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Verfasst: 23.01.2005, 13:36
von Marco
nen schönen Köcher hast du da gebaut ...

das mit den Ohren ist auf jeden Fall sicherer so ... :-)

Auch machen will

Verfasst: 23.01.2005, 14:03
von Dustybaer
Diese Fellköcher finde ich toll (egal ob mit oder ohne Ohren:-) ). Da ich auch einen bauen will, habe ich dieses Fell vor kurzem ersteigert. Kann mir jemand sagen was es für ein Tier (gewesen) sein könnte? Der Verkäufer wusste es leider nicht. :-(
Bild

Ich schwanke allerdings noch. Hier im Forum baut jemand tolle Plains Köcher (entschuldigt dass ich jetzt nicht drauf komme wer es ist) und ich finde das Konzept gut, frage mich aber warum so wenige den benutzen. :o Vielleicht sollte ich einfach einen bauen und es selber herausfinden.

Verfasst: 23.01.2005, 14:33
von Archiv
Hallo Dustybaer,

das Fell kann ich nach dem Foto auch nicht bestimmen, ist schwierig, wenn man es nicht anfassen kann, die Haare fühlen, spüren ob es weich oder eher hart ist usw.

Die Plainsköcher haben Vorteile, aber halt wie so oft auch Nachteile: wenn sie gut konstruiert sind passen die Pfeile fast ganz rein und Du hast einen Regenschutz. Die Pfeile der Plainsindianer waren aber deutlich kürzer, wenn Du die Pfeile, die die meisten von uns so schiessen (ca 28"), darin verschwinden lassen willst, wird der Köcher schon ziemlich lang. Die Trageweise war ja auch für den Einsatz vom Pferd gedacht, ich finde einen Plainsköcher auf einem 3 D Turnier nicht sehr praktisch und bequem, er ist mir zu schwer und der Riemen fällt mir auf der Schulter unangenehm auf, außerdem bleib ich im Gestrüpp damit öfter hängen, als mit einem Rückenköcher. Wenn die Pfeile darin ganz verschwinden sollen, muß er auch so konstruiert sein, daß Du dabei Deine Federn nicht auf die Dauer zerstörst.

Snake wird da bestimmt in vielen Punkten anderer Meinung sein, bin gespannt...

liebe Grüße benzi

Verfasst: 23.01.2005, 19:22
von tipiHippie
ich bin Besitzer von Plains- sowie Rückenköchern, benutze aber ausschließlich meinen Lieblingsköcher, und der ist eben im Plains-Stil. Mit Rückenköchern kann ich mich ums Verrecken nicht anfreunden: die Verrenkungen beim Pfeilereinstecken bzw. wenn man einen ganz bestimmten rausfummeln will gehn mirauf den Senkel. Ein Schrumpfpygmäe wie Benz mit "halblangen" Pfeilen bleibt vielleicht mit einem Rückenköcher weniger im Gestrüpp hängen; bei einer Körpergröße über 1,80 und 31 Zoll langen Stecken im Rückenköcher sucht man einfach nur den dreifachen pukey-smilie...

Beim Plainsköcher gibt´s ja die Tragevariante VOR dem Körper, so wie es Snake praktiziert. Ist für kurze Pfeile und beim Einsatz aufm Pferd sicher sinnvoll; bei meinen langen Stecken trag ich ihn aber lieber hinten quer. Im Normalfall bzw freiem Gelände hängt er fast waagrecht; durch den relativ dünnen Lederanteil des Fellmaterials (ich weiß übrigens auch nicht 100%ig WAS es ist) zieht sich der Köcher vom Eigengewicht und dem Gewicht der Pfeile so weit zusammen daß dieselben eben nicht herausfallen (..bück dich mal mit nem Rückenköcher... da fragst Dich dann was Du lieber machen sollst - Bogenschießen oder Mikado spielen).
Wenn´s durchs Gestrüpp geht zupf ich nur ma kurz am Trageriemen, dann hängt das Teil fast senkrecht, aber ziemlich tief auf der Schulter - so bin ich noch nie ernsthaft hängengeblieben.
(@Benz: Diene Schultern hab ich ja schon gesehen, aber was hast Du um Manitous Willen für einen Trageriemen??? Und warum ist Dein Plainsköcher schwerer als Dein Rückenköcher???)

Im Zweifelsfall hilft halt die Devise "Versuch macht kluch"; einfach ausprobieren was für einen persönlich taugt, die Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen und sich dann für eine Variante entscheiden (oder halt hin und her wechseln, je nachdem ob man Indianer oder Held in Strumpfhosen spielen will...)

Verfasst: 23.01.2005, 20:31
von tarek
so hier ist nun auch mein erster köcher aus material was ich halt da hatte...
leder ist von einem alten sofa und der trageriemen aus einem gürtel

[url=http://www.fletchers-corner.de/cpg/albums/userpics/10322/koecher.jpg]
Bild[/url]

Gratuliere!

Verfasst: 23.01.2005, 21:57
von Taran
Na, da passt ja einiges an Pfeilen rein, Tarek! Und das Leder schaut auch gut aus, richtig urig!
Viel Spaß damit!

Verfasst: 23.01.2005, 23:05
von Archiv
Ich habe schon verschiedene Plainsköcher und ähnlich gebaut (inspiriert von J.Massey). Beim ersten Tragen dachte ich, so was ist doch wohl offensichtlich ne Fehlkonstruktion, aber mittlerweile komme ich immer wieder auf diesen Köcher zurück (ich habe halt auch noch ein paar andere...).
Er schützt die Pfeile sehr gut (Befiederung ist übrigens was sehr wiederstandsfähiges und stabiles, obwohl sie manchmal zerfleddert aussieht).
Dadurch, daß ich noch Messer und anderes Zubehör am Köcher habe, kann ich auch meinen Bogen einhängen und habe beide Hände frei.
Wenn es durch Gestrüpp geht, nehm ich Bogen und Köcherversteifungsstab in die Linke Hand, halte beides vor den Körper und dann ist nichts, aber auch gar nicht da was irgendwie hängen bleiben kann.
Wenn ich den Köcher einfach nur spazieren tragen will, kann ich ihn auch als quasi Transportsack auf dem Rücken tragen (relativ bequem)
Wenn der Trageriemen breit genug ist, trägt sich der Köcher ziemlich bequem und schneidet auch nicht ein.
Der Köcher ist auch nicht schwerer als ein Rückenköcher (wobei ich jetzt hier nicht um irgendwelche Grämmerlein feilschen möchte, denn der leichteste Köcher ist kein Köcher)
Das die Pfeile sich schwertun herauszufallen hat tipi schon angesprochen...
So kurz waren die Pfeile der Native Americans übrigens auch nicht (schaut euch mal die entsprechenden Seiten in den diversen Büchern an, da steht meist die Länge dabei)
Was sich bequem auf dem Pferd tragen läßt, läßt sich sich auch bequem im Wald tragen.

Eigentlich ne supieinfache Konstruktion...

Letzendlich muß aber jeder mit seinem Köcher glücklich werden, oder besser gesagt zurechtkommen (nen Rückenköcher habe ich übrigens nicht mehr, weil da hab ich mich immer nur geärgert).
Die nächsten Projekte (Köcher) sind aber schon in Arbeit:
-drei Pfeil Bogenköcher aus zwei Lederstücken
-superleichter Seitenköcher zum Umhängen für ca. 5-6 Pfeile (übrigens ähnlich wie die Reiterköcher von Taran)
- indianischer Köcher im Plainsstyle aus nem richtig tollen Fell (ganz im Geiste Ishi's)
- ...

Also, den Pfeil immer schön aufgenockt halten


:D :D

mein Köcher

Verfasst: 29.01.2005, 22:28
von Archiv
nichts Besonderes aber mir gefällt er trotzdem...
Bild

Die äußere Klappe, sowie der Verschluß sind natürlich Spekulation. Die Naht habe ich aus Gründen der Stabilität geändert.

hraban

Noch eine Frage

Verfasst: 29.01.2005, 22:47
von Dustybaer
dann lass ich Euch in Ruhe (zumindest bis zur nächsten Bastelei) :-)

Bei manchen Plains-Köchern sehe ich die Naht unten bei anderen oben am Versteifungsstab. Spielt es eine Rolle oder ist es Geschmacksache?

Danke

Verfasst: 29.01.2005, 22:57
von Archiv
@Hraban
Ist auch meiner Meinung nach ein schönes Stück. Erinnnert mich irgendwie an den Ötziköcher. Je nach Trageweise ist einem Köcher im Plains-Style recht ähnlich. Ne Verschlußklappe baue ich bei meinem nächsten Köcher auch ein, obwohl es kein bisschen authentisch ist (aber praktisch).

@Dustybaer
Das ist reine Geschmackssache. Ich persönlich mache die Naht meist nach ob, denn da kann ich die Schlaufen oder ähnliches zum Befestigen des Stabes gleich mit festnähen. Bei einemm fell würde ich aber auf die Streichrichtung des Haarkleides achten. Wenn du die Haare nach unten streichen kannst, perlt der Regen ganz leicht davon ab (bei nach oben, läuft der Regen an den einzelnen Haare bis zum Leder durch und der Köcher ist sehr schnell durchweicht, wenn du mal bei feuchter Witterung unterwegs bist). In so einem Fall würde ich die Naht dann auch unten machen.

Plains Köcher

Verfasst: 29.01.2005, 22:59
von Broken Arrow
Hi
Hab nun schon viel über die "Plains Köcher" gehört und würde gerne mal einen sehen.
Hat irgend jemand mal ein paar Bilder damit ich mir den vorstellen kann??

Mein momentaner Köcher besteht aus einer Papprolle (Teppichwarenhalter)auf ner Werkbank ins oval gedrückt und dann mit Leder bezogen. Bild
Verziert ist das Ding mit 4 Federn die ich mehr oder weniger mühsam Falknern auf MA Märkten abgeschwatzt hab.
Der Köcher ist als Rückenköcher ausgelegt und fasst so ca.20 Pfeile. Bild Bild
Die Pfeilentnahme und das zurückstecken ist eigentlich problemlos (auch im Unterholz).
Der Grund warum ich den Rückenköcher gebaut hab, war, dass mir meine Befiederung beim Seitenköcher permanent von Büschen zerwieselt wurde.

Aber nun bin ich bereit für den Plains Köcher.

Lasst sehen
:-)

Rolf

Verfasst: 29.01.2005, 23:02
von Archiv
@snake: vielleicht hätte ich dazuschreiben sollen, daß es der Ötzi-Köcher sein soll - ich dachte, das erklärt sich von selbst...
Ich habe ihn nur ein wenig breiter gemacht als das Original, da ich ihn als Transportköcher benutze und alle meine Pfeile darin Platz haben sollen.

hraban

Verfasst: 30.01.2005, 09:31
von Mongol
Auch wenn einige das Bild schon kennen...
Bild

und hier geht es zur Bauanleitung.

Verfasst: 30.01.2005, 16:59
von Archiv
So auf Wunsch mal ein paar Bilder von einem Plains-Style Köcher im Einsatz (Mehr Bilder in der einschlägigen Bogenliteratur:D )

Bild
So hängt er beim durch die Gegend wandeln nicht im Weg

Bild

Beim Schießen ist auch nicht im Weg (bei steil bergab muß man ihn manchmal nach hinten schieben

Bild
Bild

So, alles klar?

Verfasst: 30.01.2005, 17:24
von Hunbow
Hier ist Magyaras neuer Plainsstyleköcher:[url=http://www.fletchers-corner.de/cpg/albums/userpics/10151/kuhfellkoecher.jpg]
Bild[/url]

Gefertigt aus Kuhfell, mit einem innenliegenden Kaninchenfell im vorderen Bereich (ca. 12 cm breit). Damit die Pfeile nicht rausrutschen. Stabilisiert wird das Ganze längs durch ein innenliegendes Holzstäbchen. In die Köcheröffnung habe ich zur Verstärkung zwei dünne Kunstoffsteifen (aus starken Kabelbindern) eingeklebt.