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Robinie: Frage zur Rückenansicht
Verfasst: 26.06.2015, 10:49
von Steiner Kurt
Guten Morgen zusammen
Ich versuche meinen ersten Robinienbogen zu bauen.
Beim freilegen des Rückens bin ich unsicher.
Muss die Oberfläche uni einfarbig erscheinen oder gemasert?
Hat Jemand ein gutes Bild vom Rücken Draufsicht?
Bogen sollte 72" lang werden. Breite von 5 cm auf 1.2 cm ist das in Ordnung?
Besten Dank
Kurt
Re: Robinie
Verfasst: 26.06.2015, 10:51
von bowa
Zeig doch mal wie dein Rücken aussieht.
Eigentlich sollte das schon recht einfarbig sein.
Re: Robinie
Verfasst: 26.06.2015, 11:00
von kra
Ich hab das Thema mal in den passenden Bereich verschoben...
Zur Oberfläche - schau dir den Rohling zuerst von einer der Stirnseiten an. Du wirst i.d.R. einen Übergang von einem hellen zu einem dunklen Bereich erkennen, der in der Regel mit einer der Jahresringgrenzen zusammenfällt. Die dunkleren Jahresringe bilden das Kernholz während die hellen aus Splintholz sind.
Du brauchst als Bogenrücken einen Jahresring aus dem Kernholz, dessen Oberfläche unverletzt ist und der möglichst dick sein soll.
Wenn du einen Jahresring sauber freigelegt hats, hast du in aller Regel eine gleichmäßig gefärbte Oberfläche vor die, die aber durchaus wellig und strukturiert sein kann.
Photos sind bei solchen Fragen immer gut!
Re: Robinie
Verfasst: 26.06.2015, 17:11
von Steiner Kurt
Hallo zusammen
Danke für die Antworten.
Der Bogen ist 190 cm lang Beim Griff 5cm Breit an den Enden 2 cm breit
an den Fades 2 cm dick am Ende 1.4cm
Die dunklen Ringe sind gut 1 mm
Meine Grösse 175 cm Auszug 30"
Möchte ca 50 Pfund
Gruss
Kurt
Re: Robinie
Verfasst: 26.06.2015, 17:50
von Heidjer
Was ich erkennen kann, sieht sehr gut aus.
Die einzelnen faserigen Strukturen die man sieht, sind nur Reste vom Frühholz und haben keinerlei technische Auswirkungen.
Man kann sie, wenn sie einen optisch stören, mit einen Besteckmesser ohne Sägezahnung meist abkratzen in dem man sie seitlich wegdrückt, oder mit Stahlwolle seitlich, also im 90° Winkel zur Faserrichtung, weg rubbelt.
Gruß Dirk
Re: Robinie
Verfasst: 26.06.2015, 17:58
von Benedikt
Jo, sieht gut aus.
Mach den Bogen allerdings max. 4,5cm an den Fades breit, besser 4cm, und bau ihn 180cm lang.
Sonst wird das ne lahme Gurke
Gruß,
Benedikt
Re: Robinie
Verfasst: 01.07.2015, 12:57
von Steiner Kurt
Hallo
Danke für Eure Antworten
Habe Den Rücken bis auf einen dunklen Ring siehe Foto Stirnseite abgetragen
Die Oberfläche ist aber immer noch gelblich warum?
Was für Masse sind zu empfehlen Meine Gröss 175 cm Auszug 30" angestrebtes Geicht ca 45-50 Pfund
Besten Dank
Kurt
Re: Robinie
Verfasst: 01.07.2015, 13:54
von Snake-Jo
Benedikt hat geschrieben:Jo, sieht gut aus.
Mach den Bogen allerdings max. 4,5cm an den Fades breit, besser 4cm, und bau ihn 180cm lang.
Sonst wird das ne lahme Gurke
Gruß,
Benedikt
@Benedikt: Die Länge eines Bogens richtet sich nach der Größe des Schützen. Pauschal 180 cm ist genauso falsch wie "ein Auto muss über 100 PS haben".

Bei einer Länge des Schützen von 175 cm und 30" Auszug empfehle ich bei Robinie als American Flatbow (rechteckiger Querschnitt, ca 4 cm breit) rund 185 cm, als pyramidalen Breitbogen (mind. 6 cm breit) rund 180 cm. Immer vorausgesetzt, der Bogen biegt über weite Bereich des Wurfarms (Ellipse anlegen) und hat keinen allzu langen Griff.
Re: Robinie: Frage zur Rückenansicht
Verfasst: 01.07.2015, 19:44
von Benedikt
Ich weis

ALlerdings wurden Körpergröße und Auszug schon vorher genannt, deswegen meine Empfehlung, hab jetzt ja nicht erst einmal Robinie verbaut....
180cm bei 28" gibt übrigens auch ne lahme Gurke, zumindest, wenn man mal einen 150cm langen geschossen hat

Re: Robinie: Frage zur Rückenansicht
Verfasst: 01.07.2015, 21:18
von rattanmanaumax
Hallo Kurt!
Steiner Kurt hat geschrieben:
Habe Den Rücken bis auf einen dunklen Ring siehe Foto Stirnseite abgetragen
Die Oberfläche ist aber immer noch gelblich warum?
Kurt
Das ist bei Robinie offensichtlich so. Warum kann ich dir leider nicht sagen. Es hängt auch viel vom Licht ab (dunkel oder hell). Ich bin auch grad an einem Robiniebogen dran. Hier mal ein Paar Fotos vom Rücken beim Freilegen und vom freigelegten Rücken:
Re: Robinie: Frage zur Rückenansicht
Verfasst: 01.07.2015, 21:59
von Heidjer
Hallo rattanmanaumax, das ist ein schönes Beispiel dafür, wie die Frühholzschicht je nach Lichteinfall und Holzfeuchtigkeit wirkt, mich nervt es imme ungemein wenn jemand von der hellen oder dunklen Schicht schreibt, das bröselige ist das Frühholz.
@ Kurt, in D gibt es zwei Varianten von Robinie, die häufigste bildet grünes Kernholz aus, die weniger verbreitete Variante bildet gelbes Kernholz aus.
Beide Varianten werden mit der Zeit aber dunkler. Das Nachdunkeln von Robinie ist eine Reaktion der Gerbsäure im Holz mit Ammoniak in der Luft, das kann man beschleunigen, in dem man den Bogen im Pferdestall aufbewart, oder aber, indem man ihn räuchert. Das Räuchern von Holz geht nur mit säurehaltigen Hölzern (Robinie, Eiche, Hainbuche, Osage sind die bekanntesten), beim Räuchern wird das Holz einfach den Dämpfen von Salmiakgeist ausgesetzt, Robinie bekommt man damit braun, dunkelbraun und sogar fast schwarz.
Einfach einen Bogen in einen Bratschlauch einpacken und ein Schälchen mit Salmiakgeist dazu stellen, täglich kontrollieren und wenn der gewünschte dunkle Holzton erreicht ist, heraus nehmen und den Bogen versiegeln.
Gruß Dirk
Re: Robinie: Frage zur Rückenansicht
Verfasst: 01.07.2015, 22:01
von Benedikt
Kleine Korrektur: Die Gerbsäure reagiert nicht mit Ammoniak, sondern mit Sauerstoff, ein alkalisches Mileu beschleunigt diese Reaktion nur

Re: Robinie: Frage zur Rückenansicht
Verfasst: 01.07.2015, 22:06
von Heidjer
Danke für die Klarstellung, es ging mir nur um die Vorgehensweise, so bekommt man einen dunklen Bogen in ein paar Tagen, anstatt darauf Jahre zu warten.
Gruß Dirk
Re: Robinie: Frage zur Rückenansicht
Verfasst: 26.07.2015, 12:55
von Steiner Kurt
Hallo zusammen
Bin beim Tillern des Robinien Bogens.
Ich lese immer wieder dass man den Bogen nicht zu lange auf dem Tillerstock aufgespannt lassen soll.
Zum beurteilen wo ich noch nachbearbeiten muss bleibt er aber eine gewisse Zeit gespannt.
Wo ist die Grenze?
Besten Dank
Kurt Steiner
Re: Robinie: Frage zur Rückenansicht
Verfasst: 26.07.2015, 18:47
von Rotzeklotz
Versuch den Bogen möglichst bei niedrigem Auszug schon perfekt zu tillern. Ich persönlich sehe zu, dass ich anfangs sehr viel Zeit bei ganz niedrigem Auszug aufwende. Dort macht das Aufgespanntsein noch nicht so viel. Je weiter der Auszug, desto schneller sollte es gehen. Dann bringe ich den Bogen auf Standhöhe und tiller in der Standhöhe solange, bis die perfekt aussieht.
Wennn du bis dahin alles richtig gemacht hast, muss der Bogen danach eigentlich kaum mehr auf den Tillerbaum.
Ich lasse ihn bei 19,20 Auszug dann noch mal ganz kurz aufgespannt und mache ein paar Feinkorrekturen. Das ist auch eine Frage der Übung, mittlerweile sehe ich dort binnen Sekunden, wo noch Korrekturbedarf ist. Bei weiterem Auszug würde ich ihn auch nicht mehr auf den Tillerbaum aufspannen.
Danach pumpe ich eigentlich nur noch langsam bis 28 und gucke, ob sich beide Arme in gleicher Stärke biegen, in der Regel passt es dann.
GGf. beim letzten Schritt noch ein Video vom Ausziehen machen, so kannst du noch ein paar Korrekturen vornehmen, ohne ihn Aufspannen zu müssen.
Das ist jetzt mein Weg - macht vermutlich jeder ein bischen anders und den einen Königsweg gibt es nicht.