Seite 1 von 4

Stehende Jahresringe

Verfasst: 22.02.2009, 18:18
von Snake-Jo
Wir hatten das Thema schon, ich weiß. Aber vielleicht gibt es neue Erkenntnisse.
???
Aus aktuellem Anlass (säge gerade Pflaumenholz) also meine Frage: Wer hat schon Bogen gebaut mit komplett stehenden Jahresringen und wie sind die Erfahrungen?

Ich selbst hatte schon mal einen Ulmenbogen mit stehenden Ringen, der wohl ganz gut haltbar war, aber  nicht die Wurfkraft hattte wie liegende Ringe.

Re: Stehende Jahresringe

Verfasst: 22.02.2009, 18:26
von Archiv
Stehende, senkrechte Jahresringe bei Esche gehen gut, Hörner (=recurves) können gedämpft werden, Wurfkraft ist ok.
ABER: Da ich noch nie aus dem gleichen Stamm einen Bogen aus stehenden Jahresringen und einen mit liegenden Jahresringen gebaut habe, ist der Vergleich der Wurfkraft mir nicht genau möglich.

Re: Stehende Jahresringe

Verfasst: 22.02.2009, 18:27
von Steilpassfaenger
Hallo Snake!

Ein Grund warum ich keine stehenden Jahresringe bei Bögen verwendet hab war, dass das Wachstum des Baumes sehr gleichmäßig sein muss. Sonst hat man auf einer Seite des Wurfarmes mehr Frühholz und das Ding dreht sich. Bei ringporigen Hölzern vielleicht problematisch.

Andererseits bei hickorygebackten Bögen zeigten sich bei mir bis jetzt keine Unterschiede zwischen liegenden und schrägen Jahrringen.

Ein Selfbow mit komplett stehenden und gleichmäßigen Jahrringen sollte eigentlich die gleiche Leistung, oder sogar noch mehr Leistung haben (durch den komplett flachen Rücken) als einer mit liegenden Ringen.

Natürlich sollte man 2 Testbögen aus dem selben Baum mit gleichem Design bauen um wirklich vergleichen zu können.

Gruß
Matthias

Re: Stehende Jahresringe

Verfasst: 22.02.2009, 18:28
von Squid (✝)
Ich habe soetwas nicht.
Aber ich habe mit einen Bogen (50@29) aus Esche mit stehenden Ringen geschossen.
Das ging - und zwar ohne Set: Der Bogen war lange im Training...

Re: Stehende Jahresringe

Verfasst: 22.02.2009, 18:33
von Ravenheart
Ich hatte einen mit voll stehenden (Kirsche), der ist gebrochen, weil ich den Faserverlauf nicht beachtet habe! Denn auch bei stehenden Ringen können die Fasern raus laufen - nur sieht man es wegen der fehlenden Ringstruktur schlechter! Also immer dem Spalt folgen!

Ein Anderer, mit 45°- gekippten Ringen (Esche) folgt der Faser und hält bis heute....

Rabe

Re: Stehende Jahresringe

Verfasst: 22.02.2009, 18:41
von Steilpassfaenger
Wie siehts bei dem Eschenbogen bezüglich Leistung aus? Hat sich massig Set eingestellt?

Matthias

Re: Stehende Jahresringe

Verfasst: 22.02.2009, 20:07
von Ravenheart
Steilpassfaenger hat geschrieben: Wie siehts bei dem Eschenbogen bezüglich Leistung aus? Hat sich massig Set eingestellt?
Die Leistung ist gut, Set für Esche im normalen Bereich (der Bogen ist sehr schmal, dafür ist 1/2 Standhöhe Set bei Esche o.k.!)

Rabe

Re: Stehende Jahresringe

Verfasst: 22.02.2009, 20:15
von Selfbower
... moment moment mal...

was ist überhaupt der Unterschied zwischen "stehenden" und "liegenden" Jahresringen????



LG.  Selfbower

Re: Stehende Jahresringe

Verfasst: 22.02.2009, 23:53
von Heidjer
Hallo Selfbower,
Für den, von Dir gewählten, Nickname ist dein Wissen über Bögen und Bogenbau doch recht dünn! ;)
Die Fragen die Du hier immer wieder stellst gehöhren zum Einmaleins eines traditionellen Bogenschützen von einem Bogenbauer mal ganz abgesehen? ???
Es ist für einen Anfänger natürlich richtig und wichtig Fragen zu stellen, aber Dein Forumsname läßt auf einen erfahrenen Schützen und Bogenbauer schliessen! :P
Etwa 90% aller Selfbögen (Aus einem Stück Holz gefertigt, engl. Selfbow) haben liegende Jahresringe. Bei diesen Bögen folgt der Bogenbauer den Jahresringen des Holzes und nimmt den freigelegten Ring als Bogenrücken.
8% - 9 % der weiteren Selfbögen werden aus Hickory oder anderen, noch schwereren Harthölzern (zB. Maseranduba) gebaut, wo man der Maserung des Holzes und der Lage der Jahrringe nicht so genau folgen muß.
Es gibt aber auch die Möglichkeit, einen Bogen aus heimischen Holz zu bauen, ohne das man an Stammholz kommt, indem man zB. eine Kernbohle eines Bogenholzes, im Holzhandel kauft.
Ist diese Bohle zu dünn, um Bögen einer gewissen Breite zu bauen, legt man den Bogen um 90° Grad gekippt an. Die Jahrringe laufen, von der Stirnseite des Bogens aus, gesehen vom Bogenrücken bis zum Bauch Senkrecht (oder Stehend) durch den Bogen. ;)
Diese Bögen sind recht selten und machen weniger als 2% (nach meiner schätzung) aus.
Gruß Dirk

Re: Stehende Jahresringe

Verfasst: 23.02.2009, 00:06
von acker
Hallo,
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte  :D
http://www.free-archers.de/forum/index.php?topic=6847.msg79909;topicseen#msg79909

Ist aber auch Käse das unser Wiki immer noch nicht funzt.

So muß in die Küche meine "Hinschie Esche" kocht....

Gruß acker

Re: Stehende Jahresringe

Verfasst: 23.02.2009, 00:13
von Selfbower
Also zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich mit dem Bogenbau angefangen habe... OHNE jede Vorkenntnis... und OHNE jede Hilfe... ausgenommen das ein oder andere mal lesen im internet...

Das meiste, was ich über bögen weis, weis ich, weil ich es selber herausgefunden habe... und halt nicht diese "Spezialbegriffe" kenne, die die "Bogenbauerkracks" halt verwenden...


Ich gehe jede wette ein, dass ich von den meisten Begriffen, die ich hier erfrage schon alles weis, was es da zu wissen gibt.... nur kenne ich halt diese für mich "neuen" Begriffe nicht....


kann ich da was dran ändern?

bin ich deshlab kein " Selbower"??



LG. Selfbower

Re: Stehende Jahresringe

Verfasst: 23.02.2009, 00:53
von Heidjer
Entschuldigung! :-[
Ich wollte Dich nicht verletzen. ;)
Aber wen Fragen nach solchem Basiswissen wie Set oder Stehende Ringe kommen dann fragt man sich halt?

Also nicht böse sein und einfach weiterfragen. Liegt auch ein wenig daran, dass unser Wiki zur Zeit nicht funktioniert, sonst kämmen solche Fragen garnicht, weil man alles selbst nachlesen kann!

Gruß Dirk

Re: Stehende Jahresringe

Verfasst: 23.02.2009, 01:17
von Selfbower
Kein Ding ;)

aber das ist wirklich so wie beschrieben... ^^


als wenn jemand kommt und dir sagt, dass das weiße Zeug zum Kuchenbacken Mehl heist...
du das Zeug aber als Stärke beziechnest...^^

dann weist du, wenn du auf einmal immer Mehl liest auch nicht, was du darunter verstehen sollst...^^


bis du herausbekommst, das das Mehl und deine Stärke ein und der selbe Stoff sind ;)



LG.  Selfbower

Re: Stehende Jahresringe

Verfasst: 23.02.2009, 13:35
von Snake-Jo
ravenheart hat geschrieben: Ich hatte einen mit voll stehenden (Kirsche), der ist gebrochen, weil ich den Faserverlauf nicht beachtet habe! Denn auch bei stehenden Ringen können die Fasern raus laufen - nur sieht man es wegen der fehlenden Ringstruktur schlechter! Also immer dem Spalt folgen!
Rabe
Vielen Dank für die Antworten.

@Ralf:
Ich glaube, wir müssen da den Begriff "Faser" noch ein bischen verdeutlichen:
Def.: Mit Holzfasern werden die der Festigung dienenden, abgestorbenen Zellen z.B. im Spätholz bezeichnet. Holzfasern besitzen dicke, stark verholzte Zellwände, ein sehr kleines Lumen und sind die längsten Zellen im Holz. An den Enden sind sie zugespitzt.
Der Holzbauer bezeichnet dagegen als "Faser" einen längsgerichteten Verbund von Holzzellen, die in Richtung des Wachstumsringes von unten nach oben durchs Holz laufen.
Bei stehenden Jahresringen in Aufsicht auf den Bogenrücken sehe ich also die längs angeschnittenen Fasern im Jahresring bzw. den längs angeschnittenen Jahresring. Was man nicht erkennen kann (ohne Mikroskop), ob die Faser nach unten ins Holz abtaucht.
Ich glaube aber, Du meinst den zur Seite  weg laufenden Jahresring, wenn man z.B. einen krummen Stamm anschneidet?
Den sollte man dann in den Bogengriff legen oder an die Spitze, wo sich nichts mehr biegt.

Re: Stehende Jahresringe

Verfasst: 23.02.2009, 18:26
von Ravenheart
Hach, Sprache mal wieder!!

Ringe KÖNNEN doch gar nicht "seitlich rauslaufen" - die gehen doch rundherum!  ;D

Die FASERN aber können im Ring
a) längsachsen-parallel oder
b) spiralig bzw. wellig
verlaufen.

Laufen sie spiralig bzw. wellig, erkennt man das nur bei genauem Hinsehen oder beim Spalten.

Laufen sie wellig, und Du hobelst den "Rücken" bei stehenden Ringen gerade - sind sie GENAU SO durchtrennt, als wenn Du einen Ring bei liegender Anordnung durchschneidest!
Nur bei liegenden Ringen sieht man es besser, weil die unterschiedliche Dichte innerhalb der Ringstruktur dies anzeigt.
Bei stehenden Ringen muss man schon SEHR genau hinsehen....

Bricht er dann aber, und spaltet nun wieder - DANN sieht man es wieder gut!  ::)  ;D

Rabe