Original geschrieben von Azmodhan
Moin, MTitzmann
warum ist das jetzt eine Darstellung der Entwicklung von Pfeil und Bogen in "etwas anderem" Licht?
hi Azmodhan,
weil ich versucht habe, diese Waffe unter fast nur rein entwicklungsgeschichtlichen Aspekten zu beschreiben. Die meisten Publikationen darüber befassen sich meist nur mit den technischen Details (ab wann dieser, ab wann jener Bogen, wie wirkungsvoll er (meist) bei kriegerischen Auseinandersetzungen eingesetzt wurde, etc.)
... die beruhten meiner Meinung nach weniger in materiellem Neid, als vielmehr in lebensnotwendigen Besitzansprüchen oder den besseren Jagdgründen. Einfachster Weg der Lösung: man setzt den Konkurrenten schachmatt, oder besser gesagt, da man ja jetzt über eine effektive Waffe verfügt, man schiesst ihm einen Pfeil in die Brust.
Lebensnotwendige Besitzansprüche?
Die Population der Menschheit war zum damaligen Zeitpunkt lange noch nicht so groß, als das hier von lebensnotwendigen Besitzansprüchen gesprochen werden kann. Es gab genug Platz für Alle und auch genug Nahrung, wenngleich die Nahrungsbeschaffung auch sehr mühsam war.
Besitzansprüche mag stimmen, lebensnotwendig waren die dann aber nicht - eher kriegerisch und verbrecherisch ;-)
Der Lauf der Geschichte zeigt es: mehr Menschen = mehr Konflikte...
Aber Prozentual gesehen hat es meines Erachtens zu keinem Zeitpunkt großartige Abweichungen gegeben - wenn man
nicht die Masse der Konflikte sieht.
Ob nun von 10 Einer Ärger macht oder von Hundert 10 - es sind dann immer noch 1 % "Konflikte" - wie du sie nennst.
Die Entwicklung des Bogens kurzgefasst: Jagdwaffe, Kriegswaffe, Sportgerät.
Letzteres kannst Du getrost streichen.
Ich würde sie so kurzfassen:
Jagdgerät,Waffe!
Nehmen wir mal an, es würden plötzlich mit deinen von Dir erwähnten Maschinenpistolen auf dieser Welt plötzlich keine Leute mehr erschossen werden.
Wäre die Maschinenpistole dann ein Sportgerät?
Nein - sie war dann eine Waffe und würde eine bleiben, oder?
Hier noch ein Kritikpunkt:
Du schreibst in einem frühen Abschnitt: "Die Jagd - Eine Aufgabe der Männer?" daß die Schlüsselrolle in der Ernährung eher dem weiblichen Geschlecht zufällt.
Erster Widerspruch: Ernährung ist nicht gleich Jagd. Du beschreibst aber nirgends ob nun nur Männer zur Jagd gingen oder auch Frauen.
da hast du vermutlich dann diesen Abschnitt überlesen:
"Demnach war die Jagd vielmehr eine Tätigkeit, die eher der Erhaltung des sozialen Status des Mannes diente, als der Familie Nahrungsmittel zu besorgen. "Die Trefferquote beim Jagen großer Tiere war nicht gerade berauschend", schreibt James O'Connell, Direktor des Archäologiezentrums an der Universität von Utah in Salt Lake City in der aktuellen Ausgabe des "Journal of Human Evolution". "Das hat nicht gereicht, um die Kinder durchzubekommen"."
Wenig später schreibst Du dann im Abschnitt "Der Homo sapiens sapiens": "Gab es aus klimatischen oder anderen Gründen zu wenig Beute, so zogen die Horden an andere Plätze."
Das widerspricht der Behauptung, daß den Frauen die Schlüsselrolle in der Ernährung zufällt.
Kann ich jetzt nicht folgen. Wie meinst Du das?
Was mir aber am meisten in Deiner "Dokumentation" fehlt, das ist die Schlußfolgerung... was soll das ganze aussagen?
Das obliegt dem Leser und Betrachter :-)
Eine Kernaussage von mir dazu:"
Die Entwicklungsgeschichte von Pfeil & Bogen ist, abgesehen von dem Gebrauch als reine Jagdwaffe, in der Geschichte der Menschheit keinesfalls als besonders "rühmlich" zu betrachten.Ganz im Gegenteil!
Dies sei jedem Bogenschützen vor Augen geführt, der meint, ein besonders "traditionelles" und "ruhmreiches" Gerät in den Händen zu halten. Dem ist NICHT so! Pfeil & Bogen war, geschichtlich gesehen, überwiegend ein Gerät der Zerstörung, des Krieges und millionenfachen Leides!"
Und was soll der letzte Abschnitt? Da wird in keinem Wort der Bogen erwähnt... nur Beerdigungen und klinische Zustände...Schweigen über den Tod... was soll mir das bitte sagen?
Ein weiteres Resultat unserer "Menschheitsgeschichte", welches nicht direkt mit "Pfeil & Bogen" zu tun hat. mehr nicht...
In dem Abschnitt zuvor betonst Du, daß Du (!) keinen Bogensportler kennst, der irgendwelche kriegerischen Gelüste hegt... (wieso heisst die Seite Bogenjaeger.de?
Wie Du bemerkt haben solltest, geht es auf bogenjaeger.de NICHT um reale Jagd, sondern nur um Jagdsimulation, die das 3D-Schiessen bekanntlich in gewissen Rahmen darstellt. aber bogenjaeger-simulation.de war mir zu doof ;-)
Natürlich ist der Bogen heute keine Krigswaffe mehr: es gibt ja Maschinenpistolen!
Wenn alle Waffen versagt haben, warum treibt es die Menschen immer wieder in kriegerische Auseinandersetzungen?
Haben deiner Meinung nach menschheitsgeschichtlich gesehen nicht auch ALLE Waffen versagt?! Ich finde schon...
Und die Menschen treibt es doch nicht zu kriegerischen Auseinandersetzungen, weil es Waffen gibt, oder?!
Gruß
Michael