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Langbogen nach Vorlage von Hilary Greenland
Verfasst: 29.03.2010, 22:02
von tommy lee
Hallo FC-Gemeinde ,
Nachdem ich meinem Bogen nun einige Schüsse abverlangt habe und er mir
stets zu Diensten ist , will ich ihn jetzt hier präsentieren :
Amerikanischer Langbogen nach der Vorlage aus dem Buch von Hilary Greenland .
Ahorn (50 mm Bohle ) Rohling gefräst mit CNC Fräse
Wurfarme 50 mm auslaufend auf 12 mm
"Backing" aus 1,2mm HPL (Hochdruck Schichtpressstoffplatte) auch bekannt als Resopal , darauf
Ahorn Furnier
Nocken ebenfalls aus HPL 12 mm Dicke
Länge 68 " (175cm Nocke zu Nocke)
Zuggewicht ca. 50# @ 28"
Sehne Dacron 12 Strang
Werdegang siehe auch unter :
http://www.fletchers-corner.de/index.php?topic=12640.0
Re: Langbogen nach Vorlage von Hilary Greenland
Verfasst: 29.03.2010, 22:08
von the_Toaster (✝)
Wofür denn das Resopal?
Das ist doch irgendwie nur ne Art langfaserige und stärkere Pappe.
Das hält doch nix.
Nicht mal in ner Schrankrückwand...
Re: Langbogen nach Vorlage von Hilary Greenland
Verfasst: 29.03.2010, 22:19
von tommy lee
Hallo Toaster .
Das Resopal ist tatsächlich als Backing gedacht .
Verwechsle das bitte nicht mit Hartfaserplatten !
In TBB1 und TBB3 ist jeweils ein Abschnitt in denen ein ähnliches Material beschrieben wird .
Schau dir das Bild an :
Wahrscheinlich war die Ahorn Bohle noch etwas zu feucht als ich das Reso aufgeleimt hatte .
Das holz hat nachgetrocknet in der Werkstatt . Das Reso hat nicht nachgegeben .
Gruß Thomas
Re: Langbogen nach Vorlage von Hilary Greenland
Verfasst: 29.03.2010, 22:32
von the_Toaster (✝)
Hmmmmm...
Das bedeutet also, die Biegung ist KEIN Set auf dem Foto, sondern zusammengeschrumpftes Ahorn unter dem Resopal?
Re: Langbogen nach Vorlage von Hilary Greenland
Verfasst: 29.03.2010, 22:43
von tommy lee
Bestimmt hat er auch Set bekommen .
Aber wir haben öfters mal Probleme im Betrieb , wenn Wir das Material einseitig
auf ein Trägermaterial kleben (besonders unter Hitze ) .
Das Zeug geht rum wie ein Flitzebogen
Zum nachschlagen : TBB 1 Seite 275 , TBB 3 Seite 301
Edit : Auf dem Userfoto ziehe ich diesen Bogen .
Thomas
Re: Langbogen nach Vorlage von Hilary Greenland
Verfasst: 29.03.2010, 22:52
von tommy lee
@Toaster : Hier ist noch ein Bild von nem anderen Bogen , Da kannst du das
Homogene Material sehen . Hart und fest .
Hartfaserplatten (Rückwände) kannste mit nem Schraubendreher durchstoßen .
Re: Langbogen nach Vorlage von Hilary Greenland
Verfasst: 29.03.2010, 23:04
von klaus1962
Schöner Bogen geworden !
Interessant finde ich die Verwendung von Resopal.
Das ist deshalb interessant, weil man kaum einschätzen kann, was es aushält.
Eine schlechte Erfahrung habe ich damit allerdings schon gemacht, als ich eine alte Küchenplatte als Gerüstbelag (natürlich nur privat) mißbraucht hatte.
Die Platte ist während des Deckenstreichens ohne Vorwarnung und mit einem lauten Knall unter mir zusammengebrochen.
Ich stand dann samt Farbkübel und Streichwalze in der Hand (zum Glück nur) einen halben Meter tiefer.
... aber wenn's am Bogen funktioniert, wär's ne super Sache.
Noch eine Frage:
Du schreibst, daß Du noch Ahorn-Furnier auf das Resopal geklebt hast.
... mit was für Kleber ?
Die Oberfläche von Resopal ist doch so glatt (auch wenn sie strukturiert ist) , daß dort normalerweise gar nichts haftet.
Gruß
Klaus
Re: Langbogen nach Vorlage von Hilary Greenland
Verfasst: 29.03.2010, 23:21
von the_Toaster (✝)
Sieht aus wie ein Zeug, was ich als Pertinax kenne. Das ist harzgetränktes Papier, woraus man Platinen macht.
Re: Langbogen nach Vorlage von Hilary Greenland
Verfasst: 29.03.2010, 23:48
von klaus1962
@Toaster
Ja, genau.
Nur hat Resopal meist noch ein Lage Dekorpapier (Fotodruck vom entsprechendem Materialmotiv) drauf.
Schaut sicher g**l aus. zB. Bogen in "Granitoptik"

Ist übrigens auch ein wenig mit dem früher bekannteren Bakelit verwandt.
Sind wir schon so alt, daß wir das noch kennen.
Gruß
Klaus
Re: Langbogen nach Vorlage von Hilary Greenland
Verfasst: 30.03.2010, 08:44
von GroBo
Ist wirklich ein interessanter Materialmix..
Falls es sich um Pertinax handelt, hätte man das bei der Verarbeitung riechen können, wenn ich mich recht entsinne...
Peter
Re: Langbogen nach Vorlage von Hilary Greenland
Verfasst: 30.03.2010, 21:15
von tommy lee
Hallo Klaus , Hast du den Reso-Belag nach unten gehabt ? Auf zug hält es nähmlich einiges aus .
Ich stehe öfters mal auf Arbeitsplatten z.b. bei der Montage von Schrankwänden ....
Deshalb wollte ich das mal probieren . Ich hab das ganze mit normalem Weissleim (B3)
zusammengeleimt . Das Material ,das ich genommen habe ist als Blinddekor (auch Gegenzug !!
genannt) gedacht und ist auf beiden Seiten geschliffen . Es braucht nur die oberste Schicht (Overlay)
geschliffen zu werden , dann kann man es problemlos verleimen . Wichtig bei Weissleim ist , dass
die andere Seite saugfähig ist .
Wir haben auch noch Versionen mit Metall-einlage . Aber ob das was bringt wage ich zu bezweifeln .
Hallo Toaster , Pertinax ist wohl ähnlich . Kenn ich nur von Platinen . Resopal wird mit Phenol- oder Melaminharz
hergestellt . Bakelit , wie Klaus sagt ist ein Duroplast (nicht Thermisch verformbar) und kein
"Laminat"
Schaut mal das Bild , War eigentlich als Biegetest gedacht . Wurde ein Minibogen draus . 10" lang .
Esche leiste mit schrägem Jahrringverlauf mit Reso-Backing .

Re: Langbogen nach Vorlage von Hilary Greenland
Verfasst: 30.03.2010, 22:29
von klaus1962
@tommy lee
Ja, das Resopal war auf der unteren Seite der Platte. Aber wahrscheinlich lag es daran, daß es eine
alte Platte war, warum sie gebrochen ist. (vielleicht Kratzer, Haarriß oder so). Oder die Böcke sind zuweit (1,80m) auseinander gestanden.
Es stimmt schon, daß das Zeug unheimlich viel aushält. Was ich aber ausdrücken wollte ist, daß es wenn's bricht (bzw. reißt), dies um ein vielfaches plötzlicher passiert als zB. bei normalem Holz. (Eher so wie spröder Stahl, ohne Streckgrenze).
Ich hätte Bakelit nicht erwähnen sollen. Es soll ja hier keine Chemie-Diskussion entstehen.
Du hast recht, Bakelit ist kein Verbundwerkstoff (Laminat aus Papier und Harz) wie Resopal und Pertinax, sondern eigentlich nur das Phenolharz allein (vielleicht mit ein wenig Füllstoffanteil).
... beide Seiten geschliffen. Dann ist mir das Aufkleben vom Ahorn-Furnier klar.
Mir gefällt die Verwendung von Resopal (und selbstverständlich auch alle anderen Markennamen) als Bogenbaumaterial ausgesprochen gut.
Allein schon deswegen, weil es sich leichter auftreiben und verarbeiten läßt als Bambus. (Zumindest bei mir in Linz)
Und viel billiger als fertige Glaslaminate ist es auch.
Ich weiß nur nicht so recht wie ich ihm trauen kann.
Berichte auf jeden Fall, wie es dem Bogen nach ein paar Hundert Schüssen geht.
Gruß
Klaus