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Re: Wer ist toleranter???
Verfasst: 04.03.2014, 19:35
von Geoffrey (✝)
Das ist ja mal 'ne Frage. Vor vielen Jahren gab es einen Bericht über die soziale Funktion von Kaffeetrinken. Grundgedanke war, dass bei vielen Veranstaltungen Kaffee angeboten wird (ralfmcghee hat ja auch schon darauf hingewiesen). Und wenn dann jeder sein Tässchen Kaffee hat, an dem er sich festhalten kann, dann kann er (oder auch sie) sich zwanglos auf ein Gespräch einlassen. Notfalls könnte das sogar mit einer Bemerkung über dieses untrinkbare Gebräu eingeleitet werden. Und da viele in einer Veranstaltungspause gern ein Käffchen nehmen, treffen sich eben alle im Umkreis der Kaffeebar und die Kommunikation ergibt sich ganz von allein.
Allerdings habe ich während fast zehn Jahren in Ostfriesland das Teetrinken sehr schätzen gelernt und die ostfriesische Teezeremonie ist was ganz Besonderes, das keinem Kaffeetrinker je vergönnt sein wird (oder können Kaffeetrinker die Zeit anhalten?).
Mit dem Wechsel nach Ostwestfalen bin ich dann aber als bekennender Teetrinker argwöhnisch beobachtet worden und musste erfahren, dass Tee hier bestenfalls als Flüssigkeit für Kranke und Wöchnerinnen toleriert wird.
Das impliziert einen regionalen Einfluss, der bei der Beantwortung der Frage möglicherweise zu beachten ist. Insgesamt habe ich weniger Ostfriesen wahrgenommen, die sich über Kaffeetrinker mokierten, als Lipper, die selbiges mit Teetrinkern taten. Daraus lässt sich entweder eine größere Toleranz ostfriesischer Teetrinker gegenüber Kaffeetrinkern ableiten oder es ist ein Hinweis auf eine Art "Nationalgetränk" oder besser "Regionalgetränk".
Zur Ehrenrettung der Lipper sei angemerkt, dass der weitere Umgang nach ein paar süffisanten Anmerkungen zum Tee völlig in Ordnung ist.
Zusammenfassend ergibt sich aus meiner Sicht ein ganz hauchzarter Vorsprung der Teetrinker. Oder ist das einfach nur vornehme oder auch vorsichtige Zurückhaltung gegenüber einer erdrückenden Anzahl von Kaffeetrinkern?
Re: Wer ist toleranter???
Verfasst: 04.03.2014, 20:02
von Pyrus
Also ich kann dazu nur folgendes sagen!!!!
http://www.youtube.com/watch?v=lAUIHBAxbXY
Gruß Markus
Re: Wer ist toleranter???
Verfasst: 04.03.2014, 20:06
von Pyrus
Ohhhhhhhhh...
geht das überhaupt klar mit Youtube-Videos???
Re: Wer ist toleranter???
Verfasst: 04.03.2014, 20:20
von Neumi
Iss ja immer wieder interessant, was einem so alles durch den Kopf geht. Und genauso interessant isses wie manch einer Texte nur überfliegt und genau das Gegenteil von dem sagt, was er eigentlich sagen wollte (1. antwort auf die Frage).
Toleranz hab ich leider noch viel zu viel beim Bogenbau aber ich bin da recht tolerant, was das betrifft. Kaffee trink ich gern, Tee schmeckt lecker, aber mein Metabolismus mag die Wirkung nicht.
Was aber besonders schön finde ist, dass bei vielen Firmen noch genug Zeit ist, um sowas zum Thema zu machen - und das ist auch gut so.
Grüsse - Neumi
Re: Wer ist toleranter???
Verfasst: 04.03.2014, 20:40
von Sherrif Sherwood
Ich trinke beides mit Genuss, frei nach dem Motto: "Kaffe oder Tee"?
Äh das mit die Enterprice datt find ich jut, owohl ich ein absoluter Trecki bin!!! Mein bin ich tolerant!
Re: Wer ist toleranter???
Verfasst: 04.03.2014, 21:26
von Markus
Re: Wer ist toleranter???
Verfasst: 04.03.2014, 21:43
von the_Toaster (✝)
Also ich bin was Tee trinken angeht sehr tolerant.
Nach Lust und Laune trinke ich mal Tee mit Milch/Sahne/(zurnotauchkaffeeweißer) und Zucker oder mit Zitrönchen und Zückerchen.
Aber Tee muss es sein.
Wenn mir einer mit Ingwer-tee, Banja-tee, Kamillen-tee, oder sonst was ankommt, weise ich darauf hin, dass das alles nur Kräuter und Wurzelaufgüsse sind.
Das sind für mich Medikamente.
Nur Tee ist Tee!
Aber aromatisiert darf er gerne mal sein.
Ein feines Vanille- oder Bergamottearoma ist was feines.
Ich habe letztens türkischen Tee entdeckt - also solchen, den man gerne in der Türkei trinkt - Das ist der erste von dem man zwei gut schmeckende Aufgüsse machen kann!
Was Kaffee angeht sehe ich mich seit 1998 als trocken an...
Ergänzung:
Auch ich mache immer wieder die Feststellung, dass man als Teetrinker wie einer vom anderen Stern angesehen wird. Es wird einem prinzipiell Kaffee angeboten, wenn man wo hin kommt. Wenn man dann nach Tee fragt kommt meistens ein verschämtes:"Ich hab noch Kamillen oder Pfefferminztee..."
Am Ende sitze ich dann mit nem Glas Sprudel da...
Ich muss mal dazu über gehen meinen eigenen Tee immer dabei zu haben.
Ergänzung/Ergänzung:
Für Gäste habe ich natürlich gut verpackten Kaffee im Haus.
Und den weiss ich auch zu kochen. Kochen! Nicht einfach nur durchsuppen lassen...
Re: Wer ist toleranter???
Verfasst: 04.03.2014, 22:09
von Squid (✝)
Der deutsche Durchschnittsverbrauch liegt bei 26 Litern Tee im Jahr.
Der Kaffeeverbrauch liegt bei 165 Liter im Jahr.
Insoweit: Jede Minderheit hat ein Recht auf Diskriminierung.

Re: Wer ist toleranter???
Verfasst: 04.03.2014, 22:30
von jetsam
@Toaster - warst Du nicht vorhin noch krank?
Und überhaupt, Tee kann ja vielleicht den Schöngeist erfreuen.
Aber WIR sind WIRKUNGSTRINKER.
Re: Wer ist toleranter???
Verfasst: 04.03.2014, 22:48
von the_Toaster (✝)
Ja ich hab die Seuche.
Mein Computer läuft mit Netzstrom. Den muss ich nicht mit'm Fahrrad antreiben, so wie deiner Jetsam...
Den kann ich also auch benutzen wenn ich krank bin.
Und ja. Kaffee hatte auf mich eine Wirkung.
Ich wurde müde, konnte aber nicht schlafen, weil wegen... Reizwesewegenderpapstzufußwohingeht...
Re: Wer ist toleranter???
Verfasst: 04.03.2014, 22:49
von Dshonon
Ach so, da gibts ja noch ein TeeRezept:
Grüner Tee mit SALZ und Milch. Schmeckt lecker.
...Nein, nicht mit Butter...das machen die Tibeter so...
TeeTrinker sind tolerant...KaffeeTrinker sind tolerant.
Aber halt, keine Verallgemeinerung.
Re: Wer ist toleranter???
Verfasst: 04.03.2014, 23:15
von locksley
Ich bin so tolerant wie ich bin weil ich viel Kaffee trinke, hin und wieder auch Tee und überhaupt weil jeder seine eigene Meinung haben darf, solange er mir nicht widerspricht.
Re: Wer ist toleranter???
Verfasst: 04.03.2014, 23:32
von ralfmcghee
@Markus:
Ich spreche da mal nur für mich. Natürlich beziehe ich jederzeit und überall Position. Ich gehe mit meiner Meinung für einen Meinungsaustausch zum Chef ins Büro - und komme mit seiner Meinung wieder heraus. Und siehe da, ich habe eine Meinung...

Re: Wer ist toleranter???
Verfasst: 05.03.2014, 06:45
von Chilly
@Markus:
Natürlich trinken auch Kaffeetrinker oft mal Tee: wenns kalt ist, schwarzen Tee mit einem ordentlichen Schuss Rum...
In der ("Tee-") Hütte neben der Eisbahn ist Kaffee so was von verpönt! Alte-Weiber-Getränk, bähh!
(Für die Nicht-Ösis: es geht um Eisstockschießen auf der Eisbahn)
Chilly
Re: Wer ist toleranter???
Verfasst: 05.03.2014, 07:35
von mbf
@Toaster
Volle Zustimmung!
Ich bin intoleranter Teetrinker. "Tee" ist das Getränk, das aus den Blättern des Teestrauchs (Camellia sinensis) gewonnen wird. Kräuteraufgüsse wie Kamillen"tee" oder Ähnliches sind KEIN Tee!
Kaffee ist dieses braune Massengesöff, das in schecht ausgespülten Kannen zu langweiligen Meetings gereicht wird. Das man nur in sich hineinschüttet, um nicht miteinender reden zu müssen. Das man mit Milch und Zucker versetzen muss, um es überhaupt runterwürgen zu können. Kein Wunder, dass in D mehr Kaffee als Tee getrunken wird. Das ist eben der Unterschied zwischen Quantität und Qualität, was übrigens auch nicht für die Qualität der Kaffee-Meetings spricht.
Bei Tee hingegen steht die Kultur, der Genuss im Vordergrund. Der Kaffetrinker bestellt schlicht einen "Kaffee". Was dann geliefert wird, ist stark dem Zufall überlassen. Der Teetrinker hingegen setzt auf Vielfalt. Er bestellt einen "Assam", einen "Darjeeling, 2. Ernte" oder einen "Oolong". Im Idealfall kann er die Stärke und Ziehzeit vorgeben. Anschließend entscheidet der Teetrinker, ob er den Genuss des Tees noch mit Zucker (Würfelzucker, Kluntje klein oder groß, braun oder weiß) oder einem Schuss Milch, Sahne oder Zitrone optimieren möchte. All dies kann das "Ein Kaffee" bei weitem nicht widerspiegeln.
Tee geht aber auch anders. Zu Unizeiten gab es den "Praktikanten-hallo-Wach-Ansatz". Man nehme 30-50 g Tee pro Liter und lasse nur etwa 90 s ziehen. Koffein wird recht schnell extrahiert, während die meisten Aromen etwas brauchen, von den Gerbstoffen mal ganz zu schweigen. Der Ergebnis ist ein Tee, der fast wie ein normal zubereiteter Tee schmeckt, aber Koffein satt hat. Juhu, wo ist die Arbeit?
Warum ich trotzdem manchmal Kaffee trinke? Weil es leider, leider bei Veranstaltungen viel mehr schlechten Tee als Kaffee gibt - was schon eine besondere Kust darstellt. Dies muss eine Verschwörung der Kaffeetrinker sein, die verhindern wollen, dass sich die Welt am zivilisierten Getränk Tee labt. Der Mist in Tüten, der oftmals am Buffet ausliegt, ist nicht trinkbar. Es gibt aber, das muss gesagt werden, durchaus einige Hersteller, die guten Beuteltee hinbekommen. Nur kostet der halt auch ein paar cent mehr als der Standardkram. Der Kunde wird es aber danken.
So, ich habe fertig.