Seite 1 von 1

Eine blöde Frage mit leichter Anwort...

Verfasst: 26.11.2009, 15:35
von moose
...biegt sich der klassische englische Kriegsbogen im Griff?

[ ] Ja
[ ] Nein

Heissen Dank

Re: Eine blöde Frage mit leichter Anwort...

Verfasst: 26.11.2009, 15:56
von Hunbow
schwierig schwierig???
habe mal eine nicht ganz ernst zu nehmende umfrage dazu in gang gesetzt. 

Re: Eine blöde Frage mit leichter Anwort...

Verfasst: 26.11.2009, 16:03
von Squid (✝)
*augenroll*
das is nich dein Ernst, oder??


Ja, er biegt sich. Nein, das ist kaum sichtbar, eher fühlbar.
Der ganze Bogen biegt sich, an den Enden mehr, in der Mitte kaum.

Re: Eine blöde Frage mit leichter Anwort...

Verfasst: 26.11.2009, 17:56
von acker
Also bei dem Publikumsjoker gehöre ich bekennend zu Vollmondfraktion

Gruß acker

Re: Eine blöde Frage mit leichter Anwort...

Verfasst: 26.11.2009, 18:00
von Snake-Jo
@Hunbow: Wieso Umfrage?  ???
Also Geschmacks- und Ansichtsache?

Wäre es nicht besser, einfach jemand zu fragen, der sowas schonmal authentisch mit Originalabmessungen nachgebaut hat, wie z.B. Jürgen Junkmanns?  ::)
O.k., ich habs bei Jürgen nachgeschlagen und weiß es nun. Aber stimmt ruhig weiter ab.  ;D

Re: Eine blöde Frage mit leichter Anwort...

Verfasst: 26.11.2009, 18:06
von KnechtKarl
Nach allem was ich von der historischen Seite her weiß, biegen dich die Teile im Griff ganz leicht mit. Was ich grad nicht weiß, ob es auch damals schon zusammen gespleißte Bögen gab. Wenn ja, können die sich ja gar nicht gebogen haben, oder?

Re: Eine blöde Frage mit leichter Anwort...

Verfasst: 26.11.2009, 18:36
von Bogenschorsch
Langbogen "klassische englische" Form biegt sich nicht im Griffbereich, Langbogen Mittelalter jedoch schon.
Quelle Bogenbauerbuch Flemming Alrune

Re: Eine blöde Frage mit leichter Anwort...

Verfasst: 26.11.2009, 18:53
von acker
Kriegsbogen typ Mary Rose: biegt im Griff mit, keine Fades vorhanden.
Es mag evtl Ausnahmen geben, aber in der Regel biegt er mit.

victorianischer Typ: biegt sich nicht zwingend im Griff mit,  als Scheibenbogen ausgelegt . Der kann ganz steif im Griff sein mit deutlichen Fades oder auch ohne daherkommen und wie sein grosser Bruder im Griff mitbiegen . Eine frage des Geschmacks.

Gruß acker

Re: Eine blöde Frage mit leichter Anwort...

Verfasst: 26.11.2009, 19:20
von Gargosh
mmmh...ich hab da keinen Plan und deshalb geb ich mal meinen Senf dazu...

Ich hab gestern Abend Hart aber Fair angeschaut...von euch auch jemand??? ging ums Esskultur und über thema, welches Essen gesund& ungesund ist...

Und da saßen sich Fachleute gegenüber, die ebenso gegenläufige Studien aufzeigten um ihren Stand der Dinge als "richtiger" darzustellen...

von...kein Fleisch, kein Salz bis...unbedingt Fleisch und lieber kein Gemüse usw...

Anders gesagt...Wenn die damals schon ISO9001 oä. hatten, dann könnte man heute evtl. sagen NUR SO sah der aus oder war er auch!!! aber da selbst Heute jeder Bogenbauer seine eigene Art mit in den Bau bringt, wirds dies auch damals, noch viel mehr, gegeben haben...

Das jo

Re: Eine blöde Frage mit leichter Anwort...

Verfasst: 26.11.2009, 19:50
von Der Wanderer
Mmmm, wenn ich das "Handbuch für den traditionellen Bogenbau" richtig gelesen habe biegt sich der klassische Europäische Langbogen im Griff mit, während der klassische Englische Langbogen im Griff steif bleibt.
So richtig weiß dass eigentlich keiner genau, außer unsere Altvorderen. Ist mir persönlich auch egal. Ich werde meinen so bauen, dass der Griffbereich steif bleibt.

Gruß Martin

Re: Eine blöde Frage mit leichter Anwort...

Verfasst: 26.11.2009, 20:00
von Taran
Mit Abstimmung ist da nix gewonnen. Lest nach bei Hugh D. Soar, bei Bickerstaffe...
Wer die Mary-Rose-Bögen begutachtet und nachgebaut hat, sollte schon überzeugend sein.

Da die Buchanan-dips ebenso wie gespleißte Bögen erst zu viktorianischer Zeit aufkamen, kann man davon ausgehen, dass die ELBs des MA im MT (Mittelteil) nicht 100%ig steif waren und aus einem Teil bestanden. Es mag da wohl Ausnahmen gegeben haben - die waren eben aber Ausnahmen (kein gutes Material da oder ein verunglückter Bogen).

Re: Eine blöde Frage mit leichter Anwort...

Verfasst: 27.11.2009, 09:43
von Ravenheart
Nun, die Antwort erschließt sich darüber, was denn die Vor- und Nachteile sind!

Steifer Griff
Vorteil: Mehr Komfort, weniger Handschock, höhere Präzision
Nachteil: schwieriger herzustellen (unter MA-Bedingungen), biegender Bereich kürzer

Biegender Griff
Vorteil: biegender Bereich länger, keine Übergänge erforderlich, Kreisbogen-Tiller möglich
Nachteil: Handschock, fühlbar arbeitender Griff

Was ist wann zu bevorzugen?
a) Baue ich einen besonders kurzen (hier ohne Belang), oder einen besonders starken Bogen, ist es sinnvoll, den Griff mitbiegen zu lassen. Ich kann den Tiller als Kreisbogen ausführen, und nutze die ganze Länge zur "Verteilung" der Biegelast aus.
Einen besonders starken Bogen brauche ich nur im kriegerischen Einsatz (schwere Pfeile, große Distanzen). Präzision auf den Punkt ist dabei nicht so wichtig.

b) Brauche ich einen präzisen Bogen max mittlerer Stärke zur Jagd oder für's Scheibenschießen, ist ein elliptischer Tiller mit steifem Griff vorzuziehen - und lässt sich auch problemlos verwirklichen.

Rabe

Re: Eine blöde Frage mit leichter Anwort...

Verfasst: 27.11.2009, 18:21
von moose
Danke für die interessanten Antworten. Der Witz dran - ich hab gar keine Umfrage gestartet.

Eigentlich geht es mir drum einen englischen Kriegsbogen für die Darstellung 1250-1350 nachzubauen - allein 120 Pfund sollte er nicht haben, wer soll denn das ziehen. Daher die etwas "naive" Frage. Daß es zu so einer Diskussion ausartet war nicht beabsichtigt...

Im Endeffekt - so nehm ich an - er biegt mit, wenn es ein historischer Warbow werden soll?

Lieben Gruß,
moose