Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

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kra
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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

Beitrag von kra »

Längsrisse im Bambus sind völlig schnuppe. Das konkave ausarbeiten der Klebeflächen dient dazu, das man MEHR Druck auf die Klebefläche aufbringen kann ohne das die Klebefuge verhungert (optimale Dicke der Epoxydschicht ist ca. 1/10mm lt. Hersteller) und zusätzlich auf der Kante die Klebefuge praktisch unsichtbar wird. Das grobe ausschleifen der Klebeflächen dienst dazu, die Verzahnung zwischen Epoxy und Holz/Bambus zu verstärken.
Das konkave ausarbeiten der Klebefläche ist nicht zwingend notwendig aber bei Epoxy hilfreich. Bei Hautleim sogar nicht sinnvoll, weil hier andere Klebeverhältnisse vorliegen.
“Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.”
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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

Beitrag von Windkanter »

Ok, danke. Optimierung Epoxidschicht.

Momentanstand: Bambus ist in seiner Kontour fertig, auf Null runter schaffe ich die Aussenkanten nicht, das splittert das Zeug nur so weg, auch bei Ziehklinge . Dafür mache ich die Bambusauflage auf jeder Seite um ca. 1mm schmäler als O.O. und die Aussenkante des Bambus ist in Griffnähe ca. 1mm dick und mehr zum Nock hin dann ca. 1,5mm. Dann wohl Querschnitt trapezförmig formen (schmale Oberseite ist Bambus), gerundete Kanten. Die O.O.-Leiste bekommt morgen noch die letzten Arbeiten, dann Kleben.

Grüße
Windkanter
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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

Beitrag von Windkanter »

Hallo,

der Rohbau ist fertig. Bambus hatte ich nochmal bearbeitet und vorgetillert mit zuletzt recht gleichbleibender Biegung. Auf einem WA liegt nur jeweils 1 Nodie ca. mittig. O.O. hatte ich ebenfalls noch etwas getillert, allerdings als Reserve die äussere Hälfte der WA´s etwas steifer gelassen. Verklebt mit Epoxidharz L + Härter L, zusammengepresst mit Zwingen im Griffbereich und dann mit längsgeteiltem (geviertelt) Fahrradschlauch mit Kreuzwicklung. Gleich nach Zusammenfügen noch leicht zusätzliche Recurveform reingedrückt (leider etwas ungleichmäßig).
Verklebung, Anpressung m Fahrradschlauchstreifen.JPG
Zugkraft messen bzw. Aufspannen sind noch nicht möglich, der Bogen hat momentan ohne letzte Bearbeitung von Aussenflächen, Kanten incl. Traping, Runden eine geschätzte Zugkraft von deutlich über 60#.

Hier mal Skizzen der Abmessungen.
Rohteil verklebt längs Maße.JPG
Rohteil verklebt Querschnitte.JPG
Fehler in Querschnitt-Skizze: " 0,9 " soll ca. 0,9mm sein (Überstand O.O. über Bambuskante)

Als Endbearbeitung ist geplant: Griff ausformen, Glätten von Kanten und Bauch und leichtes Abschrägen der Seiten, d.h. zum Bauch hin breiter werdend (Traping) und die momentane Bambuskante auch von oben her zusätzlich leicht anschrägen damit sie bis an die Aussenkante auf Null ausläuft. Mit dieser Anschrägung könnte ich noch leicht Zugkraft reduzieren, zusätzlich zur Bearbeitung des O.O.-Bauchs. Wenns gut läuft, komme ich damit schon auf 40-45# runter, hier fehlt mir halt noch die Erfahrung. Natürlich ist klar: Schritt für Schritt.

Meine Frage schon jetzt: müsste man was anders machen, WA´s z.B. schon jetzt deutlich verschmälern?

Grüße
Windkanter
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kra
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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

Beitrag von kra »

Es fällt mir schwer, an deinem Vorgehen etwas auszusetzen ;D (der Beuteschwabe läßt grüßen ::) ), weiter so.

Ich würde das Tillern von den Enden her machen und den Bogen nicht über die gewünschten 45# Zuggewicht hinaus belasten, auch wenn das bei der Materialkombination etwas weniger kritisch ist.
Die (evtl. temporären) Tip-Overlays möglichst bald anbringen, damit du den Bogen gut auf dem Tillerbaum ziehen kannst.

PS. lass den Bogen zu Beginn noch 2-4cm länger, damit du Reserve hast falls er doch etwas schwächer rauskommt als du ihn planst.
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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

Beitrag von Windkanter »

Hallo,
Habe den Bogen an den Aussenkanten um ca. 1mm schmäler gemacht (also insges. ca. 2mm), bis an Bambus-Aussenkante hin. Bambus hat eine flache Fase, ca. 4,5-5mm breit bekommen. Das Verschmälern bringt soweit ich weiss, nicht allzuviel #-Reduzierung, aber Gewichtsreduzierung der WA´s. Bambus war mit bis 4,5mm etwas dick, da sollte ich zuerst mit der #-Reduzierung angreifen, später dann am O.O.. Bogen gekürzt auf 161cm ntn, Nock aufgeklebt. Erstes Aufspannen am Tillerbaum: 40# bei ca. 7" und 63# bei ca. 15". Besser als zuwenig. Die WA´s biegen sich halbwegs gleich, in der äusseren Hälfte könnte es noch etwas mehr sein.
Ich mache als nächstes den Bogen noch ca. 1,5mm (insges.) schmäler und verbreitere die Fase an den Bambus-Aussenkanten deutlich. Es wird spannend.
Grüße
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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

Beitrag von kra »

Die Osage-Schicht muß nicht sehr dick sein, 3-5mm reichen gut! Du kannst also wie bei einem Selfbow über den Bauch tillern.

Ich kenne jetzt deinen Bambus nicht und weiß nicht wie hoch die Dichte der Kraftfasern in der äußeren Schicht, unter der Rinde, ist aber du kannst auf jeden Fall (vorsichtig) mit der Ziehklinge beim Bambus die Rinde abziehen (Nodien unverändert lassen!).
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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

Beitrag von Windkanter »

ok, das hätte ich nicht gedacht. Ich dachte, daß O.O. ein mehrfaches dicker sein muss als Bambus, damit es nicht stauchgeformt wird. Ich bin trotzdem vorsichtig. Der Bambus ist der übliche (wohl Moso ?) und von Kaufmann als Backing angeboten, nur 1 Nodie über die gesamte WA-Länge, liegt ca. mittig. Wenn ich den Bambus von aussen angehe, laufe ich Gefahr, Fasern anzuschneiden, gerade im extremsten Zugbereich, befürchte ich. Ich mach trotzdem mal die WA´s schmäler, die Fase am Bambus breiter und tillere dann. Wenns dann noch nicht reicht, gehe ich auf O.O. los, da ist Dein Tip hilfreich. Danke.
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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

Beitrag von Indie12 »

Cooler Build-Along!
Ist immer schön bei sowas mitlesen zu können. Aber: du beschreibst recht ausführlich was du machst, aber mit einem Bild dazu wäre es perfekt.
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kra
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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

Beitrag von kra »

Windkanter hat geschrieben: 25.02.2026, 23:03 ok, das hätte ich nicht gedacht. Ich dachte, daß O.O. ein mehrfaches dicker sein muss als Bambus, damit es nicht stauchgeformt wird. Ich bin trotzdem vorsichtig. Der Bambus ist der übliche (wohl Moso ?) und von Kaufmann als Backing angeboten, nur 1 Nodie über die gesamte WA-Länge, liegt ca. mittig. Wenn ich den Bambus von aussen angehe, laufe ich Gefahr, Fasern anzuschneiden, gerade im extremsten Zugbereich, befürchte ich. Ich mach trotzdem mal die WA´s schmäler, die Fase am Bambus breiter und tillere dann. Wenns dann noch nicht reicht, gehe ich auf O.O. los, da ist Dein Tip hilfreich. Danke.
OK, da habe ich mich wohl mistverständlich ausgedrückt.
Im Wurfarm wirken die Kräfte (in 0. Näherung) in den äußeren 2 mm von Rücken- und Bauchlage. Was dazwischen ist sorgt nur für den nötigen Abstand zwischen den arbeitenden Bereichen (und ist defacto tot Masse) und je größer der Abstand ist desto höher (geht mit der 3. Potenz) sind die Kräfte in den arbeitenden Bereichen. Ergo reichen 2-3mm Osage außen am Bauch.
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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

Beitrag von Hieronymus »

Vielleicht hilft dir das etwas weiter und du kannst sehen , was mit Bambus Osage alles möglich ist. Der Bogen lebt nocht und hat bereits 3 x Flightschießen überlebt. >:)
viewtopic.php?t=32423&hilit=Weitschussbogen

LG Markus
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Re: Bogen aus Osage Orange-Leisten mit Hickorybacking

Beitrag von Windkanter »

Hallo,

@ kra: das Prinzip der neutralen Zone kenne ich schon. Es kommt dabei aber auch auf die Festigkeit der beiden Partner an. Die neutrale Zone liegt nicht automatisch genau in der Mitte des Zusammengefügten wenn beide Fügepartner unterschiedlich fest sind. Da Du aber Erfahrungswerte hast, kann ich wohl vom O.O. noch etwas abarbeiten. Aber: nachdem ich den Bambusstreifen doch etwas zu dick gemacht habe und ihn jetzt mit einer immer breiteren Fase abarbeiten musste habe ich zumindest hier gelernt: sollte gleich zu Anfang dünner sein.

@ Hieronymus: schaut gut aus, erstaunlich auch der enge Biegeradius mittig. Ansonsten was Belastbarkeit eines O.O -Bambus-Bogens anbetrifft: "Dein Wort in Gottes Ohr" wie man so sagt, siehe unten Bild, habe da ein komisches Gefühl.

Status meines Bogens (ich arbeite mich gerade an 45# bei 29" heran und muss noch Biegekorrekturen machen):
--Momentan ca. 50# bei 26"
--ntn 162cm
--von fadeout zu fadeout 31,5cm
--Breite direkt nach fadeout 30mm bei 17mm Gesamtdicke (Bambus ca. 4,3mm)
--Breite Nockbereich 9,5mm bei 11mm Gesamtdicke
--arbeitende WA-Länge 65,5cm
--Griff kaum oder garnicht mitbiegend
--Sehnenwinkel etwas über 90°
--Sehne liegt im Ahorn-Nock 8mm über dem Bogenrücken
--Einstellung der Zugkraft jetzt nur noch über die Dicke des O.O.

Auf dem Bild: beim rechten WA muss ich mittig noch etwas O.O. wegnehmen. Der linke WA hat nach 1 h noch deutliches stringfollow, ich hoffe nicht set. Etwas undeutlich: Möglicherweise verlässt der linke WA den Griffspleiss schwach nach oben gerichtet.
Kpl nach 7 Bearbtg AZ ca 28 Zoll Ob WA re_Kopie.JPG
Also das sind jetzt im Bild erst 26", ich ziehe bis 29", wird die Biegung dann nicht etwas happig? Bei meinen osman. Kompositbögen habe ich da keine Bedenken. Die Nockform muss ich gegen Rausrutschen der Sehne bei Sehnenwinkel über 90° auch etwas anpassen.

Grüße
Windkanter
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