Sehne auf- oder zudrehen...???

Bogenschiessen in der Praxis, mediterran, Daumentechnik u.a.
Bear-Patriot
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Sehne auf- oder zudrehen...???

Beitrag von Bear-Patriot »

Moin,

habe dieser Tage einen Kollegen beobachten wie er je nach Entfernung oder Ziel etc. seine Sehne auf oder zudreht(länger-kürzer)

is das gängige Praxis? ich habe mir da noch nie Gedanken drüber gemacht...Ich stelle meine immer auf eine bestimmte cm Zahl am Bogen ein und fertig.

Wie handhabt ihr das?
Was bringt das? Weicher?-Genauer?
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mbf
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Re: Sehne auf- oder zudrehen...???

Beitrag von mbf »

Das ist -mit Verlaub- Schwachfug.

Der Bogen wird auf ein bestimmtes Setup hin abgestimmt und fertig. Die Standhöhe ist so ziemlich das Letzte, an was man im Turnier rumschraubt.
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Ravenheart
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Re: Sehne auf- oder zudrehen...???

Beitrag von Ravenheart »

Nun, ich tippe, der Schütze hatte ein Problem und wollte austesten, was am besten geht....

Das im Turnier zu machen, ist nicht weise, im Turnier ist Gleichheit wichtiger als optimale Abstimmung, aber wenn er halt wollte....

Rabe
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Re: Sehne auf- oder zudrehen...???

Beitrag von Bear-Patriot »

ich meine ja nur: was soll das bringen? mehr oder weniger vortrieb?
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Ravenheart
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Re: Sehne auf- oder zudrehen...???

Beitrag von Ravenheart »

Nee-nee, dfas hat schon ne Menge Auswirkungen!

Die optimale Leistung hat er nur bei optimaler Standhöhe.
Zuviel ist ebneso leistungsmindernd wie zu wenig, bei viel zu wenig klatscht zudem die Sehne auf die Hand.
Zu wenig Leistung kann dazu führen, dass die Pfeile zu steif sind..

Auch Abschussruhe und Abschussgeräusch, Vibrationsklappern, Handschock, alles wird durch die Standhöhe (mit-)beeinflusst.

Und nicht zuletzt natürlich der Pfeilflug. Verändert sich die Standhöhe, stimmt der Nockpunkt nicht mehr, und die Pfeile reiten evtl...

Es gibt viele Gründe, auf dem Sektor etwas zu "experimentieren", wenn man das korrekte bzw. bewährte Maß nicht weiß....
(Nur natürlich nicht gerade im Turnier...)

Rabe
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Re: Sehne auf- oder zudrehen...???

Beitrag von Bear-Patriot »

na toll...jetzt wo alle klarheiten beseitigt sind, frage ich mich wie der richtige abstand meiner sehne zum griff ist...
ne idee wo ich das rausbekomme?
bear patriot
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Re: Sehne auf- oder zudrehen...???

Beitrag von Blacksmith77K »

Kommt auf deinen Bogen an. Länge, Formgebung etc... zeich mal her.
...du biegst nicht den Bogen, der Bogen biegt Dich!

76" Yew Warbow (ELB) 135#@32"
74" Yew Warbow (ELB) 105#@32"



...and several yew warbows...
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Re: Sehne auf- oder zudrehen...???

Beitrag von Bear-Patriot »

ist ein bear patriot.
64 zoll
45 lbs
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Re: Sehne auf- oder zudrehen...???

Beitrag von Ravenheart »

Standhöhe: 6,25''-7,125''

Quelle: http://www.wildnissport.de/fred-bear-patriot.html

Rabe
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Re: Sehne auf- oder zudrehen...???

Beitrag von mbf »

... und dann innerhalb dieses Bereichs (oder vielleicht auch ein wenig daneben) austesten. Fang mit der kleinsten Standhöhe an, schieße ein Dutzend Pfeile, achte darauf, wie sich der Bogen anfühlt und notiere die Gruppierung (Lage und Größe). Dann erhöhst Du die Standhöhe Stück für Stück und wiederholst das Prozedere. Du wirst merken, dass sich der Bogen zunächst unangenehmn schießen lässt, dann ein Optimum erreicht und er anschließend wieder Probleme macht. Bei dem Optimum bleibst Du dann. Wenn Du Glück hast, fällt der Punkt, in dem sich der Bogen am besten anfühlt (Handschock, Vibration nach dem Schuss etc.) mit dem Punkt der besten Gruppierung zusammen.

Streng genommen musst Du natürlich, da Du mit einer Änderung der Standhöhe auch die Energieabgabe den Bogens beeinflusst, auch den Spinewert des Pfeils entsprechend korrigieren, um aussagekräftige Ergebnisse zu bekommen. Das mit dem Nockpunkt das der schwarze Vogel bereits angesprochen.
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Re: Sehne auf- oder zudrehen...???

Beitrag von Granjow »

mbf hat geschrieben:Du wirst merken, dass sich der Bogen zunächst unangenehmn schießen lässt, dann ein Optimum erreicht und er anschließend wieder Probleme macht.
Echt? Das macht solche Unterschiede?
Ich sollte wohl wieder mal schiessen gehen (statt bauen) :D Auf die Standhöhe habe ich bisher noch nie so genau geschaut. Sehne drauf und gut ist …
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Re: Sehne auf- oder zudrehen...???

Beitrag von mbf »

Dann dreh mal ein Zoll Standhöhe rauf oder runter. in den meisten Fällen fragt man sich dann, ob man noch den gleichen Bogen in der Hand hat. Das mit dem einen Zoll ist zwar zugegebenermaßen etwas extrem, zeigt aber, was an Potenzial drinsteckt, wenn man es ernst meint mit der Abstimmung.

Das hängt natürlich auch von den persönlichen Fertigkeiten ab. Wenn der Auszug um mehrere Zentimenter schwankt, braucht man die Standhöhe nicht auf plusminus 2 mm einzurichten, weil sich der Bogen eh bei jedem Schuss anders anfühlt. Und wenn die Gruppen nicht auf einem A4-Blatt liegen (so auf 20-30 m), wird man sich auch schwertun, einen Effekt bei der Gruppierung zu sehen. Aber ein guter Schütze kann da schon was rausholen.

Das dürfte auch für den Bogenbauer interessant sein, wenn er eine Richtlinie für die Standhöhe angeben kann, in welchem Rahmen der Bogen seine Leistung bringen soll (wie es für o.g. Bogen vorgestellt wurde). Du hast ja nix davon, wenn Du einen Bogen baust, von, sagen wir mal, 6" Standhöhe ausgehst und der Schütze mit einer Sehne schießen will, die 8" Standhöhe liefert. Das wird der Bogen gerade bei einem langen Auszug nicht so toll finden.
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Re: Sehne auf- oder zudrehen...???

Beitrag von Bear-Patriot »

ravenheart hat geschrieben:Standhöhe: 6,25''-7,125''

Quelle: http://www.wildnissport.de/fred-bear-patriot.html

Rabe

Danke. Aber von wo aus gemessen? Habe am Bogen so eine kleine Spitze. Kann mir da jemand helfen?
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Re: Sehne auf- oder zudrehen...???

Beitrag von mbf »

Die Standhöhe wird üblicherweise von der Sehne im 90°-Winkel bis zum tiefsten Punkt des Griffstücks ("pivot point") gemessen. In seltenen (!) Fällen gibt der Hersteller auch Bogenvorderkante oder irgendwas anderes an, wenn nix dabeisteht, ist es Griffmulde.
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Re: Sehne auf- oder zudrehen...???

Beitrag von Granjow »

Ok, gestern ich so «ich geh jetzt kurz Bogenschiessen!» mit meinem Lieblingsbogen (unbehandelter Ahorn), da das Wetter angenehm war (leicht bewölkt und nicht zu heiss), Tür auf und genau da fängt es an zu regnen.
Na gut, dafür ist mein Bogen trocken geblieben, da ich die Tür rechtzeitig wieder (vor mir) zugemacht habe :D
mbf hat geschrieben:Das dürfte auch für den Bogenbauer interessant sein, wenn er eine Richtlinie für die Standhöhe angeben kann, in welchem Rahmen der Bogen seine Leistung bringen soll (wie es für o.g. Bogen vorgestellt wurde). Du hast ja nix davon, wenn Du einen Bogen baust, von, sagen wir mal, 6" Standhöhe ausgehst und der Schütze mit einer Sehne schießen will, die 8" Standhöhe liefert. Das wird der Bogen gerade bei einem langen Auszug nicht so toll finden.
Jetzt kommt natürlich die Frage, wie ich denn als Bogenbauer erreiche, dass der Bogen mit einer Standhöhe von 6.75" am besten schiesst?
Ich nehme an, der Bogen wird bei dieser Standhöhe getillert, aber das garantiert ja noch nicht, dass er dann dort auch am besten schiesst. Bei einem Acker vielleicht *g*

Simon
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