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Re: Seit wann Daumentechnik?

Verfasst: 18.08.2011, 15:09
von corto
Wieso soll ich da was wo bei dem zyl. Ring entfernen ? Sorry, meine Leitung ist heute etwas lang.
Ich meine das es keine unterschiede gibt, und ich aus jedem zyl. Ring einen normalen mit lippe machen kann. der chin. Ring ist quasi der Rohling eines normalen Rings mit Braue.

ich denke das ist einfach praktischer Natur, wenn die chinesen lieber stein genommen haben, ist auch klar warum die alles was nicht gestört hat dran gelassen haben. man hat denke ich nach dem "bohren" von stein damals schon die schnauze richtig voll gehabt.

@Benzi:
versuch mal etwas ovales in etwas hartes und zylindrisches zu bohren - ohne proxxon ^^ nun weist du warum die warscheinlich einfach rund gebohrt haben und dennoch in den Büchern von ovalen Innenformen gesprochen wird.

ich würde einen Bogen-bohrer nehmen, und solange hin und her bis ich durch bin. dann polstern das es wieder oval ist und der daumen schön eingebettet ist...

Re: Seit wann Daumentechnik?

Verfasst: 18.08.2011, 22:18
von Ralph
benzi hat geschrieben:@Ralph
ok meine Leitung ist heute auch nicht gerade die schnellste........

woher nimmst Du die Vermutung: Inlay = ovaler Innendurchmesser?

lG benzi

Aus der zitierten Stelle von Selby sowie aus der Tatsache, dass ein Daumen anatomisch gesehen nicht kreisrund ist.

Weiterhin aus folgender Erwägung:
Wenn eine ovale Bohrung als ideal angesehen wurde, jedoch - ggf. massenfertigungstechnisch geschuldet - nur eine kreisrunde vorhanden war, dann würde ein Inlay keinen Sinn machen, wenn denn das kreisrunde ideal wäre. Aber es gab ja nun mal Inlays
(Inlayringe sind ja auf S. 48 in "Bogen, Pfeile, Köcher aus 6 Kontinenten" schön zu sehen).

Wenn also jemand dann in ein kreisrundes Bohrloch etwas reinbringt, ist zwingend, dass dieses kreisrunde seinen Erfordernissen / dem der Schußtechnik nicht entsprochen haben muß

Sicher kann man nun einwenden, dass der Schütze vielleicht nur den kreisrunden Durchmesser gleichmäßig auf ein geringeres, kreisrundes Maß verringert wissen wollte und somit das Inlay nur einen kleineren Kreisdurchmesser (doofes Wort) bewirken wollte. Dem steht aber o. g. Textstelle sowie die Anatomie des Daumens selbst entgegen.

Vieleicht sollte man nen Feldversuch mit den chin. Ringen aus "Jade" machen:
Meiner ist mir zu groß vom Innendurchmesser. Ich habe momentan aber keine Knete, um ein nach ENtfernen des Daumens bleibendes Inlay hinzubekommen, welches zeigen würde, wie der "inlaybedingte Innendurchgang" aussehen würde.

Vielleicht bekomme ich aber irgendwas in die Finger, um das mal auszuprobieren.

Bist Du mit deinen Ringen weitergekommen (Ausbohren des Endes etc. ) ?

Mein Ring aus Horn hat mir i. ü. nicht nur weh getan, als die Innenbohrung kreisrund war, er erlaubte auch keine tolle Schußrechnik, wie die in der o. g. Quelle erwähnte. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand ein Schießutensil oder eine "Schutzausrüstung für den Daumen" konstruiert, derer Gebrauch für den Daumen und das Schußverhalten schlechter oder zumindest genausoschlecht wie ohne ist.
DEr Vergleich ist zwar weit, aber: Ritterrüstungen waren ja äußerlich auch nur "etwas anatomisch". Die ideale Anpassung an der Körper des Trägers und die Gewährleistung effektiven Schutzes wurde ja erst durch die "Unterwäsche" (Gambeson, Lederkleidung oder einfach wattiertes Unterzeug) gewährleistet. Auch heute stzt niemand einen Stahlhelm auf, ohne daß sich darunter ein an den jeweiligen Kopf anpassbares Trägergerüst befände....

Aber vielleicht habe ich ja auch "Gichtgriffel".

grüße

Ralph

Re: Seit wann Daumentechnik?

Verfasst: 29.08.2011, 18:26
von corto
ich glaube ralph ist auf dem richtigen Weg.

mein ring ist noch so wie beschrieben - die letzten Wochen hab ich nur jeden tag nach der arbeit meine gießtechnik verbessert - und es hat sich ausgezahlt.

mittlerweile schießen sage und schreibe 4 Daumen mit meinen Ringe, meiner nicht eingerechnet 8)

Re: Seit wann Daumentechnik?

Verfasst: 30.08.2011, 08:39
von Hexer
corto hat geschrieben:ich glaube ralph ist auf dem richtigen Weg.

mein ring ist noch so wie beschrieben - die letzten Wochen hab ich nur jeden tag nach der arbeit meine gießtechnik verbessert - und es hat sich ausgezahlt.

mittlerweile schießen sage und schreibe 4 Daumen mit meinen Ringe, meiner nicht eingerechnet 8)
Ich glaub ich hab ihn mir im Verbesserungsversuch Samstag Abend etwas verfeilt. Er funktioniert zwar aber die Sehne fühlt sich darauf für mich viel unsicherer an als bei meinem aus Kupfer. Hab wohl im Versuch den Winkel anzupassen zu viel weg genommen was Stabilität gekostet hat.

Re: Seit wann Daumentechnik?

Verfasst: 30.08.2011, 09:23
von corto
Evtl ist noch was zu retten. die Ringe sind ja ein mittlerweile schon obsoletes Design von Stephan - haben also noch verbesserungspotenzial.
der Tropfen auf dem die sehne ruht ist kontraproduktiv und führte auch zu meiner Blutblase an der Zeigefingerwurzel.

hast du janitschars Aluring mal genau betrachtet? da ist eine tiefe und breite Kerbe vor der schützenden Lippe, sowas hab ich an meinem Ring mal gefeilt - und siehe da ich kann mir offener Wunde vom Wochenende ziehen ohne das ich sie spüre - die sehne liegt signifikant weiter zum daumen hin.
ring nach dem nacharbeiten
ring nach dem nacharbeiten
Hand ohne Zug, da einhändig fotografiert
Hand ohne Zug, da einhändig fotografiert
versuch mal sowas in die Richtung, aber ich sehe schon ich muss nochmal in die Gießerei :D

Re: Seit wann Daumentechnik?

Verfasst: 30.08.2011, 09:49
von Hexer
Hab ich am Wochenende schon gemacht, da ich mir vorher absolut nicht sicher war, dass mir die Sehne nicht vorzeitig abhaut was auch einmal passiert ist als die Konzentration mal kurz etwas runter war.

Ich ab im Versuch den Winkel der Haltung zu ändern den Teil HINTER der Sehnenauflage zu weit eingefallt wodurch der Ring unter Zug nicht mehr so stabil sitzt, das ist das Problem.

Re: Seit wann Daumentechnik?

Verfasst: 30.08.2011, 13:53
von Ralph
Hexer hat geschrieben:Hab ich am Wochenende schon gemacht, da ich mir vorher absolut nicht sicher war, dass mir die Sehne nicht vorzeitig abhaut was auch einmal passiert ist als die Konzentration mal kurz etwas runter war.
Jaaaaaaaaaaa ! Da flog der Pfeil bei mir vom Schlafzimmer durch den flur und prallte im Bad gegen.... Glücklicherweise war da noch keine Spitze drauf... ::)

Ralph

Re: Seit wann Daumentechnik?

Verfasst: 30.08.2011, 14:28
von Hexer
Ralph hat geschrieben:
Hexer hat geschrieben:Hab ich am Wochenende schon gemacht, da ich mir vorher absolut nicht sicher war, dass mir die Sehne nicht vorzeitig abhaut was auch einmal passiert ist als die Konzentration mal kurz etwas runter war.
Jaaaaaaaaaaa ! Da flog der Pfeil bei mir vom Schlafzimmer durch den flur und prallte im Bad gegen.... Glücklicherweise war da noch keine Spitze drauf... ::)

Ralph
Ich hatte dabei keinen Pfeil drauf, war nur ein Probeauszug und der Bogen flog dabei gegen die Zeltwand. Zum Glück nicht bei vollem Auszug und Schaden scheint er auch absolut keinen genommen zu haben, das gute Stück, puuuuhhh........

Re: Seit wann Daumentechnik?

Verfasst: 30.08.2011, 15:02
von corto
mir gestern ebenso passiert - was auch der Grund für das nachschleifen war.
eigentlich wollte ich mich schon mit regelmäßigen Blutblasen anfreunden, aber als er dann beim "aus dem vollauszug langsam zurück" auf einmal aufschnappte - und so mit 15" nen leerschuss gemacht hat - ging die Hand direkt zur Feile.

hat aber ebenfalls nichts abbgekommen, gestern nach dem Feilen noch locker 20mal in Vollauszug gezogen - kein knacksen keine Risse. puuuh.... :D

Re: Seit wann Daumentechnik?

Verfasst: 30.08.2011, 15:19
von Hexer
Ich hab ja noch die ganze Turnierrunde am Sonntag damit geschossen ohne dass es irgendwelche Anzeigen für Probleme am Bogen gab. Glück gehabt.

Das Teil (der Ring wie er jetzt ist) fühlt sich im Vollauszug einfach nicht so sicher an wie mein anderer. Ich hab quasi das Gefühl die Sehne unter Last "Ausbalancieren" zu müssen und das ist nicht gut.
Ich glaub ich bin doch eher der Kandidat für die steileren Winkel am Ring (meiner hat ja 90°)

Re: Seit wann Daumentechnik?

Verfasst: 30.08.2011, 16:51
von corto
wie wo 90°?

damit wollte ich aber keine hohen zuggewichte ziehen, oder versteh ich das falsch?

ich hab immer nur eine Faustregel gehört:
größer als 90°, niemals kleiner und seltenst nahe an 90.

mein Ring geht richtung 135°, janitschars sogar >135° denke ich.

gemeint ist das so, das gerade herunter am daumen 0 grad wären.

Re: Seit wann Daumentechnik?

Verfasst: 30.08.2011, 17:02
von Eberesche
Also bei dem EINEN RING, den ich am Sonntag geschossen habe, ist die Lippe auch für mein Gefühl zu "steil" angesetzt. Wenn ich den Daumen so stark knicke wie ich es gewöhnt bin, sitzt der ringförmige Teil schräg auf dem Daumen und seine Oberkante drückt unangenehm gegen den Knochen vom Daumengelenk. Um das zu vermeiden habe ich den Ring nicht so getragen, dass die Kerbe für die Sehne genau über dem Knick vom Daumen liegt, sondern ein Stück weiter proximal (= zum Körper hin). Dort war auch eine ausreichende Kraftverteilung möglich. Aber prinzipiell hättte ich gerne genau den EINEN RING in einer Ausführung mit etwas kleinerem Winkel. Vielleicht nicht die 90° vom Hexer, aber schon in die Richtung.
corto, hast du inzwischen eigentlich einen Katalog? :)

Re: Seit wann Daumentechnik?

Verfasst: 30.08.2011, 17:36
von corto
bitte geben sie ihre daumenkonfektionsgröße an ;)

genau dieses ding mit 90 oder >100 grad unterscheidet die beiden Arten von Ringen.

90° sind etwa diese auf primitivearchery aus dem Löffel.
135°sind dann schon die, wo die sehne wie anna sagt eher an der daumenwurzel liegt.

Die Ringe, die ich als Vorlage benutzt habe - sind zweiter art. ich kann da nicht wirklich was ändern, außer ich schleife die originale und hab dann keine mehr.
So wie ihr sie jetzt habt sollten sie so getragen werden, und das ich den zweiten Turniertag einfach nen anderen Ring aus dem Beutel benutzt hab, weil der alte das Zuggewwicht doch nicht sooo klaglos erstragen hat - sagt ja schon das er nicht schlecht sitzt.. denn sonst hätte der richtig übel weh getan..

hier so sieht das aus wenns angenehm sitzt:
thumb001.jpg
thumb003.jpg
thumb002.jpg

Re: Seit wann Daumentechnik?

Verfasst: 30.08.2011, 18:00
von Eberesche
Danke für die erhellenden Fotos. Hätt ich mal gleich die Bedienungsanleitung gelesen. Aber intuitiv (oder instinktiv? >:) ) habe ich ihn genau so getragen. Vom Ledertab bin ich es gewohnt, dass die Sehne mehr im Gelenk liegt. Dazu passt dann eher das Ringdesign vom Hexer. Die Kraftübertragung funktioniert in beiden Fällen gut.
Schlussfolgerung: Der jeweils passende Winkel im Ring wird nicht nur durch die Haltung der Zughand bedingt, sondern auch dadurch, wo man ihn trägt / wo die Sehne zu liegen kommt. Wieder was gelernt.

Re: Seit wann Daumentechnik?

Verfasst: 30.08.2011, 19:07
von corto
es wäre perfekt, wenn es direkt so liegen würde. denn es ist etwas luft zwischen gelenkfalte in der mitte des daumens, und der einmuldung für den teil ab der falte. genau das meinst du denke ich, es kommt einem entweder vorne richtig vor aber am ring komisch oder der ring sitzt gut (meine bilder) aber die braue ist nicht genau in der mulde.

das wird denke ich daher kommen, das es stefans daumen ist der da ursprünglich mal rein sollte. ich hab nur dilletantisch die ausmaße reduziert/vergrößert... aber er wird mir hoffentlich beim workshop wochenende die erleuchtung zuteil werden lassen, damit ich selbst so gute Ringe mit modellierwachs herstellen kann.

denn ich hab drauf geachtet, er musste nicht einmal seinen Ring justieren zwischen 2 schüssen. da wollen wir hin ;)

aber für so nen out-of-the-box ring sind die echt cool, man wirft einfach jedem der sich interessiert zeigt den beutel mit ringen zu ^^