Reiterbogen-Bau

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micha101
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Re: Reiterbogen-Bau

Beitrag von micha101 »

Hallo Fletchers,

hab nen neuen Entwurf gemacht und mich vom "Eastern Gin Bow from Gansu, Cina" (Bild im vorherigen Post) inspirieren lassen. Brauche dafür Eschenholz wo die Fasern mittig gerade durchlaufen, aber gehe mal davon aus das Bogenbauholz den Anforderungen entspricht. Was haltet ihr von dem Entwurf, ich find ihn geil:
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MEIN BOGEN skizze seitlich NEW2.JPG
Ins Gelbe
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Re: Reiterbogen-Bau

Beitrag von Ins Gelbe »

;D Ich glaube, du hast das mit den Fasern nicht ganz verstanden.Am rücken müssen alle Fasern genau dem Verlauf des Bogens, vielmehr der Bogen dem Verlauf der Fasern folgen und dürfen nicht verletzt werden.Es reicht nicht, wenn irgendwo im Bogen eine schicht fasern unverletzt ist.

Yellow
Bei Fragen und Fehlern ,fragen sie ihr Google oder den Autor.

Tante Google ist die einzige Frau, die ich kenne, die benutzt werden WILL.(Toaster)
micha101
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Re: Reiterbogen-Bau

Beitrag von micha101 »

@MoeM: Vielen Dank für den Link http://www.atarn.org/chinese/khotan_bow.htm - WOW, Hammer, das ist genau mein Ding, und so schön kunstvoll verziert, geil

@Squid & Snake-Jo: Vielen Dank für die Bogenbauanleitung viewtopic.php?f=65&t=18730 , die Aufhängungen für die Sehnen sind ja auch genial, mach ich bei mir vllt auch so

an alle lieben Fletchers: vielen Dank für eure Antworten! O0
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Wilfrid (✝)
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Re: Reiterbogen-Bau

Beitrag von Wilfrid (✝) »

So wird das nix ..
Guck Dir mal die Form der Vorlage genau an. Im Biegebereich ist das Teil gleichmäßig dick, nimmt aber in der Breite zu.
Also erst biegt er stark, dann immerweniger bis zur Geraden. Die Ovale Form der WA ist nicht wegen der Schönheit, auch der Dickenverlauf nicht.
Dein Entwurf wird sich vor den Siyahs mehr biegen als am Griff. Denn die Breite ist konstant, die Dicke nimmt stark ab. Somit nimmt die Biegung zu bzw bleibt konstant.
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MoeM
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Re: Reiterbogen-Bau

Beitrag von MoeM »

Da muss ich Wilfried und den anderen "Skeptikern" leider recht geben- und ich unterstütze ambitionierte Einsteigerprojekte fast immer- mit sowas KANN man nicht anfangen!
Natürlich ist der Entwurf geil- ganz zu schweigen vom Original, aber in Punkto Materialwahl und Arbeitstechnik braucht es definitiv massenhaft Erfahrung...
Fang ein zwei Etagen weiter unten an und arbeit dich hoch- aber da ist ein tiefer Fall vorprogrammiert (sry)
Grüße Moe
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Squid (✝)
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Re: Reiterbogen-Bau

Beitrag von Squid (✝) »

Ein ganz großes Problem bei allen Entwürfen ist der winzige Biegebereich. Das KANN nicht funktionieren, ausser bei einem echten Horn-Holz-Sehne-Komposit.

Aber hier ist selbst Rattan an den Knicks völlig überfordert. Das bricht zwar nicht, ist aber nach 50 Schuss weich wie ein Ledergürtel.
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
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Wilfrid (✝)
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Re: Reiterbogen-Bau

Beitrag von Wilfrid (✝) »

naja, der Entwurf sieht nur auf den ersten Blick gut aus.
Wie sich ein Bogen biegt, hängt vom reflex/deflex und vorallem von der Dicke und Breite ab.
Wann er kracht, von der Biegung und der Dicke an der Stelle. Wird der zulässige Biegeradius überschritten, krachts.

Und je dünner ein Bogen an einer Stelle ist, um so kleiner darf der Biegeradius werden. Ein dünnes Furnier kann man sich um die Hand wickeln, auch wenn es einen Meter breit ist. und 1 cm Breite wickelt sich leichter als 1m. Ein Besenstiel bricht manchmal schon bei einem Biegeradius von ~10 m. Also wenn er scheinbar noch gerade ist.

Die Vorlage für den Entwurf ist ein Meisterstück (Verzierungen macht man nicht an Schrott), da ist wahrscheinlich nicht eine Einzelheit dran überflüssig und alles ist genau auf DAS STÜCK Holz abgestimmt. Da nun mal gerade Esche keine 2 identische Stücke Hoz gibt, ist ein korrekter Nachbau unmöglich. In dem Ding stecken mehr Tillertricks, als wir alle zusammen kennen.

Und um mit einem Selfbow an die Leistung eines Glaslaminats heranzukommen, braucht man sehr gutes Holz (Eibefür das hohe Zuggewicht/ gute Ulme/sehr guten Ahorn für die bis 40#) , sehr gutes Werkzeug und sehr viel Übung. Ich habe ja nun schon einiges Verrücktes gebaut, aber nen RB mit decrowneten WA und leicht nach innen getrappt mit schwach gewölbten Bauch, nöö, nicht mehr in diesem Leben.

Der enge Biegebereich , Squid , geht.SEHR Dünn und breit
micha101
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Re: Reiterbogen-Bau

Beitrag von micha101 »

Halleluja, ich danke euch für eure Kommentare, ich sach ma so - ich bau den Bogen so oder so, das sind bis jetzt ja alles nur Ideen, den Gansu nachzubauen ist natürlich nur was für Profis, das maß ich mir nicht an, ich lasse mich lediglich von allem was ich sehe inspirieren. Es macht mir Spass mich in jeden Zemtimeter von dem Bogen reinzudenken, dass das nicht so einfach geht hab ich schon gemerkt, aber darin liegt ja auch die Herausforderung. Freue mich sehr von eurem Wissen und eurer Erfahrung profitieren zu können, vielen Dank nochmal. Ich konstruiere einfach fleißig weiter und denke in Ruhe über eure Kommentare nach O0

Die handwerkliche Umsetzung später krieg ich hin, nur vorher müssen Form und Materialstärke (jedenfalls theoretisch) passen. Und mit nem Tiller kann ich den Bogen ja dann noch abrunden.

8)
bin schon n bisschen crazy, aber wieso nich, und der Bogen WIRD HALTEN wenns soweit ist ;)
micha101
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Re: Reiterbogen-Bau

Beitrag von micha101 »

Hab viel überlegt und ich denke ich baue erstmal einen "ganz normalen" Reiterbogen aus Esche, so wie ich es ursprünglich geplant habe. Die Gansu-Nummer hats mir echt angetan, aber ich hab auch eingesehen was dazu gehört so ein Kunstwerk zu bauen, soll ja nicht nur gut aussehen sondern auch funktionieren. Ich würde gerne was freakiges bauen aber ich kriege langsam ne Ahnung was für ein Know-How dafür notwendig ist. Ich bleibe erstmal bei nem Bogen mit konstanter Stärke und Breite, schöne Siyahs drangeleimt und mit Reflex/Deflex.

Hab mal ne Frage: Gibt es einen Unterschied zwischen einen Wurfarm mit 3x1,5 cm und einem mit 4x1,125cm (selber Flächeninhalt) oder haben beide das gleiche Biegeverhalten?? Theoretisch müsste sich der breitere doch mehr biegen oder?

Grüße
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MoeM
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Re: Reiterbogen-Bau

Beitrag von MoeM »

Jo, das QS Verhalten ist das A und O. Zwei identische Bögen nebeneinander=doppeltes Zuggewicht, diese "hintereinander (also doppelt so dick/tief) = 8faches Zuggewicht.
Je höher das Verhältniss/der WA umso größer natürlich die Längendifferenz Back-Belly und umsomehr Belastung erfolgt...

Ed.: warum unbedingt Esche- warst du zu Beginn nicht schon bei Manau? Das wär da ein gutes Material und Facing lässt sich einiges rausholen 8)
Grüße Moe
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Re: Reiterbogen-Bau

Beitrag von Wilfrid (✝) »

So´n Reiterbogen hats Dir aber angetan ...
Vor Jahren hat mal einer , auch Anfänger, hier so´n Reiterbogenverschnitt vorgestellt, ich glaube, auch ohne Backing und Facing.
Findet das mal einer oder ist das weggehackt?
Gornarak
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Re: Reiterbogen-Bau

Beitrag von Gornarak »

Ich galube, an den Beitrag erinnere ich mich auch noch (und meine Zeit hat erst nach dem Hackerangriff begonnen). Der müsste in den Präsentationen gewesen sein (und ist, glaube ich, gebrochen).
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Chirion
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Re: Reiterbogen-Bau

Beitrag von Chirion »

Lass mal das konstruieren und nimm mal ein Stück Holz in die Hand und au einen einfachen Bogen, dann wird es dir auch leichter fallen zu erkennen wann deine Konstruktionszeichnungen richtig liegen. Die letzte Konstruktionszeichnung tut es nicht, so biegt das Ding nicht an den von dir eingezeichneten Stellen und bricht weit vor erreichen der Standhöhe.
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Den Bogen gespannt, durchstreifst du, der Beute entgegen, die Schattentäler der Nacht
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Squid (✝)
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Re: Reiterbogen-Bau

Beitrag von Squid (✝) »

Dieses ganze Gekurve und Gekrümme funzt mit Esche schlichtweg nicht.
Des Menschen Wille ist zwar sein Himmelreich, aber selbst da gibt es Grenzen.
Und die sind dann erreicht, wenn jemand Unmögliches will.
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
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Chirion
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Re: Reiterbogen-Bau

Beitrag von Chirion »

@ Squid sehr richtig ich ergänze, nicht nur mit Esche funzt das so nicht, es gibt wohl kein Holz bei dem das so funktionieren würde.
Chirion lehrt Pfeil und Bogen zugleich zu sein und eins mit dem Ziel zu werden

Den Bogen gespannt, durchstreifst du, der Beute entgegen, die Schattentäler der Nacht
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