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Eibenbogen der Jungsteinzeit
Verfasst: 17.04.2010, 21:31
von Dachs
So ich habe mal wieder was gebaut.
Um mich an das Material Eibe zu gewöhnen, entschied ich mich für einen sehr kurzen Stave aus einem Eibenast der ein wenig snaky war. Ich hatte den Ast vor dem Trocknen entlang der Markröhre gespalten.
Der Splint war um ca. 5mm zu reduzieren.
Bei der Bearbeitung des Staves legte ich zahlreiche Bruchstellen im Kernholz frei, die in dem waagerecht gewachsenen Ast noch zu "Lebzeiten" entstanden sind. Dieses Problem versuchte ich durch Ausgießen mit Zweikomponentenkleber zu beheben. Es waren mehrere Durchgänge nötig, da der Kleber nur eine gewisse Tiefe in die Risse eindringt und beim tillern wiederholt die tief im Holz vorhandenen Risse freigelegt wurden.
Zu allem Überfluss öffnete sich bei den ersten Probeschüssen ein Riss, der eine Verbindung von der Bogenseite zum Bogenbauch hatte. Diesem war nach dem Verkleben unter wiederholtem spannen des Bogens - damit der Kleber den gesamten Riss ausfüllt - nur mit einer Wicklung beizukommen. Als Garn habe ich völlig unautentisch geflochtene Angelschnur verwendet.
effektive Länge: 51,5“.
Stärke: 44#@23"
So und nun die Bilder:
Re: Eibenbogen der Jungsteinzeit
Verfasst: 17.04.2010, 21:53
von loxley
Sieht sehr schön aus. Welche werte bringt er?
Re: Eibenbogen der Jungsteinzeit
Verfasst: 17.04.2010, 22:07
von acker
Stellst Du bitte noch ein Bild ungespannt rein

Danke, acker
Re: Eibenbogen der Jungsteinzeit
Verfasst: 18.04.2010, 00:40
von Dachs
@ loxley,
die Werte muss ich nachliefern aber der max. Auszug ist 23" . Das Bild auf dem Tillerstock zeigt 22".
@ Acker,
ein weites Bild ist wohl bei der Größenbegrenzung auf dem gleichen Weg nicht möglich.
Der Set ist ca. 1" und im rechten Wurfarm.
Gruß
Dachs
Re: Eibenbogen der Jungsteinzeit
Verfasst: 18.04.2010, 02:14
von Ravenheart
...biegt zu sehr in der Mitte! Das konnten die schon vor 20.000 Jahren besser, sorry...
Rabe
Re: Eibenbogen der Jungsteinzeit
Verfasst: 18.04.2010, 11:17
von medicinewheel
Hallo Dachs! Du hast zum einen zuviel Biegung in der Mitte, zum anderen biegt sich der recht WA mehr als der linke und deutet zudem einen Knick an. Du brauchst mehr Biegung in der WA-Mitte!
Eine bessere Wicklung wäre Schirmseide in Epoxyd getränkt auflegen, Leinengarn (ungewachst) in Epoxyd drüber wickeln, mit Epoxyd überstreichen.
Re: Eibenbogen der Jungsteinzeit
Verfasst: 18.04.2010, 13:58
von Dachs
Das mit der Mehrbiegung des einen Wurfarmes war Absicht. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass der untere Wurfarm etwas stärker sein soll.
Dennoch schlage ich die Kritik nicht in den Wind, zumal die ungleichmäßige Biegung auf dem Bild stärker auffällt als wenn der Bogen auf dem Tillerstock liegt.
Die Stärke habe ich heute gemessen und der Vollständigkeit halber oben eingetragen:
44#@23"
Da habe ich nach unten noch ordendlich Luft.
Das ist also nix für den Bogen des Monats -weil noch nicht fertig.
Je nachdem wie mir die Umsetzung gelingt werde ich das Ergebnis nochmal vorstellen.
Danke für die Anmerkungen.
Gruß
Dachs
Re: Eibenbogen der Jungsteinzeit
Verfasst: 18.04.2010, 19:36
von Dachs
Das ist der Stand von heute Abend. Der auszug ist allerdings 23".
Gruß
Dachs
Re: Eibenbogen der Jungsteinzeit
Verfasst: 18.04.2010, 19:41
von Galighenna
Das sieht schon viel besser aus. Der linke ist schon fast OK, könnte aber noch ein bischen weiter aussen biegen. Der Rechte könne definitiv noch mehr Korrektur vertragen. Aber du bist schon auf nem guten Weg und ein wenig Reserve hast du ja vielleicht noch.
Welches Gewicht strebst du denn etwa an?
Re: Eibenbogen der Jungsteinzeit
Verfasst: 18.04.2010, 20:06
von Ravenheart
Re: Eibenbogen der Jungsteinzeit
Verfasst: 18.04.2010, 20:09
von Dachs
Naja das der linke Wurfarm nicht so gleichmäßig biegt wie der Rechte habe ich insbesondere auf den Bildern auch gesehen. Die Sache ist aber nicht so einfach, da bei diesem Wurfarm deutlich mehr Äste vorhanden sind und diese teilweise den Bogenbauch seitlich verlassen.
Beim Zuggewicht ist für mich vor den Hintergrund der Kürze des Bogens alles ab 30# ok.
Das ist ein "Probierbogen" dem ich wegen der Risse im Holz eh nur wenige Schüsse zutraue. Hier kann ich Fehler machen, die bei einem guten Eibenstave ärgerlich wären.
Gruß
Dachs
Re: Eibenbogen der Jungsteinzeit
Verfasst: 18.04.2010, 22:49
von medicinewheel
So sieht das doch schon besser aus!!
Mach dem mal ein paar ordentliche Wicklungen, am besten noch ein Rohhautbacking, und dann trau dem ruhig mal ein paar Schüssel zu!
Re: Eibenbogen der Jungsteinzeit
Verfasst: 24.04.2010, 08:18
von Dachs
So, ich habe das Projekt jetzt beendet und würde gerne noch das Ergebnis vorstellen. Das Problem ist, dass für diesen Threat die zur Verfügung stehende Sperkapazität ausgeschöpft ist.
Soll ich einen neuen Threat anlegen und die beiden verknüpfen? Ich möchte ungern die Variante mit dem Speichern der Bilder im Internet an anderer Stelle und dem anschließende verlinken machen.
Welche Alternativen gibt es noch?
Gruß
Dachs
Re: Eibenbogen der Jungsteinzeit
Verfasst: 24.04.2010, 08:26
von acker
Park sie im Netz.
zB hier, keine anmeldung und funzt relativ gut:
http://www.fotos-hochladen.net/
Gruß acker
Re: Eibenbogen der Jungsteinzeit
Verfasst: 27.04.2010, 20:53
von Dachs
So nun die angekündigten Fotos:
Die Messdaten beabsichtige ich übermorgen zu bestimmen und werde sie dann hier einstellen. Was auffällt ist, dass der Bogen sehr schnell wirft. Bei der geringen Länge ist das zwar nicht verwunderlich aber dennoch sehr angenehm.
So, ich habe heute die Werte gemessen:
effektive Länge: 51,5“.
Stärke: 41#@23"
Noch ein bischen zu dem Bogen:
Das Profil ist ein jungsteinzeitliches und dem "Bogen von Bodmann" nachempfunden. Das heist ein D - Profil nur im Vergleich mit den ELB´s umgekehrt. Der Bauch ist flach und der Rücken krumm.
Danke noch an alle die, die mich motiviert haben weiter zu machen.
Gruß
Dachs
(Bilderlink repariert! Rabe)