Ich denke auch bleichen zerstört mitunter tatsächlich genau die Stoffe im Holz, die man hernach dann evtl färben will...
Holz wird schon gelegentlich zurück gebleicht, wenn es fleckig ist, um es dann auf eine einheitliche Farbe beizen zu können. Meist nimmt man da Peroxid und dann aber Pigmentbeizen dazu oder drüber.
Muss man probieren, wird aber sicher auch von Stück zu Stück variieren.
Chlor ist sehr aggressiv, Peroxid ist evtl besser. Wasserstoffperoxid in 3%iger Potenz gibt es im Drogeriemarkt. Das ist das Zeug, das man nimmt um Wunden zu reinigen. Konzentriertes Wasserstoffperoxid gibt es in der Apotheke, ist aber auch nicht ungefährlich...
Zur Dichromat Farbe und allgemein...
Chromsalze (wie auch Kupfer) verführen durch ihre Farbe zu der Annahme, dass sie als "Farbe" funktionieren...
Viele tun es nicht - und viele davon sind giftig - auch die von Kupfer.
Man muss sich von der Idee trennen, dass buntes Salz buntes Holz macht.
Gibt man einen Tropfen Tinte in 1 Liter Wasser, dann wird das Wasser zwar blau, schreiben kann man mit der Lösung aber nicht mehr wirklich. Ähnlich ist es mit vielen bunten Salzen, die sind als Lösung farbig, als dünner Film - z.B. zwischen zwei Glasplatten gepresst - kaum mehr als farbig wahr zu nehmen. Solche Salze färben bestenfalls wenn man eine regelrechte Salzkruste aufträgt.
Der zweite Punkt ist der: viele dieser Salze sind nicht stabil, drum reagieren sie ja so stark. Sie sind begierig Reaktionen einzugehen durch die sie stabiler werden. Die Färbung entsteht hier nicht durch einen Farbstoff, der da halt auf der Oberfläche sitzt, sondern durch eine Reaktion mit dem Untergrund. Die Farbe der Ausgansstoffe ist nicht wirklich relevant, denn die Ausgansstoffe existieren hernach nicht mehr.
Chrom ist da evtl ein guter Kandidat als Beispiel... Chrom nimmt seinen Namen vom Griechischen Wort für Farbe - Chroma. Chromsalze gehen von Grün bis blau, rot, orange, gelb, lila... der ganze Regenbogen ist in Chrom möglich. Manche davon sind als Pigment tauglich - grünes Chromdioxid z.B. (habe ich hier als Poliepaste für harte Metalle). Das Zeug ist sehr stabil, ungiftig, wasserfest,.... Die Mehrheit dieser Salze ist nicht stabil - die will reagieren... Sobald die mit anderen Stoffen in Kontakt kommen sind sie weg und es bilden sich neue Stoffe - die haben dann mitunter auch andere Farben. Kaliumdichromat reagiert z.B. im sauren Milieu mit Wasserstoffperoxid - die Verbindung ist blau, zerfällt aber dann mit der Zeit spontan zu einer die grün oder auch violett sein kann... Welche Farbe ensteht nun durch Chrom auf Holz wenn es blau, grün, orange, lila, rot sein kann...? Gar keine, denn es ist der Sauerstoff im Dichromat, der hier relevant ist, der oxidiert das Holz.
Wir mischen hier nicht Farben... orange und braun ergibt... wir zersetzen Stoffe... und bilden neue.
Bei Eisen mit Gerbsäure ist dieser neue Stoff eben schwarz in Farbe. Das hat aber nix mit der Farbe der Ausgansstoffe zu tun.
Bei Kaliumpermanganat und Dichromat ist es ähnlich.
Prinzipiell ist der Effekt von Kaliumpermanganat / Kaliumdichromat der, dass es das Holz oxidiert. Es passiert das, was sonst auch an der Luft passiert - nur halt sehr viel schneller. In der Regel werden Hölzer dadurch einfach dunkler.
Bei manchen Hölzern geht mit Permanganat mehr, bei anderen mit Dichromat. Als groben Anhaltspunkt kann man sagen: das Holz wird aussehen als wäre es hundert Jahre alt... also nicht orange, blau oder lila, sondern eben dunkler, oft mit Rosttönen,... hängt aber davon ab was im Holz drin ist... Gerbsäure, Zucker,...
Wenn man sich die Arbeiten hier im Link ansieht
http://contemporarymakers.blogspot.de/ (eines meiner All-Time-Lieblingsblogs - in USA gibt es ein paar wirklich sagenhaft talentierte Leute) dann sieht man sehr viele dieser "gealterten" Oberflächen.
Das sind typische Effekte von Permanganat, Dichromat, oft auch Salpetersäure...
Der Effekt wird oft in Lagen aufgebaut mit selektivem Abrubbeln zwischendrin um eine Farbtiefe zu bekommen die der eines Langjährigen Gebrauches gleichkommt. Finish ist oft Schellack-Leinöl o. Ä. Das vertieft das ganze noch.
Man kann sehr ähnliche Effekte mit ganz oridinären Pigmentbeizen auch bekommen. Ich nehme zu 99% die Spiritusbeizen von Clou. Die sind unter einander mischbar, man kann auch in Lagen aufbauen,... und sie sind harmlos.
Diese Beizen wirken wirklich als Farbe. Sie reagieren nicht mit dem Holz, sie werden nur aufgesogen und lagern sich ein - so wie man Tinte auf Papier malt.
Für Farbeffekte oder buntes Holz ist das sehr viel sinnvoller als raktive Beizen.
Reaktive Beizen sind wirklich sinnvoll wenn man eine Patina will - gealtertes Holz - und wenn das auch beanspruchbar sein soll.
Und kaum eine davon (Eisenacetat mal ausgenommen und evtl Ammoniak) ist wirklich harmlos...
Gruss,
Mark