Komposit bauen nur um des Bauens willen

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acker
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Re: Komposit bauen nur um des Bauens willen

Beitrag von acker »

Ja, ab einem ca Zuggewicht von 60# gewinnt der Sehne Horn Komposit langsam Oberwasser , je weiter man allerdings runter geht mit dem Zuggewicht, je schwieriger hat er es mit einem konventionellen Bogen mitzuhalten.
Der junge Mensch lernt, was die Erwachsenen wissen und verlernt was er als Kind gewusst hat.
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Arry
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Re: Komposit bauen nur um des Bauens willen

Beitrag von Arry »

acker hat geschrieben:Ja, ab einem ca Zuggewicht von 60# gewinnt der Sehne Horn Komposit langsam Oberwasser
Das ist auch mein Stand. Und erst recht so ab 80lbs, da werfen Kompositbögen den selben Pfeil schneller als ein vergleichbarer Holzbogen. Osmanische Kriegsbögen kamen wohl bis an die 300fps (meine ich bei Swoboda gelesen zu haben), allerdings mit recht leichten Pfeilen die auch mal beim Aufprall brachen.
Peter Dekker und Magen Klomp haben einen Manchubogen von 80lbs durch den Chrono geschossen (mediterran, aber mit einem schweren Manchu-Pfeil) und kamen, wenn ich mich recht erinnere, auf 195fps. Ein etwas -schwererer- Warbow lag da mit dem selben Pfeil um ca 10fps oder so drunter.
Wenn ich groß bin, will ich ne richtige Werkstatt.
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deckelsmoog
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Re: Komposit bauen nur um des Bauens willen

Beitrag von deckelsmoog »

Snightlo hat geschrieben:............ Siyahs aus Robinie habe ich schon vor 2 Monaten gebaut.
Das ist schön,
aber aus Robinie werden die schwerer als nötig, und es muss gut entfettet und am besten leicht aufgerauht werden, damit das gut hält.
Würde an deiner Stelle Ahorn nehmen.
Habe noch keinen gebaut, aber schon viel gelesen und sammle fleissig Material.
L.G. deckelsmoog



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Re: Komposit bauen nur um des Bauens willen

Beitrag von Snightlo »

Oke, vom Gewicht bestimmt nicht optimal, für den ersten der ja bestimmt nicht optimal wird sollte es reichen. Ahorn habe ich auch noch da. Das schöne an der Rohinie war die Super leichte Verformung mit der HLP. Die Siyahs habe ich parallel zu einigen Rattanbögen gemacht gehabt. Hier einen Recurve gebogen, wärend der abkühlt eine Schicht robinie gebogen usw.
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Chirion
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Re: Komposit bauen nur um des Bauens willen

Beitrag von Chirion »

@Snightlo du kannst Siyhas aus Robinie dünner machen als welche aus Ahorn weil Robinie steifer ist. Wenn du da nicht mehr Material als nötig stehen läßt dürfte der Gewichtsunterschied minimal sein.
Chirion lehrt Pfeil und Bogen zugleich zu sein und eins mit dem Ziel zu werden

Den Bogen gespannt, durchstreifst du, der Beute entgegen, die Schattentäler der Nacht
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Re: Komposit bauen nur um des Bauens willen

Beitrag von Snightlo »

Oke danke für den Tipp. Wird zwar noch etwas dauern bevor ich dann den Reiterbogen angehe, aber schonmal eine Frage, wenn ich einen Massa Bamhus Komposit baue, brauche ich dann noch ein Gerüst aus Ahorn. Würde den Bogen ja vielleicht etwas leichter machen, oder wird direkt das Massa geformt, ich vermute mal mit Dampf, und dann geformtes oder ungeformtes Bambus draufgeklebt?
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Squid (✝)
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Re: Komposit bauen nur um des Bauens willen

Beitrag von Squid (✝) »

Mit Komposit hat Bambus-Massa wenig zu tun. Eher mit Laminatbogen.
Klar kann man den auch dreilagig bauen, allerdings tut das bei der Kombination nicht Not.

Was die Form des Bogens angeht: Es ist nicht möglich, die Kombination Bambus-Massa so zu formen, dass es aussieht wie ein Reiterbogen und dann auch noch so funktioniert. Einzig sinnvoll für einen leistungsstarken Bogen ist die Verleimung unter Spannung (--> Perryreflex).
Würdest du die Laminate vorformen, ginge erheblich Leistung verloren, weil der Biegebereich zu kurz würde. Ergebnis: Viel Set und viel totes Gewicht, dasss den Bogen träge macht.
Abgesehen davon kann man zwar Bambus ganz hervorragend mit Hitze oder Dampf biegen, das gilt aber nicht für Massa. Das Zeug ist nicht nennenswert formbar, egal wie lange du das heizt oder dämpfst.
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
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Neugier
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Re: Komposit bauen nur um des Bauens willen

Beitrag von Neugier »

Ich denke dass ein so komplexes System wie ein Kompositbogen unheimlich viel Erfahrung benötigt. Da wird es hunderte oder gar tausende Bögen brauchen um ein Optimum zu erreichen. Diese Waffen wurden für den Krieg entwickelt. Zum satt werden braucht man so was nicht. Heutzutage sind die gleichen Leute die früher Bogen bauten in der Entwicklung von Flugzeugen Raketen und was weiß ich noch allem beschäftigt. Da die Menschen heute sicher nicht schlauer sind als vor tausend Jahren kann man davon ausgehen dass diese Menschen damals Bögen bauten deren Leistung wir heute nur durch Zufall erreichen können.
Das Material das wir heute verbauen ist nicht so ausgesucht wie es früher möglich war. Ich stell mir das so vor Die Hörner der Kühe auf dem Berg soundso oder am Fluss soundso und die Sehnen aus der Region von den schwarzköpfigen Rindern sind einfach die besten die muss man mit dem Leim vom Stamm xy so verarbeiten. Der Urgroßvater hat es so gemacht der Vater hat dann ein neues System eingeführt aber ich mach die Siyas etwas länger weil ich das und das verändert habe und es so geht.
So stelle ich die Entwicklung vor.
Wir können uns dem nur nähern. Auf 80-90 %
Aber irgendwann bau ich den ultimativen Bogen mit 105 % Leistung. wartet es ab. ;)
Grüße
Matthias
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deckelsmoog
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Re: Komposit bauen nur um des Bauens willen

Beitrag von deckelsmoog »

Wenn jeder nur täte, womit er die Besten überträfe, würde wenig geschafft werden, würde ich meinen.?!
Ich hoffe Du wirst mir den 105% Bogen schenken Matthias ;D
O0
@ Chirion
Ja, klar, aber verkleben lässt sich Ahorn besser, meine ich.
Und ich bau irgendwann auch nen Komposit, auch wenn er lausig wird. Wen scherts?!
L.G. deckelsmoog



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Re: Komposit bauen nur um des Bauens willen

Beitrag von Lord Hurny »

Für mich als Anfänger ist es schon eine gewaltige Herausforderung das richtige Horn zu beschaffen und dann auch noch geeignete Streifen rauszuarbeiten, von der Verzahnung/Verklebung des Horns will ich noch gar nicht reden :-\ .
Ich bin aber sehr froh, dass hier einige kundige und findige Leute ihr Wissen preisgeben und mir die Arbeit mit unzähligen Tips und Tricks erleichtern :) .
lg,
Lord Hurny

der manchmal den Bogen überspannt...
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Re: Komposit bauen nur um des Bauens willen

Beitrag von Snightlo »

Oke ich dachte zum Thema Reiterbogen hier mal gelesen zu haben, dass Massa Bambus ein ebenso geeignetes Paar wäre wie Horn Sehne. Vllt bezog sich das nur auf auf die gute Zusammenarbeit nicht auf die Eignung für einen Komposit. Wurde aber , auch auf Seite 1 hier nochmal erwähnt.
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Squid (✝)
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Re: Komposit bauen nur um des Bauens willen

Beitrag von Squid (✝) »

Der Begriff "Komposit" bedeutet ja zunächst mal nur "zusammengesetzt", "zusammengestellt". Insoweit ist jeder Bogen aus 2 oder mehr Materialien ein Komposit.
Aaaaber: Im Bogenbereich wird mit Komposit eben der Reiterbogen bezeichnet, der mit den starken Krümmungen aus Holz, Horn und Sehne, sowie die diversen Bio-komposits und Plastikbögen.
Es wird also eher ein Bogentyp der Form nach beschrieben, als nach dem unrsprünglichen Wortsinne.
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
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Heidjer
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Re: Komposit bauen nur um des Bauens willen

Beitrag von Heidjer »

@ Snightlo, ja Bambus/Massa oder Bambus/Ipe ist eine fantastische Paarung, für einen Langbogen! Allein diese Kombination macht diese Biegeradien wie sie für Reiterkomposits nötig sind nicht mit.
Nach meiner Kenntnis gibt es keine Kombination von natürlichen Materialien die solch enge Biegeradien mitmacht wie Sehne und Horn ohne Schäden oder eine dauerhafte Verformung davon zu bekommen.

Die Kunst im Bogenbau besteht darin, die zur Verfügung stehenden Materialien bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit zu bringen und dafür ein Design zu finden, das genau zum Bogenschützen paßt. Dazu ist es wiederum nötig die Materialien und ihre Eigenheiten genau zu kennen, was uns wiederum zu der Aussage bringt: Bogenbauen lernt man nur beim Bogenbauen.


Gruß Dirk
Ein Pfeil, den Schaft gemacht aus der Pflanzen hölzern Teil, versehen mit eines Vogels Federn und einer Spitze, aus der Erde Mineral, wird von der Natur gern zurückgenommen.
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Re: Komposit bauen nur um des Bauens willen

Beitrag von benzi »

nochmal ein paar Gedanken zur Verfügbarkeit des Materials:

Horn und Sehne stehen in den Steppen im Überfluss zur Verfügung, wilde Yakherden sind Nahrungsquelle, domestizierte Yaks sterben in harten Wintern zahlreich.
Für hochwertige Bogen kann ein Trägerholz gehandelt werden für weniger hohe Anprüche steht einheimisches Holz zur Verfügung. (vergleiche "Steppenkrieger" Seite 380, Holzanalysen)
Beides ist für kurze WA leichter zu beschaffen.
Auch hochwertiges Holz konnte mit Sicherheit leichter gehandelt werden, wenn man nur kurze gute Stücke braucht, als wenn Staves für Langbogen hätten gehandelt werden müssen.
Und zum Handel: die Hochzeit der Seidenstraße lag bereits vor dem 10. Jahrhundert.

Grüße benzi
Kleine Waldelfen, die versuchen, unter dem Bast Schneeflocken ins Holz zu schnitzen?.....🥰🧚‍♀️ Benedikt
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Neugier
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Re: Komposit bauen nur um des Bauens willen

Beitrag von Neugier »

[quote="deckelsmoog"]Wenn jeder nur täte, womit er die Besten überträfe, würde wenig geschafft werden, würde ich meinen.?!
Ich hoffe Du wirst mir den 105% Bogen schenken Matthias ;D
O0
Ich kämpf immer um die Beste Lösung, sonst macht es keinen Spaß.
Wenns nicht klappt auch ok.
Kennste einer flog übers Kukuksnest . Da versucht Jack Nikolson den Waschtisch rauszureisen um ihn durchs Fenster zu werfen. Schafft er nicht.
Danach sagt er den entscheidenden Satz." Ich habs immerhin probiert."
Klar würdest Du von mir den Bogen bekommen. Aber zum Glück bist Du nicht drauf angewiesen, denn das kann noch ein wenig dauern. ;D
An einem Kompositbogen würde mir die Herausforderung Spaß machen.
Teilweise ist es aber auch schon wieder so kompliziert dass es kein primitivbogen mehr ist.
Grüße
Matthias
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