Fragen über Fragen
Verfasst: 25.01.2006, 16:51
Hallo erstmal
Obwohl ich handwerklich ziemlich unerfahren bin, möchte ich nun doch beginnen, mir meine Pfeile selber zu bauen. Funktionell soll es sein, kein MA-Stil, kein cresting etc.; Erstmal ganz schlicht, aber ordentliches Material; Der Flug muss passen sonst nix...
Nachdem ich mich durch seitenweise Pfeilbau-Infos sowohl hier im Forum als auch in diversen Büchern (primär Vorderegger) gewälzt habe, bin ich mir in einigen Punkten immer noch ziemlich unsicher. Leider konnte ich bisher nichts detailiertes in Erfahrung bringen was folgende Fragen betrifft:
1) Soweit ich weiß, muss der Spinewert bei leichterem Holz größer sein, bei schwereren Hölzern geringer, wegen der Trägheit/Beschleunigung. Nun habe ich bisher Kiefer geschossen, würde gerne mal Zeder bzw. Fichte testen. Sehr viel Gewichtsunterschied besteht zwischen diesen Hölzern nicht, glaube ich. Kann ich das also beim wählen des spine außer Acht lassen? (Endlich kann ich bald auch mal nen Rohschafttest machen. ;-) )
2) Anscheinend kann man den Schaft ölen, wachsen und/oder lackieren. Wo liegen da jeweils die Vor- und Nachteile? Meine TAS-Kiefernpfeile sind fertig gekauft und scheinen mit Klarlack überzogen zu sein. Mit den Dingern (45-50# gespined bei 45# Glas-Langbogen) komme ich auch eigentlich ganz gut zurecht. Ich will eine Lösung wählen die den Pfeil nicht irgendwie "bremst" sei es durch unnötiges Gewicht oder durch eine eher raue Pfeiloberfläche. Welcher Weg ist wohl der effektivste?
(Oft frage ich mich ob so ein wunderschönes crowntip-cresting-Pfeildesign, wie manche es im Pfeilpräsentationsthread zeigen, den Pfeil nicht auch eine ordentliche Portion Zusatzgewicht bringt, oder ob dies nicht "ins Gewicht fällt")
3) Bei den Plastiknocken scheint es mindestens fünf verschiedene Abstufungen von eng bis weit einrastend zu geben. Bisher habe ich ausschließlich ziemlich eng schnappende Nocken geschossen, welche so fest um die Sehne (Dacron) sitzen, dass der Pfeil quasi von alleine dran "klebt". Als ich mal als Ersatznocken etwas weitere verwendete, rutschten mir die entsprechenden Pfeile 2 mal beim Auszug unbemerkt von der Sehne, was jeweils einen Trockenschuß zur Folge hatte. :doh Nun meine Frage: Ist es unerheblich für den Pfeilflug, wie eng die Nocke schnappt, oder wird dieser davon erheblich beeinflusst? Braucht der Pfeil bei fest sitzenden Nocken evtl. länger, bis sich sein Flug stabilisiert?
Nun zu den Federn...
4) Wie ist das nun mit dem "helical fletch" ... stabilisiert den Pfeilflug auf Kosten der Geschwindigkeit, schön und gut, aber inwiefern genau? Oder gibt es noch andere Vor- bzw. Nachteile? Da die meisten Schützen anscheinend mit geraden Federn schießen, gehe ich bisher davon aus, dass die gewundenen Federn zuviel Geschwindigkeit kosten, oder das deren stabilisierender Effekt nicht bemerkenswert ist (?¿). Und überhaupt ... wie klebt man die Federn gewunden an? Geht das mit einem ganz normalen Befiederungsgerät, oder muss das von Hand geschehen?
5) Leider haben die Händler meistens nichtmal irgendwelche Flu-Flu-Federn abgebildet, aber es gibt viele verschiedene. Ich habe ein Foto von einem Flu-Flu gesehen, der hatte lediglich 3 Federn, diese aber sehr stark gewunden. Theoretisch müsste der dann doch besonders stabil fliegen und dazu stark genug bremsen, oder nicht?
6) Da sich mein Auszug anscheinend etwas vergrößert hat (ich schieße erst etwa ein halbes Jahr), liegt meine Pfeilspitze ein wenig mit auf (bear hair rest). Wirkt sich das negativ auf den Pfeilflug aus? Oder kann ich meine zukünftigen Pfeile ruhigen Gewissens in der selben Länge machen?
7) Pfeile verschleißen auch ohne Bruch o. ä., habe ich gehört, da auf Dauer ihr Spine nachlässt (soll sogar für Carbonpfeile gelten). Gibt es Anhaltspunkte/Erfahrungswerte, wie lange ein Pfeil zuverlässig bleibt?
Ich hoffe das war jetzt nicht zuviel auf einmal aber "wer fragt ist für einen Moment der Dumme - wer nicht fragt ist sein ganzes Leben der Dumme" (bin schon ein weilchen hier registriert und habe bisher ausschließlich threads durchstöbert; sorry, falls ich doch Sachen angesprochen haben sollte, die schonmal durchgekaut wurden). Wie bereits erwähnt schieße ich erst ein halbes Jahr und habe bisher fast nur mit meiner Erstausstattung vom Händler/Kursleiter meines Vertrauens Erfahrung; Ich fühlte mich dort allerdings auch sehr gut beraten und "gecoacht" - die Sachen die ich bisher nutze, liegen mir sehr gut, wobei mir wohl noch die vergleichswerte fehlen, und zwar sind dies:
-Ragim Little Hawk 68" LB 45#@28" (meinen Auszug habe ich noch nicht genau gemessen; Ich schätze, er liegt zwischen 28 und 29"). Den Bogen mag ich sehr, er verhält sich eindeutig bei weitem ruhiger als die Samick-Langbögen, die ich bei meinem Einsteigerkurs geschossen habe. Sehne ist aus Dacron;
-Fertigpfeile aus TAS-Kiefer (spine um die 50#) mit 5" Shield-Befiederung und Tophat-Spitzen. Dazu die äääähm "**********-Nocken" ;-) (edit - muss ja nicht im ersten post gleich sein sowas *g)
Ich wollte eigentlich keinen Roman schreiben, freue mich aber dennoch auf eure Antworten.
Obwohl ich handwerklich ziemlich unerfahren bin, möchte ich nun doch beginnen, mir meine Pfeile selber zu bauen. Funktionell soll es sein, kein MA-Stil, kein cresting etc.; Erstmal ganz schlicht, aber ordentliches Material; Der Flug muss passen sonst nix...
Nachdem ich mich durch seitenweise Pfeilbau-Infos sowohl hier im Forum als auch in diversen Büchern (primär Vorderegger) gewälzt habe, bin ich mir in einigen Punkten immer noch ziemlich unsicher. Leider konnte ich bisher nichts detailiertes in Erfahrung bringen was folgende Fragen betrifft:
1) Soweit ich weiß, muss der Spinewert bei leichterem Holz größer sein, bei schwereren Hölzern geringer, wegen der Trägheit/Beschleunigung. Nun habe ich bisher Kiefer geschossen, würde gerne mal Zeder bzw. Fichte testen. Sehr viel Gewichtsunterschied besteht zwischen diesen Hölzern nicht, glaube ich. Kann ich das also beim wählen des spine außer Acht lassen? (Endlich kann ich bald auch mal nen Rohschafttest machen. ;-) )
2) Anscheinend kann man den Schaft ölen, wachsen und/oder lackieren. Wo liegen da jeweils die Vor- und Nachteile? Meine TAS-Kiefernpfeile sind fertig gekauft und scheinen mit Klarlack überzogen zu sein. Mit den Dingern (45-50# gespined bei 45# Glas-Langbogen) komme ich auch eigentlich ganz gut zurecht. Ich will eine Lösung wählen die den Pfeil nicht irgendwie "bremst" sei es durch unnötiges Gewicht oder durch eine eher raue Pfeiloberfläche. Welcher Weg ist wohl der effektivste?
(Oft frage ich mich ob so ein wunderschönes crowntip-cresting-Pfeildesign, wie manche es im Pfeilpräsentationsthread zeigen, den Pfeil nicht auch eine ordentliche Portion Zusatzgewicht bringt, oder ob dies nicht "ins Gewicht fällt")
3) Bei den Plastiknocken scheint es mindestens fünf verschiedene Abstufungen von eng bis weit einrastend zu geben. Bisher habe ich ausschließlich ziemlich eng schnappende Nocken geschossen, welche so fest um die Sehne (Dacron) sitzen, dass der Pfeil quasi von alleine dran "klebt". Als ich mal als Ersatznocken etwas weitere verwendete, rutschten mir die entsprechenden Pfeile 2 mal beim Auszug unbemerkt von der Sehne, was jeweils einen Trockenschuß zur Folge hatte. :doh Nun meine Frage: Ist es unerheblich für den Pfeilflug, wie eng die Nocke schnappt, oder wird dieser davon erheblich beeinflusst? Braucht der Pfeil bei fest sitzenden Nocken evtl. länger, bis sich sein Flug stabilisiert?
Nun zu den Federn...
4) Wie ist das nun mit dem "helical fletch" ... stabilisiert den Pfeilflug auf Kosten der Geschwindigkeit, schön und gut, aber inwiefern genau? Oder gibt es noch andere Vor- bzw. Nachteile? Da die meisten Schützen anscheinend mit geraden Federn schießen, gehe ich bisher davon aus, dass die gewundenen Federn zuviel Geschwindigkeit kosten, oder das deren stabilisierender Effekt nicht bemerkenswert ist (?¿). Und überhaupt ... wie klebt man die Federn gewunden an? Geht das mit einem ganz normalen Befiederungsgerät, oder muss das von Hand geschehen?
5) Leider haben die Händler meistens nichtmal irgendwelche Flu-Flu-Federn abgebildet, aber es gibt viele verschiedene. Ich habe ein Foto von einem Flu-Flu gesehen, der hatte lediglich 3 Federn, diese aber sehr stark gewunden. Theoretisch müsste der dann doch besonders stabil fliegen und dazu stark genug bremsen, oder nicht?
6) Da sich mein Auszug anscheinend etwas vergrößert hat (ich schieße erst etwa ein halbes Jahr), liegt meine Pfeilspitze ein wenig mit auf (bear hair rest). Wirkt sich das negativ auf den Pfeilflug aus? Oder kann ich meine zukünftigen Pfeile ruhigen Gewissens in der selben Länge machen?
7) Pfeile verschleißen auch ohne Bruch o. ä., habe ich gehört, da auf Dauer ihr Spine nachlässt (soll sogar für Carbonpfeile gelten). Gibt es Anhaltspunkte/Erfahrungswerte, wie lange ein Pfeil zuverlässig bleibt?
Ich hoffe das war jetzt nicht zuviel auf einmal aber "wer fragt ist für einen Moment der Dumme - wer nicht fragt ist sein ganzes Leben der Dumme" (bin schon ein weilchen hier registriert und habe bisher ausschließlich threads durchstöbert; sorry, falls ich doch Sachen angesprochen haben sollte, die schonmal durchgekaut wurden). Wie bereits erwähnt schieße ich erst ein halbes Jahr und habe bisher fast nur mit meiner Erstausstattung vom Händler/Kursleiter meines Vertrauens Erfahrung; Ich fühlte mich dort allerdings auch sehr gut beraten und "gecoacht" - die Sachen die ich bisher nutze, liegen mir sehr gut, wobei mir wohl noch die vergleichswerte fehlen, und zwar sind dies:
-Ragim Little Hawk 68" LB 45#@28" (meinen Auszug habe ich noch nicht genau gemessen; Ich schätze, er liegt zwischen 28 und 29"). Den Bogen mag ich sehr, er verhält sich eindeutig bei weitem ruhiger als die Samick-Langbögen, die ich bei meinem Einsteigerkurs geschossen habe. Sehne ist aus Dacron;
-Fertigpfeile aus TAS-Kiefer (spine um die 50#) mit 5" Shield-Befiederung und Tophat-Spitzen. Dazu die äääähm "**********-Nocken" ;-) (edit - muss ja nicht im ersten post gleich sein sowas *g)
Ich wollte eigentlich keinen Roman schreiben, freue mich aber dennoch auf eure Antworten.