Seite 1 von 8
Massaranduba - Test
Verfasst: 31.05.2008, 21:35
von arcus (✝)
Nachdem ich die BBB 4 gelesen hatte, konnte ich nicht wiederstehen, mal ein neues Holz für den Bogenbau zu verwenden.
Massaranduba -- gab es im Moment bei mir im Baumarkt als Terassendielen.
ein Brett 2400 x 140 x 25 mm kostete mich 16 €
Spez. Gewicht des Holzes liegt laut BBB 4 bei 1,0 --also extrem schwer.
Lt. BBB 4 --kommt bei schwerem Holz nur ein hohes D-Profil in frage, .
Also ran an die Arbeit.
Nuten mit E-Hobel weggehobelt und gleich so als Rücken gelassen.
Seiten mit Bandsäge ausgeschnitten und Bauch mit Ziehobel rund gemacht.
Das Ganze dauerte ca. 2 Std.
Da ich doe tips nur 6mm gemacht hatte--um Gewicht zu sparen befestigte ich mit bissl Zwirn einen Holzkeil auf dem Rücken , worin ich die Sehne einhängte. (Jetzt ein stückle Leder)
Nach dem ersten gaaaaaaaaanz vorsichtigem ( ich war mir absolut nicht sicher, ob der Rücken net knallt ) Auszügen, war ich doch erstaunt, wie elastisch das Holz doch ist.
Die ersten Schüsse ließen mir die " Dritten " aus der Gusche fliegen.
Also Griff bissl mit Holz und Klebeband aufgefütterst --und siehe da--Handschock in erträglichem Maß !
ca. 100 Pfeile gegeben und nachgetillert.
Sach aber gleich, Tiller ist noch net perfekt--ist ja auch mein erster ELB.
Schußverhalten ist sehr ruhig, weicher Auszug --und mäßig schnell (gefühlte 150 fps) mit einem 32 gamm Pfeil
42 Lbs bei 27" Auszug
Länge 190 cm , Breite im Griff 3cm , an den Tips 6mm
Werd ihn um 4" kürzen und die Tips auf Null auslaufen lassen.
Werd weiter berichten
Re: Massaranduba - Test
Verfasst: 01.06.2008, 10:17
von kra
Klasse Idee, bin gespannt. Hab bei mir in der Nähe auch schon Massandubra entdeckt

. Muß nur noch waren, bis ich mir ein Brett besorgen "darf".
Mach mal Bilder von den Tips. Würden mich besonders interessieren.
Re: Massaranduba - Test
Verfasst: 01.06.2008, 12:07
von skerm
Aha, interessant! Das ist auch gar nicht so teuer, ich hab kürzlich mal eine Werbung für Bangkirai gesehen, aber das kostete ein Vermögen. Planst du noch einen Versuch mit einem Backing?
Re: Massaranduba - Test
Verfasst: 01.06.2008, 12:22
von Al Fadee
pass auf das der bogen nicht ins wasser fällt, könnte absaufen:D
ist massandubra auch so ein eisenholz?
ich werde mich mal danach umsehen, ist ja für einen bogen nicht so teuer und d-profil wollte ich sowieso mal bauen
al fadee
Re: Massaranduba - Test
Verfasst: 01.06.2008, 13:27
von Rifle
Ich habe mir, direkt nachdem mir Brucky in NB davon erzählt hat, einen Balken zugelegt. Von Bulletwood hatte ich schon gehöhrt aber daß dies als Massaranduba im Baumarkt zu haben ist wusste ich nicht.

Das Zeug hat eine Dichte von 1,3-1,4 und hat viele Namen.
Beefwood, Bulletwood, Blutholz...
Was das Zeug unter einem Bambusbacking aushält, zeigen diese Bilder.

Der Bogen (aus einem US-Forum) war 53"(134,6cm) lang, an der breitesten Stelle 4,1cm breit und hatte 55#bei28"
Leider ist er beim Aufspannen gebrochen.

Ich mag das Karpowicz-Design, ich finde es sollte bei Standhöhe am besten noch etwas Sehne am WA anliegen, dann wäre es perfekt.

Re: Massaranduba - Test
Verfasst: 01.06.2008, 14:26
von Martini6
Hm, ist das nun brauchbares Holz (evt. im Vergleich mit Hickory ?) oder ehr "Manauqualität" ?
Da mit Bögen mit D-Profil nich so wirklich gut gefallen stellt sich noch die Frage, ob man auch einen pyramidialen draus bauen könnte ?!
Die Bezugsquelle "Baumarkt" ist natürlich top
Grüße
Re: Massaranduba - Test
Verfasst: 01.06.2008, 15:01
von Christopher
wenn was mit D profil geht, funktionierts auch piramidal. nur nicht zu breit bauen, aber einen flachen Bauch hält alles aus, was n D profil aushält.
Re: Massaranduba - Test
Verfasst: 01.06.2008, 15:50
von Martini6
Klingt gut
Ansonsten finde ich 150fps bei 42lbs und nur 27" Auszug eigentlich nich schlecht für nen Selfbow
Aber eine Frage bleibt noch:
Ist es für Bogenbaufrischlinge (bisher nur einen Manaubogen...der funktioniert aber recht gut ) eine Hickory-Alternative ?
Hat vielleicht einer von euch mal mit Hickory und dem Massaranduba gearbeitet, damit er was dazu sagen könnte ?
Grüße
Re: Massaranduba - Test
Verfasst: 01.06.2008, 17:29
von arcus (✝)
um alle fragen zu beantworten:
1. Ja, ich plane noch ein Backing mit Bambus, evtl. mit Hick und einen
Flachbogen.
150 sind net wirklich schnell für meine Selfbows --bin da anders gewöhnt.
aber wie schon gesag: Es war nur gefühlsmäßig und der Bogen ist ja auch noch nicht richtig getillert--also auch noch net ausgereizt.
Ich werd ihn gleich mal 4" kürzen und mal weiter sehen.
Rolf
Re: Massaranduba - Test
Verfasst: 02.06.2008, 13:03
von Martini6
Eine Frage schwirrt mir da noch im Kopf rum:
Eignet sich das Holz um den Rücken zu tempern ? Der Bauch ist ja stabil genug.
Edit: Da das Holz schonmal heiß ist, könnte man ja gleich noch einen Reflex reinbiegen.
Re: Massaranduba - Test
Verfasst: 02.06.2008, 13:06
von kra
Rücken =||= Tempern.
da das Holz schon selber sehr dicht ist, wird auch Tempern auf der Bauchseite hier eher weniger bringen.
Re: Massaranduba - Test
Verfasst: 02.06.2008, 13:57
von Martini6
okay.
Nehmen wir mal an ich möchte (da es ein Selfbow werden soll) etwas reflex reinbiegen: Bauch tempern (irgendwie muss das Holz ja warm werden *g*) und dann eine weile lang reflex aufspannen ?
Re: Massaranduba - Test
Verfasst: 02.06.2008, 15:21
von kra
Ich würde mir eine Schablone machen, über die ich den Wurfarm, wenn schon nötig, mit Hitze biege. Dann abkühlen lassen und Zeit geben, damit er wieder Feuchtigkeit aufnehmen kann (so 1 Woche)
Re: Massaranduba - Test
Verfasst: 02.06.2008, 15:25
von Tadamo_Rah
Ich denke hier besteht Unklarheit über die verwendeten Begriffe.
Bogensport Lexikon hat geschrieben:
TEMPERN Hitzebehandlung von a) Bambus oder Rattan (=Manau), seltener auch Holz, oder b) Laminatklebungen. Dient a) zur Steigerung der Festigkeit, im Bogenbau zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit, bzw. b) bei Epoxid-geklebten Laminatbogen zur Steigerung der Klebkraft des Klebers. Der für beide Anwendungsgebiete benutzte Begriff für kontrolliertes Erhitzen beschreibt dabei chemo-physikalisch sehr unterschiedliche Vorgänge: Das Tempern von Bambus, Rattan oder Holz (funktioniert nur bei wenigen Hölzern) erzeugt eine Verhärtung des Materials durch Verschmelzungs- und/oder Karamelisierungsvorgänge sowie das Verdampfen von "Weichmachern" (Ölen). Die Elastizität sinkt, das Material wird steifer. Das Tempern von Epoxid-Klebungen verbessert die Klebkraft durch Begünstigung der Polymerisation, also des Abbindevorgangs, es werden bis zum Erstarren mehr Polymerbrücken gebildet.
Bringt also für den Bogenrücken wenig Vorteile.
Bogensport Lexikon hat geschrieben:
DÄMPFEN Erhitzen über Wasserdampf, hier: zum (sh.) Biegen von Holz. Dafür wird in einem Gefäß Wasser zum Kochen gebracht, und die zu biegende Stelle darüber gelegt und abgedeckt (Tücher oder Alufolie), so dass nur minimale Lücken bleiben. Sollen längere Bereiche gebogen werden, kann man auch ein hitzefestes Rohr in das Wasser stellen, und den Stab dort hineinstecken (mit Lappen verschließen). Die erforderliche Dauer ist von der Dicke und Holzart abhängig und liegt zwischen 20 und 60 Minuten. (Nicht direkt auf den Topfrand auflegen, da dies Dellen ergäbe!). Nach dem Herunternehmen hat man ca. 30 Sekunden (!) Zeit, das Holz zu verformen, bevor es wieder "hart" wird. Die Verformung sollte etwas weiter gehen, als das beabsichtigte Endergebnis, da sie etwas zurück geht, darf aber nie weiter versucht werden, als dass das Holz "willig mit geht", und muss bis zum Erkalten gehalten werden, ca. 1/2 Std. Vor der Weiterbearbeitung, v.a. vorm Tillern, sollte das Holz dann mindestens 1, besser 2 Wochen nachtrocknen!
tado
edit: Kra war schneller.
Re: Massaranduba - Test
Verfasst: 02.06.2008, 16:12
von Martini6
Irgendwo hier im Forum habe ich gelesen das das Holz an "härte" nach dem Dämpfen verliert, darum die trockene Hitze. so 10cm reflex wären schon was...ma sehn
danke