traditionelle Pfeile für Reiterbogen

Fragen zu Pfeilen zum Bogenschiessen. Keine Fragen zum Pfeilbau.
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battal
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traditionelle Pfeile für Reiterbogen

Beitrag von battal » 03.05.2014, 22:30

Wollte für meinen Grozer 40# einige Pfeile bauen,

gleich zu anfang bin ich auf folgendes Problem gestossen, welchen durchmesser soll ich nehmen?? 5/16 oder 11/32
was sind die Vor bzw. Nachteile.

als Schaft würde ich Zedernholz nehmen, denke dass ist das haltbarste oder???

welche Federform wäre dem trad. osmanischen am ähnlichsten?? Saubuckel, Parabol

Welche Spitzen wären für 3D und Scheibe geeignet und haltbar.

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benzi
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Re: traditionelle Pfeile für Reiterbogen

Beitrag von benzi » 03.05.2014, 22:48

"Du hast den Verstand verloren, weißt Du das?" "Dafür hab ich ein Leben lang üben müssen"
(Peaceful Warrior, Film)

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grumpf
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Re: traditionelle Pfeile für Reiterbogen

Beitrag von grumpf » 03.05.2014, 22:54

Hallo Batal,

ohne genaue Daten lassen sich Deine Fragen nur eingeschränkt beantworten. Für osmanische Pfeile schau doch mal hier nach.

Wenn Du parallele Schäfte bauen willst, nimm ausgewogende (gleiches Gewicht) Kiefer- (etwas schwerer) oder Fichtenschäfte (etwas leichter) in 11/32 Durchmesser. Spitzen würde ich Dir diese (Feld oder 3D)empfehlen, gibt es bei vielen Händlern oder beim Hersteller direkt.

Gewicht der Spitze grob 100grain und Spine 45-50# so aus dem Bauch, aber ohne weitere Daten ist das etwas unsicher, wobei Du beim Daumenschießen deutlich Spine toleranter bist.

VG Jens

P.S.: Kann ick bei Gelegenheit ooch mal uff'm Wedding bei Euch zum Training vorbeischaun? ;D

P.P.S.: Der benzi war schneller.
Beim Bogenschießen sollte auf geeignete Kleidung geachtet werden. ;)

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Yayci
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Re: traditionelle Pfeile für Reiterbogen

Beitrag von Yayci » 03.05.2014, 23:04

Hallo Battal!

Die andern zwei Kollegen waren schneller, aber hier noch mein Senf...

Zum Durchmesser: Das kommt auf den Spine an und was der Händler vorrätig hat. Ich habe auch einen Grozer mit 40#, und nehme immer 5/16 Schäfte. Passt gut, man muss aber mehr aufpassen, wenn man Selfnocks reinschneidet. 11/32 finde ich etwas zu wuchtig, aber da mögen andere anderer Ansicht sein.

Zum Holz: Ich habe bisher Kiefer, Fichte und Zeder verwendet, ich kann eigentlich keine Unterschiede in der Halbarkeit erkennen. Wenn man einen Zedernschaft gegen die Wand schießt, splittert der genauso wie einer aus Kiefer... ;) Aber Zeder riecht am Besten :D !

Zur Befiederung: Die fertigen Federn in Saubuckel- oder Parabolform kommen am ehesten an die osmanische Befiederung heran. Am besten wär es natürlich, du schneidest dir deine eigenen aus Federn "volle Länge" zurecht. Hier aus dem Forum haben soweit ich weiß Janitschar und Arry schon Pfeile im osmanischen Stil gebaut, vielleicht jagst du mal entprechende Stichworte durch die SuFu. Ich habe mir vor einem Jahr einen Satz Pfeile nach einem Krimtatarischen Vorbild gebaut, keine Ahnung, wie man die Federform nennen soll. Bitte sehr:
P1030603.JPG



Zu Spitzen: Ich habe die gleichen, die Grumpf erwähnt, auch in etwa die gleiche Spitze-Spine-Kombination. Fliegt gut!

Hoffe das hilft schon mal ein bischen!
Viele Grüße,
Yayci
"Bogenschießen ist eine schwere Aufgabe, wer es betreibt, weiß es. - Okçuluk bir belâdir, onu çeken bilir." (Türkisches Sprichwort)

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battal
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Re: traditionelle Pfeile für Reiterbogen

Beitrag von battal » 05.05.2014, 11:09

Hallo danke für die Antworten,

11/32 finde ich auch zu wuchtig, deshalb werde ich 5/16 nehmen. Als Federn werde ich die Parabolform nehmen. Shäfte zeder gebeizt schwarz mit 40er Spine. und 70gr Spitzen. Würde das so passen??

Selber Federn stanzen ev. später wenn ich auch die enstprechend Ausrüstung habe. Bin noch dabei das Bogenbauen zu erlernen, drei Bögen die momentan halbfertig bei mir herumliegen warten auch noch, deshalb möchte ich nicht mit Hobellade etc. wieder eine neue Baustelle eröffnen :-) Achso Stephan & Yayci habt Ihr Vorlagen für die Verzierungen der dargestellten Pfeile oder gibt es Klebefolien in dieser Art

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Janitschar
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Re: traditionelle Pfeile für Reiterbogen

Beitrag von Janitschar » 05.05.2014, 12:43

Ich tipe eher auf 100grain.

Die Verzierungen hab ich per Hand aufgetragen.

Gruß
Stephan
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battal
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Re: traditionelle Pfeile für Reiterbogen

Beitrag von battal » 05.05.2014, 14:51

mit 70gr hätten die pfeile doch eine gestrecktere flugbahn und würden länger fliegen, oder was is mein verständnisfehler?

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corto
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Re: traditionelle Pfeile für Reiterbogen

Beitrag von corto » 05.05.2014, 14:57

nein, kein Fehler. leichter fliegt gestreckter.

Aber nicht nur das, es ist auch anfälliger für jeglichen Fehler - sei es Wind, ein Ästchen im Weg, ein leicht verrissenes Release, oder oder oder.

und zu guter Letzt wird er wohl einfach im Gefühl haben das deine Pfeile mit 70grain zu steif sein werden.

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Heidjer
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Re: traditionelle Pfeile für Reiterbogen

Beitrag von Heidjer » 05.05.2014, 18:51

Nun, sowohl den nötigen statischen Spine wie das passende Spitzengewicht kann man errechnen. ;D

Zuerst mal das angestrebte Pfeilgewicht bestimmen, dann davon das Spitzengewicht errechnen, normal sollten für einen guten FOC 25% des Pfeilgewichtes in der Spitze sein.
Dann mit der Pfeillänge, Auszugslänge, Zuggewicht und der nötigen Spitze den statischen Spine berechnen. Nun kann man noch das Rohschaftgewicht berechnen, Pfeilewicht - Spitzengewicht - 20gr Befiederung - 20gr Lack und Kleber (bei 3 Schichten) und eventuell noch - 10gr für Plastiknocke = Rohschaftgewicht.
Das Rohschaftgewicht jetzt auf die Verkaufslänge von 32" hochrechnen und schon kann man seinen Händler schreiben man möchte zB 30 Schäfte von 38,5# Spine mit genau 285gr haben. ;D
Bitte die Antwort des Händlers mir mitteilen. ;D

25% Spitzengewicht bringen einen FOC von 10%-12% und das ist ein guter Wert für einen Allroundpfeil, ein Anfänger sollte auf jeden Fall keinen niedrigeren FOC schiessen weil das den Pfeil empfindlicher macht. Ein guter Schütze mit guten Release kann auch 8% FOC schiessen, das sind dann ungefähr 20% Spitzengewicht. Geht man mit den Spitzengewicht noch weiter runter dann muß man die Federfläche vergrößern und das Bremst wesenlicher stärker wie ein etwas zu schwerer Pfeil es tut.


Gruß Dirk
Ein Pfeil, den Schaft gemacht aus der Pflanzen hölzern Teil, versehen mit eines Vogels Federn und einer Spitze, aus der Erde Mineral, wird von der Natur gern zurückgenommen.

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Re: traditionelle Pfeile für Reiterbogen

Beitrag von Janitschar » 05.05.2014, 20:59

@battal

Wie du den passenden Schwerpunkt der Pfeil ermittelst, siehst du hier:
http://thumbarchery.de/index.php/ed/osmanische-pfeile

Hat sich bis jetzt bei mir sehr gut bewährt.
Wieviel das jetzt einen FOC mit ?% macht weiß ich nicht.

Nach der Methode wirst du das Ergebnis erst am fertigen Pfeil sehen.
Und ich tipe da eher auf 100grain, aber wenn es dann 70 grain sind, ist es mir auch wurscht ;)

Den Spine ignorier ich da weitesgehend, doch generell tendiere ich zu einem hohen Spine bei entsprechender Daumentechnik.

Was auf alle Fälle fest steht, ist genau das was schon von meinen Vorredner benannt worden ist. Eim geringes Spitzengewicht macht den Pfeil sehr anfällig für Fehler innerhalb der Schießtechnik.

Gruß
Stephan
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Zwiebeljunge
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Re: traditionelle Pfeile für Reiterbogen

Beitrag von Zwiebeljunge » 05.05.2014, 21:56

@battal

Wie weit ziehst du aus denn mein 40# tartaren bogen hat bei meinem Auszug von 32" schon 54#.
Da wären Pfeile mit 45-50# viel zu weich vorallem bei einer Pfeillänge von 32,5".

Sorry falls ich was Überlesen habe.

LG Maik

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Re: traditionelle Pfeile für Reiterbogen

Beitrag von Heidjer » 05.05.2014, 22:53

Ich habe mal ebend die Pfeilbauregeln nach Adam Swoboda umgerechnet.
Spitzengewicht 1/7 Gesammtgewicht sind 14,3%, finde ich ein wenig leicht, könnte bei einen stark gebarrelten Schaft aber durchaus reichen, für einen zylindrischen Pfeilschaft aber zu leicht.
Mit dem Schwerpunkt bin ich ein noch skeptischer, bei einen 28" Schaft komme ich auf einen FOC von ca. 7% - 8% (nach der Meßmethode komme ich mit dem Schwerpunkt auf 5cm bis 6cm vor der Mitte, 28" = 71cm = 100%) bei längeren Schäften geht er noch weiter runter. Das sind dann gute Pfeile für die Langdistanz aber auf kurzer Strecke sehr nervös. ;)


Gruß Dirk
Ein Pfeil, den Schaft gemacht aus der Pflanzen hölzern Teil, versehen mit eines Vogels Federn und einer Spitze, aus der Erde Mineral, wird von der Natur gern zurückgenommen.

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Re: traditionelle Pfeile für Reiterbogen

Beitrag von benzi » 07.05.2014, 19:52

@battal

Anregungen für die Bemalung findest Du u.U. hier

http://anthromuseum.missouri.edu/grayson/islamicarchery/islamicarchery.shtml

Grüße benzi
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Re: traditionelle Pfeile für Reiterbogen

Beitrag von zebra » 15.03.2017, 19:41

Hallo Bogenfreunde , ich wollte keinen neuen Thread aufmachen , deshalb stell ich mal hier die Frage :
Ich hab mir von Jack Pitty einen Grozer-Reiterbogen gekauft der 42# haben soll . Ich zieh aber die Pfeile auf diesem Bogen fast 32" raus . Holzpfeile die ich von meinem Langbogen noch nicht gekürzt habe , fliegen wie an der Schnur gezogen und die Gruppierungen sind auch ganz in Ordnung (für mich). (Der LB hat 46# auf 29,5" Pfeile, die Pfeile haben einen Spine von 50-55#).
Die Frage lautet : Ich habe auf verschiedenen Videos gesehen das Alu-Carbon auf Reiterbogen geschossen werden . Letztens auch in der "Stern" 6. Ausgabe . Ich würde auch lieber Alu´s oder Alu-Carbon schießen wegen der Haltbarkeit und auch weil ich gerne schwarze Pfeile mit weißen Federn schießen würde. Ist das gegen alle Regeln oder ist das "Normal" ,- und wenn es "Normal" ist , welche Pfeile würdet ihr dafür empfehlen ?

Mit dem Langbogen schieße ich natürlich bei einem Holzturnier Holz , und wenn die Pfeilfrage "frei" ist schieße ich den Easton "Legacy" .
(Mit der Daumentechnik will ich erst mal noch warten , um da einen Kurs zu besuchen muss ich vermutlich zwei Wochen Urlaub von meiner Frau nehmen (ich bin Rentner). Wo ich den in Süddeutschland machen kann hab ich schon gefunden.....
Mit freundlichem Gruß
Herbert

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Eberesche
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Re: traditionelle Pfeile für Reiterbogen

Beitrag von Eberesche » 15.03.2017, 20:49

Hallo Herbert,
natürlich kann man auch Alu- oder Carbonpfeile verwenden. Die meisten "Reiterbögen" sind ja auch aus modernen Materialien. Und beim Turnier wird man oft sowieso in einer Recurveklasse eingeordnet, da ist das Pfeilmaterial egal.

Schwarz mit weiß, musst du wissen ob du die in Wiese oder Wald auch gut siehst. Auffällige Farben haben da einen höheren Wiederfindewert, bedeutet weniger Verluste.

Wenn die Holzpfeile deines Langbogens gut funktionieren, kannst du versuchen ob das mit den Alus auch passt. Ich schieße lieber Carbon, 500er Easton Powerflight, hab aber nur 40# und 29" Auszug. Hier hatte ich mal ein paar Beispiele vorgestellt: >> klick <<

Ganz genau kann man den passenden Pfeil mit einem Spine Calculator aussuchen. Nicht alle Carbonschäfte bekommt man in 32" Länge, falls du etwas sehr langes brauchst siund vielleicht die "Aurel" Schäfte interessant für dich - die sind 33" lang.

Daumentechnik ist nicht kompliziert, wenn du sowieso schon Bogenschießen kannst. Wenn du Köln besuchst zeig ich es dir :)

Gruß
Anna

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