Seite 1 von 4
Bau eines Flachbogens
Verfasst: 03.07.2005, 20:10
von magenta
Holzbogenbauers Bögen haben so nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen, dass ich einen Bogen in der Art gerne nachbauen würde. Angetan hats mir nach den hier von ihm schon vorgestellten Meisterwerken (Bergulme, Eibe) das letzte Highlight -der Osagebogen.
Ich habe in meinem Vorrat noch ein Eibenkernbrett, das ich gern für dieses Projekt reserviere - damit da aber nichts schiefgeht (ich möchte die Eibe nicht versauen), möchte ich ein, zwei Bögen in diesem Design vorab fertigen, um ausreichend Erfahrung zu sammeln.
Daher sollte der erste Bogen aus Ulme (davon hab ich noch) mit Hickorybacking werden, ca. 50 lbs, 28 " Auszug, Länge 1,75 m.
Kann mir da jemand noch Infos zum
- Bogendesign (Wurarmbreiten)
- Wurfarm- und Backingstärke
- Lage und Länge des Griffes
- der Verleimform
geben?
:anbet :anbet :anbet
Ich hatte dabei (natürlich) insb. an Holzbogenbauer Andre gedacht??!

:lalala :lalala
Klaus
Verfasst: 03.07.2005, 20:39
von Holzbogenbauer
Hallo Klaus, ich mache heute Abend wie gesagt einen fertig (Griff und Sehne) und Morgen Fotos davon, mit allen Maßen auch von der Verleimform. Auf alle Fälle brauchst du einen Holzbalken 12-15 cm hoch und mind. 6 cm breit und 1,80- 2 m lang für die Form. Etwas Moosgummi oder ähnliches zum polstern. 10- 20 Schraubzwingen (kein Spielzeug).
André
Verfasst: 03.07.2005, 23:58
von Holzbogenbauer
Verfasst: 04.07.2005, 00:17
von Holzbogenbauer
Daten:
Leistung: 42 lbs/26" knapp 50lbs/28"
Länge: 170 cm
BreiteWA: 4,7 cm Tips: 2 cm (breiteste Stelle 13cm von Bogenmitte)
Recurve: 10-11cm vom Wa-ende
Breite Griff: 2,5 cm 10cm lang (vom Rücken aus), dann langsamer Übergang in die WA
Griffunterseite: 12,5 cm lang
Grifftiefe: 4,5 cm
Wa-Dicke: 1,2 cm durchgehend, davon 4mm Hickorybacking bis Tips auf 2 mm auslaufend getappert (Achtung dicke ist kein Anhaltspunkt oder Vorlage da die Holzeigenschaften zu unterschiedlich sind, also lieber 4-5mm mehr und dann austillern)
Mehr zur Verleimform mit Bildern dann Morgen.
André
@magenta:
Verfasst: 04.07.2005, 12:17
von Ravenheart
Hat die Ulme schlechte Rückenringe, oder warum willst Du da was drauf bappen? Zur Formgebung? DAS wäre diskutabel, aber ansonsten:
Ulme ist bestimmt nicht weniger Zugfest und elastisch als Hickory, WENN die Ringe o.k. sind!
Rabe
Verfasst: 04.07.2005, 13:23
von Holzbogenbauer
Ich habe in meinem Vorrat noch ein Eibenkernbrett, das ich gern für dieses Projekt reserviere - damit da aber nichts schiefgeht (ich möchte die Eibe nicht versauen), möchte ich ein, zwei Bögen in diesem Design vorab fertigen, um ausreichend Erfahrung zu sammeln.
ich denke das wird der Grund sein, um für das Eibenbrett zu üben.
Ansonsten hat Rabe recht, aber halt jeder wie er mag.
[royalblue](edit: Zitat... Tipp: den "zitieren" Button oben rechts bei dem jew. Beitrag verwenden! Rabe)[/royalblue]
Backing
Verfasst: 04.07.2005, 18:40
von magenta
Einerseits hat Andre recht - ich möchte für die Eibe Erfahrung sammeln. Weiterhin ist die Ulme von den Jahresringen her zu dünn (der Spätholzanteil ist in Ordnung).
Zudem sind laminierte Recurves sehr viel haltbarer.
Ich habe bisher laminierte Bögen gebaut, meist mit Bambusbacking (und damit gute Erfahrungen gemacht)- gutes Bogenholz für Selfbows ist in meiner Gegend anscheinend Mangelware.
Und ich gebe zu, der farbliche Kontrast gefällt mir - aber das ist sicher Geschmackssache.
Nun konnte ich allerdings eine Robinie mit guten Jahresringen auftreiben und wage mich mal an einen kurzen Selfbow. Dazu schreie ich aber in einem anderen Thread ohnehin noch um Hilfe.;(
Klaus
Verfasst: 06.07.2005, 19:15
von magenta
So, nun habe ich die Ulme für den Flachbogen zugeschnitten und mal glattgehobelt.
Ist m.E. in der Qualität brauchbar - allerdings sind die Ringe auf der anderen Seite etwas dünner - dafür gerade (hat leichten Drehwuchs, das gute Stück). Mit einem Backing dürfte das aber wohl nichts ausmachen.
[url=http://www.fletchers-corner.de/cpg/albums/userpics/10580/Ulme.jpg]

[/url]
Bevor ich auf Endmass hobeln, tapern und das Backing verleimen kann, muss noch die Verleimform gefertigt werden.
@ Holzbogenbauer:
Andre, für die Bilder und Beschreibung zum Bogen vielen Dank;
denkst Du bei Gelegenheit an die Infos zur Verleimform?
(**)
(Trockene) Bretter habe ich, ich möchte die Form aus verleimtem Holz bauen, dann verzieht sich da nichts mehr.
Die Tips am Bogen scheinen mir mit 2 cm ein wenig breit - hat das einen besonderen Grund? Ich hätte gern Horntips angebracht.
Und noch eine Frage: setzt Du den Griff in die Mitte oder nach unten versetzt?
Klaus
Bilder
Verfasst: 07.07.2005, 16:41
von savage
Hi,
Ich will auch mal meinen ersten funktionierenden Bogen bauen 8-) . Ich hab die Do it yourselfe anleitung schon durchgelesen. Auch einige beitrege im Forum hab ich schon gelesen. Was mir jetzt noch fehlt sind die Antworten auf ' magentas ' fragen, Bilder und noch ein paar daten.
Ich will meinen Bogen aus Esche ca. 160 bis 170 lang machen.
Danke für eure Antworten :-)
Verfasst: 07.07.2005, 18:08
von Ravenheart
@savage: Hier geht es ja um laminierte Bogen! Für den Erstversuch mach ma lieber Vollholz!
(x = UNTER 1 cm!)
Dicke des Griffs: je nach Breite 3,5 - 4 cm
Dickste Stelle des Wurfarms vor der Übergangszone: erst mal 2 - 2,5 cm.
Die Enden machst Du 1,6 cm breit und erst mal 1,4 cm dick. Zwischen breitester/dickster Stelle und Ende jeweils gradlinig verbinden.
Noch Fragen?
Rabe
Verfasst: 19.07.2005, 11:56
von Holzbogenbauer
Bogenform
Verfasst: 19.07.2005, 21:00
von magenta
Oh super, vielen Dank für die Bilder.
So werde ich die Verleimform sicher hinbekommen.
Eine Angabe wäre allerdings noch interessant - wie lang ist die Form insgesamt?
Die weiße Folie ist anscheinend Kunststoffolie zum Schutz vor Leimresten?
Und eine Frage noch: Du setzt den Griff in die Mitte - oder?
Klaus
Verfasst: 22.07.2005, 09:47
von Holzbogenbauer
So, die Form ist 180 cm lang und Formmitte ist gleich Bogenmitte (griff) und der ist bei mir 12 cm lang und geht dann in Reflex über. Am Anfang würde ich mit dem Reflex in der Form langsam machen, da der späterer Tiller schwerer und tückischer werden kann, je mehr Reflex ;-) Fang mit 5 cm fliesendem Reflex an und geh dann in die Recurves über (10-12cm Länge) Du musst die Form für die Länge deines Bogens anpassen, wo du eine Toleranz von 5 cm Länge (Bogen) hast. Folie auf dem Moosgummi ist Schutz vor den Leimresten. Du kannst auch seitliche Begrenzer aus T-Verbindern (gibs im Baumarkt) anschrauben, nur fand ich die mehr hinderlich als nützlich, aber verhindert ein Wegrutschen beim verleimen.
Verleimform
Verfasst: 22.07.2005, 09:53
von magenta
Vielen Dank für die Maße - ich habe gestern die Bohlen für die Form zugeschnitten, gehobelt und verleimt.
Wenns zeitlich ausgeht kann ich die nächsten Tage dann die Form herstellen.
Klaus
Verleimform
Verfasst: 23.07.2005, 20:13
von magenta
So, nun habe ich die Verleimform gefertigt.
Allerdings ist das zunächst ein Versuch, denn so 7 cm breit wie geraten ist sie leider nicht geworden.
Die nächste Form habe ich schon verleimt, aber ich konnte das unhandliche Ding (Breite 9 cm, Länge noch 2 m) leider auf der Bandsäge nicht exakt schneiden, da muss ich mir zuerst eine Tischverlängerung für die Säge basteln.
Die Form jetzt ist ca. 190 cm lang und 6 cm stark, die konnte ich noch mit der Stichsäge aussägen und anschließend mit dem Bandschleifer plan schleifen; für die ersten Versuchsbögen sollte das reichen.
[url=http://www.fletchers-corner.de/images/noimg.jpg]

[/url]
@ holzbogenbauer
passt die Form so - oder sind die Recurves zu scharf geraten?
Klaus