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Re: Indianerbogen

Verfasst: 17.01.2008, 11:33
von benz
Hallo Jo,

Deine Messungen sind bei 27,5 Zoll gemacht, wie weit hast Du ihn schon gezogen? Ich bin sehr gespannt auf die Auszugskurve bzw die Werte für 30" oder gar 32".

über 150 fps bei noch nicht mal 28" finde ich schon mal super !!!

liebe grüße benzi

Re: Indianerbogen

Verfasst: 17.01.2008, 13:00
von Ravenheart
Dusty hat's schon verraten und auch bereits gut beschrieben. Erstaunlich, was sich da mit der Sehne verändert!!

Da es keinen Sinn machen würde, den unteren WA zu schwächen, um die Kurve gleichmäßiger zu machen, und ebenso keinen, den oberen griffnah zu schwächen, um ihn dem unteren anzugleichen, könnte man höchstens noch mit noch mehr Sehne den (geringen) Schwachbereich griffnah beim Unteren weiter verstärken.

Aber ich würde ihn vmtl. so lassen...

Die Standhöhe scheint mir allerdings recht hoch! Muss das so?

Rabe

Re: Indianerbogen

Verfasst: 17.01.2008, 13:17
von Snake-Jo
@Dusty, Rabe: Ihr habt 100 Punkte!  ;D

Genau so ist es: Mehr Sehne im griffnahen Bereich zur Stärkung der Schwachstelle im reinen Holzbogen im oberen Wurfarm führte dazu, das nun der andere griffnahe Bereich (der untere Wurfarm) etwas mehr biegt. Ich hatte schon den Sehnenbelag getapert, d.h. mehr Sehne im griffnahen Bereich und zum Tipp hin dünner auslaufen lassen.

@Rabe: Ja, so werde ich es angehen, noch etwas mehr Sehne an die Stelle, da reicht eine dünne Schicht und gut ist es. Gut gesehen: Die Standhöhe ist zu hoch, muss noch eine neue Sehne machen oder aber die Kerben geringfügig nach unten verlegen. Soll jedenfalls nicht so bleiben.

@Benz: Sobald die geringe Schwachstelle ausgeglichen ist, gehe ich aufs Ganze. Die Werte kommen dann. ;D

Re: Indianerbogen

Verfasst: 18.01.2008, 14:14
von Dustybaer
snake-jo, hattest hattest du nicht gesagt "wer's entdeckt bekommt den bogen wenn er fertig ist?  ;D

spass beiseite, ich bin etwas ueberrascht von der geringen zuggewichtszunahme.  das rechtfertigt ja kaum den aufwand.  aehnliche zunahme (von 28 auf 32# hatte ich mit belly-tempering bei meiner hickory-indianer-latte erreicht).  waere mal interessant die beiden methoden zu kombinieren.

Re: Indianerbogen

Verfasst: 18.01.2008, 17:41
von benz
also so wie ich das sehe ist das genau richtig mit der Zuggewichtszunahme, 38# bei 28" entspricht genau dem, was der glückliche zuknünftige Besitzer bisher vom Pferd schießt..... die Frage ist, wie stark nimmt das Zuggewicht bei 30" und bei 32" zu und hält der Bogen die 32" aus.

Es geht, wenn ich das richtig sehe, bei diesem Bogen ja nicht in erster Linie darum das Zuggewicht enorm zu erhöhen, sondern einen weichen Auszug bis auf 32" zu realisieren und da ist Jo auf dem besten Weg!

@Jo ich bin in der Stunde der Wahrheit in Gedanken bei Dir  :D

benzi

Re: Indianerbogen

Verfasst: 19.01.2008, 16:45
von Snake-Jo
@Dusty: Benz hat es auf den Punkt gebracht und wenn Du die Daten nochmals vergleichst: Ich habe mit nur 1,5 mm trockene Sehnenschicht 12 % Zuggewichtszunahme und eine Pfeilgeschwindigkeit, die sich sehen lassen kann. Ich könnte natürlich noch ein bischen Sehne draufpacken, aber wie Benz schon richtig sagte: 38 lb auf dem Pferd ist mehr als genug.
Nochmals die Vorteile:
Weiter Auszug bis max. 30-32" (was zu testen ist), schafft man mit dem kurzen Bogen sonst nicht
Bruchsicherheit
Null Stringfollow
sehr weicher, elastischer Auszug
der Bogen ist schneller als ein Bogen gleicher Stärke nur aus Holz

Re: Indianerbogen

Verfasst: 19.01.2008, 17:18
von benz
@Jo

das war perfekte Arbeit, mit einem Sehnenbelag und einem neuen Design auf EIN lbs genau da zu landen wo Du hin wolltest ist genial und Du liegst nur knapp 10 fps hinter vergleichbaren Bogen aus modernen Materialien!!!

Viel Erfolg für den Rest!

benzi

Re: Indianerbogen

Verfasst: 05.02.2008, 18:14
von Snake-Jo
@Benz: So, der Bogen hat noch ein Backing aus Reh-Rohhaut bekommen und ich habe ihn dann nochmals gemessen. Leider konnte ich die Pfeilgeschwindigkeit nicht bestimmen, da ich nicht mehr als 28,5 " Auszug erreiche. Da muss also jemand mit längeren Armen ran.  ;)
Immerhin hab ich ihn jetzt auf 32" ausgezogen, problemlos und weich. Nach dem Abspannen zeigten die Wurfarme keinen Knick und gingen nach rund 5 min wieder in die Nulllage zurück, also Stringfollow gegen Null.
Hier die Zuggewichte:
28" = 38 lb
29" = 41,6 lb
30" = 44 lb
31" = 46,2 lb
32" =  ca  48 lb, Messpfeil zu kurz.
Später kommen noch ein paar Detailbilder rein. Muss noch lackieren.

Re: Bogenpräsentationsthread 3

Verfasst: 05.02.2008, 21:29
von Talyessin
Hinweis: Thema ab hier im allgemeinen Präsi-Thread ausgeschnitten und an diesen angehängt! Rabe

So, nachdem ich schon mal darüber gepostet habe, zeige ich meinen zuletzt fertiggestellten Bogen vor:
einem Indianerbogen nachempfunden, Robinie, Länge 156cm, Zuggewicht 42# bei 26"
Bild
Bild
Bild

Re: Bogenpräsentationsthread 3

Verfasst: 05.02.2008, 23:11
von Steilpassfänger
Das ist aber wirklich ein Prachtstück! Gratuliere
*auchhabenwill* ;D

Re: Bogenpräsentationsthread 3

Verfasst: 06.02.2008, 01:26
von Squid (✝)
Sehr schön!
Wie breit ist das gute Stück? Und wie verlaufen die Wurfarme bzw. deren Breite? Hat er Set bekommen?

Ich will auch demnächst mal aus Robinie bauen - habe 2 Staves, einer mit 7 Ästen aber 8 cm Breite, einer nur zwischen 4 und 7cm breit und seitlich krumm. Daher die Frage nach der Dimensionierung....

Re: Bogenpräsentationsthread 3

Verfasst: 06.02.2008, 09:08
von Talyessin
@Snake-Jo
verschieben - bitte wie geht das?
Vielen Dank im Voraus!
T.

Das mach ich schon...  :)
Ende des eingefügten Abschnitts! Rabe

Re: Indianerbogen

Verfasst: 06.02.2008, 21:02
von Talyessin
@Squid

Die Bogenmaße:
schlanke Pyramidalform, Griff nur 10,5cm lang, danach auf 5cm Länge Verbreiterung des WA auf 4,3cm, diese Breite etwa 30cm parallel zu den Tips hin beibehalten, danach verschmälert auf 1,6cm bei der Sehnenkerbe.
Set beträgt beim unteren WA 3,5cm, beim oberen 4,1cm.

Grundlage war ein Robinienprügel von etwa 8cm Durchmesser (mit Splint), ausserdem war es "Propellerholz". Ich habe daher den Bogen schief angezeichnet und ausserdem beiderseits am letzen WA-Drittel massiv decrowned, sowie auch seitlich die Jahresringe angeschnitten.
Die schwarze Bemalung an den WA-Enden dient dazu, dies zu verheimlichen. Die Jahresringe sind übrigens nur 1-2mm dick. Der Baum war bereits abgestorben, hatte aber am Stamm noch einige kleine Nottriebe.
Ich hätte selbst nicht geglaubt, dass aus so einem Krüppelholz mal ein Bogen wird. Aber was soll's - gute Bäume kosten Geld, schlechte gibts gratis...

Re: Indianerbogen

Verfasst: 07.02.2008, 14:53
von Snake-Jo
@Talyessin: Also erschwerte Bedingungen - stramme Leistung, gefällt mir gut vom Design, sehr elegant.  :)
Durch den Reflex ist der Sehnenwinkel auch nicht zu groß. 

Re: Indianerbogen

Verfasst: 07.03.2008, 13:19
von Charles
Snake-Jo hat geschrieben:
@Charles: Wie soll ich denn die beiden Bogenvariationen vergleichen, wenn ich den ersten nicht fertig tillere und messe? ;D
Ich mache das auch deswegen, weil es kaum gesicherte Werte gibt zu:
1. Zuggewichtszunahme nach Sehnenbelag
2.  Pfeilgeschwindigkeit vorher/ nachher
Ach sooo, so ist das, ich denk mir ja schon...
Da war ich dann einfach zu vorschnell mit meiner Riesenklappe, sorry!  :-X



Snake-Jo hat geschrieben: Immerhin hab ich ihn jetzt auf 32" ausgezogen, problemlos und weich. Nach dem Abspannen zeigten die Wurfarme keinen Knick und gingen nach rund 5 min wieder in die Nulllage zurück, also Stringfollow gegen Null.
Hier die Zuggewichte:
28" = 38 lb
29" = 41,6 lb
30" = 44 lb
31" = 46,2 lb
32" =  ca  48 lb, Messpfeil zu kurz.
Später kommen noch ein paar Detailbilder rein. Muss noch lackieren.
Und ja, Dein Vergleich ist hochinteressant, danke dafür! *daumenhoch*



@ Talyessin:  Leider funktionieren Deine Bilder nicht  ???
Würde Deinen Bogen sehr gerne anschauen!


Charles