Köcher zum berittenen Bogenschiessen

Sättel, Zaumzeug, Reiterbogen, Kompositbogenbau, usw.
Polvarinho
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Beitrag von Polvarinho »

Hi Dschin,

beim Laden aus dem Holsterköcher fasst man den Pfeil meist mit der Pfeilhand am spitzen-/köchernahen Schaft, führt ihn zum Bogen, übergibt ihn den Bogenhand mit dem initial gegriffenen Schaftteil und fährt dann mit der Pfeilhand rückwärts am Schft entlang bis man dann am Nock angelangt ist und dann laaangsam zum eigentlichen Nockvorgang kommt......viele teilweise weite und ausladende Bewegungen....

*undjetztprovokationsmodusan*:
......drum sind ja alle, die im Galopp aus dem Köcher und nicht aus der Hand nachladen so entsetzlich langsam...... :-) 8-) :-)
*provokationsmoduswiederaus*

Freu mich schon auf das Aufheulen der Daumenschützen/Köchernachladefraktion..... ;-)
Claus
Wo es nur um das Gewinnen geht, dort gibt es zu viele Verlierer.
Niels

Beitrag von Niels »

Ich habe mir meinen ungarischen Seitenköcher so umgebaut, dass das "Eingriffsmaul" durch eine Dreipunktaufhängung in Bauchnabelnähe sehr gut fixiert hängt. Die Nocken kommen dann nach oben in den Köcher.

Ich habe das auch schon auf dem Pferd ausprobiert. Man kann recht gut blind nach den Pfeilnocken greifen. Also im Grunde genommenen ist erstmal alles so wie beim Ziehen aus der Bogenhand.

Ich ziehe dann die an der Nocke gegriffenen Pfeile in Richtung Bogen aus dem Köcher heraus. Wenn der Pfeil frei ist, geht die Hand in Richtung Sehne zurück. Der Schwung beim Rausziehen aus dem Köcher und dem anschließendem Zurückziehen bewirkt, dass der Pfeil in die richtige Position rechts an den Bogen gelangt, also die Spitze nach vorn schwingt. Dann aufnocken und fertig.

Bis dahin klappt das schon einigermaßen. Natürlich dauert es einen Tick länger als aus der Bogenhand und auf 12 Pfeile in 18 sec. wird man damit wohl nie kommen. Aber auf die Schußpräzesion wirkt es sich bei mir recht positiv aus, wenn ich keine Pfeile am Bogen mithalte, weil ich sie aus dem Köcher ziehe.

Schwierigkeiten habe ich noch beim Umgreifen vom Nocken zum Daumenanlegen an die Sehne in einer fließenden Bewegung. Das ist noch zu wenig automatisiert und ich treffe auch noch zu selten sofort den richtigen Platz für die Sehne am Daumen, so dass ich nachgreifen muss. Außerdem ist es nicht ganz einfach, den Pfeil während des Rausschwingen aus dem Köcher so zu drehen, dass die Nockkerbe richtig an der Sehne ankommt. Da hakt es auch noch hin und wieder.

Na gut dann auch mal "provokationsmodusan"
heul... es geht beim Köcherziehen ja gar nicht darum, seinen Pfeilvorrat in kürzester Zeit zu verballern, sondern auf jede Scheibe einen präzisen Pfeil zu schicken ... weniger ist manchmal mehr ;-) :D
und "provokationsmoduswiederaus"
dschin
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ich hab

Beitrag von dschin »

jetzt einige pfeile so umgebaut, dass ich mit dem daumen beim greifen nach dem pfeil an der vorderen wickelung der federn erkenn ob die leitfeder auch wirklich die leitfeder ist.
die nock liegt auf pulshöhe und die sehne rutscht über die innenseite des unterarmes in die nock rein. mit einigermassen gefühl spührst auch den so bösen nockpunkt *g*
beim zurückfahren der sehnenhand in spannposition drückt dann den pfeil noch stärker auf die sehne.
apropos sehnenhand: ich ziehe nur mehr mit zeigefinger und mittelfinger, da ich der meinung bin, dass bei mit 3 fingern gezogen der pfeil klemmt.
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Snake-Jo
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Beitrag von Snake-Jo »

@Polvarinho: Genau! So wird es gemacht, wenn man aus dem Holsterköcher die Pfeile nimmt. Der Holsterköcher hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber fast allen anderen Köchern: Man kann "Blind" nachladen, wie ja schon Steppi anfangs erwähnte und das sehr schnell.

@Niels: Ich geb hier mal meine Zeit für 10 Pfeile aus dem Holsterköcher bekannt: 40 sec. Allerdings werde ich bei dem Wettbewerb in Storkow nicht aus dem Holsterköcher ziehen!!! :D :D
Wenn man aus einem Pferdeköcher oder sonstigem Köcher die Pfeile gleich an der Nocke greifen kann, braucht man nur nach dem Einnocken das langwierige Umgreifen trainieren. Dieses klappt bei mir auch noch nicht flüssig.
Der Nockvorgang geht bei mir jetzt mit einem Trick sehr schnell, da verlier ich jedenfalls keine Zeit! 8-)
Wie sieht es denn mit dem Aufsteigen aufs Pferd aus, mit Deinem "Bauchnabelköcher"? Kannst Du damit auch in den Sattel springen? :D

@dschin: Vergiss Deine Cockfeder und nimm vier Fahnen, dann kannst Du nocken wie Du möchtest, mußt nur die Kerbe treffen. :D
Polvarinho
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RE:

Beitrag von Polvarinho »

Original geschrieben von Niels
"provokationsmodusan"
heul... es geht beim Köcherziehen ja gar nicht darum, seinen Pfeilvorrat in kürzester Zeit zu verballern, sondern auf jede Scheibe einen präzisen Pfeil zu schicken ... weniger ist manchmal mehr ;-) :D
und "provokationsmoduswiederaus"
Und ich dachte, es ginge darum möglichst viele Pfeile in die Scheiben zu parken...so zum Beispiel 2 (oder auch mal 3..) in jede der drei Scheiben....

:D 8-) :D

Und....das mit der Präzision beim Schiessen.... wie soll das denn überhaupt funktionieren, wenn man die meiste Zeit mit "im Galopp Pfeile im Köcher suchen" verbringt....

Wie sagten schon die alten Hunnen:

"Ohne Pfeil ist schlecht Schiessen"


:p :wueste :wundern :tsktsk :wacko :D
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Polvarinho
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RE:

Beitrag von Polvarinho »

Original geschrieben von Snake-Jo
Ich geb hier mal meine Zeit für 10 Pfeile aus dem Holsterköcher bekannt: 40 sec. Allerdings werde ich bei dem Wettbewerb in Storkow nicht aus dem Holsterköcher ziehen!!! :D :D
.......
Der Nockvorgang geht bei mir jetzt mit einem Trick sehr schnell, da verlier ich jedenfalls keine Zeit! 8-)
So, so Snake....!?!

10 Pfeile/40 sec......

Das ist ja schon mal nicht so schlecht...

Was ist denn Deine Technik in Storkow...? *malleiseanfrag ;-) *


Und: raus mit dem Trick.....immerhin ist das hier ein Forum zum allgemeinen Austausch... :) ;-)
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RE: ich hab

Beitrag von Polvarinho »

Original geschrieben von dschin
apropos sehnenhand: ich ziehe nur mehr mit zeigefinger und mittelfinger, da ich der meinung bin, dass bei mit 3 fingern gezogen der pfeil klemmt.
Nachvollziehbar.....

Aber versuch doch mal folgendes:

Ziehe nur noch mit Mittel- und Ringfinger, ev. bringst Du auch noch den Kleinen auf die Sehne..... Und den Zeigefinger erklärst Du zum Spezialisten für das Halten des Pfeils ohne das er auch noch mit an der Sehne ziehen muss -dafür gibt es ja die Zugmanschaft....!

Das schützt den Zeigefinger, macht seinen Job leichter und die breitere Zugfläche (2-3 Finger sind breiter als Mittel- und der halbe Zeigefinger) an der Sehne stabilisiert auch noch zusätzlich einen sonst wackeligeren Bogen....

@Snake: siehste....wir verraten hier auch unsere coolen Tricks.... also ans Licht damit ;-)
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dschin
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und

Beitrag von dschin »

somit könnte doch dann der zeigefinger der sehnenhand dorthin zeigen, wo sich gefälligst der pfeil hinzubewegen hat.
weil den zeigefinge der bogenhand brauch ich ja um pfeile zu halten *g*
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Köcher

Beitrag von Dunkelelf »

Hi eigentlich müsste es doch auch gehn wenn man den Taschenköcher von Taran

http://www.fletchers-corner.de/include. ... edbd9d79ad

einfach a bissl "groszügiger" "näht" und da drin den holzblock versenkt oder irgend welche anderen komplizirten Ledereinsätze ;(

naja für die gesästasche ist der dann allerdings nimmer zu gebrauchen :D

aber eigentlich müsste des doch gehn vllt werd ichs irgendwann ausprobiern (obwohl ich wohl nie das bogenreiten praktizieren werde) und bilder reintun falls ich des bis dahin kann (muss noch im testforum bissl testn) :)

und anregungen werden gerne entgegen genommen

also schon mal danke
Das Leben ist grausam...

... und endet meistens tödlich
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RE: und

Beitrag von Polvarinho »

Original geschrieben von dschin

somit könnte doch dann der zeigefinger der sehnenhand dorthin zeigen, wo sich gefälligst der pfeil hinzubewegen hat.
weil den zeigefinge der bogenhand brauch ich ja um pfeile zu halten *g*
Dschin, verstehe nicht so richtig, was Du meinst... :-(

Was die Finger der Bogenhand anbelangt:
Benutze alle Finger zum Halten der Pfeile, d.h. Pfeile auf den Bogen und alle Finger daherum, nicht nur der Zeigefinger und Pfeile auf den Restfingern....
Ansonsten fehlen sie dir irgendwann wenn du mal mehr als 1-2 halten möchtest.....
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Niels

Beitrag von Niels »

Der "Bauchnabelköcher" ist ja nichts weiter als ein stinknormaler Seitenköcher in dieser speziellen ungarischen Form. Er ist zunächst auch nur an zwei Bändchen rechts am Gürtel befestigt.

So sitze ich dann auf. O.k. beim Raufspringen ist so ein Seitenköcher schon hinderlich. Das würde ich nicht andauernd machen wollen ;-) :D

Festgestellt wird er dann erst oben auf dem Pferd, indem ich von der oberen und vorderen Köcheraufhängung ein weiteres Bändchen mit einem Knochenring vor meinen Körper ziehe, von der linken Seite ein anderes Bändchen hole, dieses durch den Knochering fädele und mit einem einfachen Schlag an dem Ring verknote. Dann hat der Köcher die Dreifachaufhängung, die ihn nach vorn zieht und fixiert.

Claus Du triffst es mit der Hunnenweisheit und deshalb haben die ihre Pfeile mit Bedacht eingesetzt, weil wenn Pfeilvorrat durch schnelle Schüsse verbraucht, kein Pfeil mehr da und dann ... siehe oben.

Ich stelle mir jetzt auch gerade den Hunnenangriff a la Bahnwettkampf vor.

Der Gegner kommt in Sichtweite. Die Hunnen stoppen und alle basteln sich in aller Ruhe 10 Pfeile in die Hand. Der Gegner wartet geduldig. Dann geht es nun auch schon los.

Nach den ersten Schüssen ändert sich aber plötzlich die Situation und Nahkampf wird erforderlich. Sowas soll auf dem Schlachtfeld schon mal vorkommen. Die Hunnen nehmen erneut eine Auszeit, stoppen wieder sortieren die Pfeile zurück in den Köcher und schon kann es weitergehen.

Nun soll wieder geschossen werden. Schon wieder muss der Gegner auf die Hunnen warten, denn die müssen sich ja jetzt erstmal wieder in aller Ruhe ihre Pfeile in die Hand sortieren.

Wenn der Gegner nicht vor lauter Langeweile bei der ganzen Warterei auf die Hunnen frustiert von dannen gezogen ist und sie doch siegreich zurückkommen durften, gehen sie alle zum Doc um sich die von den Pfeilspitzen demolierten Bogenhände wieder zusammenflicken zu lassen.

Ja, ja die alten Hunnen ... :D :D :D
Polvarinho
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Beitrag von Polvarinho »

@Niels: :D :D :D
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raufspringen??

Beitrag von dschin »

ich verwende einen sessel zum aufsteigen

naja das alter und die schwerkraft schlagen zu.

aber im ernst: es schaut halt schon gut aus wenn man mit einem büschel pfeile und einem bogen die bahn entlang herumfegt.

im gelände hab ich die pfeile lieber in einem tiefen köcher am sattel hängend verstaut.

am köper hab ich nur gewand und handy
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Beitrag von Snake-Jo »

@Dschin: Naja, ich weiß halt, dass Niels gerne in den Sattel hüpft!
@Niels: Habe heute Nacht von Hunnen geträumt, die nicht fertig wurden mit dem Einfädeln und bin dann vor lauter Langeweile aufgewacht! :D

@Polvarinho: Ich nutze den Vorteil, den ich habe und das ist der bastel-technische Aspekt. Mein Trick lautet also: Ich stelle mir die Ausrüstung so optimal zusammen, dass ich wenigstens den Hauch vom Schimmer einer Chance gegen Deutschlands schnellsten Bogenschützen habe.
:D
Beispiel: Die alten Revolverhelden haben ihre Pistolenholster mit Schweineschmalz eingefettet, damit sie den Colt schneller herausbekamen. Also in diesem Sinne kannst Du mit mir rechnen!
:D :D :D :D
P.S.: 39 sec !! 8-)
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Hier mal was neues

Beitrag von Taran »

Ein paar fantastische Bilder eines tibetanischen Kavalleristen.
Die Köcherform ist uns so schon bekannt.
Der aufs Minimum reduzierte Bogenköcher ist interessant, finde ich. Wird da das Pferd nicht irritiert?

Ich habe die Bilder aber sehr genossen.
http://www.asianart.com/exhibitions/tibet-armor/10.html

Hier sieht man den Bogenköcher!
http://www.asianart.com/exhibitions/tib ... 0_det.html

Noch eine Ansicht: Schöner Köcher!!!
http://www.asianart.com/exhibitions/tib ... _det2.html

Der Helm des Reiterbogenschützen:
http://www.asianart.com/exhibitions/tibet-armor/9.html

Und natürlich der Köcher mit Pfeilen en détail:
http://www.asianart.com/exhibitions/tibet-armor/16.html
Taran von Caer Dallben

[size=2] [color=blue][b]... και δόξα τω Θεώ ![/b][/color][/size]
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