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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking
Verfasst: 14.02.2026, 19:33
von Bogenbas
Ja also die Thematik mit dem Bambus die du da visualisiert hast kenn ich nur zu gut. Mach einfach dein Hickory drauf, das Bambusbacking wäre nur das Sahnehäubchen gewesen. Quasi um aus dem Bmw nen Lamborghini zu machen

. Aber wenn das Hickorybacking mehr deinem bevorzugten Arbeitsablauf entspricht, spricht ja nichts dagegen

Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking
Verfasst: 14.02.2026, 19:39
von Bogenbas
Eine Frage noch weils mir spanisch vorkommt. Wo hast du den Bambus, den du schon mal schön abgerichtet hast verwendet wenn du es noch nie als Backing benutzt hast? Darauf musst du nicht antworten wenn das zu sehr vom Thema abweicht.

Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking
Verfasst: 14.02.2026, 19:59
von Anasazi
Siyahs weglassen und den gesamten Stack etwas in deflex (Griff - kann beim Spleissen eingeleimt werden) und dann weiter reflex bis zu den Tips (da würde sich ein vorheriges Vorbiegen des Osage mit Hitze anbieten....). Den Deflex / reflex Kram nicht übertreiben.
Da kommt dann ein angenehm zu ziehender und gut schiessender Bogen heraus (im Normalfall).
Deine Bedenken hinsichtlich Bambus, solltest du überdenken - es gibt kein perfektes, deinen Ansprüchen an Homogenität entsprechendes, Stück Bambus - es gibt aber viel Bambus, aus welchem tolle Bögen entstehen.
Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking
Verfasst: 14.02.2026, 20:21
von kra
Nach meinem Gefühl machst du dir zu sehr nen Kopf. Du kannst mit Naturmaterialien nicht ALLES vorher festlegen.
Natürlich ist die Bambusleiste nicht völlig uniform und gleich dick, aber die "Einsenkung" nahe den Nodien ist i.d.R. nicht allzu stark. Ich habe mich so orientiert:
Bambusleisten passend ausgesucht (also eher gleichmäßig verlaufende Stücke). In die Wurfarmform gesägt und übers Ganze abgeschliffen, so das er zumindest auf die erste Hälfte des WA seitlich auf Dicke 0 ausläuft. Weiter außen habe ich ihn dann gleichmäßig ausgedünnt so das nahe den Tips vlt. noch 1-1,5mm Kante übrig blieben.
Einspannen und vorsichtig biegen -> Ziel ist eine einigermaßen gleichmäßige (und auf beiden Seiten gleich) Biegung. Und du wirst sehen, das sich das Bambusbacking nicht allzusehr um die Nodien bzw. die dünnen Stellen schert - es wird sich ziemlich gleichmäßig biegen.
Die anderen Lagen leicht vortillern (auf ähnliche Form bei Belastung wie der Bambus) und dann mit dem gewünschten Reflex/Deflex verklebt. Als Schmankerl kannst du vorher noch die Bauchlage tempern.
Und dann ganz normal tillern etc.
Btw, Bambus ist ein tolles Material, das erstaunliches aushält und ziemlich gutmütig ist
PS. ich kann dir, wenn du so ähnlich vorgehst, anbieten --> bei Fehlschlag neues Osage für den Bauch for free

.
PPS. welches Zuggewicht strebst du an? Wen ich dein Design betrachte scheint der Bogen ziemlich lang zu werden. Für Bambus/Osage reichen imho 165cm NtN für >60# locker. Bambus wie Osage werden meiner Meinung nach immer wieder massiv unterschätzt
PPPS.

ich habe eben meinen Lieblingsbogen (Bambus/Bambus/Osage, 165cm, ~55#@28") gemessen. An den Nodien ist er ca. 2mm dicker als rechts und links davon, ergo ... mach dir wg. 0,7mm keinen Kopp
Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking
Verfasst: 14.02.2026, 21:07
von Windkanter
@ Doughal: Ja, Vorbereitung des Bambus ist wichtig, ich bleibe dabei, wenn auch nicht so kritisch: s. weiter unten Antwort an kra. Ich wusste eben überhaupt nicht, was an kurzstreckigen Dickenschwankungen tolerierbar ist, sonst hätte ich ja nicht gefragt.
@ bogenbas: den Bambus den ich so schön gerichtet habe, habe ich in einem Kompositbogen (osman. Form) als Kern zwischen Sehne und Horn, in einem Bambus-Sehnen-Kompositbogen (osman. Form) als Bogenbauch und als Backing in einem Bambus-Hickory-Langbogen verwendet. Dann auch als Jugenbogen, pur Bambus. Das ist aber nicht das Thema.
@ kra: danke Dir, eine klare Aussage. Natürlich kann man bei Naturmaterialien nicht alles vorher festlegen, das geht ja garnicht und das mache ich auch nie. Ich denke, man sieht meine Vorgehensweise viel zu extrem einseitig. Aber gerade weil Naturwerkstoffe eben eine Varianz haben, kann man schon,-besonders in der Kombi mehrerer solcher Materialien sie einzeln zumindest etwas vorbereiten. Eben auch einzeln vorher tillern. Ich denke, diese Diskussion hängt sich etwas an persönlichen Vorlieben auf. ABER: Jetzt habe ich von Dir Info, inwieweit ich Bambus dickenmäßig überhaupt vorbereiten muss, genau das war der Knackpunkt, Durchbruch, 0,7mm Dickenunterschied sind in den dickeren Bambusschichten tolerierbar. Dann kann ich Bambus auch im Internet bestellen, super.
Zuggewicht sollte um 42-45# liegen, Auszug 29".
Grüße
Windkanter
Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking
Verfasst: 14.02.2026, 21:44
von Indie12
Ich denk wenn du den Bambus vortillerst hast du die kritischen Stellen ausreichend bearbeitet, das kannste dann verkleben
Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking
Verfasst: 14.02.2026, 21:49
von Windkanter
@ Indie: Sollte so gehen. Wir sind jetzt bezüglich Bambus mit Deiner und kra´s Aussage genau bei der Antwort.
Grüße
Windkanter
Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking
Verfasst: 14.02.2026, 22:29
von kra
Noch eines im Nachgang - ich bin kein Freund von 2-lagigen Bambus/Osage Bögen sondern bevorzuge 3-Lagige (mehr Lagen werde ich noch testen) mit Bambuslaminat in der Mitte.
Gründe:
- Gewichtseinsparung was den Bogen schneller und 'agiler' macht
- einfacher wenn ich Reflex/Deflex einbringen möchte. Ich brauche dann nicht so hohe Kräfte um die 10mm Osage zu biegen
- ich verbrauche weniger von schwerer verfügbaren Osage

Nachteil:
- Ich brauche eine zusätzliche Bambus-Leiste (hochkant verleimte Streifen)
- Ich muß deutlich mehr planen und sauberer arbeiten, weil ich nicht so viel Osage zum (weg)tillern habe. Anderseits kann ich ja auch (in Grenzen) am Rücken etwas abschaben
Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking
Verfasst: 14.02.2026, 23:15
von Windkanter
Hallo,
Alea eacta est (oder so ähnlich):
Der Osage Orange / Hickory-Bogen wird ein Osage Orange / Bambusbogen. Kaufmännisch 3 Bambus-Leisten B=40mm im Ausland bestellt (Versand 19,etwas €), bei Dick kostet der Versand 80 (!) €, schade.
Ich werde rel. hohe Ahorn-Klötzchen, zur Mitte hin flach auslaufend, für die Nockkerben (liegen dann ca. 5-7mm über dem WA-Ende) aufkleben, keine Siyahs. Bambus durchgängig über das Mittelstück hinweg. Auch sonst ziemlich wie in Skizze.
@kra, Dein Nachgang: dieser Aufbau wäre ev. dran, wenn ich mit der O.O./Bambus-Kombi etwas Erfahrung habe.
Jetzt überlege ich mir, was ich mit den 2 Hickory-Leisten 5mm und 7mm mache. Die eine tempern und mit der anderen verkleben ? Wird ev. ein anderes Thema, eins nach dem andern.
Grüße und Danke
Windkanter
Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking
Verfasst: 19.02.2026, 21:17
von Windkanter
Hallo,
heute ist der Start für den Bau des Osage Orange - Bambusbogens.
Die Bambuslatten sind gekommen, 2 x sehr gute Qualität (lange Nodienabstände, kein Dickerwerden nach Nodien, keine Innenschicht mehr) und 1x mäßig (ggf. Sonderverwendung).
Momentanstand:
O.O.-WA´s leicht reflex in den Griff eingespleisst, genau: Abweichung von der Verbindungsgeraden Nock-Nock ca. 30mm (d.h. Griffvorderkante ist um 30mm nach hinten versetzt, gegenüber WA-Enden). Klebstoff: R&G Epoxidharz + Härter L. An Klebestellen generell Rillen mit Sägeblatt eingezogen.
Momentane Roh-Bauchlänge: ntn = 167cm
Biegende Länge: ab Ende aufgesetztes fadeout bis Nock 66cm
Zugkraft bei Auszug 16“ ca. 22#
Biegekurve: ca. eliptisch, Hauptbiegung etwa in WA-Mitte.
Breite: WA an fadeout-Ende bis ca. 1/3 des WA´s 38mm, am WA-Ende 18mm.
Dicke: WA am aufgesetzen Material neben Spleiss 16,5mm, nach fadeout-Ende 12,5mm, am WA-Ende 10,5mm.
Grifflänge mit V-Spleiss: 26,5cm, Griffquerschnitt: 2,6 x 2,6cm, Ahorn schrägstehende Schichten
Erstes Tillern:
Oberer WA (rechts i. Foto) biegt sich etwas stärker als der untere WA und noch etwas zuwenig in der äusseren WA-Hälfte.
Unterer WA (links) biegt sich schwächer als der obere.

- Mittelstück Einzelteile, noch ohne fadeoutversärkung

- Mittelstück eingespleisst von Rückenseite her

- Bauchteil ohne Backing, ungespannt

- Bauchteil, erstes Tillern, Auszug 16", 22#
Jetzt würde ich nochmal bearbeiten, nochmal tillern. Dann Bambuslatte im Griffbereich in Orginaldicke bis Spleissmitte belassen, dann auf 3mm runterarbeiten und bis zu den Nocks auf 1,5-2mm dünner machen. Randlich ca. 1,5-2mm Überstand des O.O. und Bambus am Aussenrand auf Null auslaufend. Bambuslatte tillern.
Müsste man etwas anders machen ? Könnte ich die angestrebte Zugkraft von 40-45# überhaupt erreichen ? Oder sind die WA´s doch noch zu dick/breit`? Schmäler wäre nicht schlecht.
Grüße
Windkanter
Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking
Verfasst: 19.02.2026, 21:46
von Bogenbas
Ich denke das sieht soweit gut aus. Vorab Tillern macht da mMn nicht viel Sinn. Da landest du höchstens dadurch am Ende bei weniger Zuggewicht als drin gewesen wäre. Aber deine 40-45# sollten sich ausgehen. Mach das Bambus drauf, so wie dus beschreibst und tiller dann weiter.
Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking
Verfasst: 19.02.2026, 21:50
von Bogenbas
Nur zur Sicherheit: Das mit dem Bambus außenrand auf null auslaufen lassen ist etwas was sich durchs dünner schleifen in Verbindung mit der Bambusrohrkrümmung automatisch ergeben kann. Aber nichts was du gezielt herbeiführen sollst. Will nur sicher gehen dass du nicht glaubst den Bambus bombiert schleifen zu sollen...
Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking
Verfasst: 20.02.2026, 06:08
von Windkanter
Hallo,
Querschnitt auch innen an Klebefläche bombiert (also ebenfalls konvex), nee nee...lustig. Eher wie kra schreibt, die Klebefläche minimalst (!) konkav im Querschnitt, drückt sich beim Andrücken beim Kleben wohl wieder flach. Klar, ich habe einen gegebenen natürlichen Bambus-Aussenradius und davon hängen dann beim Runterschleifen auch etwas Dicke und Breite ab. Den Bambusstreifen mache ich ca. 1-1,5mm schmäler als O.O. Zum WA-Ende hin lasse ich den Bambus an der Aussenkante bis 1mm dick werden. Schaun wir mal wie sich das ergibt.
Ich überlege, ob ich die Bogenlänge noch um ca. 4cm kürze und die Enden von jetzt 18mm auf 16mm verschmälere. Das Verschmälern erst wenn Bambus getapert ist und ich die Breite und Dicke vom Bambus kenne. Das muss ev. am Ende noch etwas aufeinander angepasst werden.
Grüße
Windkanter
Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking
Verfasst: 20.02.2026, 15:33
von schnabelkanne
Der Bambus kann auch etwas dicker sein, dann hast du mehr Reserve, unter 2 mm a den Enden ist nicht notwendig.
Beim Kleben nicht zu viel Druck verwenden.
Lg Thomas
Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking
Verfasst: 20.02.2026, 16:44
von Windkanter
@ schnabelkanne
Vielleicht hab ichs nicht ganz richtig verstanden mit der Reserve:
--wenn Bambus mal draufgeklebt ist, nützt die Reserve nichts mehr, ober meinst Du die Zugkraftreserve (d.h. wenn Bambus zu dünn wird, ist die natürlich auch runter) ? Ich machs mal am WA-ende nicht zu dünn.
--Und beim Kleben nicht zuviel Druck: wenn der Querschnitt an der Klebefläche konkav ist, könnte es bei zuviel Druck brechen? Oder könnte Bambus auch bei flacher Klebefläche brechen durch den Druck, vor allem wenn er mittig einwirkt? Ich nehme ev. Fahrradschlauch oder ein dickes Gummiseil zum Festspannen (Fügepartner vorher mit Frischhaltefolie einwickeln, sonst ist alles vollgepappt).
Es bleibt spannend. Mischung aus Roulette, eigenem Sachverstand und guten Ratschlägen.
Grüße
Windkanter