ravenheart hat geschrieben:
Interessant ist in dem Zshg. die Frage, ob sich so versprödetes Holz noch wieder reaktivieren lässt!
Da ich gerade kürzlich in Besitz eines leider versprödeten Eibenstaves gekommen bin, werde ich einen Test machen:
Ein ca. 40 cm Abschnitt wird gespalten.
Ein Spaltling wird wie vorhanden gelagert,
der zweite aber kräftig, 1 Std., gedämpft, also wieder in feuchten Zustand gebracht, und dann eingelagert.
Beide nebeneinander, kühl und luftig.
In 2 Jahren mache ich dann einen vergleichenden Biegetest...
Rabe
Hallo Rabe,
da ich noch nie versprödetes Eibenholz gehabt habe (Gott sei Dank, hoffentlich bleibt es auch so in Zukunft!), interessieren mich trotzdem auch die Ergebnisse von Deinem Test!
Ich glaube allerdings, daß speziell das Eiben-Holz weiterhin spröde sein wird, es ändert sich nicht mehr.
Warum ist Dein Eiben-Stave so spröde? Wie wurde es getrocknet? Hast Du ein Bruchtest gemacht aus einem Span?
captainplanet hat geschrieben:
@ Charles: Besonders interessant an dem Bericht finde ich daß sich das Holz trotz Tillern und Schießen im nachhinein noch verbessert hat. Bis jetzt nahm ich an daß ein zu früh getillerter Eibenbogen nicht mehr viel an Leistung zulegt da die Abbindung der Inhaltsstoffe gestört wurde. Ähnlich wie sich keine großen Salzkristalle bilden wenn man eine Lösung umrührt. Aber so gesehen wäre es eigentlich kein großer Schaden wenn man sich aus Ungeduld mal etwas zu früh ans Eibenholz wagt.
Oder glaubst Du - das ist jetzt natürlich schwer zu sagen - daß der Bogen noch besser geworden wäre wenn Du von vornherein gewartet hättest?
Ja. Wenn ich gewartet hätte, wäre der Bogen noch besser geworden.
Dieser Bogen konnte eben nachreifen, da er sich aufgrund seiner Länge wenig biegen musste und das Holz war schön und gleichmäßig gewachsen, da war das Tillern sehr schnell erledigt. Das heißt, die noch nicht verfestigten Holzinhaltsstoffe wurden nur wenig malträtiert bzw. teilweise verletzt und konnten sich schließlich fertig "umwandeln".
Bei einem anderen Bogen habe ich auch ziemlich schnell getrocknetes Holz verwendet, das war wirklich trocken. Daraus habe ich einen kurzen Recurve gebaut, bei solch einem Bogen biegt sich sich jedes Zentimeter Holz. Die Wurfleistung war auch nicht sooo besonders trotz der Recurves. Dieser Bogen änderte sich nicht mehr, er warf weiterhin müde. Von mal zu mal wurde er immer schwächer beim Schießen, der Set wurde immer mehr. Habe ihn dann runtergetillert und verschenkt.
Da bin ich der Meinung, daß die Holzinhaltsstoffe komplett zerstört wurden aufgrund der Belastungen des Holzes.
captainplanet hat geschrieben:
Ich habe schon mal gehört daß man Eibe in Wasser legen kann. Ich habe es aber nie probiert und angenommen daß man das nur zeitweise während des normalen Trocknens an Luft macht um den Trocknungsprozeß insgesamt zu verlangsamen.
Möglicherweise läßt man sie aber so lange im Wasser bis die "Reifung" (Abbindung der Inhaltsstoffe) des Holzes abgeschlossen ist sodaß sie danach nur mehr normal getrocknet werden muß?
Ich fände es auch schön wenn jemand der genaueres weiß dazu schreiben könnte!
Georg
Das hat einen einfachen Grund: Durch das Wässern wird dem Holz die Tendenz des Verwerfens und auch Rißbildung während dem Trocknen genommen bzw. vermindert. Information habe ich u.a. von meinem Vater, der als Tischler in einem Sägewerk gelernt und gearbeitet hatte. Bestimmte Hölzer wurden einige Zeit ins Wasser gelegt und dann erst aufgeschnitten und zum (Luft)trocknen geschlichtet.
Die heutigen Trocknungskammern der Sägewerke haben auch den selben Funktionsprinzip. Nur werden die Hölzer einige Male mit (Druck)Dampf befeuchtet und anschließend getrocknet.
Wie Rabe schon vermerkte: Was dem Tischler recht ist, dem Bogenbauer aber ist es nicht recht. Vollkommen unterschiedliche Anforderungen an das Holz!
Rado hat geschrieben:
Das beschreibt Comstock in "Der gebogene Stock", als beste Trocknungsmethode für Osage.
Ist aber zugegeben, auf Eibe nicht unbedingt übertragbar.
Jaja, man muss nicht alles glauben, was in den Büchern drin steht. Das Buch von Comstock ist so eines, da bist Du nach dem Lesen genau so schlau wie vorher. Nur blablablabla... Fakt ist: Osage neigt sich sehr gerne zum Verwerfen und Reissen während dem Trocknen. Kann ein Lied davon singen... :-X Ist bei Eibe noch extremer ausgeprägt. Beide Hölzer wachsen gerne wechsel/drehwüchsig, darum.
Rado hat geschrieben:
Astfreie & reflexe Stücke aus der Alpengegend bitte, ja!?

Gruß
Rado
Wo? Wer? *geifer, gier, lechz*
Mir sind erst 2 Eibenbögen gebrochen. Ein Bogen brach in der kalten Jahreszeit trotz sorgfältigem Aufwärmen vor jedem Schuss, leider, tut mir heute noch weh, und das andere hatte ich bewusst mit Gewalt zerbrochen

. Wie denn das? Es war ein ziemlich verwachsenes Holz, laaaaange Zeit hatte ich mich mit diesem verdammten Stück gequält, und zum Schluß war mir der Tiller ziemlich mißlungen und der Bogen noch dazu viel zu leicht geworden.
War gar nicht so einfach, dieses Holz übers Knie zu brechen

Musste mich ziemlich anstrengen, ganz schön zäh, das Holz. Und geknallt hat es ziemlich, wow ;D
Ach ja, nochmals vergessen:
Rado, die Ulme hat ein eigenes Aroma, unverkennbar! Die riechen so richtig säuerlich. Und unter dem Aroma, das Du beschrieben hast, das kann ich mir trotz viel Phantasie schwer vorstellen. Du kennst Dich aber aus mit dem Wein und so

Hast Du mal alte Fassdauben geschnitten?
Ist das Aroma von alter Ulme eher in Richtung "schwer süsslich muffig"?
Meiner riecht so. Habe es vom Großvater, über 30 Jahre im Freien unterm Flugdach gelagert. Ist aber leider spröde bis zum gehtnichtmehr
Charles