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Re: Reiterbogen-Bau

Verfasst: 14.11.2012, 20:53
von micha101
Hallo zusammen!
Chirion hat geschrieben:"A desert tomb in Jiayuguan, Gansu, Western China, has recently yielded up a wooden, model bow. Bede Dwyer and Grózer Csaba, who have both pre-viewed the pictures, consider that this bow is a full-scale model of a horn and sinew bow."
ok, das sagen die - Grabbeigabe, ok - aber was war er bevor er in das Grab gelegt wurde? Vllt war der Verstorbene ja Bogenbauer ...kann sein das der Bogen nur als Modell diente - aber zu welchem Zweck? Um eben genau solche Bögen nach diesem Vorbild zu bauen, spekuliere ich jetzt mal - möglich das er sozusagen als Maßstab/Vorlage diente, von der man dann alle Verhältnissmäßigkeiten beim Bau dieser Bögen exakt ableitete und nachbaute, ein dreidimensionaler Konstruktionsplan für das Grundgerüst sozusagen - für einen reinen Zierbogen ist der mir zu ausdefiniert - klären kann man das nicht wirklich, was mich jedoch sehr verwundert ist die Biegung an der unteren Nadel... :o Verwitterung??? naja...
MoeM hat geschrieben:Was ist das denn überhaupt für ne Materialzusammenstellung- sry mal aber das kann ich auch auswürfeln....
...und was spricht dagegen? Ich arbeitet kreativ mit allem was mir vor die Linse kommt, würfeln macht doch Spaß ;)
kra hat geschrieben:Jetzt wartet mal ab, das Wissen aus dem Recurve-Buch wird manchen "jugendlichen Ungestüm" vermeiden helfen. Nur Geduld...
bin gespannt wie ein Flitzebogen ;D morgen kommt das Buch :o

@Rabe: was hälst Du davon (Grafik)? das schwierigste wird glaub ich das Kräfteverhältniss angemessen zu bestimmen - das wichtigste: die Nadeln müssen den Druck auch halten (daher nochmal seitlich mit Knochen verstärkt) - die Mini-WAs dürfen nicht zu starr sein das sie sich noch etwas mitbiegen - und WAs und Mini-WAs müssen natürlich kräftemäßig auch aufeinander abgestimmt sein, damit sie beide optimal biegen - hab mir das im Geiste mal in Zeitlupe vorgestellt: gespannter Bogen - optimale Biegung am grossen und am kleinen WA - Sehne loslassen - der gesamte Arm funktioniert wie ne Peitsche - der grosse WA zieht den kleinen nach vorn, der kleine + Recurve beschleunigen die Sehne wie sau - ein Traum, will nicht wissen wie weit die damals damit geschossen haben :o Hammer, ich will son Ding haben ;D

LG
Micha

ps @Rabe: danke für den Biegepunkt ;D

Re: Reiterbogen-Bau

Verfasst: 14.11.2012, 20:56
von inge
Ich denke eher Bruchstelle.

Re: Reiterbogen-Bau

Verfasst: 15.11.2012, 00:03
von micha101
Für mich ist das ein Biegepunkt.

Re: Reiterbogen-Bau

Verfasst: 15.11.2012, 00:10
von the_Toaster (✝)
Ich glaube, dass Du nicht verstanden hat, dass ein BiegePUNKT mit einem SCHARNIER gleich zu setzen ist...

Re: Reiterbogen-Bau

Verfasst: 15.11.2012, 01:57
von micha101
Danke ;)

Re: Reiterbogen-Bau

Verfasst: 15.11.2012, 09:38
von Idariod
Micha, hast du die Möglichkeit ein Videotagebuch vom Bogenbau zu machen? ;D Den Biegepunkt würd ich dann gern in Aktion sehen.
Ansonsten halte ich es bei Dingen, die ich zum ersten Mal mache, mit Hernn Sokrates ("Scio ne nihil scire."), und ansonsten in diesem Thread ab jetzt die Klappe. >:)

Re: Reiterbogen-Bau

Verfasst: 15.11.2012, 10:16
von kra
Seit wann äußerte sich Sokrates auf Lateinisch ?...?...?

Re: Reiterbogen-Bau

Verfasst: 15.11.2012, 10:32
von Idariod
kra hat geschrieben:Seit wann äußerte sich Sokrates auf Lateinisch ?...?...?
Sokrates nit, aber mein alter Latein Lehrer...sorry, kann kein griechisch :'(

Edith sagt: Boah verdammich, Kra, das war eine ganz geschickt gestellte Falle...jetzt hab ich doch nicht die Klappe gehalten wie angekündigt! Du alter Fuchs! ;D

Re: Reiterbogen-Bau

Verfasst: 15.11.2012, 10:37
von Chirion
Dein sogenannter Miniwurfarm soll sich gar nicht biegen, es wäre unsinnig wenn der sich biegt, Die Theorie die aufgestellt wurde, dass bei dieser Konstruktion der besagte Syihaabschnitt biegend sein muss beruht darauf, dass bei der Dimensionierung des Gansu dieser Bereich zu dünn ist um ihn mit den damaligen Mitteln starr zu bekommen. Was noch lange nicht bedeutet , dass es sinnvoll wäre wenn er sich biegt. Daher auch die berechtigte Annahme, dass es sich Entweder um einen als Fehlkonstruktion verworfenen Designprototypen oder wesentlich wahrscheinlicher einen nach den Vorstellungen des Schnitzers idealisierte Votivbeigabe handelt.
Gerade der hohe Grad an Verzierung an einem so nicht verwendbaren Gegenstand spricht klar für letztere Möglichkeit. Wenn du so willst ist das eine frühe Form eines Fantasybogens fürs Totenreich.

-woher ich weiß das der Verstorbene kein Bogenbauer war, ganz einfach weil ein Bogenbauer nicht mit einem Spielzeugbogen ins Grab steigt :)

Re: Reiterbogen-Bau

Verfasst: 15.11.2012, 12:12
von walta
micha101 hat geschrieben:...
1. da ich die WAs am Rücken leicht beschnitzen und mit dem Lötkolben bearbeiten will ...
Chirion hat geschrieben:.... wesentlich wahrscheinlicher einen nach den Vorstellungen des Schnitzers idealisierte Votivbeigabe handelt.
Gerade der hohe Grad an Verzierung an einem so nicht verwendbaren Gegenstand spricht klar für letztere Möglichkeit. Wenn du so willst ist das eine frühe Form eines Fantasybogens fürs Totenreich.
...
Ich würde sagen du hast ganz genau erkannt was er eigentlich bauen will.

Ich bin jedenfalls schon gespannt wie er werden wird.

walta

Re: Reiterbogen-Bau

Verfasst: 15.11.2012, 12:12
von Gornarak
micha101 hat geschrieben:ok, das sagen die - Grabbeigabe, ok - aber was war er bevor er in das Grab gelegt wurde?
Vermutlich ein Baum. Ich würde sagen, dass der allein für das Grab als Deko angefertigt wurde.

Re: Reiterbogen-Bau

Verfasst: 15.11.2012, 12:29
von benzi
kurze Zwischenfrage: auf wann wird der Gansu Bogen datiert?

danke und Grüße benzi

Re: Reiterbogen-Bau

Verfasst: 15.11.2012, 13:02
von Chirion
@ benzi
Zitat:
This bow came from a group of graves dating from the Wei/Eastern Jin period, around 260CE.

Re: Reiterbogen-Bau

Verfasst: 15.11.2012, 18:58
von micha101
Ich sehe es auch wie Sokrates, was ich wirklich weiß, ist, das ich nicht wirklich was weiß - um die ganze Sache jetzt mal zu vereinfachen: Hab mich entschlossen erstmal einen Reflexbogen aus Bambus zu bauen, ganz simpel mit aufgeleimten Siyahs und mit Sehne und Horn um mich mit dem Material und der Verarbeitung erstmal vertraut zu machen, dann hab ich auch erstmal was zum schießen mit vllt 30-40# - und Projekt Gansu habe ich als Großprojekt auf einen unbestimmbaren Endpunkt erweitert, hab ein wunderbares Stück Osage dafür liegen und das fass ich erst an wenn ich genau weiß was dabei rauskommt - wer Grosses erreichen will muss vorher erstmal Grosses anstreben, denkt was ihr wollt, das ist euer Recht - ich mache das auch ;)

zum Original-Gansu: weiß hier irgendwer was genaues oder spekulieren wir hier alle rum? das sind alles Spekulationen, viel interessanter ist für mich die Frage: wie baue ich so einen Bogen der funktioniert??? - natürlich (und mal ehrlich: ich beschäftige mich erst seit ganzen 11 Tagen mit dem Thema Bogenbau) verfüge ich noch nicht über das Wissen was dazu notwendig ist, aber deswegen stell ich hier auch die Fragen die ich stelle und sage was ich denke, und ich stehe zu meiner Begeisterung - nun gut, jetzt sag ich einfach mal: vergesst den Gansu, wenn von euch keiner glaubt dass das was wird, dann lassmer das - vielen Dank für eure Kommentare zu dem Thema, selbst die patzigst dahingeknallte Antwort hat mich weitergebracht und inspiriert ;)

arbeite mich dann jetzt erstmal in meinen Bambus-Reflexbogen rein
@kra - hattest Recht mit der Fibel, gutes Buch ;) vielen Dank für den Tip

Micha

Re: Reiterbogen-Bau

Verfasst: 15.11.2012, 21:19
von kra
So, damit du Visionen hast, die anzustreben sich als Krönung der Bogenbauerlaufbanh lohnt ;D kann ich dir diesen Link
http://www.atarn.org/chinese/khotan_bow.htm
empfehlen. Im unteren Teil wird der Khotan-Bogen beschrieben. Und der war zu seiner Zeit wohl wirklich schießfähig.
Und in der oberen Hälfte sieht amn auch, wareum der Gansu-Bogen verm. nur eine zeremonielle Grabbeigabe war und verm. kein schießbarer (oder effektiv schießbarer) Bogen war.

Deine Entscheidung ist immer noch ambitioniert genug, aber schon mal viel besser. Viel Spaß bei der Lektüre!