korrekter Ablass
- Ravenheart
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Re: korrekter Ablass
...ah, begriffen, danke!
Dennoch schnalle ich immer noch nicht WAS den Effekt ausmachen soll...
Ich hab mir mal ne Vergleichsskizze gemacht - extra NICHT bis zur Standhöhe zurück, sondern nur über einen Teilweg des Schussvorgangs (Die Bogen und deren Krümmung sind nur symbolisch...).
Aber ich versteh's immer noch nicht....
Rabe
Dennoch schnalle ich immer noch nicht WAS den Effekt ausmachen soll...
Ich hab mir mal ne Vergleichsskizze gemacht - extra NICHT bis zur Standhöhe zurück, sondern nur über einen Teilweg des Schussvorgangs (Die Bogen und deren Krümmung sind nur symbolisch...).
Aber ich versteh's immer noch nicht....
Rabe
Re: korrekter Ablass
Ablassfehler gibts viele.
Was hier offenbar zur Debatte steht, ist die seitliche Schwingung der Sehne aufgrund der Tatsache, dass sie nun mal von den Fingern abrutschen muss.
Wünschenswert wäre es natürlich, die Sehne hinter den Fingernägeln einzuhaken - da käme es nur zu einer minimalen seitlichen Schwingung.
Aber es klingt verdammt schmerzhaft oder?
Was wohl bei der Frage zum System (Skizze) gemeint ist: Aufgrund der Tatsache, dass kurze Bögen sehr oft als schneller empfunden werden als ihre gleichstarken, längeren Gegenstücke, liegt natürlich die Annahme nahe, dass auch die seitliche Schwingung "irgendwie schneller vorne ist" und daher mehr Wirkung zeigt als bei einem langen Bogen.
Ich meine aber, dass das nicht so ist. Denn sobald ein kurzer Bogen mit einem Pfeil von bestimmten Gewicht konfrontiert wird, muss er mit viel kürzeren Armen (= geringere Hebelwirkung, weniger vorhandene Energie, etc.) viel mehr leisten, als das lange Gegenstück.
Und darum wird der Pfeil nicht schneller und die Schwingung macht auch nicht mehr aus.
Was hier offenbar zur Debatte steht, ist die seitliche Schwingung der Sehne aufgrund der Tatsache, dass sie nun mal von den Fingern abrutschen muss.
Wünschenswert wäre es natürlich, die Sehne hinter den Fingernägeln einzuhaken - da käme es nur zu einer minimalen seitlichen Schwingung.
Aber es klingt verdammt schmerzhaft oder?
Was wohl bei der Frage zum System (Skizze) gemeint ist: Aufgrund der Tatsache, dass kurze Bögen sehr oft als schneller empfunden werden als ihre gleichstarken, längeren Gegenstücke, liegt natürlich die Annahme nahe, dass auch die seitliche Schwingung "irgendwie schneller vorne ist" und daher mehr Wirkung zeigt als bei einem langen Bogen.
Ich meine aber, dass das nicht so ist. Denn sobald ein kurzer Bogen mit einem Pfeil von bestimmten Gewicht konfrontiert wird, muss er mit viel kürzeren Armen (= geringere Hebelwirkung, weniger vorhandene Energie, etc.) viel mehr leisten, als das lange Gegenstück.
Und darum wird der Pfeil nicht schneller und die Schwingung macht auch nicht mehr aus.
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
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Re: korrekter Ablass
...also: Je spitzer der Winkel, desto stärker die seitliche Auslenkung?
Etwa so?
Rabe
Etwa so?
Rabe
Re: korrekter Ablass
Als ich das hier las, habe ich mich mit meinen langen Bögen ganz elend gefühlt, aber Squid hat mich wieder aufgebaut. Ich danke DirSwissbow hat geschrieben: Ablassfehler werden zwar durch lange Bögen und Dacronsehnen etwas abgedämpft, das liegt daran dass das ganze System träger wird.
- Silberwolke
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Re: korrekter Ablass
@ Swissbow
Danke, das Beispiel mit der Figur war sehr einleuchtend.
@Dirk
Das habe ich nicht verstanden:
@Squid
Welche Ablassfehler gibt es noch?
Danke, das Beispiel mit der Figur war sehr einleuchtend.
@Dirk
Das habe ich nicht verstanden:
Danke!bei einen langen und eher trägen Bogen bekommt man beim Lösen die Finger schneller bzw weiter von der Sehne weg, so das die Sehne einen nicht ganz so starken seitlichen touch mitbekommt.
@Squid
Welche Ablassfehler gibt es noch?
Re: korrekter Ablass
Diverse...
Manche lassen direkt vor dem Lösen zum Beispiel die Hand wieder einige Zentimeter "vorrutschen", andere ziehen noch mal einen Zoll weiter aus. Beides führt natürlich zu Ungenauigkeiten.
Dann gibt es z. B. zu frühes Senken des Bogens, statt dem Pfeil erst mal hinterherzugucken. Oder Leute, die gar nicht ankern, sondern einfach "irgendwie" ziehen und dann loslassen ("Marke Wyatt Earp").
Dann natürlich alles, was mit dem Nockpunkt zu tun hat, sowie alle Unterschiede bei der Fingernutzung bzw. -Haltung.
Letztlich das "wie" des Loslassens. Werden nur die Fingern entspannt oder wird die Bewegung muskulär unterstützt?
Etc.
Manche lassen direkt vor dem Lösen zum Beispiel die Hand wieder einige Zentimeter "vorrutschen", andere ziehen noch mal einen Zoll weiter aus. Beides führt natürlich zu Ungenauigkeiten.
Dann gibt es z. B. zu frühes Senken des Bogens, statt dem Pfeil erst mal hinterherzugucken. Oder Leute, die gar nicht ankern, sondern einfach "irgendwie" ziehen und dann loslassen ("Marke Wyatt Earp").
Dann natürlich alles, was mit dem Nockpunkt zu tun hat, sowie alle Unterschiede bei der Fingernutzung bzw. -Haltung.
Letztlich das "wie" des Loslassens. Werden nur die Fingern entspannt oder wird die Bewegung muskulär unterstützt?
Etc.
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
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Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
Re: korrekter Ablass
...und dazu kommt noch, dass jeder Bogen einen eigenen, auf ihn abgestimmten Ablass wünscht. Ich glaube, unter meinen gebogenen Hölzern gibt es nicht einen, der keine 'Sonderbehandlung' möchte.
Re: korrekter Ablass
Im Idealfall werden nur die Finger entspannt und die gespannte Sehne schiebt die Finger zur Seite und erledigt den Rest. Wenn Du die Finger mit einer bewussten Bewegung aufmachst, wird die Sehne und somit auch der Pfeil deutlich stärker seitlich abgelenkt.Squid hat geschrieben: Letztlich das "wie" des Loslassens. Werden nur die Fingern entspannt oder wird die Bewegung muskulär unterstützt?
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Andy
- Ravenheart
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Re: korrekter Ablass
Guckst Du:Silberwolke hat geschrieben:Welche Ablassfehler gibt es noch?
http://www.bogensportwiki.info/index.ph ... lassfehler
Rabe
Re: korrekter Ablass
@Dirk
übertrieben gesprochen würde ein Pfeil mit einer schweren Spitze sogar bei einem provozierten Ablassfehler noch irgendwie ins Ziel trudeln, sofern die Ballistik mitspielt. Das hat es bei mir am Anfang auch recht verführerisch gemacht eher mit einem starken Bogen zu üben. Hat man allerdings nur 20 lbs oder 30 lbs an der Zughand merkt man die Ablassfehler schon sehr deutlich.
@Silberwolke,
je nach dem wie man die Sehne verkantet kann man kann man die Auslenkung der einzelnen Wurfarme gegeneinander beeinflussen. Im Prinzip ist die Wirkung so als würde jemand den Nockpunkt verändern. Bei langen Bögen ist die Beeinflussung hierdurch eher mäßig, bei kurzen Bögen recht stark. Im Extremfall reitet der Pfeil. Einfach mal ausprobieren.
@Rabe
Bei schweren Zuggewichten neige ich eher zur Krallenhaltung - hab aber den Eindruck das es dort auch nicht so schädlich für den Ablass ist. Heute hab ich mit einem 31 lbs Bogen mal beide Varianten ausprobiert. Prozentual kommt der Pfeil sauberer aus dem Bogen wenn ich die Fingerglieder gerade mache wie in der Skizze von Dir. Früher hatte ich auch noch probiert die Fingerkuppen so gerade wie möglich zu halten, aber das hat eher Nachteile.
übertrieben gesprochen würde ein Pfeil mit einer schweren Spitze sogar bei einem provozierten Ablassfehler noch irgendwie ins Ziel trudeln, sofern die Ballistik mitspielt. Das hat es bei mir am Anfang auch recht verführerisch gemacht eher mit einem starken Bogen zu üben. Hat man allerdings nur 20 lbs oder 30 lbs an der Zughand merkt man die Ablassfehler schon sehr deutlich.
@Silberwolke,
je nach dem wie man die Sehne verkantet kann man kann man die Auslenkung der einzelnen Wurfarme gegeneinander beeinflussen. Im Prinzip ist die Wirkung so als würde jemand den Nockpunkt verändern. Bei langen Bögen ist die Beeinflussung hierdurch eher mäßig, bei kurzen Bögen recht stark. Im Extremfall reitet der Pfeil. Einfach mal ausprobieren.
@Rabe
Bei schweren Zuggewichten neige ich eher zur Krallenhaltung - hab aber den Eindruck das es dort auch nicht so schädlich für den Ablass ist. Heute hab ich mit einem 31 lbs Bogen mal beide Varianten ausprobiert. Prozentual kommt der Pfeil sauberer aus dem Bogen wenn ich die Fingerglieder gerade mache wie in der Skizze von Dir. Früher hatte ich auch noch probiert die Fingerkuppen so gerade wie möglich zu halten, aber das hat eher Nachteile.
Nimm nicht den ganzen Baum wenn Dir ein Ast genügt
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Re: korrekter Ablass
Nein, ein hoher FOC stabilisiert einen "taumelnden" Pfeil nur wesentlich schneller. Ein taumelnder Pfeil wackelt um seinen Schwerpunkt herum, ist der weiter vorne, kann der lange Hebel hinter dem Schwerpunkt den Pfeil leichter bzw schneller in eine neutrale Lage zwingen.Frankster hat geschrieben:...übertrieben gesprochen würde ein Pfeil mit einer schweren Spitze sogar bei einem provozierten Ablassfehler noch irgendwie ins Ziel trudeln, sofern die Ballistik mitspielt....
Die Energie eines Pfeiles ist ein Produkt aus Geschwindigkeit und Masse. Ein Bogen kann einen Pfeil nur eine bestimmte Menge an Energie mitgeben. Nehme ich einen leichten Pfeil, steigt die Geschwindigkeit, nehme ich einen schweren Pfeil (egal wo der FOC ist) sinkt die Pfeilgeschwindigkeit.
Ein Effekt der Massenträgheit ist, das ich, für eine Änderung der Bewegungsrichtung der Masse, Energie benötige, für kleine Massen wenig und für größere Massen eben mehr Energie.
Also je leichter der Pfeil ist desto leichter läßt er sich von "außen" beeinflussen, sei es ein geringer Ablassfehler oder ein winziger Ast in der Flugbahn.
Ablassfehler sollte man bei jedem Zuggewicht bemerken, aber dafür muß man natürlich einen sehr gleichmäßigen Ablass erst einmal haben und da Hilft eben einfach nur Üben. Es stimmt, das der Effekt eines miesen Ablasses sich bei starken Bögen weniger auswirkt, aber das liegt eben nur daran das sich falsche (oder schädliche seitliche) Kräfte Prozentual weniger stark auf den Pfeil auswirken. Drückt man den Pfeil von oben, unten oder der Seite mit 20 Gramm aus der Richtung, wirkt sich das bei einen 20# Bogen stärker aus, wie bei einen 50# Bogen. Dafür ist aber die Gefahr für Ablassfehler bei stärkeren Bögen größer, weil man es auf Grund der stärkeren Zugkräfte weniger bemerkt, wenn man die Pfeilnocke mit den Fingern klemmt oder sonstwie beeinflusst.
Gruß Dirk
Ein Pfeil, den Schaft gemacht aus der Pflanzen hölzern Teil, versehen mit eines Vogels Federn und einer Spitze, aus der Erde Mineral, wird von der Natur gern zurückgenommen.
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Re: korrekter Ablass
@Rabe
Ich glaube nicht, dass ein spitzer Winkel eine stärkere seitliche Auslenkung verursacht.
Auf dem Bild siehst du grün die Komponente „auseinander“ und braun die Komponente „nach vorne“. Ich glaube, dass die Komponente „auseinander“ die Sehne schneller stabilisiert. Daher kommt mehr Präzision. Das ist alles nur eine Spekulation. Was meint ihr?
Ich glaube nicht, dass ein spitzer Winkel eine stärkere seitliche Auslenkung verursacht.
Auf dem Bild siehst du grün die Komponente „auseinander“ und braun die Komponente „nach vorne“. Ich glaube, dass die Komponente „auseinander“ die Sehne schneller stabilisiert. Daher kommt mehr Präzision. Das ist alles nur eine Spekulation. Was meint ihr?
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Re: korrekter Ablass
Dafür wurden "Ablasshilfen" entwickelt, die man heute in moderner Ausführung als "Release", typisch beim Compoundbogen, findet. Es gibt aber auch ältere Ausführungen (aus Holz, Horn, Knochen, ...), die genau diesen Zweck erfüllen, nämlich eine kleine Auflagefläche an der Sehne zu haben und definiert Lösen zu können.Squid hat geschrieben:[...]
Wünschenswert wäre es natürlich, die Sehne hinter den Fingernägeln einzuhaken - da käme es nur zu einer minimalen seitlichen Schwingung.
Aber es klingt verdammt schmerzhaft oder?![]()
[...]
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Re: korrekter Ablass
Physik hin, Theorie her,
ich bin der Meinung, dass gewisse Bogendesigns Ablassfehler verstärken bzw. schwächen. Aus EIGENER Erfahrung kann ich nur sagen, dass lange Bögen mit dicken Sehnen, also die eher langsamere Kategorie, MEINE Ablassfehler schwächen und somit positiv zum Trefferbild beitragen.
Ich arbeite aber fast täglich daran, meine Ablassfehler zu beseitigen und eine konstante Technik zu entwickeln, die mich irgendwann in die Lage versetzt mit einem "empfindlichen" Bogen genau so sicher zu treffen wie mit allen anderen Bögen. (Dazu muss ich wahrscheinlich 100 Jahre alt werden
)
Daher vertrete ich die Meinung - nur Übung macht den Meister, und nicht ein spezielles Bogendesign.
ich bin der Meinung, dass gewisse Bogendesigns Ablassfehler verstärken bzw. schwächen. Aus EIGENER Erfahrung kann ich nur sagen, dass lange Bögen mit dicken Sehnen, also die eher langsamere Kategorie, MEINE Ablassfehler schwächen und somit positiv zum Trefferbild beitragen.
Ich arbeite aber fast täglich daran, meine Ablassfehler zu beseitigen und eine konstante Technik zu entwickeln, die mich irgendwann in die Lage versetzt mit einem "empfindlichen" Bogen genau so sicher zu treffen wie mit allen anderen Bögen. (Dazu muss ich wahrscheinlich 100 Jahre alt werden
Daher vertrete ich die Meinung - nur Übung macht den Meister, und nicht ein spezielles Bogendesign.
lg,
Lord Hurny
der manchmal den Bogen überspannt...
Lord Hurny
der manchmal den Bogen überspannt...
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Re: korrekter Ablass
Pinch grip (Griff) wäre auch eine Möglichkeit.Wünschenswert wäre es natürlich, die Sehne hinter den Fingernägeln einzuhaken - da käme es nur zu einer minimalen seitlichen Schwingung. Aber es klingt verdammt schmerzhaft oder?