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Oberflächenbehandlung

Verfasst: 24.06.2004, 10:47
von Elsenhans
Hi!

Ich habe gerade mein Erstlingswerk (Langbogen aus Esche) fertiggestellt. Womit kann ich die Oberfläche behandeln, damit der Bogen geschmeidig wird und seine Bruchfestigkeit steigt?

Gruß
Elsenhans

RE: Oberflächenbehandlung

Verfasst: 24.06.2004, 10:55
von Archiv
Original geschrieben von Elsenhans
... damit der Bogen geschmeidig wird und seine Bruchfestigkeit steigt?...
Hallo Elsenhans,

mir ist kein Mittel bekannt um die Bruchfestigkeit von Holz zu steigern! :o

Ich persönlich nehme einfaches Möbelwachs (Antikwachs von Clou) um einen geringen Wetterschutz zu erzielen.

Nice Day

Volker

Verfasst: 24.06.2004, 10:55
von Longbow Alex
Hallo Elsenhans,

willkommen im FC. Geschmeidig wird die Oberfläche durch die Nutzung von Schleifpapier in aufsteigender Körnung. Danach kannst Du mit einem Hartöl, Wachs oder Lack wasserresistenz bzw. Wasserfestigkeit erzeugen.

Die Bruchfestigkeit steigt durch eine Oberflächenbehandlung allerdings nicht, einzig durch Schleifen kannst Du Sollbruchstellen eliminieren.

Gruß,

Alexander

hä?

Verfasst: 24.06.2004, 10:56
von Ravenheart
Könntest Du die Frage bitte präzisieren?

Die Bruchfestigkeit steigerst Du durch ein Backing, die Geschmeidigkeit durch richtiges Tillern; vermute aber, das meinst Du so nicht...

Rabe

"thin air"

Verfasst: 24.06.2004, 11:57
von AEIOU
ich hab auch drei solcher heikler selfbows, da gibts schon möglichkeiten, die bruchfestigkeit und geschmeidigkeit zu erhöhen:

1. backing with "thin air":
versuche eine wirklich makellose oberfläche am bogenrücken hin zu bekommen. ohne kratzer, schnitte oder gar schrammen. ein durchgehender jahresring ist dazu eine grundvoraussetzung.
sonst hilft nur zuggewicht reduzieren.
über die gesetzmäßigkeit der aerodynamik an perfekten oberflächen, reynoldsche zahlenreiehen, etc... als backingtechnologie möchte ich mich hier nicht auslassen. ich glaube aber ganz fest daran, dass der bogen über eine schöne oberfläche "sehr glücklich" ist und deshalb länger hält .... *grins*

2. geeignete oberflächenbehandlung:
mach ein oberflächenfinish, dass deine regelmäßige obsorge braucht. etwas, was du wachsen und polieren musst (hartöl für parkettböden etwa - in kombination mit wachs). so entdeckst du kleine makel an der oberfläche vor jedem schiessen- oder je nach pflegeintervall. und das polieren hilft dem bogenrücken sich vor dem schießen "aufzuwärmen" die fasern halten besser. sollte beim schiessen bei kühler temperatur selbstverständlich sein.

3. verdichte evtll den bogenrücken mit der "flaschenrubbelmethode" - gibts hier threadbeiträge zu. das fügt die rückenfasern aneinander und homogenisiert die oberste holzschicht. das fkt am besten im rahmen des ersten poliervorgangs nach ölen und wachsen.

4. "pumpe" den bogen auf, vor jedem schiessen:
nicht gleich auf vollaufzug - mach sachte immer ein wenig mehr. sei zärtlich zu deinem selfbogen. (gibt ihn niemanden anderen, damit der ihn dann auszieht - ansehen ja, ausziehen nein! ist wie bei treue in der beziehung!!!! *hähähä*

5. auch wenn der bogen nicht allzu stark ist: schiesse keine zu leichten pfeile. denn sonst geht viel restenergie in den bogen und seine wurfarme rein. auf leerschüsse, fastflight etc. ebenfalls verzichten

6. warte auch die bogensehne regelmäßig. sehenriss ist meistens auch bogenbruch!

so, jetzt foit ma nix mehr ein. ich hab liebe freunde die meinen, dass ich mit allem, was ich hab, sehr sorgfältig umgehe. aber trotz allem: mir sind auch schon 2 selfbows gebrochen. das lag aber nicht an der pflege, sondern am falschen bogenquerschnitt fürs falsche holz. und an einem mangelhaften tiller mit eingebauten "sollbruchstellen". ich hab mir eben zu wenig zeit gelassen.
machs besser!
:-)

Verfasst: 24.06.2004, 12:58
von Nacanina
Und hier noch das Statement der "einfach" -Fraktion.
Normales Leinöl reich aus. Einfach, wenn du Lust hast wiederholen.
Bei Eibenbögen mache ich das Verdichten mittels Flasche auch. Sonst nicht.

RE: "thin air"

Verfasst: 24.06.2004, 13:22
von Tiga
Original geschrieben von AEIOU
ansehen ja, ausziehen nein!
:tsktsk :tsktsk :tsktsk :tsktsk
:-) :) :D :-) :) :D :-) :) :D :-) :) :D

Pruuuuust!

Leinöl

Verfasst: 24.06.2004, 14:13
von Uli
Bei meinem Eibenbogen, den ich mir vor kurzem geschnitzt habe, habe ich die Oberfläche auch mit einer Glasflasche glatt gerubbelt. Damit bekommt man auch die letzten Kratzspuren weg und es sieht aus wie poliert. Danach habe ich das ganze 2x mit Leinölfirnis behandelt. Jetzt reibe ich den Bogen ab und zu mit Leinöl ab.

Uli

Verfasst: 24.06.2004, 14:23
von Elsenhans
Hallo Leute!

Schon mal vielen Dank für die vielen Antworten und Tips. Mit "Erhöhen der Bruchfestigkeit" meinte ich eigentlich das Behandeln des Bogens mit einer Substanz (habe mal gelesen, das das auch mit ner Speckschwarte gehen soll), die sich in die Holzfasern einlagert und ihnen Spannkraft verleiht. So soll der Bogen "geschmeidiger" und die Möglichkeit eines Bruchs eingeschränkt werden.
Tja, als Newbie hat man es nicht leicht :-) .

Gruß,
Elsenhans

Verfasst: 25.06.2004, 19:40
von Nacanina
Ich glaube nicht das es diese Substanz gibt!
In einem anderen Thread haben wir so etwas schon mal andiskutiert. Da ging es dann um die innere Reibung der Holzfasern. Da wurde die Meinung vertreten, dass durch das Einziehen einer Substanz die innere Reibung herabgesetztwürde und deshalb eher zu einem Bruch führen würde.
Ich persönlich glaube das nicht (es ging um Leinöl) aber beweisen kann ich das auch nicht.