Spinewert versus Gewicht

Fragen zu Pfeilen zum Bogenschiessen. Keine Fragen zum Pfeilbau.
Der Thor
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Spinewert versus Gewicht

Beitrag von Der Thor »

Irgendwie ist mein Wiedereinstieg in den Bogensport nicht ganz einfach.

So meine ersten Erfahrungen mit z. T. selbsgebauten Holzpfeilen sprechen so ein wenig dafür, dass gleiches Gewicht der Pfeile viel entscheidender für enge Gruppe ist als gleiche Spinewerte. D.h. wenn die Pfeilgewicht mehr als 1 gr streuen ist die Streung nach oben und unten erheblich, wenn die Spinewerte um 5lbs streuen ist die seitliche Streung auf 30 m fast vernachlässigbar, bei 40 m noch recht gut und bei 60 m gehts halt auch noch.
Eine weitere Erfahrung ist, dass bei schweren Spitzen bzw. "deutlich kopflastig getaperte" Pfeile etwas weniger streuen bzw. insgesamt schwerere Pfeil(32 - 38 gr) bis 40 m etwas weniger streuen.Auf gr. Entfernung scheinen nur leichtere Pfeile (26 - 30 gr.) die nicht zu kopflastig sind, befriedigende Ergebnisse zu erzielen.
So, für möglichst viele Kommentare wäre ich jetzt richtig dankbar.
Gruß
der Thor :bash
Archiv
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Beitrag von Archiv »

Hallo Donnergott,

was schießt du für einen Bogen?
Wenn du einen Bogen mit Schußfenster schießt (mittlerweile bei glasbelegten Longbows genau wie bei Recurves üblich), dann macht sich der Spinewert nicht so entscheidend bemerkbar. Wenn du einen Bogen ohne ein wirkliches Schußfenster hast, muß sich der Pfeil beim Abschuß viel mehr um den Bogen biegen und der Spinewert macht sich meiner Erfahrung nach bemerkbar (zumindest, wen er nicht passt).
Ein schwerer Pfeil hat auf kürzere Distanzen Vorteile, da er viel ruhiger fliegt, bei längeren Distanzen neigt er dagegen schon mal zum schwächeln. Bei leichten Pfeilen ist es genau andersherum.

Mit der Ausbalancierung der Pfeile habe ich noch keine Erfahrungen gemacht (100grs auf 5/16 und 125grs auf 11/32-fertig), aber für das Clout-Schießen, Flight-Schießen oder auch Golf-Schießen sind solche Experiemente sicherlich interessant. Das Spitzengewicht hat ja auch einen erheblichen Einfluß auf das Biegeverhalten der Schäfte.
Mal sehen was noch für Kommentare kommen.
Der Thor
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Bogen

Beitrag von Der Thor »

ich habe einen Hunter Mangart, der hat ein ausgeschnittenes Schussfenster. Alles andere ist mir zur Zeit zu schwierig.

Ich bin auch gespannt.

Lieber Gruss

Der Thor
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Schade

Beitrag von Der Thor »

Irgendwie scheint keiner eine richtige idee dazu zu haben, eigentlich schade. Ich bau mal weiter, und erzähle was heraus kommt.

Der Thor
Trebron
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Experimente

Beitrag von Trebron »

Hallöchen Thor,

ich bin auch gerade dabei einige Experimente in dieser Richtung zu machen.
Die Erfahrungen aus Deinem ersten Post ist ja nicht neu, die haben sicher alle gemacht;-)
Ich bin zur Zeit bei Versuchen mit "gebarrelten" Pfeile, d.h., 11/32er Schäfte, vorn und hinten auf 5/16 verjüngt, Saubuckelfeder und 80 Grain Spitze, Gewichtsdiferenz nicht größer als 1 Gramm.Gewicht 27-28 Gramm.Ausgehend von 60# Schäften, die nach Fertigstellung bei 56-58 # liegen. Geschossen mit einem Great Plains LB,FF-Sehne, 50# auf den Fingern.
Die Pfeile fliegen super, aber auch sehr empfindlich bei Lösefehlern.
Pfeile, nur Nocktaper 11/32er 100 Grain Spitze, Gewicht 30-31 Gramm, fliegen noch besser, ruhiger und nicht so emfindlich. Liegen vom Schußbild tiefer.
Habe Letztere bisher nur in der Halle auf 18 m getestet. Sicher ist, dass die von der Flugparabel her früher absaufen:D
Der Schwerpunkt (FOC) der Pfeile sollte gleich sein.
Faazit: Lösen üben und leichtere Pfeile nehmen !;-)

Experimentelle Grüße

Tebron
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Mongol
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Beitrag von Mongol »

Moin Thor!

Vielleicht solltest Du auch noch einmal weniger analytisch die Sache angehen: erst einmal nur jeden Pfeil "einzeln" schießen, um ein Gefühl für jeden einzelnen deiner Holzpfeile zu bekommen.
Meiner Erfahrung nach ist es dann fast egal, welchen Spine und welches Gewicht die Pfeile (auf Distanzen bis ca. 30m) haben: man kann dann gut Gruppen schießen. 90% ist eh reine Kopfarbeit, aber das weißt du ja vermutlich.
Ein kluger Mann bemerkt alles.
Ein dummer Mann macht über alles eine Bemerkung
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Der Thor
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Antworten

Beitrag von Der Thor »

@ Trebron,

stimme dir im wesentlichen zu, finde halt nur getaperte Pfeile verzeihen mehr Fehler bei Lösen. Müsste eigentlich auch so sein, da Ende flexibeler.
Mein nächstes Projekt sind Pfeile mit richtig langem taper, d.h. vorne so 15-20 cm 11/32 und dann auf 5/16 auslaufend, und vielleicht die ersten 10 cm aufgebort, so dass die spitze nicht allzu schwer wird.
Ich hab mir auch welche gemacht die dünner als 5/16 auslaufen, fliegen gut.

@ Mongol
auf kurze Entfernungen hast du sicher recht. Ich habe aber zur zeit richtig Hunger auf Weite, so 60 - 100 m, es ist so toll wenn man einem gut fliegendem Pfeil eine Weile zu schauen kann. Bin vielleicht etwas irre, aber ist halt schöön und so ein wenig basteln macht halt auch spass.

Gruss

der Thor
Juergen Becht
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Beitrag von Juergen Becht »

Also ich barrele meine Schäfte immer in 3 Teile.
vorderes und hinteres Drittel von 11/32 auf 5/16.
Die Mitte bleibt bei 11/32.
Bei einem Pfeil von 30 Zoll Länge sind das immerhin fast 25 cm.
Allerdings achte ich momentan noch nicht auf das Gewicht (mangels genauer Waage).
Aber da ich nicht in einer Halle auf 18 Meter 100 Pfeile schiessen will, ist mir das auch eigentlich recht egal.
Ein Bogenbauer (der auch sehr gute pfeile bauen kann) meinte, man könnte auch auf die mitte barreln.

Das mit den Spitzen ist so ne Sache, nur weil ich barrele, muss deswegen die Spitze nicht leichter werden.
Ich sag mal so, wenn ich normalerweise einen 11/32 Schaft mit 70# Spine und 100grs. Spitze schiesse, und der Schaft durch das Barreln 4# verliert, dann muss ich halt Schäfte mit 74# nehmen, damit ich dann wieder nach dem Barreln bei 70# bin. Vom Spitzengewicht her kann und darf sich da eigentlich nichts ändern, denn anderes Gewicht = anderer Dynamischer Spine.

Ich empfehle auch hier :
Probieren, Probieren, Probieren.
Denn Zahlen und Anregungen kannst du dir hier in Massen holen, aber letztendlich bestimmt derjenige hinter dem Bogen das Ergebnis.
Mongol
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Beitrag von Mongol »

@Thor

Wenn du richtig weit schießen willst, solltest Du gebarrelte Schäfte machen, leichte Spitzen und niedrige Befiederung verwenden. Allerdings: bei solchen Pfeilen machen sich recht schnell kleine Fehler beim Abschuß bemerkbar... Des weiteren mußt du schon SEHR gut sein um auf 60-100 noch wirkliche Gruppen zu schießen, die man in cm und nicht in m mißt....
Ein kluger Mann bemerkt alles.
Ein dummer Mann macht über alles eine Bemerkung
(H. Heine)
Trebron
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RE: Antworten

Beitrag von Trebron »

Original geschrieben von Der Thor

@ Trebron,

stimme dir im wesentlichen zu, finde halt nur getaperte Pfeile verzeihen mehr Fehler bei Lösen. Müsste eigentlich auch so sein, da Ende flexibeler.
Mein nächstes Projekt sind Pfeile mit richtig langem taper, d.h. vorne so 15-20 cm 11/32 und dann auf 5/16 auslaufend, und vielleicht die ersten 10 cm aufgebort, so dass die spitze nicht allzu schwer wird.
Ich hab mir auch welche gemacht die dünner als 5/16 auslaufen, fliegen gut.

@ Mongol
auf kurze Entfernungen hast du sicher recht. Ich habe aber zur zeit richtig Hunger auf Weite, so 60 - 100 m, es ist so toll wenn man einem gut fliegendem Pfeil eine Weile zu schauen kann. Bin vielleicht etwas irre, aber ist halt schöön und so ein wenig basteln macht halt auch spass.

Gruss

der Thor
:anbet :anbet ganz in meinem Sinne, der eine bemalt seine Pfeile exzelent( zB Kettensprenger ), der andere bastelt so;-)

hG Trebron
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Beitrag von Archiv »

Der Faktor Mensch ist auch nicht zu verachten. Man kann sich auf ein System Bogen.Pfeil einstellen (ob ich nun 50 lbs spine Pfeile schieße, oder 55 lbs Pfeile ist in gewisser Weise zweitrangig, wichtig ist jedoch, daß die Pfeile untereinander alle gleich sind, also alle 50 lbs oder alle 55 lbs haben). Mir zum Beispiel nutzt es nicht, daß ich jeden Pfeil beim Vornamen kenne. Ich nehme einen Pfeil und der ist wie die anderen Pfeile in dem Köcher. Ich achte halt auf möglichst kleine Toleranzen (2 lbs, 1 gramm).
Zur Schache mit dem Ablaß kann ich nur sagen: üben, üben, üben, üben, üben, üben, üben, üben, üben, üben, üben, üben, üben, üben, üben, üben, üben, üben, üben, üben, üben, üben, :D
Im Moment komm ich mit den 11/32 Schäften und 125 grain Spitzen langer 6 Zoll Befiederung bei einem Gesamtgewicht von ca. 30 gramm gut klar. Wobei der Bogen mit seiner Gesamtlänge von 56 Zoll keine Lösefehler verzeiht, aber das liegt dann nicht an den Pfeilen.
Bei einem anderen Bogen, der dazu auch noch recht kurz ist (50") fällt mir auch auf das die 5/16 mit 100 grains Spitze, 5,5 Zoll Befiederung und einem Gesamtgewicht von ca 25 gramm wesentlich nervöser reagieren.
Gebarrelte Schäfte haben meiner Meinung nur bei sehr weiten Schüßen Vorteile (Distanzschießen) und dann auch nur in Verbindung mit leichten Spitzen und sehr wenig Befiederung.
Der Thor
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RE:

Beitrag von Der Thor »

Original geschrieben von Mongol

@Thor

Wenn du richtig weit schießen willst, solltest Du gebarrelte Schäfte machen, leichte Spitzen und niedrige Befiederung verwenden. Allerdings: bei solchen Pfeilen machen sich recht schnell kleine Fehler beim Abschuß bemerkbar... Des weiteren mußt du schon SEHR gut sein um auf 60-100 noch wirkliche Gruppen zu schießen, die man in cm und nicht in m mißt....

Jetzt muss ich schon lachen, sagen wir 99 cm sind halt noch kein m, wenn du weisst was ich meine. Aber du hast das problem schon erkannt. Mir macht das weite halt gerade unheimlich spass. Am liebsten irgendwo in der normandie am strand und wenn die pfeilchen dann halbwegs beieinander stecken ist es auch gut, willsicher keinen tischtennisball treffen, aber schön fliegen müssen sie auf jeden fall. Ansonsten brauch ich halt was zum basteln so zur entspannung.
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shewolf
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schön fliegen

Beitrag von shewolf »

...schön fliegen sollten meine auch, taten sie nur nicht.

Bis ich jetzt (mit Hilfe vom Highländer :anbet :knuddel) den für meinen Langbogen optimalen Pfeil gebaut habe: der Langbogen (oblak glasbelegt mit Schußfenster) hat 39# auf 26" Auszug. Dazu passen 5/16 Fichten-Schäfte mit 41er Spine mit flacher 4" Befiederung gewunden geklebt und 70 Grain Spitzen.

Vorgabe war, die Pfeile so leicht wie möglich zu machen, um die Flugbahn so flach wie möglich zu halten.

Der Nullpunkt ist im Vergleich zu meinen "alten" schweren Pfeilen von 35 m auf 45 m nach hinten gewandert, das entspricht ca. 30% mehr Flugleistung!

Also es lohnt sich schon, die Pfeile anzupassen, wenn man schön weit schießen will.
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Der Thor
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Gewichtsverteilung.

Beitrag von Der Thor »

So ähnlich sehe ich das auch, relativ leichte Pfeile und ein nicht übermässig hohe spine. Worüber ich mir noch nicht so im klaren ist die gewichtsverteilung, dass heisst richtig spitzenlastig oder eher ausgewogen.

Gruss
Der Thor
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Schwerpunkt

Beitrag von Trebron »

also unser FITA Trainer meint, der Schwerpunkt bei den Pfeilen sollte von der Mitte aus, etwa 6 bis 10% der Pfeillänge zur Spitze hin liegen, aber bei allen Pfeilen gleich sein. Logggisch;-)

Trebron
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