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Schnur- Keil- Methode, wie geht's richtig?
Verfasst: 14.08.2013, 08:01
von bowa
Seyd gegrüsst,
hi Toaster
ich hab mich in den letzten Tagen das erste mal an der Schnur- Kiel- Methode versucht. Da raus gekommen ist mein
zuerst Esche- Massa, dann Esche-Massa-Bambus und dann schliesslich Massa Bambus Bogen
Irgendwie hat das auch geklappt und es hat ne schöne Klebefuge gegeben aber das geht sicher noch viel besser.
Wie man sieht:

Und was ich garnicht kapiert habe ist warum ich alles einmal mit nem schönen reflex zusammengeklebt hab und das beim zweiten mal garnicht funktioniert hat ::)obwohl ich eigentlich alles so gemacht hab wie beim ersten mal. Das kleben schon, der Reflex nicht...
Hier sieht man ja wie es richtig geht.

Aber wie bekommt man den Reflex hin?
Und wie bekommt man die Keile so schön gleichmäßig wie du Toaster? Hast du alle gehobelt oder in irgendeiner Form geschnitten?
Muss es Bambus sein? Ich hab mal was gelesen dass nur Bambus die Belastung aushält. Aber wie ist es z.B mit Robinie? Die ist doch auch stabil?
So erster Fehler den ich selber sehe, ich hab von beiden Seiten gekeilt. Meine aber auch schon Bilder gesehen zu haben bei den es so aussah, wann keilt man von beiden Seiten und wann nicht?
Fragen über fragen

Re: Schnur- Keil- Methode, wie geht's richtig?
Verfasst: 14.08.2013, 10:32
von Mike W.
Ich hab das mit einer Windung /" umwickelt. Dann nochmal zurück, so das sich die Schnur jeweils auf Bauch und Rücken kreuzt.
wenn du die Keile setzt drücken sie den WA zur anderen Seite, wenn sie eng genug gesetzt sind. Du kannst auch Keil unter Keil schlagen. Dann drückt das mehr.
Ich habs mit dünnen Bambuskeilen gemacht, die passen sich besser an.
Gruß Mike
Re: Schnur- Keil- Methode, wie geht's richtig?
Verfasst: 14.08.2013, 10:58
von kra
Mehrere Punkte:
1. Die Keile immer auf der Außenseite der Biegung anbringen
2. Die Biegung erhälst du wie folgt: Wickeln (s. Mike, Kreuzungspunkte im 1" Raster auf Rücken und Bauch), dann Keile entsprechend der gewünschten Biegung sanft einschlagen,
dann den Rohling wie geplant (übers Knie z.B.) biegen und die Biegung durch einschlagen der Keile fixieren, alle Biegungen bearbeiten und dann immer wieder
biegen, einkloppen, biegen usw...., bis die gewünschten Biegungen vorliegen.
3. Wichtig (und auch von mir immer wieder vergessen

): die Klebeflächen etwas konkav ausarbeiten (so 2/10mm reichen) und stark aufrauhen, so das die Lagen an den Kanten dicht aufliegen und in der Mitte noch etwas Epoxy vorhanden ist! Mit Hautleim hab ichs noch nicht gemacht, da sollte aber weniger ausgekehlt werden und die Flächen glatt sein (Annahmen!).
Zu den Keilen: Bambus ist am besten, weil stabil,
flexibel und mit den dünnsten Spitzen machbar. 2 oder 3 Typen verschiedener Breite und Dicke vorbereiten (an den Enden brauchst du zierlichere keile als an den FadeOuts) und die einzelnen Keile einer Gruppe möglichst gleich machen (gleiche Länge, gleiche Dicke, gleiche Breite aber immer ganz dünn auslaufen lassen)
Zum Wickeln: die Schnur (ich nehme Sisal o.ä.) so fest wie nur möglich wickeln, durch die Spannung über die Keile dehnt sie sich noch etwas und wenn sie vorher nicht fest genug war, wirds lommelig. Mögliche Hilfe: kleine Keile (schmal, aber hoch) vorbereiten und diese dann seitlich einschlagen, um die Spannung zu erhöhen.
Re: Schnur- Keil- Methode, wie geht's richtig?
Verfasst: 14.08.2013, 11:13
von Mike W.
Die spannung kann auch erhöht werden, wenn man den Keil unter den davorsitzenden schlägt.
Aber das geht sicher nur mit Bambus wirklich gut.
achja, nochwas, immer von innen nach außen arbeiten!
Gruß Mike
Re: Schnur- Keil- Methode, wie geht's richtig?
Verfasst: 14.08.2013, 11:15
von MoeM
Bei YT gibts da ein tolles Yumi Video, da ist super zu sehen wie er biegt und dann die entsprechend locker gewordenen Keile wieder nachtreibt;
https://www.youtube.com/watch?v=bYZ4--_q7Lk
(gibts glaub ich auch in Englisch...)
Re: Schnur- Keil- Methode, wie geht's richtig?
Verfasst: 14.08.2013, 11:18
von bowa
Die sehen aus wie meine Keile

Re: Schnur- Keil- Methode, wie geht's richtig?
Verfasst: 23.08.2013, 06:57
von Snightlo
Hallo, ich wollte mich demnächst auch mal and er Schnur Keil Methode probieren. DIe Keile sollen aus Bambus sein, aber welches Ausgangsmaterial verwendet ihr dafür? Und was für ein Seil würdet ihr empfehlen? Ich habe hier z.b. ein langes Kletterseil, dass bis 80kg belastbar ist.
Re: Schnur- Keil- Methode, wie geht's richtig?
Verfasst: 23.08.2013, 07:55
von the_Toaster (✝)
Mojn...
Schnur: 5 mm Durchm. - Macht das Eintreiben der Keile leichter.
Keile: Bambus. Aus Resten. Möglichst flach ansteigend fertigen. Alles andere bricht und reisst wenn man es nicht braucht. Wenn man die Keile besonders flexibel haben will, kann man sie vor der Arbeit in warmem Wasser ein paar Stunden wässern.
Wicklung: Spiralförmig hin und zurück, so dass sich die Schnur an Rücken und Bauch überlappt. Abstand c.a. Finger/Daumenbreite.
Keilen: Immer auf der dem Reflex abgewandten Seite. Meist ergibt sich durch den Druck der Keile von selbst eine leichte Biegung. Um ein Verrutschen der Schnur zu verhindern kann es helfen ein paar kleine Keile vorab in die Bogenenden zu schlagen.
Sonstiges: Immer ein paar Kunststoffleisten mit einwickeln. Das schont das Material und erleichtert das Keilen.
Beachten: Was leicht passiert, ist dass sich der Bogen durch die Zugspannung der Schnur verdreht. Das IMMER durch längslinsen überprüfen und mit gegendrehen korrigieren.
Re: Schnur- Keil- Methode, wie geht's richtig?
Verfasst: 23.08.2013, 09:46
von Snightlo
Danke für die ausführliche Antwort.
Dann werd ich mir noch eine schnur besorgen und cindanbin für das Massa. Ich habe mir bei Bambusdiscount 10 bambuslatten bestellt. Diejenigen die nicht so gut aussehen werde ich dann zu Keilen verarbeiten.
Re: Schnur- Keil- Methode, wie geht's richtig?
Verfasst: 24.08.2013, 00:59
von Mike W.
Dann mußt du aufpassen, das die Keile auf beiden Seiten gleich dick sind!
Ich hatte mir einfach einige Dünnere Bambusrohre( 5-7cm) besorgt.
Die hab ich auf Länge gesägt, so das das obere Ende 5mm über den Nodien lag.
Dann gespalten und angespitzt.
Noch etwas nach Dicke und Breite sotiert und fertig.
Gruß Mike
Re: Schnur- Keil- Methode, wie geht's richtig?
Verfasst: 20.01.2026, 19:11
von benzi
Erst 12 Jahre alt der Faden...
kra hat geschrieben: ↑14.08.2013, 10:58
......
1. Die Keile immer auf der Außenseite der Biegung anbringen ....
Hier macht der Meister das so wie kra sagt
Hier wird es unübersichtlich..
Und dieser Chante macht das genaue Gegenteil
Da ich es mir im sap Turnier voll gebe... könnte jemand Licht ins Dunkle der Keile bringen...
Liebe Grüße
Quellen
Bild1 Kyudo, Hideharu Onuma, Seite 45
Bild2 Reflexbogen, Seite 187
Bild3 TB 115, Wiethase, Seite 41
Re: Schnur- Keil- Methode, wie geht's richtig?
Verfasst: 20.01.2026, 20:48
von kra
Ich würde sagen mindestens 2:1. Auf dem mittleren Bild sieht man, das der Seitenwechsel der Keile mit dem Wechsel der Biegung einhergeht. Nur das der Meister im 2. Bild das nicht so extrem macht, das dadurch eine echte Gegenbiegung entsteht sondern nur die vorherige Biegung dadurch aufgehoben wird.
Das 3. Bild ist auch nur begrenzt als Gegenbeispiel tauglich. Dreierlei ist hier anders:
Hier sind die Keile zwar auf der Innenseite der Biegung, dafür aber verwendet er sie als "Stopper" (oder Marker) für die erreichte Biegung.
2. Zudem ist der gezeigte Bogen mit den (im Originalbilg gezeigten) ca. 6-7 Keilen schwerlich mit der in den ersten beiden Bildern gezeigten Bauweise vergleichbar (zudem fehlt hier die Kreuzwicklung).
und 3. siehst du auf dem ersten Bild sehr anschaulich, das die Keile auf der Innenseite der Biegung nicht sinnvoll möglich sind.
Re: Schnur- Keil- Methode, wie geht's richtig?
Verfasst: 20.01.2026, 21:22
von benzi
@kra
Danke!
Ich denke er verwendet sie auch nicht als Stopper, er verwendet sie überhaupt nicht um die Biegung irgendwie zu verändern, sondern ausschließlich dazu den Anpressdruck zu erhöhen... darauf bin ich aber nur durch Deine Antwort gekommen..

Liebe Grüße
Re: Schnur- Keil- Methode, wie geht's richtig?
Verfasst: 21.01.2026, 00:55
von Ravenheart
Und ich denke, er fängt gerade erst an, er hat ein paar Stopper gesetzt, und erst ab jetzt kommt Keil an Keil um die Biegung zu formen.
Die konvexe Biegung ist nämlich das ERGEBNIS der Keile, nicht ihre Voraussetzung...
Rabe
Re: Schnur- Keil- Methode, wie geht's richtig?
Verfasst: 21.01.2026, 06:43
von benzi
Das stimmt für die ernsten beiden Bilder, aber der chantische Bogenbauer auf dem dritten Bild bringt die Form VOR dem Verleimen mittels Hitze und malming in das Bauchlaminat... nur das Rückenlaminat ist gerade, da aber viel dünner kann es mit der Schnur in die konvexe Biegung des Bauches gezogen werden, das benötigt hohen Anpressdruck aber keine Formgebung
Quelle TB 115, Seite 40
Liebe Grüße