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Neumi's "bloody bastard" - Esche 55#@28"
Verfasst: 02.05.2016, 16:30
von Neumi
Holz: Esche - Fraxinus excelsior
55#@28" (gem. AMO)
Länge: 174 cm
Gewicht: 642 g
Tach, da hab ich noch so ein schon etwas länger fertig gestelltes Bogending, das sich im Lauf des bauens immer mehr zum Experiment und zur Geduldsprobe entwickelt hat. Ausgangsbasis war ein Esche-Stave mit offensichtlich mittelmässiger Qualität. Ich wollte auf jeden Fall nen Flachbogen mit steifem Griff und mind. Körperlänge. Die WA-Breite habe ich 50 mm zu 40 mm verjüngend auf knapp 50 cm Länge angelegt. Auf den letzten ca. 35 cm verjüngen sich die WA auf wenige mm und das nicht linear, sondern leicht konkav.
Hier das Ergebnis mit dem ich nicht zufrieden bin, das aber weniger schlecht geworden ist als zwischenzeitlich gedacht. Mit der Performance des Bogens bin ich allerdings zufrieden und das Ganze werde ich auf jeden Fall mit Osage Orange nochmal bauen, logischerweise mit an Osage angepassten Dimensionen.
Hier mal ein paar Fotos:

- abgespannt

- Die Bauchseite

- Nochmal der Bauch

- Standhöhe - Gestern aufm Parcour

- Vollauszug - die Schwachstellen sind weniger ausgeprägt, als gedacht, aber sichtbar
Das Problem war den Übergang aus dem 40 mm breiten WA in den stark verjüngenden Rest auszuarbeiten, so dass der Übergang biegt. Einmal einen Hauch zuviel weg genommen und Pech gehabt. Deswegen und weil es die WA-Enden mehrfach zerrissen und abgebrochen hat, habe ich dem ganzen Endbereich ein Teilfacing aus Reststücken spendiert.

- Teilfacing aus Resten - mit den Wicklungen habe ich die Ansatzstellen verdeckt

- Und mit Wicklung das Ende des Hornoverlays gegen abheben gesichert (das war nämlich auch passiert)

- auf Standhöhe aufgespannt und hier sieht man die Schwachstelle (die einzige Stelle die Set angenommen hat) sehr deutlich
und weiter in der nächsten Post
Re: Neumi's "bloody bastard" - Esche 55#@28"
Verfasst: 02.05.2016, 16:31
von Neumi
Re: Neumi's "bloody bastard" - Esche 55#@28"
Verfasst: 02.05.2016, 17:00
von Fitzgerald
Das ist ja mal ein hingucker. Esche....das zickenholz..aber ich finde ihn gelungen und ästhetisch.
Gruss Fitz
Re: Neumi's "bloody bastard" - Esche 55#@28"
Verfasst: 02.05.2016, 17:26
von schnabelkanne
Servus, schönes Design mit echt ordentlichem Zuggewicht. Die Verarbeitung ist sehr schön.
Das Verhältnis von Früh- zu Spätholz ist auch ok, auf jeden Fall "Daumen hoch"!
Gruß Thomas
Re: Neumi's "bloody bastard" - Esche 55#@28"
Verfasst: 02.05.2016, 18:25
von Bowster
sehr schön, tolle Optik, sieht einfach nur geil aus.
Re: Neumi's "bloody bastard" - Esche 55#@28"
Verfasst: 02.05.2016, 18:30
von Aqueiro
Klasse Teil, sieht Hammermäßig gut aus.
Da hat sich selbst die hartnäckige Arbeit vollends bezahlt gemacht.
Echt toll.
Re: Neumi's "bloody bastard" - Esche 55#@28"
Verfasst: 02.05.2016, 18:39
von Spanmacher
Gut, was Dir da mit viel Mühe und Arbeit gelungen ist.
Die Flammen an den Fade outs kommen ja wirklich toll raus.
Re: Neumi's "bloody bastard" - Esche 55#@28"
Verfasst: 02.05.2016, 19:45
von silent-hill
Wow, schöner Bogen. Deine Beharrlichkeit hat sich gelohnt.
Wie bist du auf das Design gekommen? Kommt mir wie ein Möllegabet, aber mit biegenden Enden vor...
Grüessli Patrick
Re: Neumi's "bloody bastard" - Esche 55#@28"
Verfasst: 02.05.2016, 20:27
von Ilmarinen
Neumi hat geschrieben:Mit der Performance des Bogens bin ich allerdings zufrieden und das Ganze werde ich auf jeden Fall mit Osage Orange nochmal bauen, logischerweise mit an Osage angepassten Dimensionen.
Was an der Performance überzeugt Dich? Und was versprichst Du Dir von einem Nachbau in Osage Orange?
Der Bogen ist auf jeden Fall schön geworden. Und das Holz sieht ja eigentlich gar nicht so schlecht von der Qualität her aus.
Grüße
Jörg
Re: Neumi's "bloody bastard" - Esche 55#@28"
Verfasst: 02.05.2016, 20:47
von Neumi
Hallo Ilmarinen, der Bogen ist gefühlt schnell - ich werde mal noch schauen, wie weit der die Pfeile wirft. Osage sollte bei dem Design keine Stauchbrüche bekommen, ausserdem hab ich sehr gerade Billets, die dafür geeignet sind und die schmalen WA-Enden sollten für Osage auch kein Problem sein. Und flach gebaut mit sehr schmalen Enden (also möglichst wenig Gewicht an den Enden) sollte für nen schnellen Osage-Bogen optimal sein. Und ausserdem soll der Osage dann mind. 70 Pounds stark sein. Und da traue ich Esche nicht so.
So der Gedanke.
Grüsse - Neumi
Re: Neumi's "bloody bastard" - Esche 55#@28"
Verfasst: 02.05.2016, 22:05
von apaloosa
Hallo Michael,
ein Bogen ganz nach meinem Geschmack (außer Zuggewicht). Super schön geworden.
BG
Harald
Re: Neumi's "bloody bastard" - Esche 55#@28"
Verfasst: 02.05.2016, 22:42
von Ilmarinen
@Neumi
Ja, das ist dann nachvollziehbar.
Grüße
Jörg
Re: Neumi's "bloody bastard" - Esche 55#@28"
Verfasst: 03.05.2016, 10:02
von Ravenheart
Sehr gut geworden, der Tiller sieht wie gemalt aus!
Rabe
PS: Achtet mir die Eschen nicht gering! Gut, die brechen keine Rekorde, aber die sind - gut gebaut - langlebig und hart im Nehmen. Weder Macken noch Stauchrisse können sie hindern, noch jahrelang zu funzen.

Re: Neumi's "bloody bastard" - Esche 55#@28"
Verfasst: 03.05.2016, 10:06
von Neumi
silent-hill hat geschrieben:Wie bist du auf das Design gekommen?
Moin silent-hill, da musste ich erst mal nachdenken, wie das war: Esche soll breit, flach und lang gebaut werden, also dachte ich mir, dass 50 mm an den Fadeouts und ca. Körperlänge (bei mir 176 cm) nicht verkehrt sein kann. Ich wollte aber auch nen möglichst schnellen Bogen, also war klar, dass gegen WA-Ende möglichst wenig Masse sein soll. Also hab ich überlegt wie ich das machen kann, die WA aber trotzdem über ne möglichst lange Strecke breit halten kann. Ich zeichne mir solche Bogenlayouts in Autocad, damit ich mir das besser vorstellen kann und schau dann, ob's einigermassen harmonisch aussieht. Irgendwo hab ich mal nen Bogen gesehen, bei dem der Erbauer die WA Aussen leicht konkav gestaltet hat, um noch mehr Masse zu sparen.
Die immer wieder mal zu sehenden Mölle-Style-Bogen mit langen steifen Enden gefallen mir nicht besonders gut - iss mir zu abgehackt und ich finde es auch nicht besonders sinnvoll, soviel Holz nicht arbeiten zu lassen. Da gefällt mir der z.B. Horsens Fjord (Hjarnø) Bogen (und einige Nachbauten davon) um Längen besser.
So in etwa kommt das Design zustande - es ist schwierig zu erklären, das entwickelt sich meistens beim zeichnen, aber ändert sich dann fast immer beim Bau. Also ich folge dem Plan nicht sklavisch, sondern bin offen.
Aber freut mich, wenns gefällt
Grüsse - Neumi
Re: Neumi's "bloody bastard" - Esche 55#@28"
Verfasst: 03.05.2016, 10:37
von fatz
Neumi hat geschrieben:Irgendwo hab ich mal nen Bogen gesehen, bei dem der Erbauer die WA Aussen leicht konkav gestaltet hat, um noch mehr Masse zu sparen.
Vielleicht meinst du den Ulmenmoelle mit seitlich ausgenommenen Nadeln, den der Bowster mal gebaut hat. Das war schon fast ein Skulptur. Ewig schad, dass es den zerlegt hat.