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Bögen aus sehr dünnen Hölzern

Verfasst: 22.12.2003, 14:41
von Nacanina
Hallo Leute,
Wenn Bögen aus sehr dünnen Stämmchen gebaut werden (z. B.: Hasel), liest man häufig im Forum:
Spalten , der Rest ist noch dick genug. Ev. Griffdtück dranlaminieren.
Ich würde anders an die Sache herangehen:
Herunterarbeiten im Bereich der Wurfarme mit der Markröhre zentral.
Griffbereich dicker lassen und für das Griffstück schmaler ausarbeiten.
Problematisch ist dann m. A. nach der Übergang vom Wurfarm in das Griffstück, wo ich ja angeschnittene Jahrringe habe.
Hier würde ich, je nachdem, was für ein Gefühl ich habe, ein kleines Textilbacking (ev. Seide oder Leinen) aufbringen.
Was meint ihr dazu?

Dünne Stämmchen

Verfasst: 22.12.2003, 15:41
von Taran
Wegen des stark gewöbten Rückens ist Decrowning und Backing wohl das Richtige!

dünne Stämmchen

Verfasst: 22.12.2003, 16:27
von horsebow
Die Wikingerbögen von Haithabu sind z.T. aus 4-6cm dünnen Eibenstämmchen/-ästen gefertigt. Man geht davon aus, daß besseres Material nicht zur Verfügung stand. Bei diesen Bögen wurde streng ein Jahresring herausgearbeitet (also kein Decrowning), sodaß das Splintholz"Backing" im Querschnitt fast um den Bogen herumläuft.
Im Schußversuch mit rekonstruierten Haithabu-Bögen durchschlugen Pfeile aus einem solchen ca 40#-Bogen einen Schweinekadaver...

Gruß, horsebow

Verfasst: 22.12.2003, 17:07
von Nacanina
Der Bogen, der im Haitabu-Museum ausgestellt ist,
scheint mir aus einem dickerem Stämmchen gearbeitet zu sein.
Ich meinte auch eher die "sekond String" Hölzer.

Bögen aus sehr dünnen Hölzern

Verfasst: 22.12.2003, 18:27
von nordbogen
Habe nach dem Bogenbauerbuch den Jungsteinteitlichen Bodman Bogen ohne Decrowning und Backing in Eibe gemacht.Der passte genau vom stärksten Durchmesser her.Rücken rund,Bauch flach.Für sein Zuggewicht um schätzungsweise 35 pounds bei 27"ein sehr sauber zu schiessendes Ding.

Verfasst: 22.12.2003, 18:58
von Nacanina
Wie lang?
Aber, wie gesagt: Eibe kann man mehr zumuten als Hasel...

decrowning

Verfasst: 23.12.2003, 02:03
von Ravenheart
kann bitte mal jemand für den Begriff ne "markige" Definition liefern? Der fehlt im Lexikon!

Rabe

decrowning

Verfasst: 23.12.2003, 07:10
von horsebow
@ravenheart: Wie wär's mit "tangentiale Abtragung der Jahresringe am Bogenrücken, um bei kleinen Stammdurchmessern einen flachen Rücken bzw. ein D-Profil zu erhalten"?

Gruß, horsebow

RE: decrowning

Verfasst: 23.12.2003, 08:34
von Archiv
Original geschrieben von horsebow

@ravenheart: Wie wär's mit "tangentiale Abtragung der Jahresringe am Bogenrücken, um bei kleinen Stammdurchmessern einen flachen Rücken bzw. ein D-Profil zu erhalten"?

Gruß, horsebow
Danke, das habe ich jetzt auch verstanden.:anbet
Mir ging's nämlich wie Rabe ;-) ...

Gruß, Hartmut

danke...

Verfasst: 25.12.2003, 03:45
von Ravenheart
..ist in's Lexikon aufgenommen!

Rabe

Verfasst: 25.12.2003, 10:18
von Nighty
Bildlich vorstellen kann ich mir das nu immer noch nicht,was ist denn Tangential? Lang vorbei die Schulzeit :D

Verfasst: 25.12.2003, 12:33
von Nacanina
Du schneidest von dem erst runden Stämmchen einfach oben einen geraden Teil ab.
Dann mußt du die Jahrringe, die ja angeschnitten sind, von oben als Streifen neben einander sehen.

Verfasst: 25.12.2003, 14:05
von Prywinn
Versteh ich nicht...
Kannst du n bild oder sowas zeigen?

Prywinn, das dumme Elflein ^^

Verfasst: 25.12.2003, 15:58
von Nacanina
nein, habe keine Digicam.
Aber noch mal:
Wenn du ein grades Stück Rundholz hast, und du an einer Seite an zu hobeln fangen würdest, bekämst du im Querschnitt ein Stück Holz, was größtenteils rund ist, aber an einer Seite gerade.
Du siehst dann dort, wo der Stamm rund ist natürlich keinen Jahrring, aber an der geraden (Tangente) Seite schaust du auf lange Streifen von angeschnittenen Jahrringen.
Alles klar? Das ist decrowning.

Verfasst: 25.12.2003, 19:55
von Prywinn
danke, jetzt hab ich es gerallt!