerwand, kleines Problem dabei, der bogen steht mit seinen Tips an der Decke an und ich muss ihn mit etwas Gewalt reinpressen, aber so hält er wenigstes zum fixieren, ich hab absichtlich den Griff auf voller Wurfarmbreite belassen und an der Unterseite plangehobelt, so kann ich das Ding mit einer Zwinge fest mit der Tillerwand verbinden, das ist unbedingt notwendig bei dem Reflex, er würde sonst unweigerlich umschlagen, und mit etwas Pech mich bei der Gelegenheit OK schlagen.
Ich wollte eigentlich ein Foto von den an der Decke anstehende Tips machen aber just bei dem Foto hat meine treue Werkstattkamera den Dienst quitiert (nach drei Jahren im Staub auch kein Wunder)
Deshalb sind auch die nachfolgenden Fotos etwas unscharf weil ich mit dem Handy fotografieren musste

- wer schonmal mit reflexen Staves gearbeitet hat kann sich vorstellen was da Zug drauf ist
erster Vorsichtiger Auszug zeigt ein wenig Ungleichgewicht der Wurfarme

- schon etwas besser

- noch ein wenig besser
nun gings ein paar Stunden mit tillern dahin uns schließlich ist die Standhöhe erreicht. Dieser Bogen wäre ohne mein einhängbares Stahlseil mit den Wantenspannern in diesem Augenblick unweigerlich zerstört worden, beim langsamen Übergeben des Zugs auf das Stahlseil hab ich sofort gemerkt dass ein Wurfarm viel zu stark ist, dieses Ungleichgewicht wirkt sich bei so starkem Reflex auf Standhohe fatal aus, der stärkere Wurfarm streckt sich und wäre sicherlich umgeschlagen hätte ich nicht sofort wieder mehr Zug auf die lange Tillersehne gegeben.

- endlich im Gleichgewicht
Es war reichlich schwierig ein exaktes Gleichgewicht der Wurfarme herzustellen, schon Abweichungen die bei einem geraden Stave gerade mal messbare Untschiede in dem Sehnenabstand oberhalb und unterhalb des Griffs ergeben, führen hier zu deutlich sichtbarer Asymetrie.
Nachdem das Gleichgewicht hergestellt war konnte ich den Bogen auf Standhöhe vom Tillerbaum nehemen, und welch Wunder der Sehneverlauf liegt mittig im Griff, das ist bei dem Reflex und dam snaky Verlauf schon fast ein Wunder und gleicht einnem Lottogewinn.

- vorsichtig geht es weiter, ich stelle fest das Zuggewicht ist viel zu hoch
also wird gleichmäßig abgenommen um Zuggewicht zu reduzieren.
Dies was gestern Samstag und zu dem Zeitpunkt hatte ich ohne Pause 10 Stunden an dem Bogen gearbeitet

- bei diesem Auszug dann ein verräterisches Knastern im Gebälk
Panik!

- schnell runter vom Tillerbaum und genaue Inspektion
an der seitlichen Verwerfung des einen Wurfarms ist seitlich ein Riss aufgetreten, ich bin frustriert und geh ins Bett, ich denk mir das schau ich mir morgen in Ruhe an.