ich habe am Samstag morgens einiges am oberen Wurfarm runtergenommen, damit der Sehnenabstand auf beiden Seiten gleich wurde. Danach hatte der Bogen nur noch 35 Pfund. War am Samstag beim schießen, die Pfeile schlugen nicht mehr auf meine Hand, nach dem Schiessen sah der Tiller dann so aus:

- etwas asymetrischer tiller nach schwächen. Oberer (linker) Wurfarm biegt zu viel kurz vor der Wurfarmmitte
Heute war ja das Clout-Turnier in Puchheim, da wollte ich den Bogen eigentlich schiessen, aber erste Versuche am Samstag waren mit 140 m Weite nicht ausreichend. Außerdem fühlte sich der Bogen wegen dem großen Set auf Standhöhe etwas arg schwach an. Nachdem hier einige mit gutem Erfolg Hasel getempert haben, hab ich Samstagabend den Bauch mit Sonnenblumenöl (hab nix anderes gefunden...

) eingerieben und die Wurfarme mit Gewichten und Hand leicht reflex gebogen und ca. 1 h lang mit der HLP bearbeitet. Danach war der ganze Set weg, und der untere Wurfarm war sogar etwas reflex (das Gewicht dort war wohl etwas schwerer...).
Am Sonntagmorgen sah der Bogen dann nach dem Aufspannen ziemlich schräg auf, hab noch etwas mit der Ziehklinge am unteren Arm gekratzt, dann bin ich aufs Turnier gegangen, obwohl der untere Wurfarm noch zu stark war. (knapp 1 cm mehr Sehnenabstand am oberen WA).

- Gerösteter Bauch (untere WA etwas mit Ziehklinge bearbeitet, aber immer noch zu stark)
Mit der "Fastflight" Sehne (6 Strang BCY 452x) und Bambuspfeilen (347 gn) mit leichter Spitze (30 gn) und 4 Zoll Saubuckel Federn kam ich dann ca. 30 Schritte übers Clout (stand bei 165m) hinaus. Das hat auch konsistent über alle 12 Passen a 6 Pfeilen funktioniert. Die Pfeile kamen allerdings nicht sauber hinaus, sondern haben die halbe Flugbahn gewedelt, der Spine stimmte wohl nicht so ganz. Leider ist mir ein Bambuspfeil beim Putzen im Gras (!) zerbrochen

(waren gekaufte Schäfte mit plangeschliffenen Nodien...), und ich musste ihn durch einen dickeren, ähnlich schweren Carbonpfeil mit schräggestellten Federn ersetzen. Der kam tendenziell weniger weit als die Bambuspfeile.
Ich habe mich aber nicht getraut zu ankern, sondern hab noch in der Auszugsbewegung abgelassen, deswegen war das Trefferbild nicht so gut, aber meist seitlich daneben oder zu weit. Beim Weitschusswettbewerb kam ich mit mehreren Pfeilen auf 195-200m. Soweit ich gesehen hab war ich der einzige Schütze mit Primitivbogen. Die maximale Weite von den Blankbogenschützen war 302 m, die hatten teilweise doch deutlich flachere Flugbahnen zum Ziel wie ich.
Heute abend hatte ich den Bogen nochmal auf der Tillerwand, und mich über den schlechten Tiller erschreckt.
Der Untere WA ist immer noch viel zu stark, und der obere ist vor dem Tip ziemlich steif.

- Tiller nach Clout Turnier (ca. 100 Pfeile bei 30+x Auszug)
Bei 30" Auszug hatte der Bogen noch 42 Pfund, d.h. im Turnier habe ich mit ca. 8.5 gpp geschossen.
Interessanterweise hat das Tempern auch noch nach dem Wettbewerb gut gehalten, hätte ich nicht gedacht:

- Oben: Set bei anfänglichem Tillern
Mitte: Set nach Tiller auf 30"
Unten: Set nach rösten + Clout Turnier
Achtung: Bogen liegt andersrum (linker WA=oben)
Werde wohl den unteren WA noch weiter abschwächen, so das er ähnlich wie der obere biegt. Den scheint das steife Tip (bzw. die Hauptbiegung in WA Mitte) ja auch nicht zu stören (der leichte Deflex am ende des oberen WA war schon im Stamm so).
So, ist jetzt etwas länger geworden, war aber ein schöner Tag (Wetter war ja auch toll!), vor allem wenn man nur schießt und den Tiller selber nicht sieht
ciao
Pablo