wenig handschock beim Reiterbogen/Erfahrung
Re: wenig handschock beim Reiterbogen/Erfahrung
Csaba Grózer schießt 50# vom Pferd und meint dazu:
"Manche denken, wenn sie einen Reflexbogen vom Pferd schießen, müssten sie einen mit geringerem Zuggewicht nehmen, als beim Schießen zu Fuß. Meiner Meinung nach ist auch das ein Irrtum. Jeder verfügt über eine optimale Zugkraft, womit er unabhängig von den Umständen zurechtkommt."
Ein Freund von mir, Laszlo Baross aus Kecskemét/Ungarn, schießt einen 73# Bogen vom Pferd und das recht gut.
Warum sollte jemand, der von Kind auf Bogen schießt und reitet, nicht mit hohen Zuggewichten vom Pferd schießen?
Die 80-120# stammen so weit mir das bekannt ist aus Untersuchungen und der Rekonstruktion eines Avarenbogens von Dr. Gyula Fabian. Grózer korrigiert das etwas nach unten, da laufen gerade ein paar Versuche, ich hoffe, dass ich im November genauere Resultate habe. Persönlich schätze ich 50-90# als realistisch ein.
"Manche denken, wenn sie einen Reflexbogen vom Pferd schießen, müssten sie einen mit geringerem Zuggewicht nehmen, als beim Schießen zu Fuß. Meiner Meinung nach ist auch das ein Irrtum. Jeder verfügt über eine optimale Zugkraft, womit er unabhängig von den Umständen zurechtkommt."
Ein Freund von mir, Laszlo Baross aus Kecskemét/Ungarn, schießt einen 73# Bogen vom Pferd und das recht gut.
Warum sollte jemand, der von Kind auf Bogen schießt und reitet, nicht mit hohen Zuggewichten vom Pferd schießen?
Die 80-120# stammen so weit mir das bekannt ist aus Untersuchungen und der Rekonstruktion eines Avarenbogens von Dr. Gyula Fabian. Grózer korrigiert das etwas nach unten, da laufen gerade ein paar Versuche, ich hoffe, dass ich im November genauere Resultate habe. Persönlich schätze ich 50-90# als realistisch ein.
Wer "O..." sagt, muss auch "...sage" sagen
Re: wenig handschock beim Reiterbogen/Erfahrung
Ein paar kopierte Infos (Wikipedia; muß nicht immer wissenschaftlich sein. Den anderen Artikel habe ich gelesen und war eine historische Studie. leider weiß ich nicht mehr wo und das ist auch nicht mein Beruf. Deshalb kann ich euch die Quelle nicht mehr angeben. Es gab einen Bericht hierzu in der Welt oder Zeit).
Es gab früher Berufsruderer keine Sklaven bei den Griechen. Zur Besatzung einer attischen Triere gehörten 170 Ruderer, 10 bis 20 Matrosen (inklusive der Offiziere) und etwa 10 Soldaten: Hopliten (sog. Epibaten) für den Enterkampf und Bogenschützen zur Bekämpfung des Feindes mit Wurfspeeren und Pfeilen.
Insbesondere, da Athen seinen Großmachtstatus auf seine Flotte von ca. 200 Trieren stützte, waren die Ruderer sehr angesehen und politisch einflussreich.
Die dazu benötigten schwierigen Manöver verlangten einen hohen Grad an Fertigkeiten und Konzentration seitens der Ruderer: ein einzelner unerfahrener Ruderer konnte die gesamte Mannschaft aus dem Takt bringen. Die Trierenbesatzungen mussten hart und lang trainieren und waren keine Sklaven, sondern Angehörige der ärmsten Schicht der freien Bürger (in Athen: Theten) einer Polis und wurden gut besoldet.
Der Bogen als Kriegswaffe
Die Ägypter und Assyrer ließen Ihre Bogenschützen auf Streitwagen in die Schlacht ziehen.
Das Reich Mazedonien, Hanniball und auch Attila setzten berittene Bogenschützen ein. Byzantiner benutzten als erste Kavallerie Steigbügel. Die Bogenschützen standen beim schießen in Ihren Steigbügeln und konnte so die Treffsicherheit steigern.
Dschingis Khan verfügte über wahre Experten als berittene Bogenschützen. Sie benutzen Komposit-Bögen mit einem Zuggewicht von 70 - 160(!) Pfund. Die Schussentfernung betrug rund 600 Meter, tödliche Schüsse waren bis auf 270 Meter möglich.
Im Abendland des Mittelalters waren die englischen Langbogenschützen mit ihren ca. 2 Meter langen Bögen aus Eibe, mehr als gefürchtet. Sie wurden erstmals in großer Anzahl als geschlossene Einheit eingesetzt.
Ein geübter Bogenschütze konnte durchaus eine Schussfolge von 12 Pfeilen pro Minute erreichen, wobei Ziele in ca. 200 Metern noch getroffen wurden. So ließen 1.000 Bogenschützen in 10 Minuten 120.000 Pfeile auf ihre Gegner "niederregnen".
Aus Der FTD (08.10.07)
Vor 800 Jahren, als die mongolischen Reiterhorden nach Europa vorstießen, war der Reflexbogen eine furchteinflößende Hightech-Waffe. Er reichte weiter als die europäischen Holzlangbögen und war von so großer Schnellkraft, dass Pfeile mit geschmiedeten Eisenspitzen sogar die Kettenhemden europäischer Ritter durchschlagen konnten.
Besonders großen Schrecken verbreite ten die berittenen Schützen, die mit kompakten, nur einen Meter langen Waffen angriffen. Bis zu 20 Pfeile in 60 Sekunden schossen die Reiter ab - in einem Radius von 360 Grad. Ihre Zielgenauigkeit war legendär: Noch auf 300 Meter Entfernung sollen sie getroffen haben. Im Galopp.
Bis heute erzählt man sich in der Mongolei Legenden von der Treffsicherheit der Ahnen. Wie sie mit Pfeil und Bogen fliehende Hasen erlegten oder Geier vom Himmel holten. In Stein gemeißelt ist gar ein historischer Rekord: 536 Meter weit soll im Jahr 1225 ein Pfeil des Kriegers Esukhei geflogen sein, bevor er sich ins Ziel bohrte, berichtet der "Stein des Dschingis", eine zwei Meter hohe Stele im Besitz der Eremitage in Sankt Petersburg.
Boldbataari, der Sohn des Meisters, ein großer, schwerer Mann, führt Details des Bogenbaus vor. Er schneidet ein meterlanges Stück Bambus zurecht, das der Waffe als tragendes Teil dienen soll, und klebt in der Mitte sowie an beiden Enden 15 Zentimeter lange Birkenholzstücke an. Dann sägt er von einem gekrümmten Steinbock-Horn einen schmalen Streifen ab, erhitzt ihn im Feuer, biegt ihn gerade. Der frühere Bergbauingenieur wird ihn, wenn die Zeit reif dafür ist, mit dem Bambus verkleben, ebenso wie die getrockneten, in dünne Fasern gespaltenen Sehnen. Geduld ist eine unerlässliche Tugend beim Bogenbau: Der Kleber, aus Schwimmblasen von Fischen und anderen tierischen Substanzen ge wonnen, trocknet sehr langsam. Jeder Herstel lungsschritt nimmt Wochen in Anspruch, bis zur Vollendung vergehen sechs Monate. Nach mongolischen Maßstäben kostet so ein Bogen ein kleines Vermögen, zwei bis drei Monatsgehälter, etwa 200 Euro.
ein paar hübsche Rekorde:
Rekorde
die mit einem Bogen aufgestellt worden sind.
1686 wurde von WADA DAIHACHI, einem japanischen Meisterschützen,
ein recht unglaublicher Rekord aufgestellt: Er schoss 27 Std. ohne
Unterbrechung in einem überdachtem Schießstand fast alle 12 Sek.
einen Pfeil ab, und traf mit fast 100% Trefferquote ca. 8.133 mal
das Ziel am Ende der Halle.
1798 wurde in der Türkei wurde ein Wettbewerb im Weitschießen
veranstaltet, den der Sultan Selim mit einer Distanz von 845 Metern
gewann. Dieser Rekord wurde am 31. Juli 1992 durch Kevin Strother
eingestellt. Der Amerikaner schoss mit einem High - Tech - Bogen
in die Luft. Der Pfeil benötigte 10 Sek., bis er in einer Entfernung
von ca. 1.167 Metern zu Boden ging.
1924 stellte General Thord-Gray einen recht ungewöhnlichen Rekord
auf, in dem er gegen 12 Pistolenschützen antrat. Die Zielscheibe wurde
in 75 Metern Entfernung aufgestellt und hatte einen Durchmesser von
nur 70 Zentimetern. Thord-Gray hatte 72 Pfeile. Die Pistolenschützen
hatten jeweils 6 Schuss. Der Bogenschütze erreichte dennoch die gleiche
Ringzahl wie seine Gegner zusammengenommen.
Hier noch genauer:
erstmals erschienen im Bogensport Journal
In der alten japanischen Kaiserstadt Kyoto steht der Sanjusangendo-Tempel aus dem 12. Jh., bei Kunstliebhabern bekannt für die 1000 buddhistischen, mit Plattgold überzogenen Statuen, die er in seinem Inneren beherbergt.
Bogenschützen interessieren sich wohl mindestens so sehr für seine langgestreckte Westfassade, auf der in früheren Zeiten berühmte Schießbewerbe abgehalten wurden. Man spricht auch heute noch davon, dass es geschichtlich 3 Formen des Schießens gab - das Schießen der Fusssoldaten, das Schießen zu Pferd und eben das "Tempelschießen".
Die Aufgabe des Schützen bestand darin, Pfeile über eine Distanz von fast 120 m entlang der Tempelwand, die durch Holzpfeiler in 33 (sanjusan) Nischen (gen) gegliedert ist, bis an ihr Ende zu schießen.
Die erste Schwierigkeit bestand darin, dass dabei die Pfeile nicht im Gebälk des überhängenden Daches steckenblieben, dessen Höhe ca. 5,6 m beträgt. Die horizontale Streuung der Pfeile wiederum war beschränkt auf der einen Seite natürlich durch die Tempelwand und auf der anderen durch den Rand des Daches, von dem im Zielbereich ein Pfosten hing. 2,5 m maß also die Breite.
Inagaki Sensei zeigt die Technik des Tempelschiessens
(Wien, 1992 © Foto Simak Wien)
Die Einzigartigkeit der Bewerbe bestand nun darin, dass ein einzelner Schütze 24 Stunden lang schoss, von 6 Uhr abends bis nächsten Tag 6 Uhr abends. Er saß mit überkreuzten Beinen auf dem Boden der Veranda, Assistenten reichten ihm die Pfeile und gingen ihm auch in anderen Dingen zur Hand. Der schriftlich bezeugte Rekord lag bei 13053 abgeschossenen Pfeilen, wobei 8133 ihr Ziel erreichten. Das ergibt einen Schnitt von über 9 Pfeilen pro Minute. Nach jeweils 500 Pfeilen gab es eine Pause für Tee, ein paar Bissen und vielleicht ein Pfeifchen.
Es gab früher Berufsruderer keine Sklaven bei den Griechen. Zur Besatzung einer attischen Triere gehörten 170 Ruderer, 10 bis 20 Matrosen (inklusive der Offiziere) und etwa 10 Soldaten: Hopliten (sog. Epibaten) für den Enterkampf und Bogenschützen zur Bekämpfung des Feindes mit Wurfspeeren und Pfeilen.
Insbesondere, da Athen seinen Großmachtstatus auf seine Flotte von ca. 200 Trieren stützte, waren die Ruderer sehr angesehen und politisch einflussreich.
Die dazu benötigten schwierigen Manöver verlangten einen hohen Grad an Fertigkeiten und Konzentration seitens der Ruderer: ein einzelner unerfahrener Ruderer konnte die gesamte Mannschaft aus dem Takt bringen. Die Trierenbesatzungen mussten hart und lang trainieren und waren keine Sklaven, sondern Angehörige der ärmsten Schicht der freien Bürger (in Athen: Theten) einer Polis und wurden gut besoldet.
Der Bogen als Kriegswaffe
Die Ägypter und Assyrer ließen Ihre Bogenschützen auf Streitwagen in die Schlacht ziehen.
Das Reich Mazedonien, Hanniball und auch Attila setzten berittene Bogenschützen ein. Byzantiner benutzten als erste Kavallerie Steigbügel. Die Bogenschützen standen beim schießen in Ihren Steigbügeln und konnte so die Treffsicherheit steigern.
Dschingis Khan verfügte über wahre Experten als berittene Bogenschützen. Sie benutzen Komposit-Bögen mit einem Zuggewicht von 70 - 160(!) Pfund. Die Schussentfernung betrug rund 600 Meter, tödliche Schüsse waren bis auf 270 Meter möglich.
Im Abendland des Mittelalters waren die englischen Langbogenschützen mit ihren ca. 2 Meter langen Bögen aus Eibe, mehr als gefürchtet. Sie wurden erstmals in großer Anzahl als geschlossene Einheit eingesetzt.
Ein geübter Bogenschütze konnte durchaus eine Schussfolge von 12 Pfeilen pro Minute erreichen, wobei Ziele in ca. 200 Metern noch getroffen wurden. So ließen 1.000 Bogenschützen in 10 Minuten 120.000 Pfeile auf ihre Gegner "niederregnen".
Aus Der FTD (08.10.07)
Vor 800 Jahren, als die mongolischen Reiterhorden nach Europa vorstießen, war der Reflexbogen eine furchteinflößende Hightech-Waffe. Er reichte weiter als die europäischen Holzlangbögen und war von so großer Schnellkraft, dass Pfeile mit geschmiedeten Eisenspitzen sogar die Kettenhemden europäischer Ritter durchschlagen konnten.
Besonders großen Schrecken verbreite ten die berittenen Schützen, die mit kompakten, nur einen Meter langen Waffen angriffen. Bis zu 20 Pfeile in 60 Sekunden schossen die Reiter ab - in einem Radius von 360 Grad. Ihre Zielgenauigkeit war legendär: Noch auf 300 Meter Entfernung sollen sie getroffen haben. Im Galopp.
Bis heute erzählt man sich in der Mongolei Legenden von der Treffsicherheit der Ahnen. Wie sie mit Pfeil und Bogen fliehende Hasen erlegten oder Geier vom Himmel holten. In Stein gemeißelt ist gar ein historischer Rekord: 536 Meter weit soll im Jahr 1225 ein Pfeil des Kriegers Esukhei geflogen sein, bevor er sich ins Ziel bohrte, berichtet der "Stein des Dschingis", eine zwei Meter hohe Stele im Besitz der Eremitage in Sankt Petersburg.
Boldbataari, der Sohn des Meisters, ein großer, schwerer Mann, führt Details des Bogenbaus vor. Er schneidet ein meterlanges Stück Bambus zurecht, das der Waffe als tragendes Teil dienen soll, und klebt in der Mitte sowie an beiden Enden 15 Zentimeter lange Birkenholzstücke an. Dann sägt er von einem gekrümmten Steinbock-Horn einen schmalen Streifen ab, erhitzt ihn im Feuer, biegt ihn gerade. Der frühere Bergbauingenieur wird ihn, wenn die Zeit reif dafür ist, mit dem Bambus verkleben, ebenso wie die getrockneten, in dünne Fasern gespaltenen Sehnen. Geduld ist eine unerlässliche Tugend beim Bogenbau: Der Kleber, aus Schwimmblasen von Fischen und anderen tierischen Substanzen ge wonnen, trocknet sehr langsam. Jeder Herstel lungsschritt nimmt Wochen in Anspruch, bis zur Vollendung vergehen sechs Monate. Nach mongolischen Maßstäben kostet so ein Bogen ein kleines Vermögen, zwei bis drei Monatsgehälter, etwa 200 Euro.
ein paar hübsche Rekorde:
Rekorde
die mit einem Bogen aufgestellt worden sind.
1686 wurde von WADA DAIHACHI, einem japanischen Meisterschützen,
ein recht unglaublicher Rekord aufgestellt: Er schoss 27 Std. ohne
Unterbrechung in einem überdachtem Schießstand fast alle 12 Sek.
einen Pfeil ab, und traf mit fast 100% Trefferquote ca. 8.133 mal
das Ziel am Ende der Halle.
1798 wurde in der Türkei wurde ein Wettbewerb im Weitschießen
veranstaltet, den der Sultan Selim mit einer Distanz von 845 Metern
gewann. Dieser Rekord wurde am 31. Juli 1992 durch Kevin Strother
eingestellt. Der Amerikaner schoss mit einem High - Tech - Bogen
in die Luft. Der Pfeil benötigte 10 Sek., bis er in einer Entfernung
von ca. 1.167 Metern zu Boden ging.
1924 stellte General Thord-Gray einen recht ungewöhnlichen Rekord
auf, in dem er gegen 12 Pistolenschützen antrat. Die Zielscheibe wurde
in 75 Metern Entfernung aufgestellt und hatte einen Durchmesser von
nur 70 Zentimetern. Thord-Gray hatte 72 Pfeile. Die Pistolenschützen
hatten jeweils 6 Schuss. Der Bogenschütze erreichte dennoch die gleiche
Ringzahl wie seine Gegner zusammengenommen.
Hier noch genauer:
erstmals erschienen im Bogensport Journal
In der alten japanischen Kaiserstadt Kyoto steht der Sanjusangendo-Tempel aus dem 12. Jh., bei Kunstliebhabern bekannt für die 1000 buddhistischen, mit Plattgold überzogenen Statuen, die er in seinem Inneren beherbergt.
Bogenschützen interessieren sich wohl mindestens so sehr für seine langgestreckte Westfassade, auf der in früheren Zeiten berühmte Schießbewerbe abgehalten wurden. Man spricht auch heute noch davon, dass es geschichtlich 3 Formen des Schießens gab - das Schießen der Fusssoldaten, das Schießen zu Pferd und eben das "Tempelschießen".
Die Aufgabe des Schützen bestand darin, Pfeile über eine Distanz von fast 120 m entlang der Tempelwand, die durch Holzpfeiler in 33 (sanjusan) Nischen (gen) gegliedert ist, bis an ihr Ende zu schießen.
Die erste Schwierigkeit bestand darin, dass dabei die Pfeile nicht im Gebälk des überhängenden Daches steckenblieben, dessen Höhe ca. 5,6 m beträgt. Die horizontale Streuung der Pfeile wiederum war beschränkt auf der einen Seite natürlich durch die Tempelwand und auf der anderen durch den Rand des Daches, von dem im Zielbereich ein Pfosten hing. 2,5 m maß also die Breite.
Inagaki Sensei zeigt die Technik des Tempelschiessens
(Wien, 1992 © Foto Simak Wien)
Die Einzigartigkeit der Bewerbe bestand nun darin, dass ein einzelner Schütze 24 Stunden lang schoss, von 6 Uhr abends bis nächsten Tag 6 Uhr abends. Er saß mit überkreuzten Beinen auf dem Boden der Veranda, Assistenten reichten ihm die Pfeile und gingen ihm auch in anderen Dingen zur Hand. Der schriftlich bezeugte Rekord lag bei 13053 abgeschossenen Pfeilen, wobei 8133 ihr Ziel erreichten. Das ergibt einen Schnitt von über 9 Pfeilen pro Minute. Nach jeweils 500 Pfeilen gab es eine Pause für Tee, ein paar Bissen und vielleicht ein Pfeifchen.
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Steppenreiter
Re: wenig handschock beim Reiterbogen/Erfahrung
Nun hier möchte ich die beiden Rekorde meines Freundes Celestino Poletti anfügen dokumentiert im Guinessbuch der Rekorde 1998. (Was auch immer man von so einer Rekordjagd halten mag...)
Guiness Record: Juni 1998, 24 Stunden Dauer - Bogenschießen stehend mit erreichten 17.641 Schüssen.
Zuhause habe ich noch die Diagramme der Schußverläufe und das ganze Pipapo... Größe der Scheiben, Abstände Treffer usw.
Guiness Record: Juni 1998, 24 Stunden Dauer - Bogenschießen stehend mit erreichten 17.641 Schüssen.
Zuhause habe ich noch die Diagramme der Schußverläufe und das ganze Pipapo... Größe der Scheiben, Abstände Treffer usw.
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benz
Re: wenig handschock beim Reiterbogen/Erfahrung
OT gibt es solche Rekorde auch von Frauen, oder ist das reiner Männlichkeitswahn? 
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Steppenreiter
Re: wenig handschock beim Reiterbogen/Erfahrung
Nicht ganz Benz,
Vor zwei Jahren hate sich Shannon bei mir gemeldet und beglückwünschte uns zu unserem Sport, bedauerte aber, dass sie so weit weg wohne.
St. Shannon Hartnett
Resume: 12 time USA and 10-time World Highland Games champion, college heptathlete, competitive bodybuilder, deep-sea diver, women's pro football player, World's Strongest Woman winner, and oh yeah, she climbed Mt. Everest.
Vor zwei Jahren hate sich Shannon bei mir gemeldet und beglückwünschte uns zu unserem Sport, bedauerte aber, dass sie so weit weg wohne.
St. Shannon Hartnett
Resume: 12 time USA and 10-time World Highland Games champion, college heptathlete, competitive bodybuilder, deep-sea diver, women's pro football player, World's Strongest Woman winner, and oh yeah, she climbed Mt. Everest.
Re: wenig handschock beim Reiterbogen/Erfahrung
Da das Thema nun vollends ins OT abgleitet, erlaube ich mir eine Anmerkung zu folgender Geschichte:
Der Mann hieß Wasa Daihachiro (Wasa ist der Familienname).
"Meisterschütze" ist nach japanischen Maßstäben ziemlich übertrieben, er war eher jugendlicher Topathlet in einer Extremdisziplin des sportlichen Schießens und erst 22 Jahre alt.
Der Schießstand war kein Schießstand, sondern eben die Veranda des Sanjusangendo, die dann ja auch in der Version des Momiji Kai weiter unten richtig beschrieben ist.
Es waren wie dort nachzulesen auch weder 27 Stunden, noch 12 Pfeile pro Minute und durchaus keine Trefferquote von 100 %:
Die dokumentierten 8133 Treffer von 13053 Schuß innerhalb von 24 Stunden sind "nur" gute 60% bei 9,06 Pfeilen pro Minute.
Ich empfehle, den ganzen Text unter http://www.kyudo.at/index.php?option=com_content&task=view&id=22&Itemid=31 nachzulesen, da wird auch die Frage des Sinnes solcher sportlichen Rekorde im historischen Kontext beleuchtet.
Wo kommt denn das her? Hier stimmt immerhin die Jahreszahl...Fritzig hat geschrieben: 1686 wurde von WADA DAIHACHI, einem japanischen Meisterschützen, ein recht unglaublicher Rekord aufgestellt: Er schoss 27 Std. ohne Unterbrechung in einem überdachtem Schießstand fast alle 12 Sek. einen Pfeil ab, und traf mit fast 100% Trefferquote ca. 8.133 mal das Ziel am Ende der Halle.
Der Mann hieß Wasa Daihachiro (Wasa ist der Familienname).
"Meisterschütze" ist nach japanischen Maßstäben ziemlich übertrieben, er war eher jugendlicher Topathlet in einer Extremdisziplin des sportlichen Schießens und erst 22 Jahre alt.
Der Schießstand war kein Schießstand, sondern eben die Veranda des Sanjusangendo, die dann ja auch in der Version des Momiji Kai weiter unten richtig beschrieben ist.
Es waren wie dort nachzulesen auch weder 27 Stunden, noch 12 Pfeile pro Minute und durchaus keine Trefferquote von 100 %:
Die dokumentierten 8133 Treffer von 13053 Schuß innerhalb von 24 Stunden sind "nur" gute 60% bei 9,06 Pfeilen pro Minute.
Ich empfehle, den ganzen Text unter http://www.kyudo.at/index.php?option=com_content&task=view&id=22&Itemid=31 nachzulesen, da wird auch die Frage des Sinnes solcher sportlichen Rekorde im historischen Kontext beleuchtet.
Johannes Kolltveit Ibel
Oslo Kyūdō Kyōkai オスロ弓道協会
Oslo Kyūdō Kyōkai オスロ弓道協会
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benz
Re: wenig handschock beim Reiterbogen/Erfahrung
danke Kyu, es geht doch nix über echtes Fachwissen!
Der Text führt auch zurück zum Thema, denn es wäre schon interessant auszuprobieren, wie stark ein Reiterbogen sein muss, um einen, sagen wir 32" langen Bambuspfeil 120m weit schießen zu können und dabei eine Flughöhe von 5,6 Meter nicht zu überschreiten.
Der Text führt auch zurück zum Thema, denn es wäre schon interessant auszuprobieren, wie stark ein Reiterbogen sein muss, um einen, sagen wir 32" langen Bambuspfeil 120m weit schießen zu können und dabei eine Flughöhe von 5,6 Meter nicht zu überschreiten.
Re: wenig handschock beim Reiterbogen/Erfahrung
Tatsächlich sollen die Bögen gar nicht besonders stark gewesen sein - bei über 10000 Schuß wäre das auch nicht möglich. Ich kann bei Gelegenheit mal nachfragen, denn unsere japanischen Lehrer haben an der Rekonstruktion dieser seit der Meijirestauration ausgestorbenen Disziplin gearbeitet.
Ein kleiner Videoklipp von diesen Experimenten zeigt die Besonderheiten der Schießtechnik - zum Beispiel ist die sonst kyudotypische Spannungssteigerung über 4 - 5 Sekunden im vollen Auszug auf ein Minimum verkürzt:
http://www.kyudo-sum.de/heki-technik/tai-no-warikomi.html
Aber immer gilt: Die Schießtechnik ist entscheidend für die Reichweite.
Ein kleiner Videoklipp von diesen Experimenten zeigt die Besonderheiten der Schießtechnik - zum Beispiel ist die sonst kyudotypische Spannungssteigerung über 4 - 5 Sekunden im vollen Auszug auf ein Minimum verkürzt:
http://www.kyudo-sum.de/heki-technik/tai-no-warikomi.html
Aber immer gilt: Die Schießtechnik ist entscheidend für die Reichweite.
Zuletzt geändert von Kyujin am 16.10.2007, 17:20, insgesamt 1-mal geändert.
Johannes Kolltveit Ibel
Oslo Kyūdō Kyōkai オスロ弓道協会
Oslo Kyūdō Kyōkai オスロ弓道協会
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benz
Re: wenig handschock beim Reiterbogen/Erfahrung
Au ja mach mal, da bin ich gespannt, denn meiner Einschätzung nach ist diese Flugbahn unter 60# kaum zu realisieren.Kyujin hat geschrieben: Tatsächlich sollen die Bögen gar nicht besonders stark gewesen sein - bei über 10000 Schuß wäre das auch nicht möglich. Ich kann bei Gelegenheit mal nachfragen, denn unsere japanischen Lehrer haben an der Rekonstruktion dieser seit der Meijirestauration ausgestorbenen Disziplin gearbeitet.
Aber immer gilt: Die Schießtechnik ist entscheidend für die Reichweite.
Re: wenig handschock beim Reiterbogen/Erfahrung
danke Kyujin für deine Verbesserung. Es mehrere Berichte über den Schützen und die Namesschreibung war in der Tat unterschiedlich. Gut wenn sich jemand dann richtig auskennt.
Mir ging es an dieser Stelle mehr um die Möglichkeit. Ich denke, was man denkt hat Chancen einzutreffen, deshalb beflügeln mich Geschichten und Ideen meinen eigenen Rahmen weiter zu spannen.
Shannon fand ich übrigens auch cool. Das hatte was.
Aber gut mein eigentlicher Ansatz war die Reduzierung des Handschocks und welche Ausprägung oder Formgebung braucht ein Reiterbogen hierzu. Einiges habe ich jetzt schon kapiert. Da hatte mein Recurve mit einem Monstermittelstück schon den eingebauten Schockabsorber.
Was mich noch interessiert und gab es noch keine Antwort glaube ich, wie hoch ist die Treffergenauigkeit von euch auf dem Pferd im Galopp bei welcher Entfernung? Sagen wir mal 10 m, 20 m, 30m, 40m?, 50m?, 60m? Trefft ihr noch einen Kreis von 20cm bzw. mit wievielen Pfeilen von 10 Stück? Wobei das Kill bei den kürzeren Entfernungen (10-20m) eher kleiner sein müßte (5- 10 cm).
Ich habe keine Ahnung auf was ihr so schießt. Bisher bin ich durch die Büsche gekraucht.
Und mit welchem Bogen habt da gute Erfahrungen gemacht bzgl. Genauigkeit?
Mir ging es an dieser Stelle mehr um die Möglichkeit. Ich denke, was man denkt hat Chancen einzutreffen, deshalb beflügeln mich Geschichten und Ideen meinen eigenen Rahmen weiter zu spannen.
Shannon fand ich übrigens auch cool. Das hatte was.
Aber gut mein eigentlicher Ansatz war die Reduzierung des Handschocks und welche Ausprägung oder Formgebung braucht ein Reiterbogen hierzu. Einiges habe ich jetzt schon kapiert. Da hatte mein Recurve mit einem Monstermittelstück schon den eingebauten Schockabsorber.
Was mich noch interessiert und gab es noch keine Antwort glaube ich, wie hoch ist die Treffergenauigkeit von euch auf dem Pferd im Galopp bei welcher Entfernung? Sagen wir mal 10 m, 20 m, 30m, 40m?, 50m?, 60m? Trefft ihr noch einen Kreis von 20cm bzw. mit wievielen Pfeilen von 10 Stück? Wobei das Kill bei den kürzeren Entfernungen (10-20m) eher kleiner sein müßte (5- 10 cm).
Ich habe keine Ahnung auf was ihr so schießt. Bisher bin ich durch die Büsche gekraucht.
Und mit welchem Bogen habt da gute Erfahrungen gemacht bzgl. Genauigkeit?
- kra
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Re: wenig handschock beim Reiterbogen/Erfahrung
Die Genauigkeit des Treffens (und darum geht es ja wohl) ist in allererster Linie vom Schützen und der Qualität seiner Pfeile abhängig.Fritzig hat geschrieben: ...
Und mit welchem Bogen habt da gute Erfahrungen gemacht bzgl. Genauigkeit?
Die einzig mir bekannte Aufweichung (von Abweichung will ich nicht sprechen) dieser Regel sind die in letzter Zeit aufgekommenen Recurves mit Metallmittelteil (eher semi-Fita Recurves). Aber auch hier findet eine Differenzierung nach Bogen dann eher zwischen ähnlich guten Schützen statt.
Treffen kannn man nicht kaufen!
“Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.”
– George Bernard Shaw
– George Bernard Shaw
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benz
Re: wenig handschock beim Reiterbogen/Erfahrung
@Fritzig
Deine Frage bzgl der Genauigkeit hat wohl niemand so recht ernst genommen, deshalb wurde sie nicht beantwortet. Sie kann so auch nicht beantwortet werden. Niemand weiß auf einem galoppiereden Pferd wie weit er gerade von der Scheibe entfernt ist, ok außer beim Schuss direkt zu Seite, da sind es bei beim ungarischen Wettkampf 9 Meter und das "kill" der Scheibe ist 30cm groß wenn ich mich nicht irre. Aber die Treffergenauigket ist von so vielen Faktoren abhängig. Schiesse ich nur einen Pfeil oder hab ich schon vorher einen geschossen, ist mein Pferd gerade eher cool und ruhig oder bin ich auch noch etwas mehr mit Reiten beschäftigt.....
Im Turnier wird dieses "kill" der mittleren Scheibe schon hin und wieder getroffen, aber man kann auch bei den guten Schützen nicht sagen, dass es die Regel ist.
Der präziseste Schütze was kleine Ziele angeht ist zweifellos Pete, der sogar mit Daumenrelease einen vergrößerten 50 euro Schein im ersten oder zweiten Galopp getroffen hat und das war kein Zufall.
Aber warum interessiert Dich diese Frage so sehr?
Deine Frage bzgl der Genauigkeit hat wohl niemand so recht ernst genommen, deshalb wurde sie nicht beantwortet. Sie kann so auch nicht beantwortet werden. Niemand weiß auf einem galoppiereden Pferd wie weit er gerade von der Scheibe entfernt ist, ok außer beim Schuss direkt zu Seite, da sind es bei beim ungarischen Wettkampf 9 Meter und das "kill" der Scheibe ist 30cm groß wenn ich mich nicht irre. Aber die Treffergenauigket ist von so vielen Faktoren abhängig. Schiesse ich nur einen Pfeil oder hab ich schon vorher einen geschossen, ist mein Pferd gerade eher cool und ruhig oder bin ich auch noch etwas mehr mit Reiten beschäftigt.....
Im Turnier wird dieses "kill" der mittleren Scheibe schon hin und wieder getroffen, aber man kann auch bei den guten Schützen nicht sagen, dass es die Regel ist.
Der präziseste Schütze was kleine Ziele angeht ist zweifellos Pete, der sogar mit Daumenrelease einen vergrößerten 50 euro Schein im ersten oder zweiten Galopp getroffen hat und das war kein Zufall.
Aber warum interessiert Dich diese Frage so sehr?
Re: wenig handschock beim Reiterbogen/Erfahrung
Ja mir geht es auch nicht um kaufen. Ich weiß auch, es kommt immer auf den Schützen an. In anderen Ländern schiessen Menschen teilweise mit Bögen, da fragen wir uns wie die geradeaus schiessen können. Es sind halt immer subjektive Eindrücke, mit was komme ich besser zurecht.
Und als Reiter weiß ich ebenfalls, stets ist der Reiter die Ursache, wenn etwas nicht so läuft wie es sollte.
Ich war einfach neugierig, wie im Mittel eure Distanzen sind, und wie genau ihr da trefft. Zudem dachte ich auch es wären auch mal größere Distanzen, weil die waren es wohl auch historisch. Bei Neun Meter bin ich schon ziemlich in Reichweite für Speere, Äxte und natürlich Pfeile. So habe ich in meiner Naivität gedacht. Und da hat mich interessiert, wie genau ihr da so trefft. Damit will ich in keiner Weise Leistung schlecht machen. Ich habe es selber probiert und fand es im Galopp recht anspruchsvoll erst einmal einen Sack aus 20 m zu treffen.
Und als Reiter weiß ich ebenfalls, stets ist der Reiter die Ursache, wenn etwas nicht so läuft wie es sollte.
Ich war einfach neugierig, wie im Mittel eure Distanzen sind, und wie genau ihr da trefft. Zudem dachte ich auch es wären auch mal größere Distanzen, weil die waren es wohl auch historisch. Bei Neun Meter bin ich schon ziemlich in Reichweite für Speere, Äxte und natürlich Pfeile. So habe ich in meiner Naivität gedacht. Und da hat mich interessiert, wie genau ihr da so trefft. Damit will ich in keiner Weise Leistung schlecht machen. Ich habe es selber probiert und fand es im Galopp recht anspruchsvoll erst einmal einen Sack aus 20 m zu treffen.
Re: wenig handschock beim Reiterbogen/Erfahrung
Naja, wenn dir das klar ist, dann müsste dir ebenfalls klar sein, dass deine Frage:Fritzig hat geschrieben: Ich weiß auch, es kommt immer auf den Schützen an.
Ich war einfach neugierig wie genau ihr da trefft.
zu ungenau ist, um um eine vernünftige Antwort zu bekommen.
Der Steppenreiterverein zählt inzwischen 80 Mitglieder. Darunter ist die ganze Spanne von absolute Anfänger bis zum deutschen Meister dabei. Wenn du z.B. gefragt hättest, wie "genau" der deutsche Meister trifft, wäre die Frage schon eher zu beantworten gewesen (wobei er die schon selbst beantworten müsste...). Das wäre als ob man fragen würde, wie die Mitglieder eines Reitvereines, bei denen von Führzügelkinder bis S-Dressurreiter alles vertreten ist, so im Durchschnitt reiten.
Gruß
Angela
P.S. Hast ja immer noch nicht verraten, woher du deine Info mit den Zuggewichten hast, hätte hier sicherlich einige interessiert.
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benz
Re: wenig handschock beim Reiterbogen/Erfahrung
Sehr sympatisch diese Aussage, wenn ich das bemerken darf! Bei vielen ist es doch der Bogen oder das Pferd wenn etwas nicht klappt......Fritzig hat geschrieben: Und als Reiter weiß ich ebenfalls, stets ist der Reiter die Ursache, wenn etwas nicht so läuft wie es sollte.
