Mein erstes Sorgen(-hasel/)-kind

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JoPoe
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Mein erstes Sorgen(-hasel/)-kind

Beitrag von JoPoe »

Hallo erstmal
ich bin neu hier hab mich allerdings schon kräftig eingelesen und die Hoffnung keine Standartfragen zum 10000sten mal zu fragen sondern vor allem speziell zu meinem Problem...
Da ich in Berlin wohne hab ich als blutiger Anfänger vor allem ein Problem... Holz! Ich kann ja schlecht in den Park rennen und einen von den 6-7 Bäumchen umsägen die da glücklicher Weise unsere Stadt verschönern.
Jedenfalls habe ich endlich irgendwann einen Hasel von einem Freund aus einem Vorort ergattert und war auch ersteinmal sehr zuversichtlich aber dann gab es einige Haken bei der Sache und ich denke und hoffe, dass ich trotzdem etwas aus meinem Stück Holz machen kann wollte nur mal die Meinung von wem hören der weiß was er/ich da tun :P

Als erstes Problem Stand der Liebe erstmal bei ca 0°C eine Woche im Regen... also hab ich ihn als ich ihn bekommen hab sofort entrindet und aus der Nässe geholt: ins Haus. Ich hab zwar gelesen, dass das nich die beste Variante ist aber das muss man wohl selbst rausfinden. Also ist einmal über die komplette Lönge mein beabsichtigter Rücken gerissen... zuvor umging ich mit dem Rücken quasi perfekt die beiden massiven Äste die ca 20cm über der Stammmitte( wenn man bei 6cm Durchmesser schon von Stamm reden kann ) liegen. Jetzt sind diese beiden Äste also Hinten und Vorne, weshalb den Stamm gekürzt habe und die Äste quasi in den Griffbereich gelegt hab. Der Bogen hat auf diese Weise sogar einen leichten Reflex.
Zur Veranschaulichung ein Bild:
Bild

Durch die neupositionierung im Holz ergeben sich außerdem die Probleme, dass im Griff ein wirklich massiver Ast liegt (ich dachte daran den Griff präventiv unter einem Ledergriff sollte es so weit kommen mit Flachs oder Hanf wirklich fest eventuell mit Knochenleim zu wickeln) und außerdem die Rinde kurz oberhalb dieses Astes eine Faule Stelle hatte, wodurch das Holz angegriffen wurde... Ich habe es mit einem scharfen Opinel runtergeschabt und dabei meiner Meinung immer weniger als die Hälfte des ersten Jahrrings beschädigt.
Dazu noch ein Bild:
Bild

Außerdem ein Querschnitt( die Rote Linie ist denke ich an der ehemals faulen Stelle im Jahrring nicht durchtrennt):
Bild

Auch noch den entsprechenden Querschnitt am anderen Stammende:
Bild

Meine letzte Sorge ist... wie könnte es bei Hasel anders sein: der Drehwuchs. Ich habe allerdings das Glück, dass der am stärksten verdrehte Teil zu den Wurfarmenden hin ist, sodass ich den durch die steifen Wurfarmenden umgehe, und die zweitstärkste verdrehung liegt auf Grund der beiden großen Äste im Griffbereich... im biegenden Bereich würde ich sagen dass die Verdrehung pro Wurfarm deutlich unter 90° liegt wobei ich nicht ganz sicher bin... die Wurfarme sind inzwischen auch mittels Axt grob zugehauen und das Holz ist inzwischen schon relativ trocken und meiner Meinung den größten Gewichtsverlust hinter sich.
Hier die Wurfarme:
BildBild

Und meine Trocknungsaufhängung unterm Dach(in meinem Zimmer ist die begehbare Fläche durch 3 Dachschrägen schon gering genug):
Bild

Der Stave ist jetzt (schon gekürzt) ca 1,58 lang... er muss von miraus keine 20 Pfund ziehen soll nur nicht brechen (den Auszug den ich bräuchte erreich ich warscheinlich eh nicht)^^ Ich hab überlegt ob es nich Zweckmäßig wäre das erste Wurfarmdrittel jeweils mit Pflanzlichen Fasern zu belegen vor allem eben um die angerottete Stelle zu schützen. Ich habe die Seiten unbearbeitet gelassen und wollte das auch so beibehalten trotz der starken Rückenwölbung in der Hoffnung dass die Fasern in den verdrehten Teilen dort wo sie zur Seite auslaufen durch die Entfernung zum zugbelasteten Teil weniger bruchgefährdet werden.

Ich weiß das Stück Holz klingt nicht sehr ansprechend aber ich will es unbedingt damit versuchen( wenn irgendjemandem eine gute und kostengünstige Holzquelle für mich kennt wäre ich natürlich trotzdem sehr dankbar dafür )... Ich hoffe ich hab hier keinen Mist geschrieben bins nich gewohnt Große Inhalte in Foren zu posten, falls ich irgendwo was mit Fotos oder so falsch gemacht hab tuts mir leid und ich würd mich über konstruktive Kritik freuen.
Hilf mir wer immer kann und will! Ich halte euch auf dem laufenden
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Re: Mein erstes Sorgen(-hasel/)-kind

Beitrag von Archive »

Moin

Das sieht nicht nach einem Anfängerstück aus. Wenn du mal nach Hohen Neuendorf (an der S1) kommst, dann kriegst du von mir eine gute Hasel. Deinen Stab (ist das wirklich Hasel?) schaue ich mir dabei Live an. Weiteres dazu per PN.

Und willkommen in Forum!

Gruß Mütze
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Wilfrid (✝)
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Re: Mein erstes Sorgen(-hasel/)-kind

Beitrag von Wilfrid (✝) »

Das sieht nach Baumhasel aus
Mach nen Spazierstock draus
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Ravenheart
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Re: Mein erstes Sorgen(-hasel/)-kind

Beitrag von Ravenheart »

Das ist ne Ulme!

Rabe
JoPoe
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Re: Mein erstes Sorgen(-hasel/)-kind

Beitrag von JoPoe »

Huhu
danke für die schnellen Antworten :)

@Mütze:
Dass das nich nach nem Anfängerstück aussieht hab ich mir schon gedacht... aber ich will meinen Süßen halt nich aufgeben... vielleicht sollt ich erstmal nen andern baun und an dem halt langsam aber stetig weiterprobieren...
Danke für das Angebot PN wird kommen!
Es wurde mir von einem Schulkollegen als Hasel angedreht aber jetzt wo ihrs sagt weiß er eh nich wovon er spricht xD nja hab ihn nur schon entastet und mit klatschnasser Rinde gesehn und als Hasel angedreht bekommen und sofort geschält. Mir kam schon so der gedanke vor dass der Flitzebogen den ich mal aus Hasel gemacht hab ne andere Rinde hatte aber ich habs wohl als verkehrte Erinnerung verdrängt.

Die Quellenliste kenn ich schon trotzdem danke :) Hätte nur lieber Quellen die nichts mit Handel sondern mit Wald zu tun haben :) Werde mal einen bekannten Förster fragen dann muss ich das Holz nurnoch aus dem Hegau nach Berlin verfrachten -.-

@Wilfrid:
dafür sind die Wurfarme fürchte ich schon zu dünn :P Außerdem war das Ziel ja was dass sich biegt :)

@Ravenheart:
Sicher Ulme? Woran siehst dus? Fänd ich gut ich wollte zuerst immer ne Ulme haben habs dann aber aufgegeben weil die ja bedroht sind von wegen Pilz und so da dacht ich mir lass die mal lieber im Wald stehn... naja fänd ich interessant zu wissen... kann auch noch Bilder machen wenns hilft... ein paar verwaschene wo man zumindest die Farbe der Rinde sieht hätt ich glaub anzubieten...

danke an euch alle. Sehr schnelle und freundliche Hilfe :)
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Ravenheart
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Re: Mein erstes Sorgen(-hasel/)-kind

Beitrag von Ravenheart »

JoPoe hat geschrieben:@Ravenheart:
Sicher Ulme? Woran siehst dus?
An den "Ringen zwischen den Ringen", den sog. "Monatsringen", das hat hier bei uns nur Ulme...

Rabe
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Re: Mein erstes Sorgen(-hasel/)-kind

Beitrag von Archive »

Premiere! Ich habe nun schon das eine oder andere Stück Holz zum verschenken hier in FC angeboten, doch heute wurde tatsächlich auch mal eines abgeholt! JoPoe, viel Spaß damit, und lass uns hier am gedeihe und werden teilhaben.

Der Ulmenstab von JoPoe ist schwierig. Der dicke Ast ist wirklich sehr ungünstig gelegen. Der Griff muss entsprechend sehr dick bleiben, damit sich der Stab da nicht biegt und bricht, oder der Ast muss mit einem starken Backing gesichert werden, dann kann der Griff auch etwas schmaler werden.
Die "Faulstelle" in der Rinde die das Holz angreift ist harmloser als es im Bericht klang. Bei dem beabsichtigten Zuggewicht, dürfte die Stelle keine Rolle spielen, doch bietet es sich an das Backing im Griff gleich ein wenig mit über die Stelle laufen zu lassen. Für nötig halte ich es jedoch nicht, schaden wird es auch nicht.

Gruß Mütze
JoPoe
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Re: Mein erstes Sorgen(-hasel/)-kind

Beitrag von JoPoe »

Dankeschön! nochmal...
der Hasel den ich von dir hab hat sich wunderbar spalten lassen... noch nie gemacht, 2 Spaltkeile gekauft, nen Spalthammer von meinem Gitarrenlehrer geliehen und zack war er entzwei. War leichter als ich dachte und dabei ne Sache von 10 Minuten. Außerdem schnurgerade - nochmal danke! werd dann die Tage aus der einen Seite nen Rohling rausholen.
Das alles wird dann natürlich alles in einem neuen Thema hier in der FC präsentiert. Link kommt.
Die Ulme wird dann wohl zu anderer Zeit wieder aufgegriffen wobei ich vorhabe wie du schon erwähnst hast ein Backing über die Bogenarmansätze, den Griff und bis über die faulige stelle aufzubringen... ich hatte dabei an Hanf, Leinen oder Flachsfasern gedacht. Woher würd ich die dann gegebenenfalls beziehen und wie unterscheiden sich die drei grundsätzlich?
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