Diese Diskussionen sind immer das Selbe...
kommt der Eine und sagt: man sollte
mehr lokal produzierte Lebensmittel kaufen...
kommt der Nächste und sagt: man soll
nur lokal produzierte kaufen...
dann ein Weiterer man soll nur
lokal und bio produzierte kaufen...
wieder ein Anderer meint dann: nein, man soll auch nur
vegetarisch, lokal und bio...
bis dann einer kommt der nur
vegan, bio, lokal, roh, ayurvedisch,...
...und jeder schreibt dem Anderen vor was er zu tun oder lassen hat.
Noch ist das Essen von Arentinischem Rind, das Fahren von Sportwägen zum Spass, oder der Handel mit Tropenholz hier aber noch nicht verboten. Ich persönlich hoffe, dass es auch so bleibt.
Klar, kann, und soll, man sich Gedanken machen. Es gibt ja Alternativen oder auch Lieferanten die auf Nachhaltigkeit achten - gerade bei Holz aus Australien z.B. oder Altholz-Recycling usw.
Der Denkansatz ist gut und verschwenderisch sollte man mit überhaupt nichts umgehen.
Dass ich mir von Rissi z.B. nun aber schon Schuldgefühle einreden lassen soll, weil ich überhaupt Holz verarbeite, da komme ich schon an den Punkt wo es mir dann langsam zu bunt wird.
Seit Jahrhunderten leben wir hier in einer Kulturlandschaft. Bäume wachsen und werden genutzt. Es besteht weder Mangel noch sonst ein Bedarf, dass ich persönlich da was nach pflanze weil ich mal von meinem hiesigen Säger 'ne Eschenkantel kaufe.
Darauf zu bestehen, dass ich leich 10-fach nachpflanze... wo bitte überhaupt, frage ich mich? Auf meiner Dachterrasse...?
Öko-Frömmelei hoch drei... sorry...
Was das Tropenholz angeht...
Ja, in den Tropen wird vielerorts brutal gerodet... es ist schrecklich, aber auch da sollte man in unserer vollgefressenen europäischen Welt sich wirklich hüten über Länder zu urteilen wo noch Leute verhungern und an banalen Erkrankungen sterben.
Ja, wir sind reich und gut versorgt mit Schulen, Krankenhäusern, sozialem Netzt, Infrastruktur noch und nöcher,... da verbitten wir uns schon, dass uns nun von den Armen, die uns das alles ermöglichten, hier die Luft verpestet wird. Da müssten wir ja am Ende noch aufhören uns zu amüsieren und unseren Luxus zu geniessen.
Der Regenwald ist nun einmal eine Resource...
Und wir hier machen doch die Preise. Nur weil wir nicht entsprechend zahlen wird Wald abgebrannt und Soya gepflanzt. Weil uns billiges Grillfleisch wichtiger ist.
Klar kann man dem radikalten Abbau der Wälder nicht zusehen...
wenn aber keine Nachfrage mehr nach Tropenholz besteht... was dann? Dann brennt der Wald noch heller - dann hat er nämlich für die Einheimischen gar keinen Wert mehr. Und die brauchen nun einmal das Geld. Von bigottem Gerede können die nicht runter beissen oder Krankenhäuser bauen.
Und man kann Nationen, die bei weitem nicht unseren Lebensstandard geniesen, nicht das Streben nach Wohlstand und Wachstum verbieten ...es sei denn, man ist gewillt einen entsprechenden Teil seines Wohlstandes ab zu geben und den Ausgleich zu schaffen. Das ist aber weit mehr als der Verzicht auf Zebrano-Bogentips und mit dem Rad zum Bahnhof fahren...
Die Zerstörung der Regnwälder ist tragisch, wird aber durch ein Kaufembargo in keinster Weise gelindert. Dann wird das Holz halt gepulpt, wenn nicht gar gleich nur verbrannt weil der Markt nicht mal den Preis für den Abtransport und Sägen her gibt...
Ist das dann besser?
Mit dem Verzicht auf ein paar Gramm Tropenholz kann man sich schon froh träumen und sich in seiner moralischen Überlegenheit sonnen, wirklich helfen wird es nicht und die elementaren Probleme der dritten Welt löst es auch nicht.
Die würden sich nämlich vielerorts unsere Sorgen mal zu Weihnachten wünschen.
Gruss,
Mark