Nocken sind die wirklich nötig?

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horsebow
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Registriert: 06.08.2003, 23:46

RE: RE: RE:

Beitrag von horsebow »

Original geschrieben von ub.1

Das "Problem" ist wahrscheinlich, dass wir heutzutage so verwöhnt sind. ;-)
Da gibt es Klebenocken, Fliesensäge, Schlüsselfeile... Unser Gehirn ist eben mehr auf das moderne Werkzeug programmiert. Wer käme denn in unserer Zeit auf die Idee, eine Nock mit einem scharfen Abschlag aus Feuerstein, einem flachen Sandstein oder mit Schachtelhalm herzustellen? Unsere Vorfahren allerdings mussten mit dem arbeiten, was die Natur ihnen gegeben hat. Die hatten dafür ebenso ein Auge, wie wir heute, wenn wir durch den Baumarkt schlendern.
Gruß, Hartmut
Jawoll!

Das Problem ist, daß sich die meisten von uns "nicht vorstellen können", daß die Menschen in früherer Zeit uns heute handwerklich locker in den Sack stecken könnten - mit wesentlich weniger und gröberem Werkzeug. Kann ja nicht angehen, daß die Primitiven damals mehr draufhatten als wir mit unserer Tischkreissäge ... ist aber so!

Man muß nur mal mit offenen Augen durch ein Museum marschieren und sich die handwerkliche Ausfertigung der ausgestellten Stücke ansehen!

Rundgeschliffene Nocken "erst" ab 5000 v.Chr.? Und das, wo die ältesten nachweisbaren Pfeile (Stellmoor, ca 9000 v.Chr.) bereits ein ausgeklügeltes takedown-System für Vorderschäfte hatten?
Lest mal bei Saxton Pope nach, mit welcher Akribie Ishi seine Steinzeitpfeile baute!

Ich bin überzeugt, daß heute auf den meisten Turnieren mehr Schund Richtung Target fliegt, als damals, in einer Zeit, als unter Umtänden das eigene Leben und das anderer noch von der Qualität der gefertigten Ausrüstung abhing.

Gruß, horsebow
I shot an arrow in the air,
it fell to earth, I knew not where;
for so swiftly it flew, the sight
could not follow it in its flight.
Longfellow, Oct. 16, 1845
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